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Streit um Nord Stream 2: Deutschland und Frankreich einigen sich auf Kompromiss
DPA

Im Streit über die EU-Gasrichtline, die auch die Ostseepipeline Nord Stream 2 betrifft, haben Deutschland und Frankreich einen Kompromiss ausgehandelt. Vertreter der übrigen EU-Staaten müssen noch zustimmen.

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quark2@mailinator.com 08.02.2019, 14:02
1.

Das hört sich keinesfalls nach einem Kompromiß an, sondern nach einer klaren deutschen Niederlage. Das Projekt selbst infrage zu stellen wäre gar nicht legal gewesen. Das stand ja auch nicht zur Debatte. Es geht darum, ob Gasprom die Leitung verkaufen muß (damit wird die Existenz jener nicht infrage gestellt). Es geht auch darum, ob die Ukraine Ausgleich bekommt. Auch das stellt die Leitung nicht infrage. Mir scheint, hier wird die französische Position von gestern abend nun als Kompromiß verkauft. Leider genau das, was ich immer befürchte, wenn es um die EU geht ... kein Miteinander, sondern ein Hauen und Stechen um den Platz an der Sonne. Wenn wir keine AKW und keine Kohle wollen, brauchen wir jede Menge Gas und das möglichst preisgünstig.

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michael3210 08.02.2019, 14:02
2. Jetzt reicht es aber

Vielleicht sollten die Verbraucher, die das Gas bezahlen müssen mal gefragt werden! Ich jedenfalls möchte nicht mehr Geld wegen irgendwelcher Politiker- Befindlichkeiten bezahlen und auch keine korrupten Oligarchen in der Ukraine mit Geld versorgen.

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PeterGuckenbiehl 08.02.2019, 14:04
3. Bedenken

Die von einigen Ländern vorgebrachten Bedenken sind eigentlich keine. Es sind vorgeschobene Argumente um nur eins zu verschleiern: Man sieht sich selbst im Nachteil.

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janos71 08.02.2019, 14:13
4. Die Abhängigkeit von ...

Zitat:
"Nord Stream 2 ist innerhalb der EU umstritten, weil zahlreiche Mitgliedsländer eine kritische Abhängigkeit der Union von Energielieferungen aus Russland sehen. "

Ähm, ich denke man könnte oben Russland auch durch xxx z.B. Norwegen, USA, NL, GB, ... ersetzen. Warum gibt es immer nur eine kritische Abhängigkeit von Russland. Sollte das Fracking Gas aus den USA das Rennen machen steigen die Preise für den Endverbraucher, erhöht sich die Umweltbelastung und steigt die Abhängigkeit zur USA.
Ich meine Russland hat in den letzten Jahrzehnten die Lieferungen an D nie sanktioniert oder eingestellt. Für Russland ist Erdgas ein extrem wichtiges Exportprodukt mit entsprechender Priorität. Für die wirtschaftlich mächtige USA ist Erdgas nur eins von vielen anderen Produkten die man exportieren kann (Software, Hardware, Militärtechnik, High-Tech, Maschinen, ....)
Mich wundert nur, das Russland nicht vielmehr auf China setzt denn mit denen hätten sie sicherlich deutlich weniger hin und her als mit den EU Entscheidern. Beide zusammen Rohstoffe, Militär + High-Tech wären ein starker Gegenpol zur USA.

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DJ Bob 08.02.2019, 14:17
5. Wer hat das "Sagen" in der EU

Laut Bericht sind die "meisten" der EU Staaten gegen das Projekt. Aber "wer" sind die schon vor der deutsche oder franz. Hegemonie ?
Diese fast schon "diktatorische" Einflussnahme von D und F in der EU wird vielleicht einen weitern Sargnagel für diese Organisation herauskristallisieren

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schmuella 08.02.2019, 14:19
6. Logik

Merkwürdige Logik: Man will das Projekt Nord Stream 2 stoppen, in das Russland bzw. Gazprom Milliarden investiert und an dessen Umsetzung ein großes wirtschaftliches Interesse besteht, um das Land zu "bändigen" und einer weiteren Eskalation in der Unkraine entgegen zu wirken.
Im Prinzip ist es aber genau andersherum: Je mehr die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen gekappt werden, desto größer wäre die Zunahme einer Gefahr von Konflikten, da es nichts mehr gäbe, worauf Rücksicht genommen werden müsste.

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Oberleerer 08.02.2019, 14:25
7.

Wenn man der EU einen ZUSÄTZLICHEN Transportweg eröffnet, hat sich niemand zu beklagen. Allenfalls Bulgarien war so dumm und hat sich an diese EU-Forderung gehalten. Jetzt müssen die das Gas eben vom Erbfeind, der Türkei, einkaufen.

Der Krieg in der Ukraine wird kein Ende finden, das darf er garnicht. Wenn es dort unter der derzeitigen Situation Frieden gibt, würden die sofort der NATO beitreten und das kann man eben nur mit diesem Dauerkonflikt verhindern.

Es wäre viel eher eine Lösung, wenn die annektierten polnischen Gebiete wieder an Polen zurückfallen würden. Dann hat der Westen seine NATO-Osterweiterung und den Rest der Ukraine kann man dann Russland zuschlagen. Damit wäre wohl jeder glücklich, vor allem die bitterarmen Ukrainer.

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mnbvcxy 08.02.2019, 14:39
8. Wann emanzipiert sich Deutschland?

Macrons Maske fällt zunehmend. Ein Nationalist, Populist und Opportunist erster Güte — ein gemeinsames Europa ist nur von marginalem Interesse für den französischen Imperialisten. Zuerst hält er dem mörderisch-diktatorischen Regime in Saudi Arabien die Stange, weil man dort lukrative Waffengeschäfte tätigt, Erdöl bezieht respektive gemeinsam vor Ort produziert sowie französische Atomreaktoren liefert. Und nun fällt er den Deutschen bei der Gaspipeline in den Rücken. Ohne vernunftbegabte Gründe, nur weil die USA ihr teures Flüssiggas verkaufen wollen und die Ukraine jährlich 2 Milliarden Euro an Wegelagerei ihres Gastransits verlieren könnte. Darüber hinaus fiele natürlich auch die politische Macht der Ukraine, sprich Europa mit dem Zudrehen der Gaspipelines erpressen zu können. Was mögen die USA wohl den Franzosen versprochen haben, wenn sie sich gegen den Nord Stream 2 aussprechen? Jene also, welche stets am meisten von Menschenrechten schwafeln, erweisen sich wiederholt als die schlimmsten Despoten der globalen Schlächterei. Wir Ösis ducken uns — wie immer halt — und hoffen auf die Verwertung des Abfalls der Großen.

Es wird echt Zeit, dass Deutschland seine Rolle als Wirtschafts(welt)macht wahrnimmt, ich sehe aber momentan keinen Heiland am politischen Horizont meines Nachbarn. Merkl ist angezählt und beinahe schon eine »lame duck«, mit der Pipeline könnte sie jedoch nochmals aufzeigen bevor sie abtritt.

Es hat aber auch was Gutes: Mit politischen Führern wie Trump, Macron und May verlieren die kriegstreibenden und spaltenden Staaten ihre helle Kreidestimme — nun tritt sichtbar hervor, was immer schon da war: Menschenrechte spielen hierbei nie eine Rolle.

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sikasuu 08.02.2019, 14:40
9. Mann sollte Artikel vor dem kommentieren lesen,

Zitat von quark2@mailinator.com
Das hört sich keinesfalls nach einem Kompromiß an, sondern nach einer klaren deutschen Niederlage. Das Projekt selbst infrage zu stellen wäre gar nicht legal gewesen. Das stand ja auch nicht zur Debatte. Es geht darum, ob Gasprom die Leitung verkaufen muß (damit wird die Existenz jener nicht infrage gestellt). Es geht auch darum, ob die Ukraine Ausgleich bekommt. Auch das stellt die Leitung nicht infrage. Mir scheint, hier wird die französische Position von gestern abend nun als Kompromiß verkauft. Leider genau das, was ich immer befürchte, wenn es um die EU geht ... kein Miteinander, sondern ein Hauen und Stechen um den Platz an der Sonne. Wenn wir keine AKW und keine Kohle wollen, brauchen wir jede Menge Gas und das möglichst preisgünstig.
Zitat: .... die Zuständigkeit für Pipelines mit Drittstaaten wie Russland an das EU-Land zu geben, wo die Leitung erstmals auf das europäische Netz trifft. Im Fall von Nord Stream 2 ist das Deutschland.
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Damit ist bei Nordstream wohl eindeutig WER da Federführend ist!
Es geht das Gerücht das sowohl die Leitung 1 wie auch die im Bau befindliche 2. in DE ankommen/sollen.
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Gut, in den 5 neuen Bundesländern, aber die sind wenigsten formal Teil der BRD:-)

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