Forum: Wirtschaft
Streit über Zinspolitik: Erdogan feuert Chef der türkischen Notenbank
Umit Bektas/Reuters

Er hatte sich wiederholt geweigert, die Zinsen zu senken, wie es Präsident Erdogan verlangte. Nun wurde der Chef der türkischen Notenbank, Murat Cetinkaya, über Nacht und ohne Angabe von Gründen abgesetzt.

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GeMe 06.07.2019, 10:43
10. Da wird man schon mal fristlos entlassen

Wenn der Füher befiehlt, dann folgt man besser den Befehlen, sonst kann es einen den Job kosten.
Herr Murat Cetinkaya hat meinen Respekt. Statt sich einzuknicken, hat er seine Aufgabe ernst genommen. Das hat ihn nun leider den Job gekostet. Sicherlich wird nun jemand folgen, der besser spurt.

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stephan.huber1 06.07.2019, 10:51
11. Wie gewonnen so zerronnen?

Nach dem Wahlsieg der Opposition in Istanbul vor zwei Wochen hatte sich der Lira-Kurs sowie der türkische Aktienindex gerade etwas erholt. Man darf jetzt gespannt sein, wie Erdogans neuerlicher Eingriff am Montag zu wirken beginnt.

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hm2013_3 06.07.2019, 10:58
12. Sie scherzen wohl ?

hohe Leitzinsen seien die "Mutter allen Übels" ? Nein, das stimmt nicht. Die Zinsen ergeben sich aus einigen Faktoren, ausschlaggebend ist die momentane und zu erwartende Inflationsrate. Deswegen sind die Zinsen in einigen Ländern sehr hoch und z.Bsp. in der EU sehr niedrig, wobei ich die Negativzinsen sehr übertrieben finde.

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HanzWachner 06.07.2019, 11:17
13. So handeln Despoten,...

...wenn ihnen eine Personalie, auch in gehobener Position, nicht passt. Erdogan, aber auch Trump in den USA, wollen direkten Zugriff auf die Währung, um nach ihren persönlichen Interessen damit jonglieren zu können. Währungs-, wirtschafts- und handelspolitisch ein Albtraum, der sich irgendwann böse rächen wird.

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bdroege 06.07.2019, 11:43
14. selbst 24% Zinsen sind zu wenig

Die türkische Lira hat in den letzten drei Jahren rund 95% des Werts verloren, daher reichen 24% Zinsen/Jahr nicht aus um den Wertverlust gegenüber den EUR auszugleichen. Ein Kredit in EUR macht da keinen Unterschied da dann der Schuldner neben den Zinsen auch den Kurzverlust tragen muss.

Wenn die Zentralbank billiges Geld in den Markt pumpt sinkt der Wert der Lira und türkische Unternehmer haben Probleme Importe zu bezahlen. Damit es keine Probleme gibt müsste die Türkei Selbstversorger werden und ihre Abhängigkeit von Importen beenden. Die Türken hätten dann ein Lebensstil wie die einfache nordkoreanische Bevölkerung.

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stefan.martens.75 06.07.2019, 11:43
15. Absolut folgerichtig

Gute Wirtschaft ist das beste Argument, dass Erdogan hat.
Nach dem Debakel in Istanbul ist das nutzen aller Machtoptionen und die Abschaffung letzter Wiederstände der Gewaltenteilung absolut logisch für einen Autokraten.

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Beat Adler 06.07.2019, 11:52
16. Hat der Erdogan keine Ivanka?

Zitat von HanzWachner
...wenn ihnen eine Personalie, auch in gehobener Position, nicht passt. Erdogan, aber auch Trump in den USA, wollen direkten Zugriff auf die Währung, um nach ihren persönlichen Interessen damit jonglieren zu können. Währungs-, wirtschafts- und handelspolitisch ein Albtraum, der sich irgendwann böse rächen wird.
Hat der Erdogan keine Ivanka?

Soehne, Toechter, Frauen, Schwiegersoehne, Schwiegertoechter? Er sollte sie ueberall dort einsetzen, wo sie ihr Geschaeft der Selbstbereicherung verstehen, so wie es der Trump vormacht. Kann nur gut gehen, siehe Trumps Behauptungen ueber seine suber-extra-tolle Wirtschaft;-)
mfG Beat

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w.diverso 06.07.2019, 11:53
17. Organisierte Finanzkriminalität?

Zitat von sentinel79
Keiner kann 100% sagen wie sich das auswirkt und zu welchem Ergebnis das führt. 24% Zinsen sind auch sehr hoch, womöglich wollte der abgesetzte Chef die Zinsen nochmal erhöhen, und warum er so stur die Zinsen nicht senken wollte steht nicht im Bericht. Ich hoffe das führt zu ein bisschen mehr Stabilität und alles wird besser, bei 20% und mehr Zinsen holt sich doch niemand Geld, nur die Geier wie die Zentralbank sind scharf darauf Geld zu verleihen, das hat ja schon organisierte Kriminalität Zustände bei 24%,würde mich nicht wundern wenn da wieder irgendwelche ausländischen Banken wie Standart&Poor, Deutsche Bank oder Stanley Morgan dahinter stecken und die Dollarzeichen in den Augen haben, und der Ex Finanzchef bekommt auch sein Teil vom Kuchen.
Ja, so wie damals in Griechenland. Da haben die griechischen Politiker Geld welches sie nicht hatten in der Bevölkerung verteilt, sich dann im Ausland das fehlende Geld geliehen, und was war dann? Bei den Naiven waren natürlich nicht die Politiker schuld, sondern die böse, böse Finanzmafia. Jetzt wird diese Theorie bei der Türkei scheinbar wieder verwendet. Der Notenbanker hat ja nicht aus Jux und Tollerer die Zinsen so erhöht, sondern damit versucht den Geldabfluss zu verhindern. Da Erdogan sehr viel auf Pump hat machen lassen, haben die internationalen Banken langsam Sorgen, ob das Geld jemals zurückgezahlt werden wird und deswegen ihr Geld abgezogen. Bei möglichen hohen Zinsen könnten risikobereite Geldgeber da mitspielen. Es wird bei Geldgeschäften sicher manchmal unsauber gearbeitet, aber der Großteil lauft schon nach logischen Regeln ab.

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mimas101 06.07.2019, 11:56
18.

Zitat von HanzWachner
...wenn ihnen eine Personalie, auch in gehobener Position, nicht passt. Erdogan, aber auch Trump in den USA, wollen direkten Zugriff auf die Währung, um nach ihren persönlichen Interessen damit jonglieren zu können. Währungs-, wirtschafts- und handelspolitisch ein Albtraum, der sich irgendwann böse rächen wird.
Die Deutsche Bundesbank hatte nur einmal zusammen mit der Bundesregierung für einige Monate die Geldpolitik koordiniert und ansonsten strikt regierungsfern gehandelt.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Ein mehr oder minder disziplinierter Bundeshaushalt samt einer der stabilsten Währungen die es jemals gab.

Allerdings lasen sich heute die Notenbanken mehr und mehr von der Politik unter Zugzwang setzen was auf längere Sicht für die Masse der Geldbenutzer zu einem Desaster führen muß und auch die Haushaltsdisziplinen der Staaten ad absurdum führt.
Erdogan finanziert seine Wiederwahlen ab sofort mittels der Gelddruckerei, bei Trumps Begehrlichkeiten sieht es kaum anders aus wenn er auch seinen Notenbänker nicht so einfach loswerden kann wie unter Erdogan. Draghi selbst finanziert undisziplinerbare Südstaaten bzw Wirtschaftswunder wie in Spanien über die Notenpresse.

Das Ergebnis wird sein: Saugt die Börse nicht das ganze Inflationsgeld komplett auf dann haben wir hier sofort eine Hyperinflation a la Weimar, Venezuela oder Simbabwe.
Die Türkei dürfte das dann komplett politisch und wirtschaftlich destabilisieren, die USA und die brüsseler EWG weniger aber dafür wird die Wirtschaft komplett abschmieren.

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syracusa 06.07.2019, 12:02
19.

Zitat von der_beste
Wenn es um die Türkei geht, sind es immer wieder Personen, die namentlich nicht genannt werden möchten. Anschließend kommt eine Aussage, die dem der von Popp auf Punkt und Komma übereinstimmt. Wenn das Wachstum um 2.6 Punkte sinkt und es Rezension heißt, dann war das Wachstum vorher ebenfalls 2.6. In der Türkei war dies höher. Wenn es um andere Länder geht, dann heißt es bei einer Änderung von plus 0.1, es ist Wachstum.
Aus lauter nationalistischem Überschwang sind Sie da wohl ein wenig durcheinander gekommen. Nein, nicht das Wachstum des türkischen BIP ist um 2,6 Punkte zurück gegangen, sondern das BIP selbst ist um 2,6% gesunken. Und ja: wenn woanders das BIP um 0,1% wächst, dann ist das Wachstum

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