Forum: Wirtschaft
Streit über TTIP: Vergesst den Freihandel!
AFP

Die Industrie poltert, wie schlimm ein Scheitern des TTIP-Abkommens wäre. Dabei haben wir gerade Wichtigeres zu tun, als eine Globalisierung zu forcieren, die so vielen Angst macht.

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curiosus_ 29.07.2016, 22:04
100. Der Auspufftopfimportvorteil ...

Zitat von theanalyzer
Freihandel, freie Märkte, kein Protektionismus. Das sind Werte, die dringend Not tun! In einer vernetzten Welt haben KleinKlein, Zölle, engstirnige Vorschriften und Co. nichts mehr zu suchen. Ich würde mich über TTIP freuen. Importieren Sie mal einen einfachen Auspufftopf aus USA, dann wissenSie, was im Moment an Unsinn abgeht.
... ist ungefähr das, was der Entfall vom Geldumtausch bei Auslandsaufenthalten durch die Einführung des Euros war.

Peanuts im Vergleich mit den Nachteilen.

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jdybwad 29.07.2016, 22:06
101. Noch grössere Fragestellungen

Wie werden nach TTIP die internationalen Konzerne besteuert?
Wie werden nach TTIP die Rechte der Verbraucher wahrgenommen?
Wie wird die Vielfalt des Warenangebots wahrgenommen?
Wie wird es Konkurrenz und Transparenz geben?
Wie wird sich TTIP auf kleine und mittelständische Unternehmen auswirken?

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dingodog 29.07.2016, 22:10
102. Danke

Keine Einschränkung, einfach danke. Endlich mal jemand, der auf das offensichtliche hinweist, dass man nicht AFDTrumpFarageLePen-Fan sein muss, um gegen TTIP und die ungezügelte Globalisierung zu sein, und darauf, dass gerade diese Bagage davon am Ende profitiert, wenn alles durchglobalisiert wird.

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spon-facebook-1393188940 29.07.2016, 22:14
103. Schlicht Falsch!

Warum nicht gleich wieder den Merkantilismus einführen? So wie beim alten Fritz: den hatte der Seidenimport dermassen geärgert, dass er ihn schlicht verbot und stattdessen die heimische Seidenraupenzucht in grossem Stile subventionierte. Das Ganze hatte nur einen kleinen Schönheitsfehler: die Seidenraupen gingen im rauen preussischen Klima einfach ein.

Am Ende gab es keine Seide zu kaufen, der preussische Staat hatte eine Menge Geld verloren, und die Jobs waren weg.

Soviel also zum Thema "Provinzialisierung" vs. Globalisierung.

Und nun zu Trump: wieso wird dem inzwischen alles in die Schuhe geschoben, was einem irgendwie schlecht vorkommt? Zu den Freihandelsabkommen hat er (auch) einen schlichten Standpunkt: er möchte sie saemtlichst kündigen. Tja, auch Kolumnisten sollten sich lieber informieren, ehe sie Unsinn verbreiten!

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Darwins Affe 29.07.2016, 22:19
104. Freihandel

1) Freihandel hat historisch praktisch immer zum Anstieg des Wohlstands der betroffenen Länder geführt. Abschottung der Märkte führte zum Gegenteil. 2) Gerade Deutschland als eines der grössten Exportländer profitiert übermässig von freiem Handel.
Dass Globalisierung aber auch ein anderes Gesicht hat, sehen wir allerdings an der Immigrantenwelle (historisch: "die Fleischtöpfe Ägyptens, Roms").
3) Interessant ist, dass die eher Konservativen in D für den freien Handel und gegen Massenimmigration, die eher Linken gegen Freihandel und für Massenimmigration sind. Die Rechtsradikalen wie z.B. der Front National in F sind gegen beides.
4) Nebenbei: Das soll kein Argument für ein schlecht ausgehandeltes Abkommen wie TTIP sein.

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sonnemond 29.07.2016, 22:56
105. Nichts gegen freien Handel

Joseph Stiglitz, Ökonomie-Nobelpreisträger und EX-Vice-Director des IWF: „Wenn es bei TTIP wirklich um freien Handel ginge, bräuchte man für den Vertrag nur drei Seiten Papier.“ Der Rest ist der Anschluss Europas an die USA. Ganz im Sinne unserer guten Frau Merkel.

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curiosus_ 29.07.2016, 22:58
106. ... dass in den Finanzkonzernen die Angst

... vor Donald Trump inzwischen größer ist als die Furcht vor höheren Steuern: Im Angesicht des Schreckens ordnet das Kapital seine Prioritäten neu. Das eröffnet politische Spielräume.

... die Sozialdemokratisierung der Weltwirtschaft. Sie soll verhindern, dass die Welt den Populisten in die Hände fällt.


ZEIT ONLINE - Der Kapitalismus soll netter werden - Die Mächtigen der Welt haben ein neues Projekt: Sie wollen den Gegnern der Globalisierung mit Umverteilung den Wind aus den Segeln nehmen.

Zu was Trump, die AfD, der FN, der Brexit usw. doch nicht alles gut sind. Weiter so, es scheint zu helfen.

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swandue 30.07.2016, 01:19
107.

Zitat von Darwins Affe
1) Freihandel hat historisch praktisch immer zum Anstieg des Wohlstands der betroffenen Länder geführt. Abschottung der Märkte führte zum Gegenteil. 2) Gerade Deutschland als eines der grössten Exportländer profitiert übermässig von freiem Handel. Dass Globalisierung aber auch ein anderes Gesicht hat, sehen wir allerdings an der Immigrantenwelle (historisch: "die Fleischtöpfe Ägyptens, Roms"). 3) Interessant ist, dass die eher Konservativen in D für den freien Handel und gegen Massenimmigration, die eher Linken gegen Freihandel und für Massenimmigration sind. Die Rechtsradikalen wie z.B. der Front National in F sind gegen beides. 4) Nebenbei: Das soll kein Argument für ein schlecht ausgehandeltes Abkommen wie TTIP sein.
Aha, einer der "Angstmacher und Vereinfacher". Warum es nicht belassen, wie es ist? Wer sagt denn, dass es nur Merkantilismus oder TTIP & Co. geben kann?

Wenn 0 totale Abschottung und 10 grenzenlose Freiheit ist, der Wert für Nordkorea lautet 0,1, wo stehen wir dann derzeit? 0 ist definitiv Mist, aber entspricht 10 der Glückseligkeit oder liegt wie so oft auch hier die Wahrheit irgendwo dazwischen?

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Oberleerer 30.07.2016, 01:26
108.

Zitat von kroxx
Ja die Globalisierung macht vielen Angst aber nur deshalb weil viele nicht verstehen was gerade Deutschland von der Globalisierung profitiert hat. Ohne Globalisierung und Megaexporten könnten wir uns keinen Mindestlohn und so viel anderen modischen Sozialschnickschnack leisten wie wir es tun.
"Deutschland" ist aber nicht nur eine Person.

Der Sozialschnickschnack wird vom Staat bezahlt und dieser hat mittlerweile 2 Bio Euro Schulden. Wir sind zwar Exportweltmeister, aber Steuern kassieren wir offenbar nicht genug.

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Bananenschale 30.07.2016, 02:08
109. Jepp!

Zitat von geo_48
Leider ist der Freihandel nur ein Teil des Problems, dass die Einkommen der Unter und Mittelschicht stagnieren. Das eigentliche Probleme ist, dass wir die Mittelschicht nicht mehr brauchen, um die Wirtschaft in Gang zu halten. Die Automatisierung schreitet unaufhaltsamer voran, die früher mit vielen Arbeitern besetzen Fertigungshalle sind heute leer, alles automatisiert. Und die Technik schreitet weiter vonan, in Kürze brauchen wir keine Kassiererinnen, Taxifahrer, LKW-Fahrer mehr ... geht alles automatisch. Der Lohn wird letztlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt, man kann sich leicht ausmalen, was in der nächsten Zeit mit den Löhnen für niedrig qualifiziere Arbeit passieren wird Wir müssen anfangen das Probleme zu analysieren und versuchen, Antworten zu finden
Richtig. Doch stellen wir uns vor, daß die Mittelschicht wieder als Absatzmarkt in einem Land gefragt würde. Daß bedeutete, daß alle wesentlichen Produkte auch im Lande hergestellt werden. Dem ist selbst in den USA als Ganzes nicht so. Fast egal wie groß man eine Region wählt, nur ein Teil der Produkte, die dort verbraucht werden, werden dort hergestellt. Und umgekehrt arbeiten die meisten Hersteller überwiegend für den Export. Darum kann ihnen das wirtschaftliche Wohlergehen der Belegschaft herzlich egal sein.

Den Freihandel nicht zu forcieren ist also ein notwendiger aber keinesfalls ausreichende Schritt ein soziale Balance zwischen Produktion und Konsum zu bekommen.

Und in der Tat, wir brauchen ein negatives Wachstum in Bezug auf Arbeitszeiten und Ressourcen-Umsatz in jedweder Hinsicht. Das bedeutet übrigens auch, ein Zurückgehen der Geldmengen bzw. der einer Geldmenge entsprechenden Kaufkraft.

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