Forum: Wirtschaft
Streit um Pflanzenschutzmittel: Was für ein Glyphosat-Verbot spricht - und was dagege
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In Brüssel tobt ein Lobbykampf um das meistverwendete Pflanzenschutzmittel. Glyphosat droht ein Ende der Zulassung in der EU. Was fürchten die Kritiker? Wie argumentieren die Befürworter? Der Überblick.

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Girasol 27.04.2017, 14:22
120. Was seltsamerweise nie bedacht wird....

In der ganzen Diskussion zum Thema Glyphosat geht es seltsamerweise immer nur um den Nachweis, ob es nun krebserregend ist oder nicht. Ich frage mich, weshalb ein ganz wichtiger Aspekt nie berücksichtigt wird - nämlich: Wie wirkt sich das Pflanzenschutzmittel auf unsere Darmflora aus? Da 80% unseres Immunsystems in Form von unzähligen Bakterien "im Darm liegen", wäre doch rein technisch ein Nachweis darüber, inwiefern die Darmflora beschädigt wird, viel einfacher. Damit wäre der Nachweis erbracht, dass Glyphosat gesundheitsschädlich ist und könnte verboten oder zumindest nur eingeschränkt zugelassen werden.

Falls es noch niemandem aufgefallen ist: Die frischen Traktorspuren, die sich durch erntereife Felder ziehen, rühren daher, dass die Bauern kurz vor der Ernte nochmal schnell Glyphosat sprühen, damit sich die Ähren besser öffnen und somit leichter weiterverarbeitet werden können. Somit wird nicht biologisch hergestelltes Getreide in seinem giftigsten Zustand geerntet und weiterverarbeitet. Ich finde die Auswirkungen auf die Darmflora und somit auf das Immunsystem eigentlich noch viel bedenklicher als den Aspekt, ob es krebserregend ist oder nicht. Könnte doch ein wichtiger Grund dafür sein, weshalb Autoimmunerkrankungen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben. Ich denke nicht, dass es alleine am Desinfektions- und Putzwahn liegt, weshalb bei immer mehr Menschen das Immunsystem verrückt spielt...

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peets 07.10.2017, 09:03
121. Nur krebserregend?

nicht nur @Girasol: "In der ganzen Diskussion zum Thema Glyphosat geht es seltsamerweise immer nur um den Nachweis, ob es nun krebserregend ist oder nicht."
Glyphosat tötet Batkerien, worauf seine verschiedenen Wirkungen beruhen; z.B. Absterben von Pflanzen weil die Symbiose mit Mikroorganismen im Boden zerstört wird (vereinfacht). Ebenso wirkt es auf die Darmflora, was neueren Erkenntnissen zu Folge das Immunsystem schädigt und als Auslöser zunehmender Autoimmun Erkrankungen ist. Diese sind häufig und nehmen ständig zu (Allergien sind noch das geringste). Als Folge kann statistisch ein erhöhtes Krebsrisiko beobachtet werden. Meine diesbezügliche Frage wurde vom Umweltinstitut München sinngemäß so beantwortet: "Nach geltendem Recht ist 'krebserregend' ein Grund zur Verweigerung einer Zulassung". Die anderen - sehr viel schädlicheren Folgen - sind also kein Grund. Daher die Fixierung der Gegner auf genau dieses Argument. Unverständlich, denn gerade die ursächlichen Wirkungen sind weit schädlicher, existieren aber im Rechtsraum nicht obwohl sie weit verbreitet sind. Ich frage mich wie die Entscheidungen ausfallen würden, wenn verantwortliche Personen (in Politik, Konzernen und Justiz) persönlich dafür haften müssten; mit ihrem gesamten Vermögen und Freiheitsstrafen.

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