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Streit um Pflanzenschutzmittel: Was für ein Glyphosat-Verbot spricht - und was dagege
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In Brüssel tobt ein Lobbykampf um das meistverwendete Pflanzenschutzmittel. Glyphosat droht ein Ende der Zulassung in der EU. Was fürchten die Kritiker? Wie argumentieren die Befürworter? Der Überblick.

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fuzzi-42 13.04.2016, 22:25
40. Sie antworten w-j-s;

Zitat von lupenreinerdemokrat
Wissen Sie, es gibt auch Leute, die kippen Pestizidrückstände in den nächsten Bach (rätselhaftes Fischsterben) oder ihr altes Motoröl einfach in den nächsten Gulli. Ein paar Lernresistente, die nicht weiter als bis zur Nasenspitze befähigt sind zu denken gibt es halt immer....
ich hänge mich nur hinten dran. Es gibt, wie wir in Südhessen sagen "so'ne und solche". Ich kriege als Chemiker nicht mal ein paar ccm E 605 verkauft, obwohl ich nicht nur weiss, wie man damit umgeht, sondern die Regeln auch einhalte.
Ein schon vor 20 Jahren verstorbener Bekannter hatte - beruflich - zu meinem Entsetzen - stets locker mit blossen Armen in der Spritzbrühe rum gerührt. Als ich ihn darob mal regelrecht angeschissen hatte, ist daran fast unsre Freundschaft zerbrochen; gestorben ist er mit gerade mal 66 an Leukämie!! Er hatte sämtlich entsprechenden "Giftscheine", die ich als Chemiker (!) machen müsste, um nur 50 ml METASYSTOX zu bekommen; was sich natürlich für einen Hausgarten nicht lohnt, obwohl wir Jahr für Jahr Myriaden von Kohlweisslings-Raupen haben...

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tueftler 13.04.2016, 22:43
41. ...

Zitat von lantelme.import
In einem deutschen Ärztebuch von 1985 steht, daß jeder 4. Deutsche in seinem Leben an Krebs erkrankt. Inzwischen ist es laut vielfacher Angaben in der Fachwelt bereits jeder 2., Tendenz steigend, wahrend Krebs bis vor 100 Jahren (genau wie Herzinfarkt) absolute Raritäten waren.
Wie hoch war denn Ihre Lebenserwartung vor 100 Jahren? Krankheiten wie Krebs machen sich bei vielen Menschen erst im Alter bemerkbar. Früher sind sie eben an was anderem früher gestorben. Zudem war die Erstellung einer Diagnose vor 100 Jahren wohl noch etwas schwieriger.

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LondoMollari 13.04.2016, 22:54
42. Wenn man keine Ahnung hat einfach mal ....

Zitat von fleischwurstfachvorleger
So könnte man die Jammerei des Bauernverbandes übersetzen. Ja, pflügen kostet mehr Zeit als Gift sprühen, aber vielleicht lebt der Bauer dafür länger, wenn er nicht vorher den multisresitenten Keimen zum Opfer gefallen ist, die seinen Körper besiedeln. Für ein paar Silberlinge sind die Verbände auch zu Bauernopfern bereit. Einfach widerlich!!! Es wird kein reines Glyphosat auf den Feldern versprüht, sondern ein gefährlicher Gift-Cocktail. Geprüft wird aber nur Glyphosat. Ein sehr, sehr schöner Lobby-Artikel der Agrarindustrie.
... Sachkundig machen. ^^

1. Der Zeitaufwand Pflügen contra Herbizidbehandlung ist betriebswirtschaftlich relativ bedeutungslos.

2. Von der CO2-Bilanz liegen Sie beim Pflügen deutlich schlechter. Es erfordert mehr Kraft, ergo Motorleistung, ergo Triebstoffverbrauch einen Pflug DURCH als eine Spritze ÜBER den Acker zu ziehen.

3. Glyphosat ist ein HERBIZID. Wirkt als solches NUR gegen Pflanzen. Multiresistenze Keime kriegen Sie durch den sehr problematischen Einsatz von Antibiotika gegen BAKTERIEN in der Tiermast. (Speziell Geflügel.) ODER beim noch problematischeren Dauereinsatz in Krankenhäusern. Hat mit dem Thema Glyphosat genau null Prozent Schnittmenge.

4. So fremd es Ihnen erscheinen mag - Glyphosat kann unter Umständen sogar dem Umweltschutz dienen. Warum? Weil es eben genau das von Ihnen favorisierte Pflügen ersetzen kann.

5. Warum dient das dem Umweltschutz? Weil am Hang, aber vor allem auf so genannten "leichten Böden" (viel Sand, wenig Ton) nach dem Pflügen die Gefahr von Bodenerosion droht. Durch Regen (Hand) bzw. Wind (leichter Boden). Sie verlieren so zwangsläufig, Jahr für Jahr wertvollen Mutterboden. ERstens dauert es ewig bis der sich bildet. Zweitens gelangt der dann in unsere GEwässer und trägt da Stickstoff/Phospaht ein und sorgt dafür mit das D die EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht einhält. Drittens ist es eine Gefahr für den Menschen. siehe die Staub-Auto-Katastrophe bei Rostock vor ein paar Jahren.

6. Pfluglos mit Glyphosat lässt Unkraut wachsen, das schützt und hält den Boden, nach dem Abtöten verbleibt es als Mulch auf der Oberfläche und verhindert weiter Erosion. Nebenbei hilft das Vefahren Wasser zu sparen und sich auf im Rahmen des Klimawandels trockenere Sommer einzurichten. Tatsächlich gilt die Pfluglose Bodenbearbeitung als DIE Umweltschonende Alternative zum Pflug. Können Sie ohne Glyphosat von verabschieden.

7. Trotz Pflügen können durchaus Herbizideinsätze nötig werden - denken sie die Substitutionskanidaten wären human- und umwelttoxikologisch besser? Ist ein Irrtum.

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derpif 13.04.2016, 23:01
43.

Zitat von w-j-s
Ich bin Hobbywinzer, und ich habe einen Steilhang (jetzt noch 7 Ar, die anderen 50 verpachtet), der aufgrund seiner Neigung Brennnesseln einen idealen Lebensraum bietet. Auch heuer spriesen sie wieder flächendeckend auf etwa 50% der Fläche. Ich werde daher die Rebfläche in der kommenden Woche komplett mit Glyphosat behandeln und neu einsäen. Danach wird sie in diesem Jahr noch dreimal gemäht. Ich setze dieses teure Zeug bestimmt nicht mehr ein als notwendig. Sofern die Brennnesseln dann in diesem Jahr nicht zu wuchern anfangen, werde ich mit der nächsten Glyphosatbehandlung bis 2018 warten können. Von hysterischen Stadtmenschen brauche ich mich da nicht belehren lassen. Zigarettenrauch und Autoabgase sind mit Sicherheit gefährlicher.
Also wenn Sie sowieso dreimal mähen, und dies tun bevor die Dinger blühen, wozu brauchen Sie dann Glyphosat? So werde ich jedes Jahr die unerwünschte Brennnesselparty los, völlig ohne Chemie. Der Zugang sollte Privatleuten verweigert werden, und beschränkt werden auf professionelle Betriebe mit entsprechend geschultem Personal. Eine Genehmigungspflicht für den Einsatz, die nur im Bedarfsfall erteilt wird, wäre am Besten.

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fehdev 13.04.2016, 23:20
44. Nur krebseregend?

Es ist erstaunlich, dass die Frage der Glyphosat Zulassung in erster Linie unter dem Gesichtspunkt "für den Menschen krebserregend oder nicht" abgehandelt wird. Es ist bekannt, dass vermehrt Landwirte, die häufig mit Pestiziden umgehen, an Parkinson erkranken. Was ist mit den nachweisbaren Auswirkungen auf das Grundwasser? Was ist mit den Auswirkungen auf Flora und Fauna? Was ist mit den Auswirkungen auf die wassersuchenden Honig- und Wildbienen, die Glyphosat-Spritzbrühe aufnehmen und daran sterben. Dass nur 40 Prozent der Ackerflächen in Deutschland behandelt werden, ist schlichtweg falsch. Nach anderen Erhebungen sind es 70 bis 80 Prozent. Auch aufgrund der in den zurück liegenden Jahren schwindelerregenden Steigerungsraten des Glyphosateinsatzes sind 40 Prozent nicht realistisch. Viele Landstriche sind im Herbst unübersehbar großflächig von den gelbraunen mit Glyphosat behandelten Ackerflächen übersät. Im übrigen bestehen erheblich Zweifel, dass Glyphosat immer nach "guter fachlicher Praxis" in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Die Zulassungsauflagen und Anwendungsvorschriften werden sehr häufig ignoriert. So ist es mit Sicherheit nicht rechtens, Kartoffeln einige Tage vor der Ernte mit Glyphosat-Präparaten totzuspritzen, um die Ernte zu erleichtern. Glyphosat ist dann auch in den Kartoffeln zu finden. Das Totspritzen der Gründüngungs- oder Zwischenfrüchte im Herbst wird nicht durchgeführt um Unkräuter zu bekämpfen, sondern um die Winterbestellung zu erleichtern. Mit guter fachlicher Praxis hat auch das nichts zu tun. Nach meiner Auffassung benötigt die Landwirtschaft Totalherbizide nur in Ausnahmefällen, so wie früher, als solche Mittel so teuer waren, das man sich genau überlegte und rechnete, ob man ein solches Mittel wirklich braucht.

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Standeck 13.04.2016, 23:39
45. Das Hochjubeln...

der ökologischen Landwirtschaft ist auch nicht immer richtig. Nicht behandelte Pflanzen können gefährliche Pilz Krankheiten bekommen die nicht weniger gesundheitsschädlich sind als die viel gescholtenen Pestizide. Als Öko Bauer ist man auch fast schon gezwungen zu Pflügen, was ja auch gerne verteufelt wird. Und der Bio Acker Bauer braucht mehr Engergie in Form von Diesel um zu pflügen und zu striegeln. Jetzt könnte man einwerfen halt Biosprit in Form von Rapsöl zu verwenden. Pustekuchen. Aktuell gibt es keine Möglichkeit Raps ohne Pestizide anzubauen.

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J.Boehrer 14.04.2016, 00:03
46.

Zitat von lantelme.import
In Frankreich gibt es die ersten juristischen Anerkennungsfälle von Krebs bei Landwirten infolge von Glyphosatdisposition. Verkannt wird allgemein die insgesamt gewachsene Menge, Anzahl und Mischung von Schadstoffen aus Chemie und Physik (Radionuklide), die auf die Menschheit einwirkt. In einem deutschen Ärztebuch von 1985 steht, daß jeder 4. Deutsche in seinem Leben an Krebs erkrankt. Inzwischen ist es laut vielfacher Angaben in der Fachwelt bereits jeder 2., Tendenz steigend, wahrend Krebs bis vor 100 Jahren (genau wie Herzinfarkt) absolute Raritäten waren. Auch Grenzwerte nützen nicht immer, da Wechselwirkungen meist unbekannt sind, manche Stoffe sich im Körper anreichern, andere viel zu langsam abbauen.
Das ist schlicht unwahr. Es gibt keinen einzigen solchen Fall in Frankreich. Und die offiziellen Krensstatistiken belegen nur eine Steigerung im hohen Alter. Was einziog und allein daran liegt, dass immer mehr Menschen dieses hohe Alter erreichen.

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J.Boehrer 14.04.2016, 00:05
47.

Zitat von meroswar
Glyphosat tötet die gesamte Feldflora und -fauna. Ein Verbot sollte daher selbstverständlich. Klar verstehe ich die sorgen der Landwirte um ihren Gewinn sowie dass sie infolgedessen auf andere Mittel umsteigen würden. Aber dann muss die Politik eben umfassender vorgehen: Eine Erhöhung des Lohnes der Landwirte würde der Verbraucher kaum merken, da der Großteil des Geldes eh bei den Weiterverarbeitern landet. Außerdem sollte einem die Umwelt, Gesundheit und das Wohl der Bauern schon etwas wert sein und das Geld dafür hat Deutschland in jedem Falle. Neben Glyphosat müssten dann auch die alternativen Herbizide verboten werden. Um zum Sterben der Fauna zurückzukehren. Das Aussterben der Bienen können wir uns einfach nicht leisten! Und auf die Möglichkeit der Verbreitung von Krebs durch Glyphosat habe ich auch absolut keine Lust. Aber seien wir ehrlich, die Politik wird so etwas nie durchsetzen. Dafür sitzen die Lobby-Zecken viel zu tief. Das wohl größte Übel unserer Zeit, der größte Feind der Demokratie.
Im Bezug auf die Fauna ist das Gegenteil der Fall. Auf Flächen mit reduzierter Bodenbearbeitung und entsprechendem Glyphosateinsatz ist wesentlich mehr Bodenleben als nach einer mechanischen Bearbeitung.

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J.Boehrer 14.04.2016, 00:11
48.

Zitat von Palisander
wie man bei einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit der Erkrankung mit Krebs durch dieses Mittel noch irgendwo Vorteile suchen kann ausser der Tatsache das es eine höheren Ertrag verspricht und Monsanto reich macht. Dämliches Blatt.
Monsanto verdient schon lange nichts mehr an Glyphosat und hat vermutlich selber das größte Interesse daran, dass das Mittel verboten wird. Um das Alternativprodukt auf dem Markt bringen zu können. Schließlich stecken sie gerade 1 Mrd in die neue Produktionslinie.

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J.Boehrer 14.04.2016, 00:20
49.

Zitat von lantelme.import
Verlassen Sie mal Ihren Elfenbeinturm und fahren Sie nach Frankreich und Südamerika, und reden Sie dort mit den Farmern, dann werden Sie eines Besseren belehrt. Die Praxis der Mutationen bei Mensch und Tier auf den betroffenen Farmen ist etwas Anderes als eine technokratische Bewertung vom Schreibtisch oder Labor aus. ... und glauben Sie, die französische Justiz hat es sich leicht gemacht, Krebs als Berufskrankheit von franz. bäuerlichen Anwendern anzuerkennen? Da ging ein jahrelanger Prozeß durch die Instanzen voraus.
Krebs ist NICHT als Berufskrankheit in Frankreich anerkannt. Man sollte in solchen Diskussionsforen bei der Wahrheit bleiben.

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