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Streit um Reparationszahlungen: Griechenland erwägt Pfändung von deutschem Besitz
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Die griechische Regierung will mit mehr Nachdruck Reparationszahlungen von Deutschland fordern. Nach SPIEGEL-Informationen aktiviert Athen dafür jetzt auch eine alte Drohung: die Beschlagnahmung von deutschem Eigentum.

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Nikos34 19.04.2019, 12:48
200. Keine Ahnung wer Hr. Christides ist

....aber er ist definitiv der größte Griechengegner beim Spiegel. Dieses Thema gibt es nicht. So was würde nie passieren, weil auch wir, ja wir Griechen Gerichte haben und auch nicht total bescheuert durchs Leben laufen. Die Forderungen müssen aus innenpolitischen Gründen heraus gestellt werden. Entscheidet das dafür zuständige Gericht dass es nix gibt ist das Thema erledigt und Tsipras kann sein Gesicht wahren. Eine Zwangspföndung wird nie und nimmer durchgeführt. Was soll denn in Höhe von 270Mrd Euro gepfändet werden? Und wenn gepfändet wird, wer soll wieviele Cent davon bekommen? Reine Stimmungsmache, da ist Hr. Christides weit vorne. Das D glaubt mit dem 2+4 Vertrag alle anderen ausgestochen zu haben ist allein die Meinung D. Polen will 560Mrd schon vergessen? Die Aktion dient dazu all denen, die einen Anspruch hätten oder glauben zu haben zu zeigen " Seht her, wir haben alles getan jetzt ist das Thema erledigt."
Wacht mal auf und nehmt nicht alles für bare Münze. Während in D gejamnert wird hat die Gr finanzkrise und überhaupt die Eurokrise D mehr Profite beschert als jedem anderen Staat auf der Welt.

Hr. Christides, sie verstehen die Griechen so sehr wie ich die Menschen aus Burkina Faso

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georg.diehr 19.04.2019, 12:48
201. Passt ins Bild in Richtung mehr "national"

Europa ist mit Riesenschritten auf dem Weg in Richtung zurück zu einem losen Bündnis von Nationalstaaten. Es gibt überhaupt keine Frage, dass mehr mehr und mehr im Sinne der eigenen nationalen Interessen gehandelt wird. Was man versucht beim Brexit hinein zu interpretieren ("wir anderen sind uns doch einig") existiert bei genauerem Hinsehen überhaupt nicht. Es gilt nicht nur für GB, Griechenland und Polen, sondern auch für Italien, Frankreich, Österreich usw.: der Traum von einem politisch und gesellschaftlich geeintem Europa ist zuende. Man muss jetzt zusehen, dass dieses "Entfreunden" nicht noch die wirtschaftliche Einigkeit beschädigt.

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Fuscipes 19.04.2019, 12:49
202.

Zitat von hermy
das so: getroffener Hund, bellt. Wir haben versucht, und versuchen noch immer, z.B. Israel zu unterstützen. Richtig so, müsste ja nicht unbedingt mit Kriegswaffen sein. Tatsache ist, dass wir Griechenland ausgeplündert haben. Die Morde kann man nicht entschädigen, aber ein versöhnerter Versuch wäre es bestimmt wert. Und schon wieder haben wir die Griechen gezwungen ihre Flughäfen an uns zu verkaufen, natürlich nur die lukrativen. Urlauber, wir fliegen doch nicht nach Griechenland um die Griechen zu unterstützen, sondern weil wir sehr günstig dort Urlaub machen können, was wieder zum großen Teil in die Kassen deutscher, oder internationaler Unternehmen fliest. Ich haben schon oft Segelurlaub zwischen den griechen Inseln gemacht. Immer wieder war ich überrascht, welche tolle Freundlichkeit uns entgegen gebracht wurde. Wir müssen versuchen unsere Schuld zu begleichen.
"Wir müssen versuchen unsere Schuld zu begleichen", eine Schuld sehe ich nicht mehr zwei Generationen später, die Täter können nicht mehr belangt werden. Für Reparationen ein wenig spät, es ändert aber nichts an der Tatsache was Faschisten nicht nur in Griechenland verbrochen haben, die griechische Schuldenkrise auf die Kriegsfolgen zu schieben ist wenig hilfreich, und Griechenland darf gerne auch überlegen was da schiefgelaufen ist nach der Euroeinführung. Im gegenseitigen Interesse sollte ein anderer Weg gefunden werden, damit dieses Land da wieder raus kommt.

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frazis 19.04.2019, 12:52
203. Wenn diese Pfändungen wirklich so durchgeführt werden,

wie hier angeführt, dann wird das zu sehr großen Verwerfungen innerhalb der EU führen, Austritte dazu gerechnet. Der Völkerverständigung und Versöhnung, die ja unter normalen Umständen schon schwierig genug ist, tut die griechische Regierung hiermit keinen Gefallen, eher im Gegenteil. Denn andere Länder, die ebenfalls unter der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg gelitten haben, werden wohl dann mit ähnlichen Forderungen weterhin . Merkwürdig ist es schon, wenn die Griechen ausgerechnet jetzt diese Reparationsforderungen aufstellen. Ihre finanziellen Schwierigkeiten sind aber noch lange nicht beendet und könnten auch in Zukunft eher wieder verstärkt auftreten. Wird der Zahlmeister der EU Deutschland dann auch noch weiterhin bemüht sein, mögliche finanzielle Schwierigkeiten Griechenlands abzufedern? Das wird er schon aus innenpolititischen Gründen, besonders nach Enteignungen deutschen Eigentums nicht mehr machen. Letztendlich bedeutet so etwas auch einen Sprengsatz an das fragile Gebäude EU zu legen mit unabsehbaren Folgen. Es gibt harmlosere Ursachen, wie man bereits beim Brexit Großbritanniens sehen konnte. Die Griechen werden sich so und auch der EU keinen Gefallen tun, weitsichtige Politik sieht anders aus, populistische allerdings genau so.

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bauklotzstauner 19.04.2019, 12:52
204.

Zitat von neurobi
Wie kommen die Grichen eigentlich auf diese blödsinnige Idee?
Nun, auf die haben "Wir" sie gebracht!
Als die "Troika" der EU unter Führung vor allem deutscher "Finanzexperten" den Griechen verboten, einen geregelten Staatsbankrott zu machen, und ihnen stattdessen eine gigantische Umschuldung (von vor allem französischen und deutschen Privatbanken hin zu EU-Steuerzahlern) aufzwangen, zu deren Finanzierung sie dann alles verscherbeln mußten, was an Staatsbesitz noch irgendwie etwas wert war (Flughäfen zB.), ist dieser Plan wohl gereift.

Und sie haben absolut recht! Jahrzehntelang wurde Griechenland von der Bundesrepublik vertröstet, und auf eine endgültige Regelung der alten Verbindlichkeiten in einem Friedensvertrag in ferner Zukunft verwiesen. Und dann hieß es plötzlich - jetzt ist es vorbei. Da kommt man sich natürlich verarscht vor, um es noch nett zu formulieren. Ganz besonders, wenn es im Zuge der Griechenlandkrise immer hieß "Schulden müssen bezahlt werden".


Jetzt hammwer den Salat!

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steffen_k. 19.04.2019, 12:53
205. ...und was wollen wir von Griechenland zurück?

Als echter Bayer fordere ich die griechischen Kronjuwelen zurück - die hat der Wittelsbacher Otto mitgebracht und die haben die Griechen einfach behalten. Abgesehen davon wollen wir Bayern Schadenersatz, weil sie den Otto erst aus Bayern geholt und dann vertrieben haben. Ihn, seine Frau und seinen Hofstaat mussten wir Bayern dann in Bamberg weiter durchfüttern.

Die Kroaten und Sizilianer könnten auch Schadenersatz fordern: Schließlich waren es die Griechen, die diese Länder überfallen und komplett abgeholzt haben. Bis heute (mehr als 2000 Jahre später) leiden die Regionen unter dem kompletten Abholzen der Wälder für die griechische Flotte. Mit Zinsen werden da 300 Milliarden zzgl. der Kosten für Aufforstung nicht reichen...

Die Ägypter haben vielleicht auch noch eine Rechnung offen mit den Griechen: Schließlich war es die Griechin Cleopatra, die den Untergang des alten Ägypten besiegelt hat mit ihrer verfehlten Politik. Abgesehen davon, dass die Griechen selbst als Eroberer an den Nil kamen. Und damit waren die Ägypter bis ins 20. Jhdt. ein besetztes Land.

Von Alexander dem Großen wollen wir besser gar nicht erst anfangen - was der alles erobert, unterjocht, geklaut, angezündet und niedergebrannt hat. Da reden wir mit Sicherheit nicht mehr von Milliarden.

Kurz: Ja - es war ein unglaubliches Unrecht, das die Deutschen angerichtet haben im zweiten Weltkrieg. Das ist mit Geld sowieso nicht wieder gut zu machen. Aber irgendwann muss man die Dinge auch wieder ruhen lassen. Würde man all das gegenseitige unrecht bis zu Kain und Abel aufrechnen: Wir würden nie fertig werden.

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neurobi 19.04.2019, 12:53
206.

Zitat von thoms1957
Die einzige Chance für Griechenland ist eine Klage vor US Gerichten.
US-Gerichte? Das ist doch nicht deren Zuständigkeit, auch wenn es dort tatsächlich Bezirksrichter gibt, die meinen über souveräne Staaten urteilen zu können.
Jeder US-Richter, der meint über internationale Angelegenheiten urteilen zu müssen, sollte damit rechnen müssen im Ausland festgenommen zu werden.

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schlimmer1 19.04.2019, 12:55
207. Konto?

Zitat von gutmichl
Es wird teuer für uns, aber das sind wir schon gewohnt. Zahlen wir den Griechen doch die 300 Milliarden und schreiben sie bei Target2 an. Target2, dem Konto das ohnehin für immer verloren ist.
Himmel hilf! Es gibt kein Target-2-Konto. Es ist ein Saldo. Da geht nichts verloren. "Anschreiben" geht auch nicht. Empfehlenswerte Informationen dazu: https://makroskop.eu/2018/07/target-2-oder-wie-man-das-volk-aufwiegelt/

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kallikrates 19.04.2019, 12:56
208. Und ewig grüßt das Murmeltier

Auch frühere Regierungen haben sich immer wieder mit dem Thema an Deutschland gewandt. Das ist also nichts Neues. Fakt ist, dass sich Deutschland über Jahrzehnte geweigert hat, griechische Forderungen anzuerkennen. Es hieß immer, das ginge erst, wenn Deutschland wiedervereinigt wäre. Nach 1990 hieß es dann wiederholt, das Thema sei politisch und juristisch abgeschlossen. Das Thema ist emotional, hier geht es auch um symbolische Gesten, um das Anerkennen der eigenen Schuld. Das erfolgte jedoch erst 2014 zum ersten Mal durch den damaligen Bundespräsidenten Gauck. Auf seine Initiative wurde auch der deutsch-griechische Zukunftsfonds ins Leben gerufen, der mit ca. 1 Million Euro jährlich Projekte fördert, die die Auseinandersetzung mit den dunklen Kapiteln der deutsch-griechischen Geschichte zum Thema haben. Eine schöne Geste, wie ich finde!
Trotzdem bleibt bspw. der Zwangskredit (den die Nazis seinerzeit auch begonnen haben zurückzuzahlen) als Thema auf dem Tisch. Ich finde, Deutschland sollte sich in dieser Frage kompromissbereit zeigen.

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N12724 19.04.2019, 12:56
209. Das ist ein bodenlose Frechheit!!

Zuerst nehmen die von uns Milliarden aus dem ESM um ihre schlecht gelaufene und korrupte Finanzpolitik auszugleichen. Und jetzt erdreisten die sich noch abermals Reparationen zu fordern?! Alle Ansprüche dahingehend wurden vertraglich mit dem Zwei-Plus-Viervertrag als nachträglicher Friedens und Einigungsvertrag abschließend geregelt. Es besteht daher keine rechtliche Grundlage mehr und aufgrund der großzügigen Spenden für die deutsche Schuldenkrise auch keine moralische mehr. Diese Forderung ist der größte Witz.

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