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Streit um Reparationszahlungen: Griechenland erwägt Pfändung von deutschem Besitz
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Die griechische Regierung will mit mehr Nachdruck Reparationszahlungen von Deutschland fordern. Nach SPIEGEL-Informationen aktiviert Athen dafür jetzt auch eine alte Drohung: die Beschlagnahmung von deutschem Eigentum.

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pauleschnueter 19.04.2019, 16:35
330. Alles gut

Griechenland hat gemessen an seiner realen Wirtschaftskraft, seinen Human- und Rohstoffrescourcen in den letzten Jahrzehnten unglaublich gut, unglaublich über seinen eigenen Fähigkeiten gelebt. Ein infrastruktureller Standard, vergleichbar nur mit in den agilsten Regionen wirtschaftlich starker Ländern, wurde sinnlos in die Gegend geworfen, kaum genutzt aber kostenintensiv.
Das da so lange darüber hinweg gesehen wurde, DAS ist die Reparation. Es ist mehr als genug.
Nun muss Griechenland erwachsen werden.

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Paul-Merlin 19.04.2019, 16:38
331. Keinen Cent

bezahlen. Wenn abgeschlossene gültige Verträge, wie der Zwei-plus-Vier-Vertrag, ausgehebelt werden gleitet Deutschland in einen rechtslosen Raum ab. Jeder Deutsche, jedes deutsche Eigentum in den feindlich gewordenen Ländern, könnte konfisziert werden. Nach Griechenland und Polen würden ganz schnell andere Länder zügig "zugreifen". Deutschland und seine Bürger würden in einen rechtslosen Sklavenstatus gedrückt. Keine Bundesregierung mit Verstand - hoffentlich haben die auch Merkel & Co. in ausreichendem Maße - kann und darf dies akzeptieren. Anstelle von "Tributzahlungen" wäre deshalb dann eine massive militärische Aufrüstung, inklusive atomarer Bewaffnung, die einzige Alternative für das Überleben der deutschen Nation. So schlimm die Verbrechen der Vergangenheit die in deutschem Namen begangen wurden auch waren. Es hat einen guten Grund, dass durch Verträge ein Schlussstrich gezogen wird. Übrigens auch in der Vergangenheit, wo Deutsche die Opfer waren. Denken wir an den Westfälischen Frieden nach Ende des 30jährigen Krieges, an den Wiener Kongress nach den napoleonischen Kriegen usw. Sonst würde jeder Krieg unendlich dauern, würde nicht nur die Besiegung sondern die totale Ausrottung des Unterlegenen, ohne Unterschied zwischen Soldaten und Zivilbevölkerung, erfordern. Wie weit will man in die Geschichte zurückgehen? Ins Altertum? Auch die Griechen unter Alexander dem Großen haben eine Blutspur hinterlassen. Mit Zins- und Zinseszins gerechnet könnten die Nachkommen der Opfer ganz Griechenland locker mehrfach aufkaufen. Ja, die Deutschen haben sich in der NS-Zeit schuldig gemacht. Dafür haben wir bezahlt, wie wohl noch nie ein europäisches Volk zuvor. Mit einem Verlust von 1/3 des Reichsgebiets, Vertreibung, zerbombten Städten, Millionen toter Zivilisten und sehr vielen Millarden DM/EUR an Wiedergutmachung. Individuelles Unrecht wird nie wirklich gerecht ausgeglichen werden. Da stoßen wir einfach an Grenzen menschlicher Möglichkeiten. Die Gefängnisse in allen Ländern der Welt sind voll mit Mördern und Vergewaltigern, deren Taten aus Opfersicht nie angemessen gesühnt werden können. Auch in der Gegenwart sind leider Massenmörder an den Spitzen vieler Staaten aktiv, trotz der brutalen Erfahrungen der Vergangenheit. Weltweit. Deutschland hat hier kein Alleintätermerkmal. Bedauerlich, aber Realität. Für viele der heutigen Herrscher wäre die Vorstellung einer "Wiedergutmachung" nur lachhaft. Typen, wie Baschar Hafiz al-Assad oder Kim Jong-Un denken ganz sicher nicht im Traum daran. Deutschland hat sich nach dem 2. Weltkrieg für einen anderen Weg entschieden. Zu Recht. Aber über 70 Jahre nach Kriegsende ist der finanzielle Wiedergutmachungszeitraum abgeschlossen. Die Sippenhaftung eines ganzen Volkes ist aus grundsätzlichen Erwägungen abzulehnen. Es gibt keine Erbschuld eines Volkes. Die nach dem Krieg geborenen Generationen, plus die vielen Zuwanderer, haben mit den Verbrechen der Nazi-Zeit nun einmal nichts zu tun. Die "Gnade der späten Geburt" gilt für die Nachgeborenen. Sie haben aus der Geschichte gelernt und werden die gemachten Fehler nicht wiederholen. Das ist schon eine Menge, wie ein Blick in andere Weltregionen zeigt.

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hefe21 19.04.2019, 16:39
332. Sättigungsbeilage

Zitat von nobody_incognito
Die Zinsen sind dann niedrig, wenn so Konjunkturzyklen keine lohnenden Investitionen hergeben, bzw. das Geld selbst unterliegt auch einem Angebot-Nachfrage Prinzip. Dass die Zinsen dauerhaft niedrig sind, liegt an einer Sättigung der Märkte bzw. an Grenzen des Lohndumpings und Mietsteigerungen.
Verbreiten Sie hier doch nicht die Propaganda der Zentralbanken. Offensichtlich gibt es auf vielen (Teil)märkten wie etwa dem Immobilienmarkt noch haufenweise "lohnende Investitionen". Die Frage ist dann nur, warum die liquiditätsbereitstellenden Sparer per Dekret von Zentralbanken, die sich mit ihrem Mandat z.B. durch die Euroausweitung, völlig übernommen haben von einer Beteiligung an den eben doch "lohnenden Investitionen" ausgeschlossen werden?
Denn das meiste Geld zirkuliert ja jeweils in einem überschaubaren Einzugsbereich der lokalen Banken und es wäre in "normalen" Zeiten eben niemand auf die Idee gekommen, einen Part am "Spiel" völlig von den Gewinnaussichten auszuschliessen.
Das gleiche bezüglich Propaganda gilt auch für den Stehsatz, dass "Realzinsen schon immer negativ waren". Das wurde allein durch den (vormaligen) Zinseszinseffekt in den Märchenbereich geschoben.

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focuspuller 19.04.2019, 16:42
333. Armselig

Es wäre schön, wenn alle, die hier die griechische Forderung nach Reparationen für eine Frechheit halten, sich im Ton ein wenig mäßigen könnten. Es hat schon mehr als nur das berühmte schwäbische Gschmäckle, wie großzügig die Enkel der Täter bereit sind, die Gräuel des Zweiten Weltkrieges ad acta zu legen und die Enkel der Opfer verächtlich zu machen, weil diese das zu den Akten legen so rasch nicht wollen oder können. Die Griechen sind damit übrigens nicht allein.

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claus7447 19.04.2019, 16:42
334. Sicher?

Zitat von Dr. homo oeconomicus
Falsch, Deutschland hat nach dem 1. WK alle Schulden bezahlt. Es gab keine Schulden vor dem 2.WK mehr. Und um Ihre Unwissenheit noch weiter zu demonstrieren, sollten sie mal bei Wikipedia unter Allierte Rheinlandbesetzung nachschlagen. Wo ist der Deutschen denn davon gekommen? Man nehme mal die ganze Gebietsverluste, die man hinnehmen musste. Deutschland hat jetzt nur noch etwa 60% von dem Gebiet was vorher mal besessen hatte - ohne Kolonien. Und der 1. WK war mit Sicherheit nicht Schuld des DR allein, sondern dies wurde wurde sodiktiert! Nicht umsonst sehehn eige Historiker die Ursache von dem 3. Reich in dem diktorischen Friedenschluss nach dem 1. WK. Schlagen Sie mal bitte unter der Dolchstosslegende nach. Selbst der amerikanische Präsident Wilson hatte vor solchen Friedenbedingungen gewarnt. Also so einfach ist Geschichte nun einmal nicht.
Wenn mich nicht alles täuscht, würde Deutschland nach Vorschlag der USA nach 1929 die restschulden erlassen.

Können sie in jedem Buch über die Weimarer Republik nachlesen.

Den quasi Wahlsieg der nsdap würde durch die hohe Arbeitslosigkeit unterstützt. Die "Dolchstosslegende" spielte eine nebenrolle, eher war das hilflose Agieren hindenburgs zu nennen.

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lean.leanparker 19.04.2019, 16:44
335. Nein, Deutschland! Das Thema sieht immer noch nicht erledigt an!

Deutschland hat die moralische Verpflichtung, Griechenland für alle während des Zweiten Weltkriegs begangenen Barbarei und Plünderungen zu entschädigen. Es ist eine Ehrlosigkeit, wenn Deutschland sagt, dass diese Angelegenheit bereits geregelt ist. Die geplünderten Kunstwerke müssen mit einer öffentlichen Bitte um Vergebung zurückgegeben werden, damit Deutschland würdevoll bleibt und mit erhobenem Kopf weiterarbeiten kann.

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kado1 19.04.2019, 16:44
336. Das haben doch die Träumer und

Zitat von forumgehts?
kann nur hoffen, dass es keine wirkliche EU gibt. Denn die EU ist die einzige Organisation seit Bestehen der Menschheit, wo die "Union" schwächer ist als manche ihrer einzelnen Mitglieder. Auch das muss man erst einmal fertigbringen!
grossen Europäer vor, eine EU-UdSSR mit Macrons Ideen, u.a. einen EU-Finanzminister mit eigenem Budget, einer EU-Arbeitslosenvers., die gemeinsame Haftung von Krediten, eine Transferunion,... super für F und die Pleiteländer, aber nicht für uns.

Der Länderfinanzausgleich klappt mit Murren und Knurren gerade noch in D, nie in der ganzen EU. Etwas Sozialismus im Kapitalismus ist ein Unding und scheitert, wie der ehem. Ostblock und dort flossen noch die Gewinne der Betriebe, Banken, Rohstoffe,...zurück in die Staatskasse.
Den Hauptanteil zahlt D und dort bekommt die Hälfte der Rentner nicht einmal 1000 Euro, jedes 5. Kind lebt in Armut, 300 000 (waren es einmal) konnten den Strom nicht bezahlen, wurde ihnen abgeklemmt.
Jetzt sind sogar die Noch-Nettoeinzahler F und I die neuen Sorgenländer.
Kürzlich wollte Italien 250 Mrd erlassen bekommen, wann wacht der Michel endlich auf?
Das Fehlkonstrukt ist total gescheitert, wenn die vielen Nehmerländer einmal einzahlen müssen und die wenigen anderen nicht mehr können, ist es vorbei.

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theodtiger 19.04.2019, 17:00
337. absurd

Zitat von forumgehts?
kann nur hoffen, dass es keine wirkliche EU gibt. Denn die EU ist die einzige Organisation seit Bestehen der Menschheit, wo die "Union" schwächer ist als manche ihrer einzelnen Mitglieder. Auch das muss man erst einmal fertigbringen!
Dem obigen Foristen gebührt wahrscheinlich der Preis für den unsinnigsten Beitrag. Auf so etwas Absurdes muss man erst mal kommen! Zumal die Forderungen populistischer griechischer (links und rechts) und polnischer (nur rechts) Politiker so rein gar nichts mit der EU zu tun hat. Diese ist nämlich dezidiert auf die Zukunft gerichtet und hat mit Aufrechnung von Vergangenen vom Ansatz her nichts zu tun.

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hdwinkel 19.04.2019, 17:10
338. Restschulden

Zitat von claus7447
Wenn mich nicht alles täuscht, würde Deutschland nach Vorschlag der USA nach 1929 die restschulden erlassen. Können sie in jedem Buch über die Weimarer Republik nachlesen. Den quasi Wahlsieg der nsdap würde durch die hohe Arbeitslosigkeit unterstützt. Die "Dolchstosslegende" spielte eine nebenrolle, eher war das hilflose Agieren hindenburgs zu nennen.
Die Reparationen wurden 1932 gestrichen, aufgrund der deutschen Zahlungsunfähigkeit.
Die aufgelaufenen Zinsen wurden im Londoner Schuldenabkommen auf die Zeit nach der Wiedervereinigung verschoben und von der Bundesrepublik 2010 endgültig beglichen.
Übrigens an inzwischen private Gläubiger, also Inhaber von Anleihen.

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Ezechiel 19.04.2019, 17:12
339. Zahlt den Griechen das Geld .......

Zahlt den Griechen das Geld in zehn Jahresraten. Aber nicht an den Staat, sondern an die Hinterbliebenen der Opfer. An die Kinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel. Denn wenn der Staat das Geld in die Finger bekommt, landet es wieder in den Taschen der selben Aasgeier, die sich auch aus den Staats-Krediten hemmungslos bedient hat.

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