Forum: Wirtschaft
Streit um Sparpotenziale - wo soll gekürzt werden?

In der Frage, in welchen Bereichen im Haushalt gespart werden soll, gehen die Meinungen in der Regierung auseinander. Kanzlerin Merkel will in den Ressorts Bildung, Kinderbetreuung und Forschung keine Kürzungen zulassen. Wo aber soll gespart werden?

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earlybert 15.05.2010, 13:39
330. An Bildung darf nicht gespart werden!

Gute (Allgemein)Bildung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit sich auch eine gesunde, kritische Demokratie entwickeln kann. Wer an Bildung spart, wirkt dem entgegen. Oder haben Politiker Angst vor gebildetem Volk? Wähler die ihre Schlächter selber wählen, müssen eben über ein möglichst niedriges Bildungsniveau verfügen.

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davidrohde 15.05.2010, 13:45
331. Management-Audit mit Roland Koch

Herr Koch hat offensichtlich zwei Probleme: Erstens kommuniziert er unabgestimmt und zeitlich ausserordentlich unpassend, und das nicht zum ersten Mal! Zweitens übersieht der (fälschlicherweise) als Finanz- und Wirtschaftsexperte seiner Partei bezeichnete Politiker, dass es noch vor den Bildungs- und Kinderbetreuungskosten sehr wesentlichere Einsparpotentiale gibt, die es zu erwähnen lohnt.
Hierzu gehört die Reduzierung der Anzahl der Bundesländer und ihrer Bürokratien, die Altersversorgung des öffentlichen Sektors, die Einhaltung der Empfehlungen des Bundesrechnungshofes hinsichtlich der Verschwendung durch Kommunen, Länder und Bund, Streichung der zu 70 Prozent ohnehin zweckentfremdeten Solidarsteuern für den sog. `Aufbau Ost`, von der Revision des Steuersystems und dem Abbau der Schattenwirtschaft ganz zu schweigen! An solche Kaliber geht der sogenannte Experte erst gar nicht heran, weil es unliebsam ist und es die Karriere behindern könnte (s.a. Buch "Richtungswechsel", Bertelsmann-Studie "Vertrauen in Deutschland" u.a.).
Es ist bezeichnend, was sich deutsche Berufspolitiker, bedauerlicherweise aller Parteien, in einer Krisensituation herausnehmen... Möge sich Niemand über die sinkende Wahlbeteiligung bei EU-, Landtags- und Bundestags-Wahlen wundern!Unqualifizierte Führung hat ihren Preis!

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ronghua 15.05.2010, 13:45
332. Finde es erbaermlich, wenn ich hier die Beitraege zum Thema lese

Bin Jahrgang 1940. Habe nach Volksschulabschluss/Lehre und dann 18 Monate Wehrpflicht, den 2. Bildungsweg eingeschlagen. Dipl.Textil-Bekleidungsing. war mein Abschluss!
Wir waren 7 Kinder zu hause und niemand hat damals an Kita oder aehnliches gedacht, aber Deutschland wurde aufgebaut. Heute schreit jeder nach allen Wohltaten dieses Landes, die keiner mehr bezahlen kann.
Bildung ist Eltern-und Eigeninitiative.
Migrantenkinder bitte wieder ins Heimatland. Da stimme ich Herrn Koch unbedingt zu.

Gruss aus China

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coppador 15.05.2010, 13:46
333.

Zitat von kdshp
Hallo, man kann ja nur hoffen das die D-Mark wiederkommt.
Unter dieser Schulden-Konstelation würde auch der tausch der Druckplatten nicht mehr hergeben als der EURO. Ein Schuldenerlaß wäre eine Alternative, aber der Letzte Alfred, der das angestrebt hat, wurde von der Finanzmafia ermordet.
Ackermann betonte auch schon in einem Gespräch, dass ihm gleiches geschehen könnte, würde er sowas anstreben.
Ab Min 13:55

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nocheinbuerger 15.05.2010, 13:48
334.

Zitat von Der_Franke
Dafür ist Staatsverschuldung in Frankreich noch höher.
Wirklich so entscheidend höher?

http://www.staatsverschuldung.de/ausland.htm

Des weiteren muß man fragen, ob der Fetisch Staatsverschuldung, als ein Kriterium für die Euro-Einführung von Deutschland so durchgedrückt, tatsächlich alleinseligmachend ist. Sind diese Kriterien nicht deswegen so gewählt worden, weil das damals zum Zeitpunkt der Euro-Einführung gerade die Werte waren, die D gerade hatte? Vielleicht sollte man sicher eher auf die BIP-bezogene Schuldenlast und deren Entwicklung konzentrieren, dann werden diese Zahlen aussagekräftiger.

Zitat von
Irgendwie muß das alles finanziert werden.
Die Ausgaben für die Rettung notleidender Banken und der krisenbedingte Ausfall von Steuern- und Abgaben muß ja auch irgendwie finanziert werden. Die Kommunen allein sagen ein Loch im Haushalt von 15 Mrd. voraus. Wäre es nicht besser, die so oder so entstehende Neuverschuldung einmal für zielgenaue Steuersenkungen für Familien wie oben erwähnt und zweitens für konjunkturfördernde Maßnahmen einzusetzen, um zu Wachstum zu kommen, wo sich das Problem der krisenbedingten Steuer- und Abgabenausfälle gar nicht mehr stellen würde?

Zitat von
In Deutschland ist dies übrigens ähnlich. Mit 3 Kindern haben die meisten Alleinverdiener bereits ein negative Einkommenssteuer, da Kindergeld höher ist als die EKSt. Und wenn man die kostenfreie Bildung dazurechnet, wird es richtig heftig. Hier wir auf höchsten Niveau gejammert.
Im Unterschied zu allen anderen Ländern wird das Kindergeld dazu benutzt, um das verfassungsrechtliche Mindesteinkommen zu finanzieren. Es wird verglichen, ob die Familien über die Kinderfreibeträge steuerlich besser kommen als über das Kindergeld; übersteigt ersteres das zweitere, wird das Kindergeld gegengerechnet, d.h., die Steuererstattung wird gekürzt. Im Endeffekt bleibt für die Familien effektiv viel weniger als in Frankreich übrig. Das ist zu ändern.

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dieterschg 15.05.2010, 13:50
335.

Zitat von bigeagle198
Guten Tag, Beihilfe ist ein Bestandteil der Krankenversorgung bei Beamten. Diese wird in Höhe der gesetzlichen Krankenversicherung im Krankheitsfall ausbezahlt. Entgegen Ihrer Annahme wird diese nicht zusätzlich gewährt. Weihnachtsgeld und ein 13. Monatsgeld gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Komisch, dass sich dieser Mythos so lange hält. Pensionen sind höher als Renten, weil sich diese zum Einen am Endgehalt und nicht am mittleren Lohn orientieren. Des Weiteren verfügen Pensionäre über eine höhere durchschnittliche Qualifikation als Rentner. Lehrer sind ausnahmslos Akademiker, außerdem gibt es viele technische Behörden, die einer höheren Qualifikation bedürfen. Wenn Sie also schon vergleichen, dann rechnen Sie bitte diese Faktoren heraus, da Sie ansonsten Äpfel mit Birnen vergleichen. Das Wichtigste: Es gibt sehr viel mehr Rentner als Pensionäre. Das Erschießen der Pensionäre würde die Probleme also kaum alleine lösen helfen. Gruß bigeagle198
Schon recht unverschämt Ihre Argumentation, von wegen höherer Qualifikation.

Ich komme aus einem ehemaligen Beamtenhaushalt, weiß was an Beihilfen bezahlt wird, bei deutlich geringeren eigene Krankenkassenbeiträgen.

Mein Vater war höherer Dienst, der Schwiegervater mittler bei der Polizei, und das waren schon eher die Ausnahmen.

Das Gross der Beamten sind keine mittleren und gehobenen, also nur die wenigen ab gehobenen Dienst haben z.T. eine Qualifikation, die z.B. einem Handwerksmeister, Prokurist, Abteilungeleiter oder Facharbeiter in der Industrie entspricht u. Ähnliches ,

- ALSO SCHÖN AUF DEM BODEN BLEIBEN, und akzeptieren, dass nicht ich hier Äpfel mit Birnen vergleiche:

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Svante07 15.05.2010, 13:51
336.

Zitat von tächs
... In keinem anderen EU-Land sind die Krankenstände der Lehrer so exorbitant hoch wie in Deutschland. Dass 15 % aller Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, liegt nicht an der Bezahlung der Lehrer, die in Deutschland relativ hoch ist, sondern an ihrer mangelnden Befähigung mit aufgeklärten Kindern umzugehen. Viele Lehrer, noch mehr Lehrerinnen, haben den Job anvisiert, weil er in Deutschland bald den Beamtenstatus verspricht und dann die Existenz bis zur Pension gesichert ist . Lange Ferien locken zusätzlich. Pädagogisches Talent, das man nicht lernen kann, ist bei der Ausbildung kaum gefragt.. Der spätere Frust vor frechen Klassen endet dann in immer längeren Krankenständen. In keinem anderen Land dauern des weiteren die durchschnittlichen Studienzeiten so lange wie in Deutschland. In Frankreich z.B. beginnt die Aufnahme der beruflichen Tätigkeit nach dem Studium im Durchschnitt 3 - 5 Jahre früher. ....


Was schlagen Sie vor?
1. Bezüge der Lehrer kürzen?
2. Beamtenstatus abschaffen?
3. Ausbildungszeit verkürzen?

1. Kürzen Sie die Bezüge, wird der Beruf noch unattraktiver. Für viele Fächer kriegen die Schulen schon gar keine Lehrer mehr, weil es keiner machen will. Es ist nicht jeder Idealist und will unter diesen Bedingungen in Schulen arbeiten. Gute Leute finden in der freien Wirtschaft attraktivere Jobs.

2. Dann aber auch mit allen Vorteilen eines Angestellten. Z.B. freie Kündbarkeit entgegen der jetzigen Planwirtschaft. Die Folge könnte allerdings sein, dass einige Schulen ihren Untericht nicht mehr sicherstellen könnten, da sie kurzfristig keinen Ersatz bekommen, für die Kollegin, den Kollegen, der gerade gekündigt hat und woanders arbeitet. Auch sehr häufige Lehrerwechsel wären nicht unwahrscheinlich Das dürfte insbesondere die ländlichen Schulen unattraktiver Standorte betreffen.
Es gibt sicherlich auch Lehrer, die ungeeignet sind und welche, die es nur auf den Beammtenstatus abgesehen haben. Die bekommt man dann schlecht woanders untergebracht, was bedauerlich ist.

Ihre Einschätzuung, dass die arbeitscheuen Lehrer krank werden, ist aber grundweg falsch. Die Ursachen sind grundsätzlich von der Persönlichkeitsstruktur abhängig.

Es gibt nämlich auch viele gute Lehrer, die nach 20-30 Jahren ausgebrannt sind, weil die Anforderungen zu hoch sind. Hierfür gibt es viele Gründe, die mit den Systembedingungen zusammenhängen. Hohe Klassenfrequenzen, fehlende psychologische Unterstützung und Mitarbeiter sind Beispiele dafür. Die Probleme, die Schüler haben werden zu spät oder gar nicht behoben. Das frisst Gesundheit.

3. Ihr Beispiel aus Frankreich ist ein schlechtes, denn französiche Lehrer unterrichten nur EIN Fach. In Deutschland sind es mindestens zwei, an Gymnasien auch zwei, die bis zum Abitur reichen, das heißt die Sekundarstufe I und II umspannen. In Polen und Finnland sieht es ähnlich aus wie in Frankreich.
Wenn Sie hier die Ausbildungszeiten kürzen wollen, senken Sie das Niveau ab. Das sollte nicht das Ziel sein.

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Kohlnako 15.05.2010, 13:53
337. Erfahren

Zitat von Pinarello
Ist/war allerdings keine Aufforderung, sondern lediglich ein Vorschlag, siehe auch Urban Priol in der Anstalt für den "ehrenwerten" Herrn Funke, übrigens, die Verschwendung von Steuergeldern ist ein richtiger Straftatbestand, obwohl bei den jetzt mehreren Hundert Milliarden Euro die seit 2 Jahren vorsätzlich und planmäßig verschleudert werden bislang sich noch keine Staatsanwaltschaft sich zu einem Ermittlungsverfahren berufen fühlt. Ist aber auch klar, die müssen die "Maultaschen aus dem Abfall"-Holer mit aller Entschlossenheit verfolgen und vor Gericht zerren, wäre ja noch schöner, wenn jemand sein Essen aus dem Abfall holt ohne Einwilligung des Besitzers, hier muß dem Rechtsstaat mit aller Härte Genüge getan werden.
Ja und, Wahrheiten, die nicht aus dem hohlen Bauch kommen.

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gerthans 15.05.2010, 13:53
338. Schlichte Lösungen

Zitat von Pinarello
Es wird nun allerhöchste Zeit, die Dreschflegel zu polieren und die Sensen zu schärfen, außerdem sollte das Volk baldmöglichst die Altersansprüche dieser korrupten und unfähigen Politikekaste wieder einkassieren, in den Parks gibt es dafür genügend starke Äste:-)
Dieser Kurzer-Prozess- und Rübe-runter-Mentalität der schlicht-brutalen Lösungen entspricht ein ebenso schlichtes Welt- und Menschenbild:
Zitat von Pinarello
wenn unsere Kanzlerdarstellerin auch nur einen Funken politischen Charakter hätte, würde sie sämtliche Steuergeschenke von Rotz/Grün an die oberen Zehntausend rückgängig machen und noch obendrein fleißig draufsatteln, schon bräuchten wir uns über die Schulden oder wie die Kanzlermarionette so verlogen sagt "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt" sparen.
Wie einfach es sich Piranello doch macht! Nicht wir leben über unsere Verhältnisse, sondern schuld sind Typen, die aufgeknüpft gehören, und alles wird gut! So befreit man sich von Selbstkritik, denn die Sündenböcke sind andere. An welche Aktionen im finsteren Mittelalter, als es gegen Sündenböcke ging und wie zufällig auch noch die eigenen Schuldscheine dabei in Flammen aufgingen, erinnert mich das nur?

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friedrichii 15.05.2010, 13:55
339. ja

Zitat von Lochblech.19
Das würden sie ja, wenn nicht die Politik aus der Rentenkasse Leistungen finanziert, die eigentlich über die Steuer und so mit den Staatseinkünften verknüpft, da sie mit Rente nichts mehr zu tun haben.
Richtig, das ist auch eines der gerne verschwiegenen Probleme.
Zudem wurden in früheren Zeiten, als es noch Überschüssen in den Rentenkassen gab, sogar solche Sachen wie Fußballplätze aus diesen finanziert, weil es ja keine direkte Rückstellungen geben sollte (Umlageverfahren).

Hätte man frühere Überschüsse zur Bildung eines Kapitalstocks verwendet, würde es heute wahrscheinlich anders aussehen.

Genauso sieht es bei den Beamtenpensionen aus. Wer erinnert sich heute daran, daß bei Aufstellung der Gehaltstabelle in den Fünfziger Jahren des vor. JH etwas über 7 % in vergleichbaren Tätigkeiten zur Privatwirtschaft abgezogen wurden - was in etwas dem damaligen Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung entsprach.

Hätte man dieses Geld tatsächlich in einem Kapitalstock angelegt, gäbe es heute auch keine Probleme mit den Pensionszahlungen. Aber stattdessen wurden die Gelder in den allgemeinen Haushalten verbraten. Es ist ja auch so "überraschend", daß Beamte nach ca. 45 Jahren in Pension gehen...Da kann ja kein Politiker mit rechnen...

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