Forum: Wirtschaft
Streit um Konjunkturhilfen: Steuern runter - und alles wird gut?
DPA

Weil Deutschlands Konjunkturmotor stottert, fordert Minister Altmaier Steuersenkungen. Doch machen weniger Abgaben die Wirtschaft wirklich flott? Die Antworten der Forschung sind ernüchternd.

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missourians 23.01.2019, 10:36
1.

Seit Trump seine Steuern gesenkt hat sieht man doch, dass die Firmen ihren Gewinn nicht re-investiert haben, sondern meistens nur Anteile und Aktionen ihrer Firmen zurückgekauft haben. Also sind dies wieder mal nur Steuergeschenke für Firmen und Firmenbesitzern.
Lieber Steueroasen schließen damit endlich alle die gleichen und geforderten Steuern zahlen, vor allem dort wo sie auch erwirtschaftet werden!
Ich fände mal eine schwarze Liste interessant, an der sich der Konsument orientieren kann, an Firmen, die unserer teuer aufgebaute Infrastruktur und Kaufkraft ausnützen, aber dann die Gewinne und unser Geld ins Ausland "transferieren" um dort Steuern zu zahlen auf Leistungen die in Deutschland mit deutschem Geld erwirtschaftet wurden. Ich würde und umgehe bereits solche Firmen, die ich bereits kenne.

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doitwithsed 23.01.2019, 10:44
2.

Die unheilige Allianz deutscher Unternehmenssteuersenkungen liegt darin, dass zwar Mindereinnahmen in Kauf genommen werden, die Staatausgaben dagegen in voller Höhe erhalten werden sollen. Um dieses Defizit zu finanzieren gibt es zwei Wege: Kreditaufnahme (wird wegen der Schuldenbremse problematisch) oder Kompensation durch höhe Belastungen von Arbeitsnehmern und Verbrauchern. Dieser Weg wurde auch regelmäßig beschritten.

Darin liegt der Grund, warum soviele bei dem Wort "Unternehmenssteuereform" erschrocken zusammenzucken.

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grotefend 23.01.2019, 10:45
3. Interessant...

...von gleicher Ökonomenseite wird auch immer argumentiert, dass höhere Löhne die Konjunktur ankurbeln. Warum sollten geringere Steuern es denn dann nicht auch?

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garzo 23.01.2019, 10:45
4. Steuer

Vor man wieder Geschenken macht an die Industrie sollen die erst mal die Steuer bezahlen, nicht 20% oder weniger, sondern die richtige 30%.
Dass tut ja jeder anständige Arbeitnehmer auch!

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claus7447 23.01.2019, 10:46
5. Ideologiestreit

Steuersenkungen einseitig verpufften. Wenn sollte die EU endlich sich auf weitgehendst harmonisiertes Steuerrecht und Steuern konzentrieren.

Aktuell haben wir noch Boom, wenn die Bauwirtschaft nachlässt, gibt es genug Aufgaben bei der Infrastruktur (Verkehr, Bildung, Wohnraum) genau wie flächendeckender Ausbau schnelles Internet (da sind wir nicht Steinzeit, aber nicht weit weg).
Das sind Aufgaben die dann langfristig nutzen.

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Freifrau von Hase 23.01.2019, 10:47
6.

"Ähnlich ist es bei der Reduktion von Unternehmenssteuern: Firmen steht dann mehr Geld für Investitionen zur Verfügung."

Das Problem ist ja nicht, dass die Unternehmen kein Geld haben. Geld wurde ja die letzten Jahre genug verdient und wer wirklich keines hat, bekommt immer noch billige Kredite. Ein Unternehmer wird nur dann investieren, wenn er die Chance auf gesteigerten Absatz sieht.
Das führt zunächst zum Arbeitnehmer. Entlasten, mehr Geld, mehr Konsum? Klingt logisch. Nur? Was wird denn in Deutschland noch hergestellt, was ein durchschnittlicher Bürger kaufen würde? Für einen Neuwagen reicht es auch dann nicht, wenn monatlich 100 Euro mehr im Geldbeutel blieben. Und einen Liebherr-Bagger brauchen die wenigsten Privatleute.
Vielleicht würde man 1 x öfter Essen gehen im Monat, okay. Aber ansonsten?

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Kurt-C. Hose 23.01.2019, 10:50
7. Hin oder her

Hohe Stuern helfen der Wirtschaft auch nicht, spätestens im Wettbewerb um Standorte zeigt sich deutlich, dass das ein sensibles Thema ist, bis hin zu den Gewerbesteuerhebsätzen der Kommunen. Was der Wirtschaft aber vermutlich deutlich mehr helfen würde, wäre eine konsequente Entbürokratisierung. Gerade der Mittelstand erstickt in Gängelungen und Regulierungen. Stattdessen lässt man sich täglich neue Vorschriften und Gesetze einfallen, und die Überwachung der Einhaltung bläht die Verwaltungen noch mehr auf. Aber eher friert die Hölle zu, als das man unsinnige Vorschriften wieder zurück nimmt.

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wasistlosnix 23.01.2019, 10:54
8. Am anderen Ende

Erstmal nur wenn Unternehmen erfolgreich sind müssen Steuern bezahlt werden. Ein Unternehmen das keine Gewinne macht zahlt keine Steuern.
Alles was irgendwie angeboten wird muss konsumiert werden. Dazwischen geht es doch nur um die Augenwischerei wo der Staat die Steuern abgreift. Unternehmenssteuern müssen erwirtschaftet werden und werden auf die Kosten aufgeschlagen. Ergo ist alles was ein Staat an Steuern einnimmt vom Verbraucher bezahlt. Entweder über direkte Steuern oder über Einpreisung in den Verkaufspreis.
Nur wenn der Konsument Geld ausgeben kann geht es der Wirtschaft gut. Auch wenn prozentual ein größerer Teil bei den besser verdienenden das Geld sofort ausgeben würden. In der totalen Summe würden mehr einfache Haushalte das Geld ausgeben.
Das Problem das ein Staat hat wenn den Menschen klar wäre wie hoch der Gesamtanteil der Steuern an ihren Ausgaben ist. Dann wäre das ganz schön ernüchternd.
Jeder Mitarbeiter sollte sich die Produkte an deren Herstellung beteiligt ist auch leisten können.

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olmen 23.01.2019, 10:55
9. immer die alte "Leier"

Kaum stockt die Konjunktur, schreien Unternehmensverbände nach Steuerentlastung. Und der Bundeswirtschaftsminister geht auch dieses Mal schnell darauf ein. Vielleicht sollten die Firmen damit leben lernen bzw. erst einmal eigene Anstrengungen unternehmen. Eigenartig auch, dass Unternehmensverbände genau wissen (wollen), wo in anderen Bereichen (z. B. bei den Löhnen und Renten) gespart werden kann.
Herr Altmaier sollte erst einmal Einsparungen forcieren und erst danach über Steuerentlastungen nachdenken - dann aber nicht nur für Unternehmen. Und auch darüber, wie große Konzerne endlich auch die vollen Steuersätze zahlen bzw. Schlupflöcher gestoppt werden.

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