Forum: Wirtschaft
Streit um Elektromobil: Deutschlands naiver Glaube an den Autogott
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Seit Martin Schulz die Quote für Elektro-Autos fordert, poltern die deutschen Gralshüter: Der Staat könne doch nicht vorgeben, was ökonomisch richtig ist. Das regele schon der Markt. Wirklich?

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aussie12 18.08.2017, 16:29
70. nicht nur in Deutschland

wird ueber E-mobile laut nachgedacht. Sondern auch hier in Perth. Ja wenn es doch bloss endlich
ein EAuto fuer 20000 AUD geben wuerde mit 100 km Reichweite. Aufladen kann ich das ueber meine
6 Kw Solaranlage. Uebrigens die meisten Australier wohnen in den Staedten und fahren auch nicht mehr
wie 30 km eine Strecke zur Arbeit. Und viele haben Zweitautos die meist zu Hause rumstehen um Einkaufen oder die Kinder zur Schule bringen. Aber wenn die Deutschen solche Autos nicht bauen wollen ( die Australier auch nicht) dann werden wir wohl alle chinesiche Autos in 10 Jahren fahren.
Gruesse aus Perth

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K.Hexemer 18.08.2017, 16:31
71. Ach Herr Fricke...

wenn Sie jetzt noch erklären, was daran innovativ ist wenn man den Auspuff vom auto ins Kraftwerk verlegt??? Und nein, der Zufallsstrom aus Wind und Sonne wird es nicht richten! Schon gar nicht ohne Großkalibrige Speichermöglichkeiten. Heute bezahlen wir Geld dafür dass man uns den Zufalls-Strom bei guter Wind und Sonnenlage abnimmt weil sonst die Netzt kollabieren, und wenn Flaute und keine Sonne scheint importieren wir Atomstrom, wiederum, damit die Netzte nicht kollabieren! Darüber wie gut der Staat plant und die Wirtschaft lenkt will ich erst gar nicht räsonieren, an der erfolgreichen Wirtschaft der ehemaligen DDR knabbern wir noch heute... (Soli etc.)

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Kurt-C. Hose 18.08.2017, 16:32
72.

Zitat von dirk1962
Sehen wir uns die Niederlande oder Norwegen an dann stellen fest, dass auch dort die Infrastruktur nicht vom Himmel viel. Trotzdem sind dort E-Autos etabliert. Warum? Weil der Staat das so wollte. England und Frankreich haben eine Deadline für den Verbrenner definiert. In China sind unsere Autos - wenn überhaupt - bald nur noch zu verkaufen, wenn dort der Staat Gnade vor Recht ergehen läßt und den USA ist das Image Deutscher Autos nach dem Betrugs Desaster erst einmal ramponiert. Gleichzeitig stehen Anbieter aus Japan und China in den Startlöchern um Europa mit billigen E-Autos zu überschwemmen. Das ist die Ausgangslage. Was für realistische Möglichkeiten bleiben denn da noch? Ich denke, entweder unsere Industrie kann in spätestens 2 Jahren wettbewerbsfähige E-Autos zu vernünftigen Preisen anbieten, oder der Fahrzeugbau ist Tod in unserem Land. An dieser Stelle läßt Kodak Grüßen. Gestern noch Weltmarktführer und Heute insolvent. Der Markt wird das ganz sicher entscheiden. Allerdings auch ohne Deutsche Autobauer.
Nicht alles was hinkt, ist ein gutes Beispiel. Erstens ist Norwegen von seiner Siedlungsdichte her überhaupt nicht zu vergleichen, zweitens produziert Norwegen aus Wasserkraft so viel sauberen und überflüssigen Strom, dass ein Land, dass stellenweise sogar Straßen elektrisch heizt, kein Problem damit hat, auch noch Autos aufzuladen. Die Situation ist ein Deutschland einfach eine komplett andere.

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alfred.reich 18.08.2017, 16:36
73. Sind Kunden etwa blöd?

Was zum Thema "Diesel" sich die Autoindustrie erlaubt hat ist mehr als skandalös. Ebenfalls skandalös ist, wie sich Regierung, TÜV, ADAC, BMU und andere staatliche Prüf- und Kontrolleinrichtungen verhalten haben. Und wenn jetzt die Autoindustrie behauptet die Regierung könne nicht entscheiden was ökonomisch oder ökologisch ist, so kann ich nur den Kopf schütteln. Natürlich kann sie das. Das MUSS sie sogar.
Beispiel: In den 80-ér Jahren hat die Regierung verlangt, dass mit Frist und Pönale die deutschen Kraftwerke zu entsticken sind (NOX). Es gab ein Aufschrei der Kraftwerksbetreiber, dass dies theoretisch gar nicht machbar sei. Die guten Messergebnisse der Umrüstung wurden unter Verschluss (Stadtwerke München) gehalten, da ja nicht sein darf, was nicht sein soll. Ich war zu dieser Zeit Inbetriebnahmeingenieur eines Kraftwerksbaues und hab die Messungen selbst vorgenommen.
Die Autolobby ist noch wesentlich korrupter als die Energieversorger. Bereits 1986 haben mir Studenten der KfZ-Technik der FH-Köln Messergebnisse eines VW-Diesel auf dem Prüfstand gezeigt. Sämtliche Abgas- und Verbrauchswerte lagen deutlich über den Verkaufsprospekten von VW. VW hat verboten die Ergebnisse zu veröffentlichen ! Die wußte weshalb!
Mich verwundert, wie sich momentan Experten über das Ausmaß des Dieselskandals wundern. Man hätte es längst wissen können. Und ALLE Motorenbauer wußten es seit Jahrzehnten.
Mit kommt das Märchen "Des Kaisers Neue Kleider in den Sinn". Über Jahrzehnte haben die Automobilkonzerne, untereinander abgestimmt, Kunden und Regierung betrogen - vorsätzlich!
Für mich als Ingenieur ist es sowieso eine Schande, dass wir uns immer noch mit deiner 100 Jahren alten Antriebstechnik auf den Straßen bewegen.
Alfred Reich, M.Sc.; Dipl.Ing. 61 Jahre alt.

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Knacker54 18.08.2017, 16:37
74. Das falsche Konzept!

Das falsche Konzept ist das aktuelle Konzept vom Individualverkehr. Der nächste Fehler ist es, dieses Konzept auf die notwendigen alternativen Antriebe (die über kurz oder lang kommen MÜSSEN) 1:1 zu übertragen. Einige Foristen haben es hier schon angesprochen: Wir können nicht unsere Ballungsräume anstatt mit Verbrennern mit Batterieautos vollstellen - dann ist gar nichts gewonnen! Es braucht schon seit Langem alternative VERKEHrskonzepte: Ein optimaler und preiswerter ÖPNV, eine alternative Städteplanung (keine Trennung von Wohnen und Arbeit mehr!), viel bessere Bedingungen für den Fahrradverkehr, keine steuerlichen Anreize mehr für Firmen- und Diensfahrzeuge usw. usf. Güter gehören auf die Binnenschiffe und auf die Schiene! Solange wir diese Maßnahmen nicht konsequent verfolgen, werden uns auch noch so tolle Stromer nicht vor dem Verkehrskollaps bewahren können! Das "Versagen" der Deutschen Autobauer kann sich somit noch - ganz aus Versehen und aus Tranigkeit - als Segen herausstellen!

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schwaebischehausfrau 18.08.2017, 16:38
75. @CancunMM: Norwegen...

Zitat von CancunMM
haben Sie mal gesehen was Norwegen für eine Rate an Ein- bzw. Zweifamilienhäuser hat? Liegt so um die 80 %. Klar da kann jeder eine eigene Ladesäule haben. Stelle mir gerade vor wie in Berlin-Neukölln in einer typischen Strasse mit Mehrfamilienhäusern dann Abends das Hauen und Stechen los geht um sein Auto aufzutanken. Ich würde sofort ein E-Auto kaufen, wenn ich wüsste ich könnte es jederzeit aufladen, aber bis jetzt habe ich auch nicht nur Ansatzweise einen Vorschlag dazu gehört.
Und Norwegen ist vor allem eines der reichsten Länder der Welt, das sich Milliarden-Subventionen leichter leisten kann wie die meisten anderen bis zur Halskrause verschuldeten EU-Staaten. Und die Subventionen in Norwegen sind GIGANTISCH und liegen bei deutlich über 10.000 Euro pro E-Auto. Ein Elektro-Golf wird dadurch in der Anschaffung knapp 9.000 Euro billiger als der Kauf eines normalen Golf. Klar, dass dann der E-Auto-Verkauf boomt. Und weil für E-Autos von Autobahngebühren befreit sind, kommunale Parkplätze gratis sind, Fähren gratis sind, man an vielen Ladesäulen gratis laden kann, spart man an Betriebskosten nochmal ein paar tausend Euro im Jahr gegenüber einem Verbrenner. Und am besten: Man darf die Bus-Spuren nach Oslo rein nutzen - die sind nun dummerweise oft durch E-Autos verstopft (aber die meist weniger begüterten Bus-Passagiere müssen das eben ertragen.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Staatliche-Foerderung-sorgt-fuer-Elektroauto-Boom-in-Norwegen-2786819.html

Selbst das reiche Norwegen kann sich diese gigantischen Subventionen nicht mehr lange leisten. Und jeder weiß, dass der E-Auto-Absatz in Norwegen sofort einbrechen würde ohne diese Subventionen. "Norwegen" und "Kalifornien" sind eine schöne Story , aber auf fast alle anderen Länder der Erde NICHT übertragbar.

P.S. Das in 2017 bisher am meisten verkaufte E-Auto-Modell in Norwegen war nicht eines der "Wunderautos" von Tesla, sondern der BMW i3. Gefolgt von dem VW eGolf und dem Nissan Leaf. Das nur zum Thema: "Die deutschen Autobauer" haben's eh nicht drauf.", wie von vielen Foristen ja behauptet wird.

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dirk1962 18.08.2017, 16:38
76. @51 Das kann ich bestätigen

Ich fahre seit einiger Zeit einen Toyota Hybrid. Vorher habe ich Deutsche und Französische Fahrzeuge gefahren. Die Zuverlässigkeit, niedrige Sprit- und Wartungskosten kenne ich von meinem anderen Fahrzeug. Allerdings wird sicher viele stören, dass er keine 200 km/h schnell ist. Da ich aber erstens im Ruhrgebiet eh nicht schnell fahren kann und das Auto auch nicht als Potenzverstärker betrachte, sondern als Gebrauchsgegenstand lebe ich sehr gut damit.

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hellerim 18.08.2017, 16:39
77. Top-Leute aus der Wirtschaft schon, aber...

...bitte nicht aus den Top-Etagen! Es geht hier ja ganz sicher vor allem um Technologiefolgen-Abschätzung. Top-Etagenbewohner interessieren Technologiefolgen nur in soweit, wie sie ihren Markt bedrohen oder sichern können. Gesellschaftspolitik und Umweltschutz spielen da wohl eher eine sehr untergeordnete Rolle.
Und wie bitte erkennen Sie die Top-Leute in den Undertop-Etagen? Sind das die, die mit ihren tollen Ideen gescheitert sind, weil sie sie in den Top-Etagen nicht durchsetzen konnten? Solchen Leuten haftet ja wohl in unserer Realität eher ein Makel an - leider.
Ich bin gespannt, wie Sie nach solchen Leuten suchen würden. Dabei halte ich Ihre Idee ja gar nicht so falsch. Vielleicht wird es ja interessanter, wenn ein Ministerium für Technologiefolgen-Abschätzung und Zukunftsentwicklung Fördermittel vergeben könnte - im Gegenzug maßgeblichen Einfluss in geförderten Projekten? Klar auch, dass Patente aus solchen Projekten nicht zwangsläufig den beteiligten Unternehmen zugeschlagen werden, sondern in eine Art Open-Source-Modell überführt werden müssen. Interessanterweise funktioniert so etwas auch ohne Ministerium im Software-Bereich heute schon erstaunlich gut. (Weshalb meine persönliche Einstellung zu manchen Unternehmen wie Google, Facebook,IBM und vielen anderen ziemlich gespalten ist.)
Im Automobil-Bereich scheint die Entwicklung allerdings eher in Richtung Amazonisierung zu laufen. Der Kunde wählt sich sein höchst individuelles Modell aus, und am nächsten Tag steht es vor seiner Haustür. Für die "Hersteller" geht es im Wesentlichen um Präsenz, Lieferketten-Optimierung und Optimierung der Assemblierungsprozesse. Entwicklung findet immer mehr woanders statt. Da bleibt nicht viel Platz für Visionen.

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passionsblume 18.08.2017, 16:40
78. "Das regelt der Markt"

Der Markt, das sind die jetzigen Bosse, die sich noch kräftig die Taschen füllen wollen und die denken: nach mir die Sintflut. Die Sintflut wird dann so aussehen, dass die deutsche Automobilindustrie untergeht und Autos in 10 Jahren aus China kommen.

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dulcineadeltoboso 18.08.2017, 16:40
79. Ein bisschen wirr, oder?

Sie schreiben doch selbst, dass Druck vom Markt, konkret Tesla, ausgeübt wird. Ich würde sogar behaupten, dass dies der aktuell überwältigende Treiber für die Elektromobilität ist. Was Merkel, Schulz oder Dobrindt dazu sagen, ist verglichen mit diesem Druck vollkommen irrelevant. Oder steckt Merkel etwa hinter Tesla? Ich würd mich ja nicht wundern...

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