Forum: Wirtschaft
Streit um Konjunkturhilfen: Steuern runter - und alles wird gut?
DPA

Weil Deutschlands Konjunkturmotor stottert, fordert Minister Altmaier Steuersenkungen. Doch machen weniger Abgaben die Wirtschaft wirklich flott? Die Antworten der Forschung sind ernüchternd.

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quark2@mailinator.com 23.01.2019, 11:48
30.

Was die Firmen ggf. brauchen, ist mehr Absatz. Das bedeutet staatliche Aufträge zum Ausbau der Infrastruktur und mehr Kaufkraft der Leute, die ihr Geld auch ausgeben, also der sog. kleinen Leute. Beides braucht Steuereinnahmen durch den Staat.

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DKH 23.01.2019, 11:48
31. Deutschland geht es gut

Zitat von darthmax
Fangen wir doch einfach bei der Entwicklungssteuer für Ostdeutschland ( Ergänzungsabgabe ) an, die Ihren Sinn total verloren hat. Dann gibt es noch diverse Steuern auf die verzichtet werden kann ( Tee, Kaffee, Sekt etc ). Dies sind alles Steuern, Geld, das dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird um dann in irgendwelchen Bundes oder Landesprojekten zu versickern. Fangen wir doch damit an, unsere Industrie icht immer zu beschimpfen , dass sie Energie und Rohstoffe aus aller Welt benötigt, Menschen ausbeutet, nicht Gendergerecht ist, sondern freuen wir uns darüber , dass es sie ( noch ) gibt und wir damit einen auf der Welt einzigartigen sozialen Wohlstand erlangt haben, der Menschen aus aller Herren Länder anzieht und Arbeit bietet. Es darf an den Ausgaben des Staates in vielen Dingen gespart werden, angefangen beiu der Unterstützung von NGOs und Parteienstiftungen, die ja eigentlich eben nicht vom Staat unterstützt werden sollen und deshalb auch Non Goverment Organizations heissen.
Aber Ihre Formulierung „ einen auf der Welt einzigartigen sozialen wohlsranderlangt haben“ ist wohl doch eine masslose Übertreibung. Schauen Sie nach Norwegen, Schweden, Dänemark, oder Schweiz, Länder mit zum Teil viel höherem Standard und zum Teil deutlich tieferen Steuern.

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makrodenker1000 23.01.2019, 11:50
32. Lächerliche Theorie

Im Beitrag wird geschrieben: "Schuldenfinanzierte Steuersenkungen "tendieren dazu, das kurzfristige Wachstum zu erhöhen, reduzieren in der Tendenz aber auch langfristiges Wachstum, weil sie irgendwann durch höhere Steuern finanziert werden müssen"". Dieses "Strohfeuerarument" kommt immer wieder auf, ist aber falsch. Für zusätzliches Wachstum muss sich immer jemand verschulden. In einer normalen Marktwirtschaft im Aufschwung übernehmen das die Unternehmen. (Jedoch ist es in Deutschland aber auch in den meisten anderen Industrieländern seit einigen Jahren so, dass Unternehmen netto Sparer sind. Ein anderer Sektor muss sich deshalb verschulden, meistens der Staat (siehe Resteuropa, USA, Japan, etc. ), nur in Deutschland übernimmt das das Ausland). In einem Abschwung sind die Aussichten für Unternehmen schwächer. Die Haushalte sparen mehr und die Nachfrage geht zurück. In dieser Situation muss jetzt jemand dringend in die Presche springen, und sich verschulden. Und das sind genau nicht die Unternehmen, weil diese dank sinkender Erwartungen dies eben nicht tun (egal ob man steuern senkt). Sie investieren weniger (die Rezession verstärkt sich). Wer macht das also? Es gibt nur einen, und das ist der Staat. Und dies muss er mit zusätzlicher Verschuldung machen, ansonsten bricht die Wirtschaft ein. Zusätzliche Ausgaben des Staates sind Nachfrage für Unternehmen, die dann auch wieder Investieren...die Wirtschaft richtet sich wieder nach oben. Wenn in einer Rezession der Staat seine Ausgaben auch noch zurückfährt (Sparkurs/Austerität), bricht die Wirtschaft noch stärker ein (siehe Griechenland, Südeuropa), da den Unternehmen noch mehr Nachfrage wegfällt (diese schrauben dann Investitionen zurück, entlassen Angestellte). D. h. der Staat muss in dieser Situation in die Vollen gehen und Schuldenfinaziert Investieren. Wie wärs mit der Bahn. Oder in den ökologischen Umbau der Wirtschaft? Und jetzt noch zur Theorie des "Strohfeuers": Niemand, weder Unternehmen noch Privathaushalte macht sich Gedanken darum, ob in der Zukunft vielleicht irgendwann mehr Steuern gezahlt werden müssen wegen Schuldenaufnahme und schrauben dadurch ihren Konsum/Investitionen zurück. Im übrigen werden Staatsschulden nie zurückgezahlt. Es wird immer nur Umgeschuldet, denn ein Staat kann in eigener Währung niemals Pleite gehen, weil der diese selbst emmitiert. (Ja Verschuldung in Fremdwährung ist etwas anderes). Ein völliges zurückzahlen der Schulden der Welt würde gleichzeitig jegliches Geldvermögen der Welt vernichten, denn 1 Euro Schulden entspricht 1 Euro Geld. Dies ist nicht möglich. Selbst wenn man nur die Staatsverschuldung auf 0 zurückfahren möchte, muss dafür ein anderer Sektor (Unternehmen oder Haushalte, das Ausland geht auf dauer nicht und für die ganze Welt sowieso nicht) diese Schulden übernehmen, wenn man nicht die Wirtschaft völlig ruinieren möchte. Zinsen auf Staatsanleihen sind im übrigen kein Problem, denn diese können von der Zentralbank niedrig gehalten werden bzw. die Zentralbank kann Staatsanleihen auch aufkaufen. Die Zinsen fließen dann direkt zurück zum Staat.

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thorgur 23.01.2019, 11:50
33. Amazon & Co

Wie will man denn die Steuern für die Großkonzerne senken ? Die zahlen doch jetzt schon nur Steuern im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Darum sollte sich die Politik mal kümmern. Und dann noch um Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Gesundheitswesen, welche auch noch maßgeblich für den allgemeinen Wohlstand und eine florierende Wirtschaft sind.
Bleiben die Steuermodelle und insbesondere deren Umsetzung so wie sie sind wird es wohl auch so bleiben, dass der Staat sich dort seine Steuern holt, wo er sie noch bekommen kann. Bei einzelnen Arbeiter/Angestellten/Selbständingen. Genau jenen die halt dem Zugriff durch den Staat nicht entfliehen können und die leider auch kein Lobby in diesem Land haben.

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amishunderground 23.01.2019, 11:51
34. Es interessiert mich nicht...

... was Wissenschaftler zu dem Thema sagen.
Steuersenkungen bedeuten für mich mehr Geld in der Tasche und das ist für mich wichtig.
Ich kann selbst am Besten bestimmen wofür ich es ausgebe. BTW, schafft endlich den SOLI ab!

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quark2@mailinator.com 23.01.2019, 11:53
35.

Zitat von wasistlosnix
... Jeder Mitarbeiter sollte sich die Produkte an deren Herstellung beteiligt ist auch leisten können.
Hört sich gut an, kann aber nicht sein. Weder kann sich jeder einen Airbus leisten, noch kann ein Arbeiter sich alle Tomatensuppen leisten, die er erwirtschaftet, weil es ja sonst keinen Gewinn für den Fabrikbesitzer gäbe. Insofern bin ich sehr für faire Bezahlung, aber auch damit wäre Ihre Forderung nicht abgedeckt. Wenn Sie den Gewinn jeder Firma nach Reinvestitionen auf Null setzen wollen, bedeutet das die Abschaffung des Privateigentums an Firmen. Das können Sie fordern, aber dann fordern Sie Sozialismus. Da sollte dann aber vorher mal jemand drüber nachdenken, wie es diesmal anders laufen müßte ...

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carahyba 23.01.2019, 11:54
36. Entschuldigung ...

Zitat von blub12434232
Das ist leider Unsinn. Damit der Unternehmensgewinn für private Zwecke genutzt werden kann, kommt noch die Kapitalertragssteuer hinzu. Außerdem gibt es noch Solidaritätsbeiträge sowohl auf Die 20% Körperschaftssteuer, die Sie meinen als auch auf die Kapitalerträge. Gewerbesteuer ist hier noch außer Acht gelassen. Insgesamt ist die aktuelle Besteuerung in Summe schon deutlich höher als Ihre 30%. Bevor man immer weiter Steuern erhöhte sollte man meiner Meinung nach erstmal dafür sorgen, dass das Steuersystem überhaupt noch funktioniert. Cum-Ex. & Co zeigen ja, dass das leider schon nicht mehr der Fall ist.
Ich bin zwar kein Steuersachverständiger, aber muss Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie Steuerarten durch einander werfen.

Kapitalertrgssteuern bezahlen im Wesentlichen die Coupon-Schneider und Immobilienspekulanten.
Solidaritätsbeiträge zahlen Einkommenssteuerpflichtige, Lohnsteuepflichtige auch, aber mit geringerem Gewicht.

Und Cum-Ex ist Betrug a lá Blackrock, zu dem der Aufsichtsratsvorsitzende dieses Vereins nie Stellung genommen hat, obwohl er Bundeskanzler werden wollte.

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blurps11 23.01.2019, 11:55
37.

Zitat von grotefend
...von gleicher Ökonomenseite wird auch immer argumentiert, dass höhere Löhne die Konjunktur ankurbeln. Warum sollten geringere Steuern es denn dann nicht auch?
Geringere Steuern können natürlich die Konjunktur ankurbeln. Es kommt aber ganz darauf an, FÜR WEN die Steuern gesenkt werden. Steuersenkungen für Unternehmen bringen im gegenwärtigen Umfeld gar nichts, weil es einen Überhang an Angebot gibt und ohne Aussicht auf mehr Gewinn wird eben nicht investiert, da sind die Steuersätze völlig egal. Genau das sehen wir ja gerade in den USA.

Konjunkturwirksame Steuersenkungen müssten die Nachfrage steigern, also den Konsum. Das geht in erster Linie über die Entlastung von Gering- und Durchschnittsverdienern, ungeachtet der im Artikel angeführten Umfrage. Deren Ergebnisse sind Mumpitz, mit einem entsprechend hohen verfügbaren Einkommen wird niemand Konsumentscheidungen aufschieben und erst nach einer Steuersenkung umsetzen.

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dingstabumsta 23.01.2019, 11:55
38. Habe ich etwas verpasst?

Habe ich nicht erst gestern vernehmen dürfen, dass kaum ein Unternehmen in Deutscheland und Europa des vollen Steuersatz bezahlt?
Und jetzt fordert Minister Altmaier noch mehr Steuersenkungen?
Der größtes Teil solcher Unternehmen schafft in erster Linie doch nur noch prekäre Arbeitsplätze, und das wird sich durch noch mehr Steuersenkungen auch nicht ändern.
Diese Art der Steuersenkung geht zu lassten von uns Arbeitnehmer, die wohl eher Steuersenkungen brauchen.
Menschen in der sozialen Grundsicherung zu gängeln scheint okay zu sein, weil es ja angeblich sooooo viel kostet....aber gleichzeit der Wirtschaft Steuersenkungen zu ermöglichen ist kein Problem?
Die Rentenkasse braucht Steuergelder....auch von den Unternehmen!
Wachstumsanreize werden auch dadurch geschaffen, wenn Menschen mehr netto vom Einkommen haben, wenn wir eine durch eine Finanztransaktionssteuer finanziertes bedinungsloses Basis-Geld (Grundeinkommen) bekommen würden (das würde zu einer explosion für den Binnenmarkt bedeutet!)....Geld für Geschenke an die Wirtschaft scheint es komischerweise immer zu geben, was die fatale Entwicklung bei der Umverteilung des Vermögens unserer Sozialstaates ja zeigt...auch für ein bedinungsloses Basis-Geld wäre daher möglich und finanzierbar, und kein "sugar high"!
Es ist wichtig, nach Jahrzehnter langer Bevorteilung in richtung Wirtschaft dem eigentlichen Leistungsträgern mal "gutes" zukommen zu lassen....ohne Link oder ein Kommunist zu sein, Steuersenkungen braucht der Arbeitnehmer dringender als die Wirtschaft, weil wir beim Reallohn immer noch das Niveau aus dem Jahr 1990 haben.

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nadennmallos 23.01.2019, 11:56
39. Applaus! Endlich spricht es mal jemand klar und ....

Zitat von suplesse
die Rede ist, geht es immer nur um Großbetriebe und Konzerne. Aber Deutschland wird getragen vom Mittelstand und den vielen Kleinbetrieben. Um die muss es gehen. Nicht um Siemens und Konsorten. Entlastet die Kleinbetriebe, die kleinen Selbständigen und den kleinen Mittelstand. Da gibt es kaum AG's, vielleicht noch GmbH's alles andere sind EInzelunternehmer mit persönlicher Haftung. Dazu eine Steuerlast die unglaublich hoch ist und diesen Betrieben das Leben schwer bis unmöglich macht. Was auch die Arbeitlosenquote beeinflusst, sind die Ich Ag's. Wenn die entlastet werden, gibt es dort an der Stelle viele Arbeitplätze und Investitionen. Die krebsen alle, weil sie sich nicht wehren können, gegen Finazbehörden und Banken. Bei all denen müssen dringend die Steuern runter.
... deutlich aus. Ich kann mich mit meinem Miniunternehmen (kurz vor Rente) nicht beklagen, es lief alles super und gut. Nur den wichtigen Schritt, Mitarbeitzer einzustellen, den wagte ich nicht. (Bin eben nicht der Typ "mutiger Unternehmer"). Allein der ganze Papierkram, die Steuerlast, die Verantwortung für eine mehrköpfige Familie hielten mich immer wieder davon ab, MAs einzustellen. Es wäre für mich traurig, bei nicht so gutem Konjunkturverlauf Leute entlassen zu müssen. Klingt vielleicht etwas dramatisch, was ich hier schreibe, aber es is' bzw. war eben so! Mein Tipp: Steuern etwas runter, Steuerrecht übersichtlicher (Ohne Steuerberater kommt man nicht aus, ein Witz!!), Papierkram mit den Kommunen vereinfachen und sowas wie die Zwangsbeglückung der IHK / Handwerkskammer abschaffen.

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