Forum: Wirtschaft
Streit um Haushaltsüberschuss: SPD wirft Schäuble "Tilgungs-Fetisch" vor
AFP

Der Bund hat 2016 mit einem Überschuss von 6,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Kann man das Geld investieren oder gar Steuerzahler entlasten? Finanzminister Schäuble winkt ab, er will lieber Schulden tilgen. Die SPD ätzt.

Seite 11 von 30
muellerthomas 12.01.2017, 14:00
100.

Zitat von chinawoman
Jedem Privatmann rät man bei niedrigen Zinsen zu tilgen.
Wer rät das? Eher das Gegenteil.

Beitrag melden
santoku03 12.01.2017, 14:00
101.

Zitat von Grummelchen321
wäre es einfach den Schuldenberg abzubauen und die bestehende Infrastruktur sanieren.
Wie wäre es, einfach ein Omelett zu backen und die Eier dann noch ein zweites Mal als Spiegelei zu essen?

Beitrag melden
gldek 12.01.2017, 14:02
102. Wenn nicht jetzt, wann dann ?

Der Hauptvorteil einer Schuldentilgung ist nicht ökonomischer sondern psychlogischer Natur. Die Menschen sollte ein Zeichen der Hoffnung gegeben werden. Damit könnte der Staat klarstellen, daß er auch finanzpolitisch eine Zukunft sieht. Niemand kann Vertrauen in die Staatsfinanzen und in die Währung schöpfen, wenn es immer nur in eine Richtung geht: Immer mehr Schulden. Die Menschen wollen Sicherheit für ihren Wohlstand, ihre Altervorsorge, ihr Erspartes für sich selbst und ihre Kinder. Wer keine Schulden mehr tilgt zeigt, dass er aufgegeben hat.

Beitrag melden
mod2 12.01.2017, 14:03
103. Wann bitte schön ...

... sollte man denn sonst jemals die Staatsschulden abbauen, wenn nicht jetzt?

Beitrag melden
Rechtschreibprüfer_der 12.01.2017, 14:03
104.

Zitat von pom_muc
Im Augenblick sieht die Bank dass Sie 2100 Schulden haben. Glauben Sie irgendeine Bank gibt Ihnen noch Kredit in Realwährung?
Selbstverständlich würde die Bank noch Kredit geben, denn die Bank sieht auf der Habenseite über 3000 in Form des BIP.
Der deutsche Michel ist zwar mit über 2Bio. verschuldet. Erwirtschaftet aber auch jedes jahr mindestens über 2Bio. Aktuell sogar über 3Bio. Demzufolge ist alles i.O.

Beitrag melden
santoku03 12.01.2017, 14:05
105.

Zitat von spon_bob
Wie kann man denn dauerhaft den Steuerzahler besser entlasten als Schulden abzubauen? Recht hat er, auch wenn ich ihn nicht sonderlich mag
Schuldentilgung bei Nullzinsen ist idiotisch. In solch einer Situation investiert man überschüssige Mittel produktiv (Schulen, Straßen, Brücken etc.). Getilgt wird bei hohen Zinsen. Gerade diejenigen, die gern die schwäbische Hausfrau als Musterbeispiel heranziehen, sollten sich diese simple Logik mal vor Augen führen.

Beitrag melden
kezia_BT 12.01.2017, 14:05
106. Hier hat Schäuble 100% Recht!

Schulden abbauen ist der beste Dienst, den er dem Bürger tun kann. Steuersenkungen bringen dem Einzelnen nur ein paar Euro, das lohnt nicht. Aber weniger Schulden zu haben, wenn die Zinsen wieder steigen, das bringt richtig was. Wer über marode Strassen klagt, möge mal in ein anderes Land fahren - danach weiß er unsere gepflegten Pisten wieder zu schätzen. Und wer meint, mehr Geld würde besseren Unterricht erzeugen, hat nicht verstanden, was ein guter Lehrer und eine gute Schule ist - ebenso wenig wie eine gesunde Lernumgebung zuhause.

Beitrag melden
RioTokio 12.01.2017, 14:07
107.

Unsere eigenen Schulden abzubauen in Zeiten der Konjunktur ist ja gut. Die SPD würde gerne das Wohlwollen der Bevölkerung durch Geldausgeben gewinnen - kennt man.
Ist beliebt vor der Wahl.
In Niedersachsen z.B. hatte die SPD die letzte Wahl gewonnen durch ein Verzicht auf Studiengebühren.
Für diese Wahl hat sich die SPD die Kita Gebühren ausgeguckt. Auch die will man auf null setzen.
Irgendwer wirds schon zahlen, irgendwoher wird schon Kredit kommen.

Viel größere Sorgen macht, dass dem deutschen Steuerzahler gerade durch die Umschuldungsaktion der EZB die Staatsschulden Spaniens, Italiens und Co. aufgebürdet wird.
Vereinfacht kauft z.B. die spanische Notenbank eigene Staatsanleihen irgendwo auf der Welt auf. Tut sie das von deutschen Besitzern muss die deutsche Bundesbank einspringen als Käufer (mit frisch "gedrucktem" Geld) und bekommt dafür Schuldverschreibungen über die EZB aus Spanien. Ansonsten haften wir mit unserer Beteiligung an der EZB. Wir haben dort nur eine Stimme, wie Zypern z.B., haften aber für rd. 25% des Kapitals entspr. unserer Wirtschaftskraft.
Die Notenbanken in Italien und Griechenland z.B. sind als GmbHs organisiert - gehen die pleite zahlt nicht der ital. Staaten etc. - sondern das Geld ist weg. Der deutsche Steuerzahler ist der Dumme.
Siehe dazu auch den aktuellen Vortrag von Prof. Sinn...

Eurobonds durch die Hintertür - und unsere Regierung schaut tatenlos zu....

Beitrag melden
ArRah 12.01.2017, 14:07
108.

Zitat von musemind
Wir haben 1270 Milliarden Schulden. Kein schlechter Plan ordentlich zu tilgen. Wenn wir von den 6 Milliarden Überschuss nur 3 zur Tilgung zu verwenden sind wir in 423 Jahren schuldenfrei - vorraussetzt es geht uns wirtschaftlich das nächste halbe Jahrtausend so gut wie jetzt. "Tilgungs-Fetisch".. ist ja wohl ein Witz.. Völlig verantwortungslos von der SPD gegenüber unserer Kindern und Kindeskinder.
So einfach ist es eben nicht. Volkswirtschaft unterscheidet sich massiv von Privatwirtschaft und muss ganz anders gedacht werden.
1. Bei etwas über 2% Inflation entsprechen heutige 6 Milliarden in 100 Jahren fast 50 Milliarden. Wenn es und dann also wirtschaftlich so gut geht wie jetzt und wir bis dahin keine Schulden abgebaut aber auch keine neuen aufgenommen haben können wir innerhalb von ca. 25 Jahren schuldenfrei werden.
2. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt massiv von der Investition des Staates ab. Wenn es uns in 100 Jahren also so gut gehen soll wie heute, dann ist es u.U. notwendig dass diese Milliarden jetzt investiert werden. Oder anders ausgedrückt: Wenn wir das Geld jetzt investieren, dann könnten die gesparten Zinsen ums zigfache ausgeglichen werden durch erhöhte Steuereinnahmen, die auf diese Anfangsinvestitionen zurückzuführen sind.
Nein, das ist nicht vergleichbar damit, wenn ein Privatmann Schulden macht um Aktien zu kaufen (was gefährlich und dämlich ist), Volkswirtschaft funktioniert eben ganz anders. Das fängt schon damit an, dass der Privatinvestor nicht einen Teil seines Geldes gleich als Steuern zurück erhält. Außerdem zahlt der Privatmann auch kein Arbeitslosengeld an Personen die durch seine Investition Jobs bekommen (evtl. sogar steuerpflichtig) und der Privatmann hat auch nicht so viel davon wenn seine Investition weitere unternehmerische Tätigkeiten zur Folge haben. Der Staat aber profitiert wenn sich an seiner neuen Autobahn Industrie ansiedelt. Er profitiert wenn kleine Imbissbuden und Caterer entstehen, die die Bauarbeiter versorgen, usw. Diese Effekte sind nicht nur kurzfristig, sondern unsere Wirtschaftskraft ist noch heute so gut weil vor 50 Jahren investiert wurde.

Ich will damit mit sagen, dass man die 6 Milliarden unbedingt investieren sollte, aber Sie und viele andere Foristen hier sehen die Sache unter dem Blickwinkel: "Was würde ich tun wenn ich Schulden hätte?" und so kann man nicht zu sinnvollen Ergebnissen kommen.

Beitrag melden
mod2 12.01.2017, 14:07
109. Die Zinslast ...

... ist für den Staat heute niedrig, ok. Aber vielleicht kommt irgendwann wieder eine Hochzinsphase, spätestens dann kommt die Schuldenlast wieder in den Fokus!

Beitrag melden
Seite 11 von 30
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!