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Streit um Pflanzenschutzmittel: Was für ein Glyphosat-Verbot spricht - und was dagege
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In Brüssel tobt ein Lobbykampf um das meistverwendete Pflanzenschutzmittel. Glyphosat droht ein Ende der Zulassung in der EU. Was fürchten die Kritiker? Wie argumentieren die Befürworter? Der Überblick.

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J.Boehrer 14.04.2016, 21:30
80.

Zitat von fuzzi-42
ich hänge mich nur hinten dran. Es gibt, wie wir in Südhessen sagen "so'ne und solche". Ich kriege als Chemiker nicht mal ein paar ccm E 605 verkauft, obwohl ich nicht nur weiss, wie man damit umgeht, sondern die Regeln auch einhalte. Ein schon vor 20 Jahren verstorbener Bekannter hatte - beruflich - zu meinem Entsetzen - stets locker mit blossen Armen in der Spritzbrühe rum gerührt. Als ich ihn darob mal regelrecht angeschissen hatte, ist daran fast unsre Freundschaft zerbrochen; gestorben ist er mit gerade mal 66 an Leukämie!! Er hatte sämtlich entsprechenden "Giftscheine", die ich als Chemiker (!) machen müsste, um nur 50 ml METASYSTOX zu bekommen; was sich natürlich für einen Hausgarten nicht lohnt, obwohl wir Jahr für Jahr Myriaden von Kohlweisslings-Raupen haben...
Oh mein Gott.. was schreiben Sie denn da? NIEMAND bekommt E 605 oder Metasystox verkauft.. die Mittel sind schon bald 15 Jahre in der EU nicht mehr im Verkauf.

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J.Boehrer 14.04.2016, 21:40
81.

Zitat von fehdev
Es ist erstaunlich, dass die Frage der Glyphosat Zulassung in erster Linie unter dem Gesichtspunkt "für den Menschen krebserregend oder nicht" abgehandelt wird. Es ist bekannt, dass vermehrt Landwirte, die häufig mit Pestiziden umgehen, an Parkinson erkranken. Was ist mit den nachweisbaren Auswirkungen auf das Grundwasser? Was ist mit den Auswirkungen auf Flora und Fauna? Was ist mit den Auswirkungen auf die wassersuchenden Honig- und Wildbienen, die Glyphosat-Spritzbrühe aufnehmen und daran sterben. Dass nur 40 Prozent der Ackerflächen in Deutschland behandelt werden, ist schlichtweg falsch. Nach anderen Erhebungen sind es 70 bis 80 Prozent. Auch aufgrund der in den zurück liegenden Jahren schwindelerregenden Steigerungsraten des Glyphosateinsatzes sind 40 Prozent nicht realistisch. Viele Landstriche sind im Herbst unübersehbar großflächig von den gelbraunen mit Glyphosat behandelten Ackerflächen übersät. Im übrigen bestehen erheblich Zweifel, dass Glyphosat immer nach "guter fachlicher Praxis" in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Die Zulassungsauflagen und Anwendungsvorschriften werden sehr häufig ignoriert. So ist es mit Sicherheit nicht rechtens, Kartoffeln einige Tage vor der Ernte mit Glyphosat-Präparaten totzuspritzen, um die Ernte zu erleichtern. Glyphosat ist dann auch in den Kartoffeln zu finden. Das Totspritzen der Gründüngungs- oder Zwischenfrüchte im Herbst wird nicht durchgeführt um Unkräuter zu bekämpfen, sondern um die Winterbestellung zu erleichtern. Mit guter fachlicher Praxis hat auch das nichts zu tun. Nach meiner Auffassung benötigt die Landwirtschaft Totalherbizide nur in Ausnahmefällen, so wie früher, als solche Mittel so teuer waren, das man sich genau überlegte und rechnete, ob man ein solches Mittel wirklich braucht.
Wieso fühlt man sich bemüßigt, ganz ohne Fachkunde über ein Thema wie Landwirtschaft zu schreiben? Der Zusammenhang zwischen Parkinson und Pflanzenschutz besteht bei dem im Ökolandbau zugelassenen natürlichen Insektizid Rotenon und nicht bei Glyphosat. Es sind auch keine nachweisbaren Probleme beim Grundwasser mit Glyphosat bekannt. Und bienengefährlich ist Glyphosat auch nicht. Die Ausworkung auf die Flora ist gewollt.. das ist der Zweck des Mittels. Schädigung der Fauna ist nicht bekannt.. im Gegenteil. Durch Einsparung von Bodenbearbeitungsmaßnahmen wird das Bodenleben geschont. Kartoffeln werden NIE und Nimmer mit Glyphosat abgespritzt.. die Knollen wären zerstört. Wie kommen Sie auf soch blödsinige Behauptungen? Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass sie hier den Landwirten unterstellen, etwas Verbotenes zu tun. Ich glaube auch kaum dass jemand im Herbst Zwischenfrüchte abspritzt.

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J.Boehrer 14.04.2016, 21:43
82.

Zitat von roughneckgermany
Schade, dass dieser Winz-Artikel leider einiges nicht zur Sprache bringt. Z. B. dass die Expertenkommission des BfR von zb Bayer-Mitarbeitern durchsetzt ist; dass Leserbriefe von Monsanto-Mitarbeiter an Fachzeitschriften als Studien bewertet wurden. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kampf-um-glyphosat-wenn-leserbriefe-von-monsanto-als-studien-gelten-1.2570374 Ach und vergessen wir nicht die Protestnote von 100 Wissenschaftlern, die die Bewertungen des Efsa und BfR als wissenschaftlich inakzeptabel betitelt haben. Das liegt noch keine 6 Monate zurück.....
Wer in der Wissenschaft übliche "letters to the editor" als "Leserbrief" deklariert, genügt nicht den einfachsten jpurnalistischen Ansprüchen.

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J.Boehrer 14.04.2016, 21:51
83.

Zitat von dummbrummjewski
Nun ja, ich z.B. bin gerne bereit einen höheren Preis für ökologische Produkte aus der Region zu zahlen. Es gibt aber auch genügend Feldstudien und Erfahrungen mit ökologischer Landwirtschaft, bei denen man (Bauer) gleich hohe, wenn nicht sogar bessere Erträge erwirtschaften kann als mit konventionelle Landwirtschaft. Leider ist schon viel altes Wissen verloren gegangen. Terra Preta z.B. schlägt synth. Dünger um Längen. Auch Pflanzenschutz mit Nützlingen, mechanische Unkrautvernichtung etc. sind funktionierende Lösungen. Wir als Konsumenten haben es in der Hand, hier Veränderungen zu bewirken.
Sie als Konsument haben Null Ahnung von Ackerbau und Viehzucht... das beweist schon Ihr Quatsch mit Terra Preta. Zum Einen funktioniert das nur in Gebieten mit über 2000 Liter Niederschlag und zum Anderen müßte man die ganzen Wälder Deutschland zu Holzkohle machen.. Und der Trock besteht darin, dass man Terra Preta mit der Düngermenge für mehrere Jahre versetzt,

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fuzzi-42 14.04.2016, 22:20
84. Na, na, na....

Zitat von J.Boehrer
Oh mein Gott.. was schreiben Sie denn da? NIEMAND bekommt E 605 oder Metasystox verkauft.. die Mittel sind schon bald 15 Jahre in der EU nicht mehr im Verkauf.
.....so ganz auf dem Laufenden sind Sie nicht. in 2014 habe ich METASYSTOX bei einem lizenzierten Händler gekaut; mangels "Giftschein" leider nur in der Kleinstmenge. E 605, das ich nie besonders gern verwendete, gibt's auch nach wie vor.... Ts, ts, ts.....

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Miere 15.04.2016, 05:54
85. Gesundheitsschädlich ist es eher nicht.

So üppig und lange wie das Zeugs weltweit eingesetzt wird, wüsste man, wenn es krebserregend wäre. Was mich persönlich daran stört, die die Marktmacht von Monsanto.

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regelaltersrentner 15.04.2016, 09:08
86.

Zitat von fuzzi-42
.....so ganz auf dem Laufenden sind Sie nicht. in 2014 habe ich METASYSTOX bei einem lizenzierten Händler gekaut; mangels "Giftschein" leider nur in der Kleinstmenge. E 605, das ich nie besonders gern verwendete, gibt's auch nach wie vor.... Ts, ts, ts.....
Bei „E 605“ und Metasistox R besteht ein Anwendungsverbot und das gilt auch für fuzzi 42.

Sollten sie Metasistox tatsächlich gekauft haben, hat der ihnen Sondermüll verscherbelt und er hat die Entsorgungskosten gespart.

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Central Park 15.04.2016, 09:19
87. Wenn's mehr nicht ist

Zitat von Miere
So üppig und lange wie das Zeugs weltweit eingesetzt wird, wüsste man, wenn es krebserregend wäre. Was mich persönlich daran stört, die die Marktmacht von Monsanto.
Dann kann ich Sie beruhigen.

Das Patent für das Zeug ist schon lange abgelaufen, und es wird meist in China zusammengebraut.

Roundup ist wie Aspirin: alle kennen nur den Handelsnamen des Originalprodukts, den Wirkstoff verwenden aber zig andere Hersteller.

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J.Boehrer 15.04.2016, 11:41
88.

Zitat von Miere
So üppig und lange wie das Zeugs weltweit eingesetzt wird, wüsste man, wenn es krebserregend wäre. Was mich persönlich daran stört, die die Marktmacht von Monsanto.
Von einer solchen Marktmacht kann man in diesem Fall nicht sprechen. Monsanto verdient nicht mehr viel an Glyphosat, seit das Patent gefallen ist und das Mittel billigst aus China kommt. Nicht ganz unglaubwürdigen Gerüchten zufolge steckt Monsanto sogar hinter dem Glyphosatbashing, um den Weg fürs Nachfolgeprodukt frei zu machen.

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Puma 30.04.2016, 17:26
89.

Zitat von J.Boehrer
Sie als Konsument haben Null Ahnung von Ackerbau und Viehzucht... das beweist schon Ihr Quatsch mit Terra Preta. Zum Einen funktioniert das nur in Gebieten mit über 2000 Liter Niederschlag und zum Anderen müßte man die ganzen Wälder Deutschland zu Holzkohle machen.. Und der Trock besteht darin, dass man Terra Preta mit der Düngermenge für mehrere Jahre versetzt,
Gott sei Dank, dass Sie uns die Welt von Ackerbau und Viehzucht erklären, es aber unterlässen auf Risiken aufmerksam zu machen. Warum nicht?

Herr Boehrer , ich muss stark annehmen , dass Sie Lobbyist sind für die AGROChemie, bei soviel Engagement.

Ihre Art der Kommentierung ist nervig, die mit jedem Kommentar durchscheinende Herablassung und politische Einordnung, in einer für alle wichtigen Diskussion, steht Ihnen einfach nicht zu.

Dass Sie Grundwasserprobleme nicht kennen ist Ihr Problem und Sie auch keinen Zusammenhang erkennen, wie es zur Rückentwicklung der Artenvielfalt kommt, ist einzig Ihrem Unwissen geschuldet oder die Auslaugung von Ackerböden.

Zur Gesundheitsgefährdung hat der IARC entsprechende Veröffentlichungen vorgenommen, die auf das Gefährd-ungspotential von Glyphosat hinweisen. Mehr als 90 mit der Materie befaßten Wissenschaftler haben sich darüber beschwert, wie mit den Erkenntnissen der Studie umgegangen wurde.

Die höchst zweifelhafte Vorgehensweise des BFR im Hinblick auf Unterdrückung wichtiger Sachverhalte ist sehr fragwürdig für eine Behörde die Risiken bewerten soll. Dies gehört juristisch aufgearbeitet. Geht es doch um den Schutz der Bevölkerung.

Die enge Verbandelung der EFSA mit dem BfR ist sprichwörtlich zu nehmen. Vorreiter in der Meinungs-bildung zum Thema Glyphosat ist die EFSA dem BfR
s k l a v i s c h gefolgt.

Unter folgendem link ist die Klageschrift zu lesen:

http://www.umweltinstitut.org/fileadmin/Mediapool/Downloads/01_Themen/05_Landwirtschaft/Pestizide/Sachverhaltsdarstellung_StA_Berlin.pdf
Weitere Informationen unter:http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/glyphosat/glyphosat-zulassung-unsere-anzeige-gegen-monsanto-bfr-und-efsa.html

Herr Christian Schmidt ist der Dienstherr der Behörde und der AGROChemie offensichtlich sehr zugetan.

Der leichtfertige Umgang mit wissenschaftlichen Studien und Erkenntnissen und die Eile mit der die Zulassung durchgewinkt werden soll, ist fragwürdig.
Merkwürdig ist auch , dass das BUMB verstummt ist, geht es doch auch um Umweltschutz.

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