Forum: Wirtschaft
Streit um Stromtrasse: Kretschmann bezeichnet Seehofer als unverantwortlich
DPA

Schlechte Energie zwischen Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann und seinem bayerischen Amtskollegen Seehofer: Dessen Linie zur Stromtrasse sei "unverständlich". Kanzlerin Merkel soll es nun richten.

Seite 10 von 14
smichael 23.02.2015, 12:54
90. Wenig Windstrom, aber zig tausend Km Leitungen

Zitat von ilek
Da ist überhaupt nicht alternativlos. Braukohle ist gar nicht in der Lage, mit den erneuerbaren Energien sinnvolle Gespanne zu bilden. Die vorhandenen BK-Kraftwerke sind nach den AKWs die trägsten Kraftwerke die wir haben, sie sind nicht geeignet Schwankungen auszugleichen. Deshalb laufen sie auch die ganze Zeit durch, egal was der Wind macht. Zur Zeit funktioniert das gut, weil z.B. die Niederländer (einer der größten Abnehmer) BK-Strom aus dem Rheinland kaufen und dafür ihre Gas-KW runter fahren. Die sind nämlich flexibel. Letztere wird Bayern in Zukunft mehr brauchen, aber nicht statt, sondern zusammen mit den Trassen. Übrigens, Bayern produziert in großen Mengen Solarstrom, früher oder später wird der auch durch die neuen Trassen fließen, aber andersherum. "K. will doch nur die Renditen sichern. Wieso fragt er aber nicht danach, wieso zuerst Windräder gebaut wurde, ohne an die Weiterleitung zu denken? Oder ist das einfach das alte Spiel 'Sachzwang'? Jetzt sind die Dinger für Millionen gebaut worden, jetzt müssen die Folgeleistungen eben von Staats wegen gebaut/bezahlt werden." Welche Rediten hat K. denn?? Es ist doch absolut sinnvoll, erstmal Windkraft und andere Erneuerbare zuzubauen und erst dann zusätzliche Trassen zu bauen. Das wäre wie wenn man in einem Entwicklungland, in dem erst sehr wenige Autos gibt, heute schon zigtausend km Autobahn bauen.
Absolut sinnvoll erst mal Windräder auf Teufel komm raus zu bauen, und dann überlegen, was machen wir denn eigentlich mit dem Strom? Wie soll der denn transportiert werden?
Das ist sehr vorausschauend. Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, würden Sie lieber zig tausend Autos bauen bevor über eine Straßennetz nachgedacht wird.

Was nützen Autos ohne Straßen? Um dennoch Autos verkaufen zu können müsste man die Menschen zwingen Autos zu kaufen, also ein EEG für Fahrzeuge.

Wie wäre es denn damit, den Windradbetreibern zur Auflage zu machen endlich mal konstant Strom zu liefern und nicht ständig diesen Zappelstrom.

Das würde zumindest dazu führen Innovationen im Bezug auf Speichertechnologie zu fördern. Derzeit ist ja niemand interessiert an Speichern. Die Windmüller erzeugen einfach mal Strom wenn es zufällig passt, egal ob und wie viel benötigt wird.

Jeder andere Produzent muss sich auch um die Vermarktung und Lagerung seiner Ware kümmern, um bedarfsgerecht liefern zu können.

Beitrag melden
Blaumännchen 23.02.2015, 12:55
91. Wunderbar

Zitat von Hans_Nase
Die Verantwortung von Hr. Seehofer ist Bayern. Dafür wurde er gewählt, und dieser wird er gerecht. 1) Die eine Trasse würde v.a. Braunkohlestrom liefern - den will niemand in Bayern haben. Die andere Trasse (bis nach Grafenrheinbfeld) wohl auch z.T. Windstrom - nur diese ist daher überhaupt sinnvoll für eine Energiewende (siehe auch die Formel "2-x" von Fr. Aigner) 2) Fakt ist dass mit den Stromtrassen Geld nach Norden abfliesst - auch wenns keiner laut sagen möchte. Und gefühlt ist Soli und Länderfinanzausgleich schon genug des Zahlens. Daher ist es für Bayern sinnvoll, möglichst nach lokalen günstigsten Lösungen zu suchen - egal ob aus Gas, Biomasse, Solar, Wasser, Wind, Atomkraft aus Tschechien oder was auch immer. Fazit: Man kann das nun mögen oder nicht, aber objektiv betrachtet handelt Seehofer höchst verantwortungsvoll für den Wirtschaftsstandort Bayern - und dafür wurde er gewählt. Die Verantwortung für die Energiewende verortet er nach Berlin. Da er also Volkes Wille umsetzt, ist Kritik an Seehofer in dieser Sache eigentlich Kritik am Wahlvolk bzw. an dessen Willen...
Der Seehofer lässt die bay. Kernkraftwerke die 60% des bay. Stroms liefern abschalten("wir können so nicht mehr weitermachen") und macht sich danach einen Kopf wo der Strom herkommen soll. Stimmt, durch die Trassen kommt am Ende Kraftwerksstrom und kein Windstrom. Jedenfalls nicht wenn man 24h/Tag Strom will. Ist ja auch zu dumm mit der Physik. Und was das Geld betrifft. Mir ist nicht bekannt das Bayern was gegen die Zuflüsse aus der EEG Umlage die aus DE nach Bayern fliessen um die dortigen Erneuerbaren zu subventionieren. Aber da Sie "lokal" für preisgünstig halten mache ich einen Vorschlag. Bayern macht sich seinen Strom wie es will und ausschließlich die bayrischen Stromkunden zahlen die Umlagen für die Subventionen. Dafür darf Bayern seinen Strom dann auch behalten.

Beitrag melden
mit66jahren 23.02.2015, 12:55
92. Hin-und-Wieder-Strom aus dem Norden

Zitat von ilek
Über was hat denn der Souverän in Bezug auf die Energiewende abgestimmt, bzw. was beschlossen? Richtig gar nichts. Da wir eine repräsentative Demokratie haben, wird über sowas nicht im einzelnen abgestimmt- in keinem Fall. Von mir aus können wir das gerne anders machen, aber dann immer und nicht nur, wenn Einzelnen mal was nicht passt. Warum hat "der Bürger" das Recht das abzulehnen? Wer ist überhaupt "der Bürger"? Die die direkten Anwohner? Die dürfen das z.B. bei Autobahnen auch nicht ablehnen. Die Bürger eines Bundeslandes? Ja, möglich. Ich vermute mal dass auch den meisten Bayern, die nicht direkt betroffen sind die neuen Trassen s...egal sind. Ihre Strompreise und der Klimawandel dagegen nicht. Es hat auch schon immer zur der Engergiewende gehört, die Windkraftpotenziale in den Meeren zu erschließen und die deutschlandweite und europäischen Netzwerke auszubauen (nachzulesen zB. im Energie-Konzept der Bundesregierung von 2010). Klar gibt es Alternativen, wenn man sie will. Aber man muss dann auch höhere Kosten wollen (Erdkabel) oder mehr CO2 (Gaskraftwerke statt Trassen).
Bayern ist sicherlich eine repräsentative Demokratie, es hat aber auch die Institution des Volksbegehrens. Die geplanten Megatrassen passen nicht nur einigen wenigen nicht, sondern vielen. Einen Stromtourismus unter dem Oberbegriff Energiewende braucht niemand akzeptieren. Man sollte auch wissen, dass der Windstrom aus dem Norden ein "Hin-und-Wieder-Strom" ist. Wind gibt es zwar an der Küste fast immer, aber die Windgeschwindigkeit schwankt. Ich nehme an, dass auch Ihnen bekannt ist, dass die abgegebene Leistung bei Windrädern von der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit abhängt. Eine redundante Stromversorgung braucht Bayern damit auch mit einer Megatrasse. Ihr Argument mit höheren Stromkosten für Bayern geht damit an der Wirklichkeit vorbei.

Beitrag melden
Frau_Enschleger 23.02.2015, 12:59
93. Da denkt man nach der Einleitung jetzt kommt...

Zitat von otelago
Die reale technisch-physikalische Sachkunde ist in Deutschland größer als sonstwo auf der Welt. Dies kontrastiert erheblich mit der Qualität der öffentlichen Debatte. Man wird den Eindruck nicht los, daß in Deutschland die Technik und Physik von Theologen, Soziologen und Germanisten besprochen wird und Fachleute nur noch als Störfaktor wahrgenommen werden wenn sie nicht das jeweils richtige Parteibuch haben. Mein Wunsch: Bitte bedenkt: Man soll den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben. Wer die Natur schützen will muß für eine schützenswerte Umwelt sorgen. Wir können nicht 50 mal mehr Windräder und noch mehr Strommasten aufstellen, das sieht einfach nur fürchterlich aus. Lassen wir uns bitte was besseres einfallen. Unterirdisch, Gas, Wasserstoff was auch immer, wie auch immer, aber nicht so wie jetzt. Da ist Ende der Fahnenstange.
... was qualifiziertes und dann wird mit visueller Ästhetik argumentiert. Peinlich

Beitrag melden
nonomette 23.02.2015, 13:06
94. Vorschlag zur Güte...

...auf jeden bajuvarischen Gipfel kommt eine Windmühle und auf die Zugspitze ein gutes Dutzend. Da können die bazies endlich auch mal zuschauen wie der Ökostrom entsteht- blieb ja bisher nur den Nordlichtern vorbehalten!

Beitrag melden
plutinowski 23.02.2015, 13:27
95. mal aufschlauen

Zitat von smichael
Wie wäre es denn damit, den Windradbetreibern zur Auflage zu machen endlich mal konstant Strom zu liefern und nicht ständig diesen Zappelstrom. Das würde zumindest dazu führen Innovationen im Bezug auf Speichertechnologie zu fördern. Derzeit ist ja niemand interessiert an Speichern. Die Windmüller erzeugen einfach mal Strom wenn es zufällig passt, egal ob und wie viel benötigt wird.
Die Diskussion ist vor allem durch fehlende Sachkenntnis und entsprechend viel Polemik geprägt. Das Interesse an Speichern steigt, die Innovationen ebenso.
http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/speicherstudie-2013.pdf
oder
http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=634268.html

Windstrom ist volatil, das ist richtig. Deshalb gibt es ja ein Konzept aus Stromtrassen und Energiemanagement (u.a. mit dezentralen Stromspeichern und Regelenergie, die wiederum EE sein kann). Die Trassen, die Seehofer jetzt nicht will, sind übrigens auf gesetzlicher Grundlage (u.a. EnLAG) vereinbart worden, nachdem sie von den Netzbetreibern, der Bundesnetzagentur und den Landesnetzregulierern (auch der bayerischen!) vorgeschlagen wurden. Seehofer erweist sich als unverantwortlich und vor allem unzuverlässig, auf sein Wort kann man anscheinend nichts geben.

Beitrag melden
comptur 23.02.2015, 13:34
96.

Zitat von nonomette
...auf jeden bajuvarischen Gipfel kommt eine Windmühle und auf die Zugspitze ein gutes Dutzend. Da können die bazies endlich auch mal zuschauen wie der Ökostrom entsteht- blieb ja bisher nur den Nordlichtern vorbehalten!
Sie übersehen da eine Kleinigkeit. Die Schleswig-Holsteiner wollen ihren Zappelstrom verkaufen.
Wie Strom auch der unnütze Zappelstrom erzeugt wird wissen die Bazies in dem erfolgreichsten Bundesland mit Sicherheit.

Beitrag melden
wolly21 23.02.2015, 14:02
97.

Die Stromtrassen sind ja nun wirklich keine Verschönerung der Landschaft.
Aber es gäbe ja die Möglichkeit, Unterirdische Kabel zu verlegen. Ist zwar teurer,aber wenn's den Betroffenen das wert wäre?
Ein alter Werbespruch sagte:
"Es war schon immedr etwas teurer einen guten Geschmack zu haben."

Beitrag melden
jowitt 23.02.2015, 14:05
98.

Zitat von jjcamera
Seehofer vertritt die Interessen der bayerischen Bevölkerung. Das finde ich auch "unverantwortlich".
Das eben tut ja Seehofer nicht. Seine Alternative sind ja neue -und sehr teure- Gaskraftwerke. Die so entstehende viel teurere - und auch dem Ökogedanken widersprechende Verbrennung fossiler Energieträger- muss ja letztlich von irgendjemanden bezahlt werden.

Sei es durch ALLE Stromkunden oder "nur" durch die Stromkunden in Bayern.

Das würd zu weiter steigenden Strompreisen führen und irgendwann auch die Wirtschaft und den Standort Bayerns schwächen.

Seehofer versucht mit kurzfristigem Populismus audf Stimmenfang zu gehen.

Beitrag melden
distel61 23.02.2015, 14:06
99. Windgeschwindigkeitsabhängig

Zitat von silbertanne
Besser als lange Leitungen ist es allemal, den Strom vor Ort zu erzeugen. Trotz grüner Landesregierung kommt der Ausbau der Windkraft in Ba-Wü nur schleppend oder gar nicht voran.
Die Leistung von Windturbinen hängt mit der dritten Potenz von der Windgeschwindigkeit ab. Deswegen stehen die Windturbinen meist im Norden von Deutschland.

Beitrag melden
Seite 10 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!