Forum: Wirtschaft
Streit um Altersvorsorge: IG Metall fordert deutliche Rentenzuwächse
DPA

Wie geht es weiter mit der Rente? Kurz bevor die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Arbeit aufnimmt, stellt die IG Metall klare Forderungen.

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klausbrause 03.05.2018, 11:02
10.

Zitat von klausbrause
Und wer soll das bezahlen? Und keiner denkt an die Kinder. Und die Beamten.
Versprochen. Nächstes Mal schreibe ich gaaaaaaaanz deutlich dazu, wenn ich einen Scherz mache.
Oder anders: Es sollten bzw. sind die Standardfloskeln, mit denen hier im Forum bisher jede Rentendiskussion bestritten wurde.)

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Spr. 03.05.2018, 11:15
11. Immer wieder die gleiche Augenwischerei!

Immer wird als naturgegeben vorausgesetzt, dass an dem heutigen System der gesetzlichen Rentenversicherung, in das nur Arbeitnehmer bis zu einer festgesetzten Einkommensgrenze einzahlen, nichts geändert werden kann. Das ist eine Lüge, mit der diejenigen ihre Pfründe schützen wollen, die mehr als die Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Zu denen gehören auch sämtliche "Experten" und "Rentenforscher". Natürlich auch die Gewerkschaftsbosse, weshalb von dieser Seite erst sehr spät und eher halbherzig eine Forderung nach einer Erhöhung des Rentenniveaus kommt.

Tatsächlich wäre es überhaupt kein Problem, von jeglichem Einkommen - also auch von Kapitaleinkünften - Rentenbeiträge zu verlangen. Ohne Beitragsbemessungsgrenze, dafür aber mit einer Mindestrente sowie einer Höchstrente. Ja, dann müssten einige Gutverdiener mehr einzahlen, als sie herausbekommen können. Dafür müssen dann die Steuern nicht erhöht werden, um Millionen von Armutsrentnern die Grundsicherung zu bezahlen. Mit der Mindestrente können die nämlich alle von ihrer Rente leben, wenn auch bescheiden. Davon profitieren dann auch die Geizigen.

Gleichzeitig könnten dann die Beiträge für die aktiven Generationen gesenkt werden, so dass auch an dieser Stelle eine dann für alle spürbare Entlastung erfolgt. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass unsere gesetzliche Rentenversicherung gerade wegen ihrem Umlagesystem die einzige sicherte Rente ist.

Bei einer privaten Altersvorsorge kann man sich dagegen nie sicher sein, dass diese zum Renteneintritt noch existiert und falls ja noch eine Zusatzrente über der Lächerlichkeitsgrenze bringt. Die Apostel der privaten Altersvorsorge sollten mal all die Lebensversicherungs-Besitzer fragen. Oder diejenigen, die mit "schlaueren" Anlagen 2008 (nahezu) alles verloren haben.

Nicht zu vergessen unser (A-)Sozialstaat, der aufgrund ihres Alters vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Arbeitnehmern für das letzte Jahrzehnt vor ihrem Renteneintritt nach sehr kurzer Zeit vorrechnet, wie lange ihre Altersvorsorge ohne staatliche Alimentierung zu reichen hat, um davon auf Hartz IV-Niveau den Lebensunterhalt zu bestreiten. Weil dann auch für ein Jahrzehnt die Beiträge zur Rentenversicherung fehlen, wird da so mancher nach Aufbrauchen seiner Altersvorsorge von Hartz IV umgehend in die Grundrente auf gleichem Niveau fallen.

Für die selbsternannten, stolzen Hardliner: Die aktiven Generationen haben schon immer und werden auch in Zukunft immer sowohl die Jungen als auch die Alten mitfinanzieren, egal in welcher Form. Anders geht es nicht! Auch die empathielosen Egoisten kommen nicht daran vorbei!

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selbst_denkend 03.05.2018, 11:31
12. Mehr Rente? - Aber klar doch!

Zunächst: Ich gönne jedem Rentner eine höhere Rente. Gerade den RenterInnen am Existenzminimum gönne ich nach einem arbeitsreichen Beitragszahlerdasein eine deutliche Erhöhung.
Allerdings: Auch ich zahle seit Jahren Höchstsätze, von denen ich bereits heute absehen kann, dass sich diese für mich niemals auszahlen werden.
Ich habe das System der Solidargemeinschaft, des Generationsvertrages durchaus verstanden, allerdings frage ich mich immer mehr, wie man bei unserem (Renten)System überhaupt noch von einer Gemeinschaft sprechen kann!
Das aktuelle System berücksichtigt weder Beamte (Oh welch Glück massgeblich an der Legislative beteiligt zu sein! Ein Schelm ist wer böses dabei denkt!), noch Selbstständige und schon gar nicht unsere hoch geschätzten PolitikerInnen (s. Anmerkung zu Beamten). Nur Arbeiter und Angestellte sind gezwungen(!) in die Rentenkassen einzuzahlen. Wie kann man vor diesem Fakt überhaupt noch von einer Solidargemeinschaft sprechen? Das ist vielmehr eine 2 Klassen Gesellschaft.

Wenn wir unser Renten-/ Pensionssystem nicht endlich grundlegend(!) verändern, die Gruppe der Beitragszahler vergrößern und tatsächlich eine Solidargemeinschaft erzeugen, sehe ich die Unzufriedenheit der Arbeiter und Angestellten berechtigter Weise soweit anschwellen, dass extreme Parteien und Populisten am rechten, wie linken Rand unserer Gesellschaft weiteren Zulauf erhalten werden. - Was sich in einer weiteren und beschleunigten Spaltung unserer Gesellschaft äußern wird.

Hier wären meiner Meinung nach die Gewerkschaften gefragt entsprechende Änderungen in der Politik anzumahnen und einzufordern! Die bloße Forderung nach höheren Renten ist nichts weiter als der krampfhafte Versuch die (älteren) Gewerkschaftsmitglieder bei der Stange zu halten.

Politiker: Gestaltet! Diskutiert nicht darüber, ob ich im eigenen Auto rauchen darf, oder nicht, oder darüber, ob Computerspiele als ‚Sport‘ angesehen werden und gefördert werden sollen. Sorgt endlich dafür, dass das Thema Datenschutz an unser digitales Zeitalter angepasst wird und schützt unser Recht auf Privatsphäre entsprechend!
Investiert in Ausbildung und die Förderung zukunftsträchtiger Technologien die den Bestand und die Bedeutung für den Industrie-/ Wissensstandort Deutschland erhalten und nicht in unnötige (Regional)Flughäfen ... Vielleicht klappt es dann auch wieder mehr Mitbürger an die Wahlurnen zu bringen.
Gebt uns endlich ALTERNATIVEN, ohne populistische, oder extremistische Tendenzen!
Und fangt ‚verdammt noch mal‘ endlich an Euren Job zu machen! ‚Rente‘ ist hier nur ein Thema von vielen Themen die dringend angefasst werden müssen!

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juergenwolfgang 03.05.2018, 11:32
13. Rente und die Allwissenden

Die Geburtenstarke Jahrgänge 1958 - 1965 werden irgend wann mal wegsterben. Ich selbst bin 1962 geboren. Wir haben nun 2018 + 25 Jahre die ich hoffentlich noch habe. Dann so um 2035 - 2040 wird sich die Lange wieder entspannen. Da sind 70% weggestorben.
Diesen Berg muss die Rentenversicherung überwinden.
Dann kommen geburtenschwache Jahrgänge.
Ich sehe nicht ein das ich bis 70 oder 71 arbeiten soll. Beamte gehen mit 60+ in Pension und beziehen Pensionen wovon ein Rentner nur träumen kann oder 100 Jahre einzahlen müsste. Bemessungsgrundlage ist das Gehalt der letzten 18 Monate. Ein Rentner wird nach Rentenpunkten veranlagt welche über sein gesamtes Arbeitsleben angesammelt werden.
Ich z.B. habe mit 15 angefangen mit meiner Lehre und nun knapp 41 Jahre gearbeitet. Mir reicht es eigentlich jetzt schon. Wenn ich daran denke bis 66,7 zu arbeiten und dann auch noch am um meine Rente betteln soll....
Diese sogenannten Besserwisser sollen erst mal was arbeiten, nicht bis 35 studieren und dann dem Arbeiter vorschreiben wie lange dieser arbeiten soll.
Die Gesellschaft spaltet sich immer mehr.
Dieser immer wieder als Grund vorgeschobene demographische Wandel (= für mich gleich Märchen) wird vorgeschoben.

Und warum können unsere viele Gäste nicht auch irgend wann mal einzahlen? Wir haben doch bald lauter Fachkräfte die voll im Saft stehen und noch jung sind, die zahlen dann natürlich auch Rentenbeiträge, oder etwa nicht?

Und was ist wenn ein Selbstständiger, der nie in die Rentenkasse eingezahlt hat, nun Grundsicherung braucht, weil er alles verzockt oder verbraucht hat? Wer zahlt das?

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Nordstadtbewohner 03.05.2018, 11:42
14. Dagegen

Warum sollten Selbstständige die Rentenempfänger der gesetzlichen Rentenversicherung subventionieren? Ich zum Beispiel unterliege nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht, werde dafür aber auch später mal keine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Jeder Mensch kann so wie ich selbst für das Alter vorsorgen. Das tun viele Menschen weltweit auch. Der Gedanke "Alle müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen!" kommt doch vor allem von jenen, die sich davon selbst höhere Renten erhoffen. Sprich, dass Gutverdiener und beruflich erfolgreiche Menschen deren Lebensabend finanzieren. Das ist nicht solidarisch, sondern ein Rentnerdasein auf Kosten anderer.

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juergenwolfgang 03.05.2018, 11:54
15.

Zitat von Nordstadtbewohner
Warum sollten Selbstständige die Rentenempfänger der gesetzlichen Rentenversicherung subventionieren? Ich zum Beispiel unterliege nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht, werde dafür aber auch später mal keine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Jeder Mensch kann so wie ich selbst für das Alter vorsorgen. Das tun viele Menschen weltweit auch. Der Gedanke "Alle müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen!" kommt doch vor allem von jenen, die sich davon selbst höhere Renten erhoffen. Sprich, dass Gutverdiener und beruflich erfolgreiche Menschen deren Lebensabend finanzieren. Das ist nicht solidarisch, sondern ein Rentnerdasein auf Kosten anderer.
Und was wenn sie insolvent werden? Nichts mehr besitzen oder ihre Rücklagen verbraucht sind? Wer zahlt dann für Sie?
Der Steuerzahler??
Oder HartzIV? Grundsicherung?

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Aquifex 03.05.2018, 12:09
16.

Zitat von Spr.
Tatsächlich wäre es überhaupt kein Problem, von jeglichem Einkommen - also auch von Kapitaleinkünften - Rentenbeiträge zu verlangen. Ohne Beitragsbemessungsgrenze, dafür aber mit einer Mindestrente sowie einer Höchstrente. Ja, dann müssten einige Gutverdiener mehr einzahlen, als sie herausbekommen können. Dafür müssen dann die Steuern nicht erhöht werden, um Millionen von Armutsrentnern die Grundsicherung zu bezahlen. Mit der Mindestrente können die nämlich alle von ihrer Rente leben, wenn auch bescheiden. Davon profitieren dann auch die Geizigen.
Natürlich ist das ein Problem und das aus zwei Gründen: Zum einen ist die Rentenversicherung eine Versicherung, die durch das Grundgesetz geschützt ist. Das heißt, einer Einzahlung muß eine entsprechende Auszahlung gegenüber stehen. Wenn Sie das ändern wollen, müssen Sie das Grundgesetz ändern.
Zweitens ist es ein Verstoß gegen die Gleichbehandlung. Was Sie wollen ist daß die, die wenig oder auch gar nichts einzahlen, (sehr) viel rausbekommen, und die, die (sehr) viel einzahlen, riesige Verluste hinnehmen müssen - bei jetzt schon Abgaben in Höhe von 50% des Einkommens. Sie dürfen ruhig auch mal anerkenne, daß Gut- und Besserverdiener ihr Geld nicht stehlen, sondern einen soliden Gegenwert dafür anbieten. Über der Beitragsbemessungsrenze liegen wohlgemerkt schon Ingenieure und Automobil-Facharbeiter, die mit ihren Jobs im wertschöpfenden Gewerbe den Sozialstaat jetzt schon tragen. Sollte sowas kommen, bin auch ich weg aus Deutschland.

Im Übrigen, das Rentensystem in Österreich ist hoch defizitär und wird den Nachbarn in den nächsten Jahren um die Ohren fliegen.

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pelemele 03.05.2018, 12:10
17. Es könnte so einfach sein

Solange Besserverdienende (und natürlich auch viele Beamte) in der Gegenwart viel verdienen, deshalb mehr Rente bekommen und gleichzeitig auch noch gut privat vorsorgen können, bleibt für alle andern Berufsgruppen, die weniger verdienen trotz viel Arbeit und Engagement (Erzieher, Bäcker, Friseur, Paketdienst, sozialer Sektor...) eben wenig über - heute, morgen, übermorgen. Rente muss sich auf die Arbeitszeit inklusive Kinderbetreuungs-/erziehungszeiten und niemals mehr auf den Verdienst. Dann wäre für alle genug da, wenn dann das Rentenalter erreicht ist.

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olli0816 03.05.2018, 12:18
18. Riester / Rürup abschaffen

Und dafür Konten wie in UK und USA einführen, worauf der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber einzahlen und das geld langfristig investiert wird. Die normale gesetzliche so ausstatten, dass ein Mindestbetrag (z.B. 1.000 EURO) ausgezahlt wird und der Rest läuft über diese Konten. Der wesentliche Vorteil ist, dass sich Politiker nicht auf Kosten der Renteneinzahler profilieren können und sachfremde Leistungen wie z.B. Mütterrente oder Rente mit 63 aus Wahlkampfzwecken einführen können. Wenn solche Geschenke gemacht werden, dann direkt aus den Steuergeldern.

Die Konten in der Ansparphase steuerfrei stellen. Danach bei Auszahlung ab 65 fallen wie bei den Renten die üblichen Steuern und Sozialversicherungen an. Wie in den USA können dann für das Geld auf den Konten ETFs mit unterschiedlichen Anlagearten (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien) oder z.B. andere Wertpapiere wie direkt Aktien, wer das möchte, langfristig angespart werden. Es sollte eine Pflicht eingeführt werden, dass neben einen geringen gesetzlichen Rentenbeitrag für die Mindestrente zusätzlich zwangsweise 10% vom Bruttolohn auf das Rentenansparkonto gezahlt wird. Das macht Australien inzwischen so. Diese Konten sind unpfändbar und man kommt nicht vor 65 an das Geld ran. Das Geld ist Eigentum des Inhaber des Kontos und kann normal weiter vererbt werden. Das heißt, nichts verfällt. Damit bekäme man den demografischen Horror in den Griff.

Alle, die nicht arbeiten wollen oder können, bekommen die Mindestrente von 1.000 EURO, mehr aber nicht. Alle anderen haben eine Kombination aus Mindestrente und dem Geld des Ansparkontos. Kann man ohne Probleme auch für Selbstständige und Beamte einführen und würde zu einer wesentlichen Vereinfachung des Rentensystems führen. Ich bin selbstständig und bräuchte persönlich zwar das System nicht, aber es gibt viele Selbstständige, die sehr wenig verdienen und im Alter dann auf die Mindestrente kämen plus Geld, was sie auf den Konten trotz schlechtem Verdienst eingezahlt haben. Der Schwachpunkt an allen Sozialversicherungen ist die Demographie. Das System muss deshalb geändert werden. Einfach nur von den Jungen zu verlangen, sie sollen mal eben mehrere Milliarden locker machen ist bei der heutigen Abgabenlast zu billig. Ein 20jähriger ist kein Sklave der Rentner, der auf einen nichterfüllbaren Generationenvertrag sein ganzes Geld weggeben soll. Diese Anspruchshaltung uist nur absurd. Das schreibe ich als 51jähriger.

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hannesmann 03.05.2018, 12:21
19.

Zitat von Nordstadtbewohner
Warum sollten Selbstständige die Rentenempfänger der gesetzlichen Rentenversicherung subventionieren? Ich zum Beispiel unterliege nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht, werde dafür aber auch später mal keine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Jeder Mensch kann so wie ich selbst für das Alter vorsorgen. Das tun viele Menschen weltweit auch. Der Gedanke "Alle müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen!" kommt doch vor allem von jenen, die sich davon selbst höhere Renten erhoffen. Sprich, dass Gutverdiener und beruflich erfolgreiche Menschen deren Lebensabend finanzieren. Das ist nicht solidarisch, sondern ein Rentnerdasein auf Kosten anderer.
Was ist eigentlich mit der Rente für Ihre Eltern? Wer zahlt die denn? Die normalen Arbeitnehmer schultern doch auch die Rentenzahlungen für die Eltern der Selbstständigen die selbst privat, oftmals steuerbegünstigt, vorsorgen können, und deren angespartes Vermögen, sofern es im Todesfall noch nicht aufgebraucht ist, weiter vererbt wird. So entstehen dann private Vermögen über Generationen.

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