Forum: Wirtschaft
Streit um Ausnahmen: Union und SPD weichen Mindestlohn-Gesetz auf
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Im Streit um den Mindestlohn zeichnet sich ein Kompromiss ab. Vertreter von Union und SPD haben sich auf Ausnahmen geeinigt - etwa für Zeitungsboten, Erntehelfer und Praktikanten.

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naklar? 28.06.2014, 17:15
210. Als wenn der Mindestlohn von 8,50€ etwas ändert ...

... an der Verarmung breiter Massen der Bevölkerung. Gerade die Betroffenen brauchen oft ein Auto, da Sie meistens einer hyperflexiblen Anstellung nachgehen.
Sie flüchten deshalb oft in die Großstädte, wo die Miet- und Nebenkosten Ihnen gehörig zusetzen. Außer Flat-TV und Billig-Fett von Aldi und Lidl bleibt den modernen Arbeitssklaven nicht mehr viel um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

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wauz 28.06.2014, 18:28
211. Toller Rat

Zitat von Berg
Nein, keine Fragen, mir bereitet das überhaupt keine Probleme. Ich rate jedem, sich aus einem ungelernten und/oder niedrigbezahlten Tätigkeit in einen gutbezahlten Beruf zu qualifizieren/ zu entwckeln. Gelegenheitsarbeiten bleiben zeitweilige Arbeiten. Und "lächerlich" ist es höchstens, sich gegen die Entwicklung Europas/Deutschlands zu stemmen und zu verlangen, dass irgendjemand für jeden Handgriff hohe Löhne zahlt.
Wie qualifizieren? Sie stellen sich das ganz einfach vor. Für das Arbeitsamt/Jobcenter geht Vermittlung vor Qualifizierung. Das heißt: Zeitarbeit, ohne jede Chance, jemals da heraus zu kommen, wenn nicht irgendein medizinischer Grund eine REHA erzwingt. Mit ein paar Volkshochschulkursen kann sich nämlich heutzutage niemand mehr "qualifizieren". Und wer mit Mitte/Ende 40 noch ein Studium anfängt (oder gar noch später) wird bei Personalabteilungen nur heftiges Gelächter hervorrufen, wenn er denn das Studium tatsächlich "berufsbegleitend" macht. Arbeitslose dürfen nämlich nicht studieren. (...dem Arbeitsmarkt zur Verfügungung stehen...) Alles klar?

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achim j. 29.06.2014, 11:34
212. Nein

Zitat von b.oreilly
na sie haben es wenigstens erkannt. Andere sagen ja hier im Forum nunmehr seit Jahren den Umsturz voraus. Man muss einfach erkennen, dass es den Menschen in unserem Land gut geht, auch ohne Mindestlohngesetz.
Im Schnitt geht es den Menschen gut, aber vielen eben nicht. Und daran könnte ein Mindestlohn wenigstens ein wenig ändern.

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achim j. 29.06.2014, 11:41
213. eigenartige Auffassung

Zitat von Quantus
auszunehmen war wohl mehr aus der Not geboren. Ich finde die Ausnahme dennoch richtig, sonst hätten wir nächstes Jahr nach offiziellen Zahlen 0 angemeldete Helfer - obwohl die Felder voll von Polen sind.
Das erinnert mich sehr an das Argument, keine Verkehrschilder aufzustellen, weil sich ja doch keiner dran hält.
Wenn die Felder voller Polen sind, und 0 angemeldet, macht man dem Spargelbauern seinen Betrieb zu. So einfach ist das!

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john.do 29.06.2014, 12:35
214. Blödsinn

Zitat von Berg
Nein, keine Fragen, mir bereitet das überhaupt keine Probleme. Gelegenheitsarbeiten bleiben zeitweilige Arbeiten. Und "lächerlich" ist es höchstens, sich gegen die Entwicklung Europas/Deutschlands zu stemmen und zu verlangen, dass irgendjemand für jeden Handgriff hohe Löhne zahlt.
Nun, Herr Berg, ich weiß nicht worin ihre Qualifikation so besteht, aber in der Logik kann es nicht sein.
Man nehme nur mal kurz an "Jeder" würde ihrem Rat folgen.
Vermutlich werden sie erst wenn "Jeder" Professor ist bemerken, dass dann immer noch "Jemand" gebraucht wird, der so niedrig bezahlte und kaum anerkannte Tätigkeiten wie putzen, Hintern abwischen, die Ernte einbringen auch ausführt.
Ihre hochgebildeten Professoren werden das dann wohl selber machen müssen.

"Lächerlich" ist allenfalls, dass gesamtvolkswirtschaftlich gesehen so sinnlose Tätigkeiten wie Investmentbanker oder Werbefachmann hoch bezahlt werden, während sie Menschen, die unverzichtbare Tätigkeiten in der Landwirtschaft, in der Pflege anderer Menschen oder eben in der Reinigungsbranche, das Recht absprechen, für ihre Arbeit einen Lohn zu erhalten, von dem sie würdevoll leben können.

Aber vermutlich muss man studiert haben, um sich so weit von der Realität zu lösen.

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Tolotos 29.06.2014, 13:14
215. Marktkonforme Demokrartie: NSA statt Mindestlohn

Zitat von sysop
Im Streit um den Mindestlohn zeichnet sich ein Kompromiss ab. Vertreter von Union und SPD haben sich auf Ausnahmen geeinigt - etwa für Zeitungsboten, Erntehelfer und Praktikanten.
Wozu brauchen wir einen Mindestlohn? Den NSA haben haben wir doch schon, und wenn die Populisten überhand nehmen kriegen wir doch auch noch ein paar Straflager gegen uneinsichige Protestierer hin.

Zur Not kann man die dann ja auch noch auf die Erntefelder schicken!

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Berg 29.06.2014, 13:40
216.

Zitat von john.do
Nun, Herr Berg, ich weiß nicht worin ihre Qualifikation so besteht, aber in der Logik kann es nicht sein. Man nehme nur mal kurz an "Jeder" würde ihrem Rat folgen. Vermutlich werden sie erst wenn "Jeder" Professor ist bemerken, dass dann immer noch "Jemand" gebraucht wird, der so niedrig bezahlte und kaum anerkannte Tätigkeiten wie putzen, Hintern abwischen, die Ernte einbringen auch ausführt. Ihre hochgebildeten Professoren werden das dann wohl selber machen müssen. "Lächerlich" ist allenfalls, dass gesamtvolkswirtschaftlich gesehen so sinnlose Tätigkeiten wie Investmentbanker oder Werbefachmann hoch bezahlt werden, während sie Menschen, die unverzichtbare Tätigkeiten in der Landwirtschaft, in der Pflege anderer Menschen oder eben in der Reinigungsbranche, das Recht absprechen, für ihre Arbeit einen Lohn zu erhalten, von dem sie würdevoll leben können. Aber vermutlich muss man studiert haben, um sich so weit von der Realität zu lösen.
Um mich machen Sie sich mal keine Sorgen. Berg ist vom Problem überhaupt nicht betroffen.

Ja, es wäre schön, wenn alle ordentliche Berufsausbildungen hätten. Haben aber nicht alle. Das hat mit meiner und Ihrer Qualifikation gar nichts zu tun.

Und eine Forderung, von jeder beliebige Beschäftigung "würdevoll leben" zu können, habe ich in meinen Lehrjahren nichts gehört. "Würdevoll" lebt man mit gediegenden beruflichen Fähigkeiten.

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naklar? 29.06.2014, 16:23
217. Hochmut kommt stets vorm Fall, oder sollte ich sagen ...

Zitat von Berg
Um mich machen Sie sich mal keine Sorgen. Berg ist vom Problem überhaupt nicht betroffen. Ja, es wäre schön, wenn alle ordentliche Berufsausbildungen hätten. Haben aber nicht alle. Das hat mit meiner und Ihrer Qualifikation gar nichts zu tun. Und eine Forderung, von jeder beliebige Beschäftigung "würdevoll leben" zu können, habe ich in meinen Lehrjahren nichts gehört. "Würdevoll" lebt man mit gediegenden beruflichen Fähigkeiten.
... vorm Umsturz. Wenn die Armut erst einmal an den Zäunen rüttelt, dann kann es verdammt ungemütlich werden. Denn im Grunde ist immer alles im Verhältnis zu sehen. Unsere Armut hier ist nun einmal nicht mit der in Indien gleichzusetzen. Noch hat das bestehende System die Rückendeckung durch Wahlen. Mal schauen, welche Rückendeckung das System liefert, wenn sich die Wählerstimmen verschieben. Die Regenten müssen schon verdammt blöde sein, wenn die darauf hoffen, daß die Bürger auf Dauer nicht merken, wie der Hase wirklich läuft. Die einfachen Bürger merken nämlich die Realität spätestens, wenn das Bankkonto weit vor dem Monatsende leer ist. Und Bildung hebt allenfalls das Bildungsniveau; bei den meisten aber nicht das Gehalt.

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kizmiaz77 29.06.2014, 17:03
218. Entscheidung verschoben

Bin mal gespannt auf den Gesetztestext. Die endgültige Entscheidung wird dann wohl dem Bundesverfassungsgericht überlassen - die dann hoffentlich die Ausnahmen einkassieren wird.

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Herr Hold 29.06.2014, 18:17
219. Was denn nun

Zitat von Vex
Das spielt doch gar keine Rolle Fakt bleibt der Staat hat mehr Geld wenn er weniger aufstocken muss ob er nun Steuern senkt oder mehr Schulden abbezahlt es ist effektiv eine Entlastung aller Steuerzahler. Die höheren Preise halte ich für kaum merklich denn nur ein sehr geringer Anteil verdient unter 8,50. Meist ist es der Dienstleistungssektor und oft sind es Arbeiten die man selbst erledigen kann oder Produkte die eigentlich viel zu billig angeboten werden. Löhne unter 10 Euro sind im grunde staatlich subventionierte Arbeit nach dem üblichen Prinzip Gewinne zu privatisieren und Kosten in dem Fall Arbeitskraft zu verstaatlichen ....
Wenn es dich so wenig Leute sind, ist der Effekt für Wirtschaft und Staatsausgaben null. Was denn nun.

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