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Streit um Tarifvertrag: Ver.di ruft bei Amazon zum Streik auf - mitten im Weihnachtsg
DPA

Genau eine Woche vor Heiligabend hat die Gewerkschaft Ver.di Mitarbeiter von zwei Amazon-Standorten zum Streik aufgerufen - und schließt eine Ausweitung auf weitere Logistikzentren nicht aus.

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g_bec 17.12.2018, 11:09
130.

Zitat von benmartin70
Und das wäre dann gegenüber einem gelernter Verkäufer/ Verkäuferin mit Beratungsfunktion inwiefern gerecht?
???
Zum Mitmeißeln, da Sie es offenbar immer noch nicht verstanden haben: Es geht um die Einstufung von Amazon in die Branche Einzel- und Versandhändler statt wie bisher als reines Logistikunternehmen. Und die Amazon-Mitarbeiter sollen eben nach dem Tarifvertrag für Einzel- und Versandhandel bezahlt werden und nicht nach Logistiker-Tarifvertrag. Die "Picker" bleiben weiterhin Lagerlogistiker und werden keine Verkäufer. Nur werden Lagerlogistiker nach Einzelhandelstarif wohl besser bezahlt als nach Logistiktarif.

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intercooler61 17.12.2018, 11:09
131. Amazon ist erfolgreich, weil es eine gute Idee ist

... und die ihren Job ziemlich perfekt machen. Die meisten hier vorgebrachten Argumente der Amazon-Basher kommen "aus dem Bauch" und halten einer nüchternen Überprüfung nicht stand.

Es liegt in der Verantwortung der Politik, Steuersparmodelle abzustellen und die Verantwortung für illegale Importe zu regeln. Weder das noch Dumping sind der Grund für den Niedergang des stationären Einzelhandels: Karstadt & Co. hatten über ein Jahrzehnt Zeit, zu reagieren und mit ihrer Einkaufsmacht, (damaligen) Marktstellung und Branchenwissen eine kundenfreundliche, reibungslos funktionierende Verzahnung von online und stationär auf die Beine zu stellen (= das, was Amazon erst jetzt ausprobiert). Ausser Fassadenpflege und halbherzigen Versuchen haben sie aber _nix_ gebacken bekommen.

Ich bin vor vielen Jahren Amazon-Kunde geworden, weil die mir Bücher beschaffen bzw. vermitteln konnten, bei denen unser hochgelobter, beratungskompetenter und ach so kundenfreundlicher stationärer Fachhandel keinerlei Hilfe anbieten konnte. Und ich bin Kunde geblieben, weil Amazon überdurchschnittlich zuverlässig, kulant und hilfsbereit agiert und über die seltene Fähigkeit verfügt, einen auch mit unter 2 MBit/s nutzerfreundlichen(!) Webshop zu betreiben. Weil ich dort genau das finde, was ich suche und nicht das, was der örtliche "Fach"markt gerade billig verramschen will.

Und: weil es unterm Strich ökonomisch und ökologisch effizienter ist, den Krempel für zig Kunden täglich gesammelt zur Packstation oder zum örtlichen Paketshop zu karren, als zuerst zu den Einzelhändlern und dann kundenseitig einzeln per Pkw verschiedene Geschäfte abzuklappern (letzteres oft auch noch vergeblich).

Ich wäre auch gern bereit, für diese Vorteile einen kleinen Aufpreis zu zahlen, um die Logistik (incl. Zustellung) angemessen zu vergüten.

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hyperlord 17.12.2018, 11:11
132.

Zitat von whiterussian
Vielen Dank für Ihre Nachricht. Was ist ihr ganz konkreter Vorschlag um gegen diese miserablen Arbeitsbedingungen vorzugehen? Was wollen Sie wie wann wo genau machen?
Na ja, es geht ja offenbar um die Gehaltshöhe und wenn man sich die anschaut, dann ist die bei Amazon alles andere als miserabel:
ein befristeter Versandmitarbeiter bekommt 1.700€/Monat bzw. 11€/Stunde laut glasdoor.de.

Ich denke, wenn es verdi wirklich um Arbeitnehmer ginge, würde man eher die Transportdienstleister ins Visier nehmen - aber amazon bestreiken gibt natürlich mehr publicity.

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benmartin70 17.12.2018, 11:11
133.

Zitat von drehtuere
Sei haben den Kommentar, auf den Sie sich beziehen, nicht gelesen, stimmt's? Oder nicht verstanden?
Natürlich, doch wenn die Fleischereifachverkäuferin auch nur 10,50 --11,00 EUR die Stunde bekommt, wo soll da die Differenzierung sein?
Lt meinem Kenntnisstand bekommen die Amazon Lagerarbeiter auch über 10 EUR die Stunde? Das ist sicher beides nicht viel Geld, aber was sollte denn ein ungelernter Arbeiter verdienen?

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m-zmann 17.12.2018, 11:11
134. Alle Jahre wieder....

... ruft Verdi die bei Amazon Beschäftigten zum Streik. Und kaum jemand folgt dort dem Aufruf. Die Picker*Innen und Packer*Innen gehen ihrer Arbeit nach und zeigen höchstens bei der Einfahrt auf den Angestelltenparkplatz den aus anderen Städten zusammengekarrten "Streikposten" ihre Meinung mittels ausgestrecktem Mittelfinger oder an die Stirn tippenden Zeigefinger...

Woran mag das liegen? Ist die Bezahlung bei Amazon so gut? Haben die Beschäftigten Angst, ihre (laut Verdi) schlecht bezahlte Stelle zu verlieren, wenn sie streiken? Oder haben sie schlicht durchschaut, dass es Herrn Bsirske weniger um ihren Lohn, als vielmehr um den Einfluß der Gewerkschaften auf Amazon geht? Einschließlich der gutbezahlten Posten führ Berufsgewerkschafter, die vor allem ihre eigenen und danach die Gewerkschaftsinteressen vertreten?

Kurzum: mir fehlt in dem Artikel, was genau Verdi fordert. Neben dem Tarifwechsel, der doch nur als Feigenblatt herhalten soll.

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Olli Ökonom 17.12.2018, 11:11
135.

Zitat von neurobi
Ich bin mit den Amazon Mitarbeitern voll solidarisch. Es kann nicht sein, dass ein Versandhändler meint er können sich nach dem günstigeren Logistiktarifvertrag richten. Damit verschafft sich das Unternehmen einen unlauteren Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Wettbewerbern. Allerdings sollte das mal höchstrichterlich festgestellt werden, das sollte eigentlich per Arbeitskampf erzwungen werden.
Nur dass Amazon nicht unbedingt ein Versandhandler ist, sondern größtenteil ein Logistikunternehmen. Wo verkauft den Amozon als Firma die Produkte? Sehr selten, meistens bieten kleiner Unternehmen unter der Platform Amazon ihre Produkte an! Ergo ist Amazon ein Logistikunternehmen!

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g_bec 17.12.2018, 11:13
136. Kann sein

Zitat von benmartin70
Aber auch kein reiner Einzelhändler- Stichwort Marketplace, Stichwort Onlinedienste wie Server- und Cloud Management. Da wird das meiste Geld verdient. Also doch eher IT Dienstleister?
Kann sein. Aber wahrscheinlich wäre der IT-Dienstleister-Tarifvertrag wohl noch ungünstiger für Amazon;-)

PS: Richtig heißt die Branche wohl Einzel- und Versandhandel. Da gehört ja amazon unzweifelhaft dazu, oder nicht?

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ecki in mexico 17.12.2018, 11:14
137. Wieso sollte Amazon nach Einzelhandels-Tarif bezahlt werden?

Wenn ich in einem zugigen Industrielager für Metallkomponenten im Takt Bauteile für eine Just-in-Sequence Belieferung herauskommisioniere, dann habe ich vermutlich einen ähnlich harten Job wie bei Amazon oder noch unangenehmer bei einer kleinen Spedition. Warum sollte der Bestellkommissionierer im Amazon Warehouse nach einem besseren Tarif bezahlt werden. Weder berät er Kunden im EInzelhandel, noch muss er geschäftsmäßig mit Anzug gekleidet sein. Vermutlich braucht er auch nur begrenzte Deutschkenntnisse. Ich sehe keinen Grund warum Amazon bei diesem Streit nachgeben sollte. Ich würde es an ihrer Stelle auch nicht tun.

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Greenowl 17.12.2018, 11:16
138. Unterschied Stadt/Land

Was an manchen Beiträgen hier auffällt: der wiederholte Hinweis, man solle doch in die Innenstadt gehen, kann eigentlich nur von Leuten stammen, die in einer halbwegs großen Stadt wohnen.

Bei uns z.B. sieht die Lage so aus:
entweder wir probieren in den nächstgelegenen drei größeren Städten aus, ob wir dort das finden, was wir suchen, wobei wir jeweils insgesamt über 60 km mit dem Auto zurücklegen und Parkgebühren zahlen oder für ca. 30 Euro alle zusammen mit dem Zug fahren, eine Person würde immer noch ca. 16 Euro kosten.
Oder wir bestellen online (so wie früher bei Quelle, Schwab etc.) Mal bei amazon, mal über ebay, mal direkt bei Händlern mit Internetauftritt.
Nur bei Kleidung lohnt sich die Fahrt, denn irgendetwas findet man immer und anprobieren vor dem Kauf ist eindeutig praktischer als das Hin-und Herschicken.

Deshalb: es gibt kein Schwarz und Weiß und die Behauptung, Online-Händler wie amazon wären überflüssig können eigentlich nur Leute machen, die nicht in der Provinz leben.
Letztlich hat leider der deutsche Handel in den 2000ern den richtigen Zeitpunkt versäumt, eine ähnliche (vielleicht gemeinsame) Bestellplattform wie das US-amerikanische Vorbild auf die Beine zu stellen.

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dingstabumsta 17.12.2018, 11:20
139. Nicht Lebensnotwendig

Ob nach dem einem Tarif oder nach dem anderen Tarif gezahlt wird, ist schon ein Unterschied!
Wer soviel Millarden an Gewinnumsätze macht, sollte sich schämen, diese gewinne nicht an die Belegschaft weiter zu geben, deswegen wird Amazon nicht Pleite gehen, wenn der von Ver.di geforderte Tarif gezahlt wird.
Und wenn Amazon der Meinung ist, deswegen auswandern zu müssen, dann sollen sie hier auch nix mehr Verkaufen dürfen, den neben den bescheidenen Löhnen kommt noch dazu, dass Amazon nur wenig Steuern zahlen.
Niemand braucht Amazon und co. sondern wir brauchen wieder volle Fußgängerzonen und volle Läden und Kaufhäuser, die auch Arbeitsplätze sichern.
Wir haben jedoch eine falsche Wahrnehmung, wenn es darum geht wer Opfer oder Täter in diesem ganzen Spiel ist.
Die Gewerkschaften werden mittlerweile in vielen Printmedien negativ dargestellt, und gleichzeitig die Arbeitgeber als Opfer bedauert.
Ich würde mir mehr Streiks um besseren Lohn und Arbeitsbedinungen in Deutschland wünschen, denn es ist zu unser aller Wohl, eine solidarisierte Gesellschaft zu haben, und nicht eine solidarisierte Mindestlohn Wirtschaft (Branchenmindestlöhne sind en vougue!).
Ich unterstütze schon seit Jahren diese Streiks, indem ich bei Amazon nichts mehr Kaufe...und ich vermisse es nicht!

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