Forum: Wirtschaft
Streit um US-Aufschwung: Meiner, meiner, meiner
AP

Amerikas Konjunktur läuft endlich wieder rund. Das ist unser Verdienst, tönen die Republikaner. Nein, unser, tönen die Demokraten und Präsident Obama. Aber wem gehört der Aufschwung wirklich?

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muellerthomas 12.01.2015, 13:32
40.

Zitat von Knuffelbeest
Die Arbeitslosenquote ist mehrfach schön gerechnet (macht man überall so). Von einem Aufschwung kann man überhaupt nicht reden. Auch das Staatsdefizit is höher denn je und steigt und steigt. Besonders frappierend ist wird es, wenn man mal die Zahl der Leute anguckt, die nicht in der "labour force" sind, also die, die man einfach aufgegeben hat. Kleiner Blick auf shadowstats.org ist empfehlenswert.
Nein, shadowstat kann man überhaupt nicht empfehlen, das ist eine total intransparente, kommerzielle Seite, die nur darauf abzielt, leichtgläubigen VTlern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Haben Sie die dort präsentierten Zahlen mal überprüft?

Das Staattsdefizit ist nicht höher als jemals zuvor, sondern im Bundeshaushalt ist von 10% des BIPs 2009/10 auf zuletzt 2,8% des BIPs gesunken.

Die reine Zahl der "not in labor force" ist wenig aussagekräftig, da auch die USA einen demographischen Wandel erleben, es also mehr alte Menschen gibt, die üblicherweise weniger oft arbeiten als jüngere Menschen.

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analyse 12.01.2015, 13:37
41. Erinnert an Gerhard Schröder/SPD:

Das ist mein Aufschwung !

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dummer steuerzahler 12.01.2015, 13:38
42. Die wahren Motoren für die USA Ekonomie heißen,

EU, Merkel und Schäuble, kommt auch noch unser Wendehals Gabriel dazu. Mit Republikanern oder Demokraten hat das sicher nichts zu tun.

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pekaef 12.01.2015, 13:39
43. US-Aufschwung ...

... durch europäische Krise. Plump und geschickt gleichzeitig eingefädelt mittels der Russophobie in den östlichen EU-Staaten und der Destabilisierung der Ukraine. Produzierende US-Industrie? Bis auf Fracking: Fehlanzeige. Ein Strohfeuer, es sei denn, wir Europäer lassen uns weiter an der Nase herumführen.

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Herbert Bader 12.01.2015, 13:40
44. Die Aussage passt schon!

Zitat von arvin
Wie kann man denn bei 18 Billionen Schulden vom Aufschwung sprechen?
Indem man sich bewusst macht, dass Schulden in erster Näherung gar nichts mit Wirtschaftsdynamik zu tun haben.

Seien die Schulden noch so hoch - wenn sie bedient werden können und die Gläubiger ihr Vertrauen in die Wirtschaftskraft des Kreditors nicht verlieren, bleibt das System stabil. Wenn dann auch noch die Arbeitslosigkeit sinkt und die Exportwirtschaft floriert, kann von nichts anderem als von Aufschwung die Rede sein.

Wenn allerdings als Kreditsicherheit gigantische Ölvorkommen versprochen worden sind, die sich dann als viel kleiner herausstellen, dann hat u.U. sowohl die Kreditwürdigkeit, als auch der Aufschwung ein Problem ...

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ratio84 12.01.2015, 13:44
45. Was soll dieser einseitige Artikel?

Hier wird suggeriert, dass die USA in einer wirtschaftlich guten Lage stecken.... Fakt ist jedoch, dass
1) die USA jedes Jahr mittlerweile etwa 2 Billionen Dollar neue Schulden machen. Das sind 2000 Milliarden oder ausgeschrieben 2.000.000.000.000. Eine irrwitzige Summe die Jahr für Jahr dazukommt und die dieses Land nie zurückzahlen kann.
2) Der Fracking Boom ein ganzes Land vergiftet hat und sich erst ab Ölpreisen ab 90 Dollar je Barrel lohnt. Im moment wird damit nur Geld vernichtet.
3) Der amerikanische Mittelstand wird immer kleiner und nur im Niedriglohnsektor gibt es nennenswerte Zuwächse.

Umgerechnet ist so als ob Deutschland jedes Jahr 400 Milliarden Euro neue Schulden machen muss und dann kommt ein Artikel wie dieser, der einem eine gesunde Wirtschaft vorgaukelt. Total verdrehtes Realitätsempfinden liebe SPON Redaktion...

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tobiash 12.01.2015, 13:44
46. irrglaube!

Zitat von annetteseliger
Was soll uns dieser Bericht sagen? Zuerst verseuchen die Amerikaner mit ihrem "Finanzprodukten", welche im Ergebnis nicht anderes waren als das was die Amerikaner am besten können - Leben auf Schulden - die weltweiten Finanzsysteme und produzieren damit in Europa die grösste Finanzkrise der Neuzeit und jetzt prahlen sie schon wieder mit ihrem .....
Die Amerikaner haben uns sehr gut vor Augen gehalten, wie man die Wettbewerbsfähigkeit in kurzer Zeit steigern kann. Gerade die Senkung der Lohnkosten auf ein wirtschaftliches Niveau korrigiert entsprechende Fehlentwicklungen. Arbeitsplätze die nicht wirtschaftlich sind, werden nämlich konsequent abgebaut. Das liegt nicht wie von Ihnen gemutmaßt, an den bösen Arbeitgebern, sondern an den guten Konsumenten (die regelmäßig da einkaufen, wo es am günstigsten ist).
Mit dieser Fähigkeit sind die USA Ländern wie Frankreich und Griechenland meilenweit voraus. In Frankreich z.B. müssten die Löhne und Gehälter schon seit Jahren um mehr als 20 gesenkt werden. Da dies von den Gewerkschaften rigoros verhindert wird, werden die Jobs entweder ins Ausland verlagert oder gar nicht erst geschaffen. Kündigungsschutzgesetze helfen da nicht, insbesondere für Menschen, die keinen Job haben. Betroffen sind demnach also vor allem Jugendliche.

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muellerthomas 12.01.2015, 13:46
47.

Zitat von pekaef
Produzierende US-Industrie? Bis auf Fracking: Fehlanzeige. Ein Strohfeuer, es sei denn, wir Europäer lassen uns weiter an der Nase herumführen.
Das Strohfeuer dauert dann aber seit über 5 Jahren an, die Industrieproduktion ist seit dem zyklischen Tief im Sommer 2009 um über 27% gestiegen - in Deutschland nur um 25% und das auch nur in 2009 und 2010, seitdem eher Stagnation hierzulande. Die US-Exporte sind seit Anfang 2009 um über 70% gestiegen - die deutschen Exporte in dem Zeitraum nur um gut 50%.

Branchen, in denen die USA viel produzieren sind etwa Autos, Chemie, Pharma, Flugzeuge etc.

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mimas101 12.01.2015, 13:48
48. hmm

mich würden eher mal die realen Zahlen und die Definition des Wirtschaftswachstums nach US-Lesart interessieren als irgendwelche wohlfeile Zahlen aus Diagrammen die man überall so findet, besonders gerne auf regierungsfreundlichen Seiten.

Der US-Amerikaner steht auf Qualitätsautos, der weniger betuchte nimmt einen Reiskocher und WD40 zur Reparatur.
Will jemand eine Ausbildung machen greift er selbst in die Tasche und bezahlt die (Darlehen eingeschlossen oder man hofft auf ein Stipendium). Ansonsten heißt es kellnern (Fixum ca. 3 US$ die Stunde, der Rest ist Einkommen aus Trinkgeldern) oder Verkäufer (gute Arbeitgeber zahlen ca. 10-13 US$ die Stunde, brutto versteht sich auch hier).
Dienstleistungs-Quote in den US ca. 75%.

Letztes oder vorletztes Jahr wurde die US BSP-Bilanz neu angepaßt: Jetzt zählen auch Patente, Geschmacksmuster und ähnliches mit. Nun ja, Patente laufen nach einer gewissen Zeit automatisch aus pp.
Im mittleren Westen brechen zu Hauf Arbeitsplätze ganz weg oder werden gerne mal in Halbtagsstellen umgewandelt.

Die Arbeitslosen-Statistik ist auch nicht mit der eh schon geschönten deutschen vergleichbar: Wer in den USA sich nicht arbeitslos meldet gilt automatisch als beschäftigt.
Die Mechanisierungsquote der US-Wirtschaft wird in den nächsten Jahren um ca. 50% wachsen, sprich da fallen hunderttausende Arbeitsplätze in der Industrie ganz weg.

In dieses Bild passen dann auch schon mal Nachrichten wie "Frau starb an Streß als sie ein Nickerchen auf der Fahrt zu einem ihrer 4 Jobs machte" oder Berichte über Tagelöhner die irgendwo auf einer Farm stundenweise je nach Bedarf Arbeit finden.

So rosig sieht es also in den USA eher nicht aus - vom geduldigen Papier mal abgesehen.
Aber immerhin solche Zahlen sind ganz nützlich für die Wahlen und die FED kann dann die Zinsen anheben um ausländische Kapital-Ströme in die USA zu locken.

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multi_io 12.01.2015, 13:50
49.

Zitat von Herbert Bader
Kurzfristig. Also liebe Amis, genießt die Konjunkturspritze, die Euch Fracking-Öl und Teersand bescheren. Aber wenn auch diese ausgebeutet sind, dann ist endgültig Schluss mit 'warm'.
Achtung Achtung, Untergang der USA vorhergesagt. Film um 11.

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