Forum: Wirtschaft
Streit um Sparpotenziale - wo soll gekürzt werden?

In der Frage, in welchen Bereichen im Haushalt gespart werden soll, gehen die Meinungen in der Regierung auseinander. Kanzlerin Merkel will in den Ressorts Bildung, Kinderbetreuung und Forschung keine Kürzungen zulassen. Wo aber soll gespart werden?

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Matthias Limburg 16.05.2010, 10:37
490. Der "Apparat"

Zitat von Monsieur Rainer
Dieser SPIEGEL - Artikel sowie die Beiträge in den Foren sind ein Ärgernis! Über meine mehrfach vorgetragene Idee, zunächst einmal den Staat zu verschlanken und ihn von gänzlich unnötigen Behörden, Institutionen und Funktionären zu befreien, spricht niemand. Sind denn zwei Regierungssitze sakrosankt? Sind fünfzig parlamentarische Staatssekretäre sakrosankt? Ist eine Milliarde Euro Zuschuss für parteinahe Stiftungen sakrosankt? Sind alle Subventionen sakrosankt? Ist der Fuhrpark des Bundestages sakrosankt? Sind die Schlupflöcher und Ausnahmeregelungen im Steurrecht sakrosankt? Sind 16 Bundesländer sakrosankt? Braucht man wirklich jedes Bundesministerium? Braucht man ein Bundespresseamt? Ist der Speckgürtel der gewerkschaftsnahen Unternehmen rund um die Bundesagentur für Arbeit mit 86 Milliarden Euro Zuschüssen unantastbar? Wieoft wollen die einen Gabelstaplerfahrer noch umschulen? Können Stars ihren deutschen Pass behalten und sich hier feiern lassen, aber ihre Steuererklärungen in Steueroasen abgeben? Spart doch ersteinmal beim Staat, bevor Ihr wieder bei den Bürgern abkassiert! Warum diskutiert das niemand in diesem Forum? Es ist zum verzweifeln, wie eingefahren die Spardiskussion ist. Denken Sie doch endlich einmal in neuen Kategorien!
Die Problematik des Forums ist ganz einfach, dass es sich nur um einen „Schlagabtausch“ handelt.

Konkrete Diskussionen bedürfen weitergefasster Texte, die auf Recherchen etc. beruhen, dies kann das Forum aus technischen Gründen nicht liefern.

Somit ist es nicht mehr als eine Plattform mit deren Hilfe man sein Gift versprühen darf.

Wenn man mit wenig Eigenleistung viel erreichen will, braucht man einen entsprechenden „Apparat“. Dieser Apparat würde sinken, würde die Leistung des einzelnen steigen. Unsere Politiker repräsentieren eben nicht gerade das Leistungsoptimum, das ist das Problem, wie sie richtig bemerkt haben.

Verringert man den Apparat in sich, kommt gar nichts mehr raus, befürchte ich.

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rehabilitant 16.05.2010, 10:50
491. Scherzkeks

Das Merkel als Retter Europas.
Man weiss nicht, ob man lachen oder weinen soll.
In dieser Krise wäre ien Politiker vonnöten, der eine klare Linie vorgibt und auch in der Lage ist, seine Ziele zu artikulieren und zu vermitteln.

Leider haben wir in Deutschland jedoch keine Regierungschefin, sondern eine Regierungsmoderatorin, der man prima auf der Nase herumtanzen kann.

Im Übrigen fehlt ihr aus nachvollziehbaren Gründen der ökonomische Sachverstand.

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christiane006 16.05.2010, 10:53
492. viele Vorschläge

Zitat von sysop
In der Frage, in welchen Bereichen im Haushalt gespart werden soll, gehen die Meinungen in der Regierung auseinander. Kanzlerin Merkel will in den Ressorts Bildung, Kinderbetreuung und Forschung keine Kürzungen zulassen. Wo aber soll gespart werden?
wer mehr Geld für die maroden Haushalte möchte, der stellt Steuerprüfer ein. Diese Maßnahme ist risikolos und spült ohne Frage Geld in die Kassen.
Wer Geld sparen will, der sorgt dafür, dass Menschen für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Das spart Lohnsubventionen über Hartz IV, fördert die Steuereinnahmen und verhindert Wettbewerbsverzerrungen.
Der Finanzmarkt belegt, dass es Geld, wie Dreck gibt, deshalb verbessert man die Einnahmenseite, indem man die längst überfällige Finanztransaktionssteuer einführt.
Wir bezahlen 19 % auf Windeln, aber Leerverkäufe und windige Kreditausfallversicherungen können ungehindert gehandelt werden, zu unser aller Schaden. Das ist menschenverachtend und verhöhnt den Bürger
Eine Anhebung der Steuern auf Alkohol und Tabak, sollte man auch überlegen. Diese Genussmittel sind nicht unbedingt zum Leben notwendig, im Gegenteil, sie belasten das Gesundheitssystem, wer sie braucht, der soll dafür mehr bezahlen.
Um Gelder zu sparen, wäre endlich auch einmal der Schneid nötig, den Pharmariesen bei der Preisgestaltung, Grenzen zu setzen. Hier müssen Preise rigoros festgesetzt werden, das Argument mit den Arbeitsplätzen zieht nicht mehr, da Medikamente kaum noch in Deutschland produziert werden und märchenhafte Gewinne kontraproduktiv sind, da sie in Kasinos getragen werden um unserer Volkswirtschaft zu schaden.
Der nächste vernünftige Schritt wäre: Aufbrechung der Oligopole bei den Versorgern. Es muss dringend eine strikte Trennung von Produktion und Netzen geben, damit wir endlich einen Wettbewerb erhalten, der diesen Namen auch verdient.
Dies würde mehr Geld in den Taschen der Verbraucher bedeuten und hier kann man eine Ankurbelung des Binnenmarktes erwarten, d.h. Einnahmenerhöhung durch indirekte Steuern. Dazu sind wir natürlich auch zu feige.
Wer Geld für die Zukunft generieren möchte, der setzt auf Bildung und Kinderbetreuung, denn nur eine gut ausgebildete junge Generation sorgt für potente Steuerzahler. Wer das nicht will, der schafft zukünftige Kosten im Sozialhaushalt und in der Justiz, durch Steigerung der notwendigen Haftplätze.
Es gibt sehr wohl Möglichkeiten, man muss nur endlich einmal aufhören, auf Spendengelder und Sponsering aus der Wirtschaft zu schielen und genau das tun, wofür man bezahlt wird, Politik für den Bürger machen.

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therude 16.05.2010, 10:59
493. Sparen? Wozu?

Die USA haben offiziell ca. 15 Billionen Dollar Schulden (inoffiziell sollen es 60 Billionen sein).
Das sind künstliche buchhalterische Zahlen und Werte. Die zahlt niemand mehr zurück. Die Diskussion ist künstlich und soll lediglich dazu dienen den kleinen Mann (wahlweise kleine Frau)mit offenem Mund dastehen zu lassen und ihn zu animieren den Gürtel enger zu schnallen, währenddessen anderswo die Taillenweite vergrößert wird.
Was, wenn die berühmten Blasen platzen?
Dann gibts auch morgen noch ein Aldi, dann werden auch morgen noch Kartoffeln angebaut.
Wer ist denn der große Verlierer, wenn die Blase platzt? doch wohl der, der viel zu verlieren hat, nämlich die riesigen Vermögen. Oder sehe ich das falsch?

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monotram2 16.05.2010, 11:06
494. ...

Zitat von stanis laus
Es war also n i c h t so, dass die Beschlüsse vom letzten Wochenende (750 Mrd. €) eine Vorsichtmassnahme war, es war eine verzweifelte Notmassnahme, um die Finanzmärkte vor einem totalen Zusammenbruch zu retten. Kein Mensch kaufte mehr Staatsanleihen. Die Länder fahren ein so enges Cash-Management, dass ihnen die Liquidität innerhalb von Stunden zusammenbricht, wenn sie ihre Papiere nicht am Finanzmarkt platzieren können. Dies war Case: Deutschland war am letzten Wochenende praktisch zahlungsunfähig.
Laut diesem Bericht:
Zitat von
"Plötzlich waren nur noch deutsche Bundesanleihen liquide, noch nicht einmal mehr gute französische Staatstitel", erklärt ein Euro-Notenbanker die Zwangslage. "Es musste gehandelt werden - ohne Rücksicht auf Verluste."
waren "wir" die einzigen die noch den Mast über Wasser hielten (während Merkel russische Milltiärmärsche genoß). Nehmen Sie uns doch nicht diesen letzten Rettungsring fürs Ego :(.

Zitat von Palmstroem
Wir wollen doch mal sachlich bleiben. Deutschland unter Merkel hat die Finanzkrise als Klassenbester überstanden. Im Ausland spricht man vom "German Wonder". Die Arbeitslosigkeit ist kaum gestiegen, Deutschland ist schon wieder auf Wachstumskurs, die Schulden sind weniger als von SPD-Steinbrück geplant und den Deutschen geht es trotz Krise besser als unter ROT /GRÜN.
Die Mechanismen für das "German Wonder", wie die Kurzarbeit oder die Ausweitung der (Hungerlohn-)Zeitarbeit, gab es schon vorher. Merkel hat's nicht erfunden, sondern sich nur bedient und die Verlängerung der Kurzarbeit war auch nicht umsonst zu haben. Da bezahlen alle Noch-AN mit, nur sind die Zahlen nicht so offensichtlich, wie eine Erhöhung der Arbeitslosenquote. Auch die Mißbrauchquote zum Wohle der Unternehmen dürfte wohl genauso im diffusen Nebel bleiben.
Dafür möchte ich nicht wissen, wieviele in der Zeit der Agenda 2010 zusätzlich zum Opfer gefallen sind, Aufstockertum betreiben oder in sinnfreien Umschulungsmaßnahmen die Wände anstarren, und somit nicht als arbeitslos gezählt werden.

Es gibt eigentlich nichts was Merkel geleistet hat und das ist ziemlich wertfrei: Die Frau kann es einfach nicht, die Fassade bröckelt zunehmend und die sehr, sehr schmale Gestalt dahinter sollte nun auch für den Letzten offensichtlich werden. Deshalb glaube ich auch nicht, um das Topic aufzugreifen, das in Zukunft dort gespart wird, wo es angebracht wäre. Wer weiß was tatsächlich hinter dem Gekeife von Kohl&Kompagnons steckt: Eine indirekte PR für Merkel oder die Vorbereitung dem angesägten Stuhl noch dem letzten Schliff zu geben.

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gerthans 16.05.2010, 11:09
495. Bürger sollen erwachsen sein!

Zitat von Paul-Merlin
Diese Lobhudelei auf "Gas-Gerd" kann ich nicht nachvollziehen. Mit seiner Agenda 2010 hat Schröder Millionen (es dürften min. 4 Millionen sein) Arbeitnehmer auf die finanzielle Rutschbahn nach unten gesetzt. Heute gehören ca. 25 % aller Arbeitnehmer dem Niedriglohnsektor an. Das sind keine Faulenzer oder Taugenichtse, sondern schlichtweg Opfer einer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik die Schröder zu verantworten hat.
Das Bild mit der Rutschbahn ist verräterisch. Eine Rutschbahn ist doch ein Spielgerät für Kinder. Und das Kind in Ihrer Metapher hat sich nicht selbst auf die Rutschbahn gesetzt, sondern wurde auf sie gesetzt (und wohl auch noch angeschoben) - von einem Erwachsenen, von Vati oder Mutti, wie man sich vorstellt. In einer freiheitlichen Demokratie ist ein erwachsener arbeitsfähiger Bürger aber mündig - so ist jedenfalls das Ideal - und sollte auch seines Glückes eigener Schmied sein. Es geht doch nicht, dass in einem Staatswesen wie dem unseren, das zudem wegen der Demografie in den nächsten Jahren erhebliche Schwierigkeiten bekommmt, viele, allzu viele Bürger wie verhätschelte Kinder Umsorgung von Vater Staat und Mutti Merkel erwarten.

Natürlich gibt es auch viele Menschen, die unverschuldet arbeitslos werden, aber es gilt nicht für alle!

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c++ 16.05.2010, 11:10
496.

Zitat von Schleswig
Mehr Geld bringt einfach nicht mehr Bildung, oder Kompetenzen.
Stimmt sicherlich, man muss den Mitteleinsatz optimieren.

Sicher ist aber eines: wer im Bildungsbereich kürzt, der erreicht weniger Bildung.

Unter einer "Bildungsrepublik" versteht man landläufig etwas anderes als Bildungsabbau.

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c++ 16.05.2010, 11:16
497.

Zitat von stanis laus
Kein Mensch kaufte mehr Staatsanleihen.
Haben Sie einen Link, der dies untermauert?

Zitat von stanis laus
Dies war Case: Deutschland war am letzten Wochenende praktisch zahlungsunfähig.
Wo haben Sie das denn her? Die Zinssätze für Bundesanleihen sind sogar leicht gesunken. Wie es sich allerdings nach diesem Mega-bail-out entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Ich wüsste auch nicht, wo Geld eine Anlage finden könnte, wenn nicht in Staatsanleihen. Was stattgefunden hat ist die Flucht aus unsicheren Staatsanleihen in sicherere.

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sitiwati 16.05.2010, 11:17
498. und das ist

gut so!
Zitat von Eutighofer
Die Deutschen geben jedes Jahr 60 Milliarden allein für Auslandsurlaub aus, das ist deutlich höher als der gesamte Staatshaushalt von Ägypten, einem Land mit 83 Millionen Einwohnern!
http://www.lifepr.de/pressemeldungen...xid-54502.html

es gibt LÄnder, die würden schwer zu knappern haben, gäbs dei 60.000.000.000 deutschen €s nicht!
auch die Ägypter !

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dasky 16.05.2010, 11:20
499. Der gute Glaube

Zitat von andy1965
Liebe deutsche Nachbaren. Als Schweizer wundere ich mich oft über die in deutschen Politsendungen spürbare, weit verbreitete Staatsgläubigkeit. ....Ob die Schweizer Politiker besser sind? Mitnichten! Auch Sie würden ähnlich unkontrolliert Geld ausgeben, wäre da nicht das Volk, das in Referenden und Initiativen dem Treiben von Zeit und Zeit einen Riegle schieben würde. Hütet Euch davor, in staatlichen Regulierungen alleine das Wohl zu sehen. Niemand von uns kann auf Dauer mehr Geld ausgeben, als ihm zur Verfügung steht.
Die deutsche Sekretärin der EUSSR für Agitation und Propaganda hat schon vor einiger Zeit dafür gesorgt, dass der Glaube an "Europa" in Deutschland jeden anderen Glauben ersetzt, das deutsche Grundgesetz ist weitestgehend obsolet (1h 2m 30s).

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