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Streit um Reparationszahlungen: Griechenland erwägt Pfändung von deutschem Besitz
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Die griechische Regierung will mit mehr Nachdruck Reparationszahlungen von Deutschland fordern. Nach SPIEGEL-Informationen aktiviert Athen dafür jetzt auch eine alte Drohung: die Beschlagnahmung von deutschem Eigentum.

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avis 19.04.2019, 10:45
50. Vorsicht liebe Griechen

Wir haben gerade 20 Jahre völkerrechtswidrigen Krieg gegen Serbien gefeiert, das war ja in eurer Nachbarschaft. Die Deutschen können längst wieder anders, weshalb sie ja auch mit ihren Panzern an der russischen Grenze herumfahren. Die aus den Verwerfungen des 2. Weltkrieges geborene Politikergeneration des Schuldbewusstseins und des "Nie wieder" liegt längst unter der Erde. Die aktuell herrschende Kaste in D ist rein karriereorientiert und transatlantisch durchkorrumpiert, mit ihr ist wieder alles denkbar. Also gut möglich, dass nach der Reparation vor der Reparation ist. Auch wenn Ihr nachvollziehbar handelt, so müsstet Ihr in der als "Eurokrise" umgedichteten Finanzkrise gemerkt haben, dass die Deutschen zur SIcherung des Reichtums Ihrer Eliten zu allem bereit sind.

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frank.huebner 19.04.2019, 10:45
51. Juristisch wird es für Deutschland ein Problem

Zuerst möchte ich sagen, dass die Forderungen nach Reparationen in meinen Augen den Griechen in Europa mehr schaden werden als Nutzen bringen. Aber: Greichenland hat seit 1946 Forderungen, und sie haben den Prager Verträgen widersprochen sowie die 2+4 Abkommen bezüglich Reparationen nicht zugestimmt (konnten sie auch nicht, sie wurden gar nicht gefragt). Aber das könnte für Greichenland nach hinten losgehen, denn Deutschland müsste (mit einer guten Regoerung, was wir leider nicht haben) mal sagen, was Deutschland für Griechenland in den Jahren nach 1949 getan hat. Bürgschaften in Milliardenhöhe, Kredite ohne Ende, dazu die Zahlungen in den EU-Topf zur Griechenlandrettung.Das Einzige, wo auch die Staatsrechtler Chancen für die Griechen sehen, ist der Zwangskredit, zur Zeit etwa 11 Mrd Euro wert inkl Zinsen. Aber den könnte man leicht mit den gewährten Krediten verrechnen, das Geld sehen wir eh nicht wieder.

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k-w-reinhardt 19.04.2019, 10:45
52. Der Traum von einer EUdSSR

Das Verhalten der Griechen und Polen zeigt, daß ein Vereinigtes Europa, wie es einigen deutschen europhilen Politikern vorschwebt, eine Illusion ist. Ein "Europa der Vaterländer", wie es sich der Realist Charles DeGaulle vorstellte, ein Europa sich respektierender Nationen ist das einzig mögliche. Die nächste Steigerung der griechisch/polnische Ambitionen wären vielleicht Kriegsdrohungen(?).

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hagmar dase 19.04.2019, 10:46
53. Echt clever...

Echt clever, diese Erklärung so kurz vor der Hauptreisezeit der deutschen Urlauber zu verabschieben. Jetzt noch ein bisschen Berichterstattung der dt. Medien, so...bleibt lieber Weg von diesen unberechenbaren Griechen, und der letzte Zweig neben den Olivenöl bricht endgültig weg..

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friesenheino 19.04.2019, 10:47
54. Türkei in die EU

Zitat von nadja_romanowa
Es wird Zeit, dass wir die Türkei endlich in die EU aufnehmen. Damit hätten die Griechen endlich mal wieder ein richtiges Problem und würden vielleicht mal anfangen nachzudenken.
da bin ich ganz bei Ihnen. Erdogan wird's den Griechen schon zeigen, wo es lang geht bzw. langgehen muss. Ich unterstütze seine Schadenersatzforderungen.

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gruebi01 19.04.2019, 10:47
55. Sehr verständlich - dennoch falsch.

1. Dass die Deutschen beim Schuldenabkommen mit Hilfe der Amerikaner und Engländer einen fantastischen Deal machten (Westdeutschland war der grösste Gewinner des kalten Krieges) ist ebeso richtig, wie die Tatsache, dass viele kleine Länder, die von den Nazis geplündert wurden, dabei quasi ein zweites Mal enteignet wurden.
2. Somit sind die Forderungen der Griechen gut nachzuvollziehen, wenn man die Sache von einem rein moralischen Gesichtspunkt betrachtet.
3. Verlässt man allerdings die moralische Ebene und versucht einfach gute erfolgreiche und ertragreiche Politik zu machen, sieht die Sache schon ganz anders aus, denn:
4. Griechenland benötigt dringend Investitionen aus dem Ausland. Diese Investoren scheuen aber Staaten, die ihre Investitionen nicht 100%ig absichern. Sollten die Griechen nun tatsächlich versuchen, ihre Forderungen durch Beschlagnahmungen zu einem winzigen Bruchteil einzutreiben, wäre das ein Pyrrhussieg. Man würde eine kurzfristige moralische Genugtuung gegen mittel- und langfristige ökonomische Schäden tauschen.
5. Die Griechen sollten also ruhig weiterhin auf Wiedergutmachung zumindest der materiellen Schäden durch die deutsche Bestzung bestehen und andererseits auf Beschlagnahmungen, die ihnen mehr schaden als den Deutschen, verzichten.

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Adrianstein 19.04.2019, 10:48
56. Der griechische Staat hat schlechte Karten

Ich konnte bei tagesschau. de über die Forderungen über Reparationen gut nachverfolgen, nicht aber nachvollziehen. Hier geht es um zwei Konflikte.
1. Die Forderungen aus einem Zwangskredit 1942 im Rahmen
der gewalttätigen Annektion des Goldschatzes und Devisenreserven der hellenischen Nationalbank durch Hitler Deutschland..
Hier muss man die Fragen von Verjährung Zinsen, und heutige Werthaltigkeit in Euro genauer prüfen.
2. moralische und eventuell juristische Schuld durch Kriegsverbrechen an Griechen und speziellan Juden während der Okkupationszeit. Hier waren auch die Italienischen Truppen am Werk und ebenfalls mitschuldig . Es ist nur generell schwierig hier Schadensersatzrecht des Zivilrechts wie analoge Ölverseuchung oder Explosionen von Chemiewerken auf Zerstörungen und Mord anzuwenden. Auch hier wird Beweislast und Verjährung ein Thema für die Griechen sein.
3. Die beiden Abkommen mit Schuldnern von Westdeutschland 1953 udn Gesamtdeutschland 1990 spielen dabei zusätzlich eine Rolle.
4. Die besondern Umstände 20001/ 2001 bei dem Beitritt zum Euro desGriechischen Staates sollte ebenfalls im Rahmen von Schuld und Geldwert zu Lasten Dritter geprüft werden.

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lutfikus 19.04.2019, 10:48
57. hinreichend geklärt

Reparationsansprüche sollten inzwischen international hinreichend geklärt und ausgeglichen sein. Aber evtl. müssen wir noch nachvollziehen, wo die Truppen Alexander des Großen seiner Zeit marodierten und entsprechende Entschädigungen mit Zins und Zinseszins bestimmen? Und wie war das eigentlich damals mit Rom? Ok, nicht ernst gemeint, aber ähnlich absurd erscheint mir das aktuelle Ansinnen Grichenlands. Und solange dies offiziell vertreten wird, werde ich keinen Touristeneuro mehr nach Griechenland tragen. Schade, diesbezüglich ein weiterer Ausfall nach der Türkei.

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alter_dessauer 19.04.2019, 10:49
58. Paukeschlagen nach Art eines Trump

Es ist so offensichtlich wie nervig: der neue Politikstil a la Trump hat Schule gemacht. Laut Tönen, traditionelle Diplomatie durch ökonomisches Pokertischgehabe ersetzen und schauen, was man dadurch bei ehemaligen Partnern erreicht, die man sich nun als Gegenspieler denkt. Kleine Kurzfristerfolge gelten, da propagandistisch in die Währung Wählerstimme umtauschbar, als der erwünschte Profit. Die Perversion von Politik als Fortsetzung einer gewinnmaximierenden Ökonomie mit anderen Mitteln setzt sich ungeschminkt durch - und die reflexionsabstinenten Wählergruppen goutieren dies. Als Bildungsbürger möchte man sich einfach nur angeekelt abwenden, wenn man nicht Verantwortung dafür spüren würde, wenigstens mit der eigenen Wahlentscheidung dagegenzuhalten.

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timurson 19.04.2019, 10:50
59. Verantwortung verjährt nicht

Die Bundesrepublik muss die Verantwortung für die alte Schuld übernehmen. Wir werden die Geister der Vergangenheit nicht mit Lippenbekenntnissen vernichten. Die Reparationsansprüche der Griechen sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit berechtigt und ich würde es begrüßen wenn ein Gericht sich damit beschäftigen würde.

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