Forum: Wirtschaft
Streit um Unabhängigkeit: Katalonien setzt seine Wirtschaftsmacht aufs Spiel
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Beim Unabhängigkeitsreferendum in Spanien geht es auch ums große Geld: Katalonien ist die wirtschaftlich stärkste Region des Landes - doch was wäre sie ohne den Rest noch wert? Auch deutsche Manager bangen.

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nixus_minimax 30.09.2017, 01:52
30. lose lose

Zitat von Thorsten_Barcelona
Es ist klar, dass Spanien ohne Katalonien ebenfalls Pleite gehen würde. Das sieht man schon an den hier gezeigten Daten und nein, es gibt keine kleinen Elfen, an die viele Rest-Spanier zu glauben scheinen, die abends in Katalonien die Fabriken abbauen und sie am nächsten Tag in Valencia wieder aufbauen. Und wenn Spanien seine Schulden nicht bedienen kann, möchte ich nicht in der EZB sitzen ... Spanien muss den Staat modernisieren, darum geht es hier viel. In Katalonien haben viele die Hoffnung verloren, dass das möglich ist, und werfen sich deshalb in das Abenteuer Unabhängigkeit. Aber Madrid sagt auch wirklich zu allem Nein und die Verfassung aus der Übergangszeit vom Franco Regime ist etwas heiliges. Mit der Verfassung wird Spanien eh bald untergehen. Sobald die Zinsen steigen und auch der Brexit mag schon genug sein. Die Wirtschaft ist auf dem grenzenlosen Wachstum des Tourismus ausgerichtet. Das kann irgendwann nicht mehr gut gehen. Und die Politiker in Madrid sind eher daran interessiert sich in den Institutionen festzusetzen, wofür sie genau die aktuelle Verfassung verwenden.
Fakt ist das Katalonien ohne Spanien innerhalb von Wochen Pleite ist, es ist die am höchsten verschuldete Region Spaniens und hängt am Tropf des Staates und wurde auch schon von Ihm gerettet. Soweit zu Undank ist der Welten Lohn.

Was passiert mit Katalonien wenn es keine Renten aus Madrid mehr gibt, keinen Schuldendienst und nix? Wer leiht Katalonine noch Geld auf dem Finanzmarkt wenn doch seine Schulden schon jetzt Ramschniveau haben?

Katalonien ist von einem dynamischen Markt zu einer Kleptokratie von Pujol und Konsorten verkommen, diese versuchen sich mit den indoktrinierten Jugendlichen und den sonstigen Separatistenschafen vor der spanischen Justiz zu retten um dann statt zum Dänemark des Südens zu einem weiteren Kosovo zu werden. Den naiven Fahnenschwingern würde die Sezession bereits nach kürzester Zeit die Lebensqualität deutlich nach unten schrauben.

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dachristoph 30.09.2017, 01:52
31. Der Wunsch

ist schlichtweg nicht durchdacht.
Szenario: Katalonien sagt sich los

1. ist kein Mitglied der EU. Müsste also Verhandlungen anstreben, nachdem es einen Kandidatenprozess durchlaufen hat.
2. wird nicht passieren, da kaum einer Katalonien anerkennen wird.
Denn keiner hat Lust auf Kleinstaaterei, ansonsten hätten wir dann irgendwann das Königreich Bayern und das Fürstentum Baden usw...
3. Die Hälfte ca. möchte Spanien auch nicht verlassen, es würde also den Kleinstaat spalten, was ganz sicher nicht gut ist.

Mehr Autonomie könnte Katalonien wohl noch bekommen. Aber Madrid wirkt in seinem Handeln aktuell auch nicht sehr glücklich.
Doch wir können da nur Zuschauen, mehr steht uns nicht zu.
Es ist eine innerspanische Angelegenheit.

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quark2@mailinator.com 30.09.2017, 02:26
32.

Wenn Menschen der Meinung sind, für ein gutes höheres Ziel zu kämpfen, setzen sie eigene Interessen oft zurück - im Guten wie im Schlechten. Das führt dann genauso zu Trump oder zum Brexit, wie es noch zu ganz anderen Dingen geführt hat. Ich kenne die Gefühlswelt der Katalonier nicht, aber z.B. die der Mazedonier (welche es nach Meinung mancher gar nicht gibt), oder auch der Kurden. Wenn man sich mit Menschen solcher Völker unterhalten hat, versteht man, daß solche Dinge wie wirtschaftliche Aspekte total sekundär sind, a la "Laßt uns erstmal unser Land haben und dann bauen wir es schon auf.".

Nebenbei bemerkt: Es hat sich jetzt schon einige Male als echtes Problem herausgestellt, daß bei Teilung eines EU-Mitglieds nicht automatisch beide Teile weiterhin in der EU sind. Z.B. als Schottland seinen Volksentscheid hatte, etc. Ich frage mich, ob diese Regel nicht geändert werden sollte. Es erscheint mir unsinnig, Schottland oder Nordirland auszuschließen, wenn sie sich legitim von UK trennen, bevor der Brexit fertig ist. Genauso scheint es mir unsinnig, Katalonien auszuschließen.

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quark2@mailinator.com 30.09.2017, 02:33
33.

Es sollte sich erübrigen, aber bitte keine Neuauflage ... keine deutschen Truppen, die in Spanien einen Bürgerkrieg auf Seiten der spanischen Regierung kämpfen. Bitte ! Egal ob NATO, egal was sonst. Legion Condor war gestern. Also vorvorgestern.

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kaiservondeutschland 30.09.2017, 03:21
34. Hier wird Geschichte geschrieben

Ein Volk befreit sich und die deutschen Medien beten nur den Mist aus Madrid runter.
Wenn die Südafrikaner die Meinung der Rating-Agenturen beachtet hätten, hätten sie auch den Aufstand gegen die Apartheid abblasen müssen.
Vielleicht sollte man est einmal verstehen, dass es den Katalanen egal ist, wenn es nachher ein Durcheinander gibt. Das ist übrigens normal bei Revolutionen und Befreiungskriege.Deswegen gibt es das Wort "Revolutionswirren".

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Thomas Friedrich 30.09.2017, 05:22
35. Belehrung von der Primarschule

Leider werden die Katalaner am Sontag wählen gehen, ohne die wirtschaftliche Konsequenzen sich zu überlegen. Katalaner, so wie Spanier, sind ein sehr temperamentales Volk, die kontinuierlich die Zentraleregierung als Begründung Ihre Probleme nützt, aber sie selber gar nichts machen, nur mehr Schulden kummulieren. Ich habe die Zinsentabelle von El Pais angeschaut und es it vollig normal, dass sie leicht mehr Steuer bezahlen müssen, weil sie auch mehr Industrie haben und Geld machen. Es ist genau dasselbe wie in Deutschland mit Bayern. Traurig, dass so ein schönes Land wegen Egoismus kollabiert würde.

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j.e.r. 30.09.2017, 05:34
36. Die Differenzen sind einiges tiefer als "nur" der Finanztransfer

Die Sprache ist ein Element, wichtiger aber die politische Einstellung. Die anti-spanische Einstellung fast aller emigrierten Katalanen hat mich schon in den späteren 70er Jahren überrascht, fast schockiert. Die Diktatur unter Franco war ja "spanisch", anti-sozialistisch und klerikal-katholisch. Ein Teil der Emigrierten kamen über die Religion zu einem Studium - und liefen dieser als rigide, heuchlerisch und Teil der Diktator empfundenen Religion davon, sobald sie es sich leisten konnten. Ein Teil der spanischen "Elite" lebt immer noch in einer Art "kolonialer", zentralistischer Welt, hat sich einfach formell von der Diktatur verabschiedet, aber nicht unbedingt von früheren "Idealen".

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thobie2 30.09.2017, 06:04
37. Reiner Irrsinn

Ein eigenständiger Staat Katalonien wäre doch überhaupt nicht überlebensfähig. Mit der Abtrennung von Spanien würde man sich doch völlig isolieren. Auf dem Landweg nicht mehr erreichbar. Denn Spanien ist in einem solchen Fall nicht verpflichtet, Durchfahrtsrechte zu gewähren. Auch muss es kein Überflugrecht gewähren. Letztlich wäre Katalonien nur noch über das Meer erreichbar. Dazu wäre es sofort nicht mehr Mitglied in der EU. Es würden die Regeln der WTO gelten, sofern es dort aufgenommen wird. Das würde bedeuten, dass für alle Exporte in die EU Zölle anfallen würden. Alle Katalanen würden die spanische Staatsangehörigkeit verlieren. Würde bedeuten, dass die Betroffenen - sofern sie in einem EU-Staat leben und arbeiten - dort ihr Arbeits- und Aufenthaltsrecht verlieren würden.

EU-Mitgliedschaft: Ja, Katalonien könnte einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU stellen. ABER: Die Erfolgsaussichten sind gleich Null. Denn alle EU-Staaten müssten der Aufnahme zustimmen. Spanien wird das ganz sicher nicht tun. Italien und Belgien ebenfalls nicht, weil es auch dort Regionen gibt, die sich abspalten wollen.

Unter diesen Bedingungen ist schon heute jedes Unternehmen gut beraten, darüber nachzudenken, sich aus Katalonien zurückzuziehen.

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seraphimcherub 30.09.2017, 06:24
38. Das Recht des Volkes

Ich war die letzten Tage beruflich in Llobregat unmittelbar südlich von Barcelona und habe die Gelegenheit genutzt mir selbst ein Bild zu machen. Alle mit denen ich gesprochen habe stehen der Eskalation kritisch gegenüber, betonen aber auch das gezielt durch die Separatisten, Sie wurden auch dort so genannt ( separatistas ), provoziert wird indem Sie zum Beispiel die Hauptverkehrswege bockieren. Ein Kommentar dazu war " estamos hasta las narices de éstos separatistas... " was man aud deutsch in etwa mit " wir haben die Schnauze voll von diesen Separatisten". Im übrigen gilt das Selbstbestimmungsrecht natürlich für alle und da Katalonien ein Teil Spaniens ist könnte eine Abspaltung nur legitim sein wenn auch tatsächlich alle darüber abstimmen und zwar in ganz Spanien.

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opinio... 30.09.2017, 06:39
39. Nationalstaaten haben sich ebenso

Überholt wie der Nationalismus.
Europa der Regionen, eine solche EU hat Zukunft! Gilt auch für Deutschland mit seinen Regionen

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