Forum: Wirtschaft
Streit um Solarmodule: Europa wehrt sich mit Strafzöllen gegen Chinas Dumpingpreise
DPA

Die EU-Kommission verteidigt sich mit Strafzöllen gegen chinesische Billig-Solarmodule. Die Aufruhr in Deutschland ist groß, dabei sind die Sanktionen nur Verhandlungstaktik. Europas grundlegendes Dilemma können sie ohnehin nicht lösen: Der EU fehlt im Wettbewerb mit China eine Offensivstrategie.

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joG 04.06.2013, 22:38
10. Wenn man droht,....

....muss man dabei bleiben und tun, was man androhte. Sonst ist man unglaubwürdig und Beute.
Das weiß man bevor man droht. Hat man gedroht, hat man das wirtschaftliche Äquivalent von Krieg. Während Solidarität in vielen Situationen ineffizient ist, ist dies im Krieg anders. Wenn man ausreisst also desertiert, bricht die Front. Daher erschießt man Deserteure.

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joG 04.06.2013, 22:44
11. Die zweite Beobachtung ist....

....dass es erstaunlich scheint, dass die EU die Mitglieder gegen deren Willen in einen Handelskrieg verwickeln kann. Wenn die EU Verfassung das erlaubt ist die Souveränität der Mitglieder de facto an dieser Stelle ausgesetzt. Das Verfassungsgericht hat aber Lissabon nur erlaubt, weil das GG Europäisches Recht schlägt.

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mrmink 04.06.2013, 23:07
12. Scheinheilig

Das ist doch alles ein abgekartetes Spiel und unsere schwarz/gelbe Regierung ist ein Teil des Ganzen. Wir fördern seit Jahren über günstige KfW Kredite die Solar Branche. Auch vereinfachte Abwicklung von Solar Parks ist hier Gang und Gebe. Jetzt China genau dies vorzuwerfen ist scheinheilig. Man muss sich nur fragen wem diese Zölle helfen und findet Ross und Reiter. RWE, Eon und Co sind die Profiteure! Wenn keine billigen Module mehr verbaut werden sind auch Eigenverbrauch PV-Anlagen für jedermann nicht mehr rentabel. Die "Großen" haben ihre Megawatt Anlagen gebaut und der kleine Mann soll seinen Strom nicht billig selbst produzieren können. Stellt euch mal vor in jeder Mietwohnung hängen Solarmodule am Balkon und statt 3000 kWh verbraucht der Mieter nur noch 1500 kWh im Jahr. Das ist die Horror Vorstellung der Energie Versorger und deshalb kämpfen sie an allen Fronten, auch in Brüssel. Und die Kommentare von Herrn Rösler sind erstens nicht ernst gemeint und zweitens sollen sie uns Glauben machen, die Regierung würde die Energie Wende wollen. Genau das Gegenteil ist der Fall.

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DonCarlos 04.06.2013, 23:13
13. Strafzölle für fehlende Rentenversicherung

Zitat von Pandora0611
Die EU will also die low-tech Firmen in Deutschland schützen. Dafür greifen sie auch zu "Strafzöllen". Das wird aber nach hinten losgehen. Solarmodule sind nun einmal "Low-Tech", die kann (nach)bauen.
Ich würde grundsätzlich Strafzölle auf Waren aus Ländern erheben, die keine Kranken- oder Rentenversicherung für ihre Arbeitnehmer haben. Diese Länder verschaffen sich auf Kosten ihrer Arbeiter einen wirtschaftlichen Vorteil. Solche asozialen Systeme müssen wir nicht unterstützen.

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soläuftdas? 04.06.2013, 23:22
14.

Zitat von knoeterfrosch
Warum kann Europa nicht ebenfalls....guenstige Kredite an heimische Unternehmen vergeben und wichtige Schluesselindustrien stuetzen.
Weil in Europa das Geldsystem Privat ist ..... und China hat das Geldsystem noch in staatlichen Händen. Das ist der klitzekleine Unterschied mit den ganz Großen Kostenvorteil. Private Banken sind nun mal Geldgeil und nehmen so viel Zinsen wie sie nur bekommen können. Denen ist Europa mitsamt der Solarindustrie sch....egal. Ja vielleicht haben sie sogar gegen diese Wetten abgeschlossen, das sie bald am Boden liegt. So what. That´s Business.

Mal nach Schuldgeldsystem googeln oder FED oder Monetative.

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volker.foerster 04.06.2013, 23:24
15. Subventionsschwachsinn

Leider ist es ja so, dass die Politik irgendwas möglichst populäres fördert, aber sich über die Langzeitkonsequenzen keine Gedanken zu machen. Und wen wundert es, wenn man eine Solarindustrie nicht von Anfang an dazu verdammt, wie jeden anderen Wirtschaftszweig auch, sein Geld selbst zu verdienen? Hätten wir konkurrenzfähige Anbieter in Deutschland, hätten wir auch günstige Preise und die "Bedrohung" aus China wäre kaum der Rede wert. Aber eine künstlich fett gefütterte Industrie, die ihr Geld bisher durch Solarförderung eingenommen hat, kann natürlich auf dem Weltmarkt nicht bestehen. Recht so, muss ich sagen. Denn Wirtschaft kommt von wirtschaften. Und wer es nicht schafft, marktfähig zu sein, muss das Handtuch werfen.

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soläuftdas? 04.06.2013, 23:34
16.

Zitat von Pandora0611
Die EU will also die low-tech Firmen in Deutschland schützen. Dafür greifen sie auch zu "Strafzöllen". Das wird aber nach hinten losgehen. Solarmodule sind nun einmal "Low-Tech", die kann (nach)bauen.
Von wegen sind Solarmodule "Low-Tech" und jeder könnte sie produzieren. Bislang kommen die Maschinen und Solarfabrikenausstattung aus Deutschland, Schweiz, USA und Japan.

Diese Ausrüster stehen kurz vor der Insolvenz, weil China keine Kapazitäten mehr erhöht. Kann sie nicht mehr erhöhen weil der Absatz in Europa und USA sind gefährdet wegen Zöllen.

Damit dürfte die Europäische Solarindustrie endgültig den Bach runtergehen und ist faktisch ausgelöscht worden. Prima ihr Strommonopolisten und AKW und KKW Betreiber, damit habt ihr euer Strommonopol erfolgreich verteidigt. Es gibt bald die EE nicht mehr und das Weltweit. Und keiner kommt darauf das ihr Schlaumeier dahintersteckt, das ist ja noch das schönste. Den Handelskrieg mit China könnt ihr ja gelassen entgegen sehen, ihr seid ja nicht davon betroffen.

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soläuftdas? 04.06.2013, 23:44
17.

Zitat von paulpaulson
...erst wird seitens der "Kernkraft-Abschalter"-Regierung, so lange mit Strafzöllen gewartet bis die deutschen Solarmodulproduzenten alle am Boden sind und nun wird auch noch der Markt des Vertriebes und der Montage für Solarmodule zerstört, in dem die Kosten für die Endverbraucher steigen und zwangsläufig die Nachfrage sinkt. Clevere Taktik um es der Stromlobby der "Großen Vier" recht zu machen.
Excact....so isses. Jahrelang wurde der Solarindustrie vorgeworfen sie könnten nicht zu konkurrenzfähigen Kosten Strom produzieren.......und als sie so billig waren das sie sogar die AKWs ersetzen konnten, wird das wiederum den Solarmodulproduzenten zum Vorwurf gemacht.

Anstatt jetzt Europa sagt: Gut die sind jetzt so billig da legen die Chinesen aber drauf wenn sie die verkaufen.

Nein da soll jetzt China nicht geschädigt werden und wir sollen von den billigen Modulen auch nicht profitieren mehr.

Mal auf andere Bereiche so angewandt, warum hat das noch niemand den Sportartikelherstellern, Apple, Kleidungsherstellern ebenfalls vorgeworfen? Das ist doch erst Recht Dumping. Schleißlich muss doch auch unsere Industrie davor geschützt werden. Warum ausgerechnet nur Solarmodule? Na?

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guteronkel 04.06.2013, 23:50
18. optional

Jetzt sind wir in der BRD schon so weit, dass wir Sklavenarbeit und Leibeigentum akzeptiert haben. Wir nennen dies Leiharbeit und 1-Euro-Jobber bzw. Praktikanten. Wir sollten uns an China orientieren und die Arbeiter ebenso behandeln wie in China: Keine Gewerkschaft, keine Mitbestimmung, Arbeitszeit 10 h pro Tag, 6 Tage die Woche, kein Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Urlaub max. 8 Tage (Kalendertage), mindestens 5 Kinder pro Ehepaar und maximal 900 kcal pro Tag. Wasser aus der Leitung kann großzügiger weise nach Belieben konsumiert werden.

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Grafsteiner 05.06.2013, 00:22
19. Dumpinglöhne

China wird sich nun gegen deutsche Dumpinglöhne zur Wehr setzen. Und gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei Daimler protestieren (Menschenrechte), wo Arbeiter unterhalb des Sozialhilfeniveaus zur Arbeit getrieben werden.

Na, das gibt Ärger. Importverbot in China für die unter unmenschlichen Bedingungen gefertigten deutsche Automobile.

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