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Streit zwischen Kassen und Minister Gröhe: Elektronische Gesundheitskarte sorgt für E
DPA

Die gesetzlichen Kassen verweigern die Zahlung an die Betreibergesellschaft Gematik. Nun will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sie per Verordnung dazu verdonnern.

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GoBenn 06.01.2015, 19:41
20.

Zitat von _gimli_
Ich habe die Architekturkonzepte zur Gesundheitskarte maßgeblich mit entworfen und kann Ihnen sagen, dass genau diese "Hauptakteure" das Problem waren und immer noch sind. Die Gesundheitskarte hätte viel Potential zur Reduzierung von Doppeluntersuchungen etc. gehabt, wäre es zur additiven Umsetzung der Elektronischen Patientenakte gekommen. Genau dagegen haben sich die Ärzte mit beispiellosen Kampagnen gesträubt. Die Apokalypse in Form des "Gläsernen Patienten" wurde an die Wand gemalt. Was ich da teilweise in Radio und Fernsehen präsentiert bekam, ließ mich an seriösem Journalismus zweifeln. In Wirklichkeit ging es darum, den gläsernen Arzt zu verhindern. Ich will nicht abstreiten, dass Teile der Industrie hier versucht haben, unsinnige Konzepte durchzusetzen (Stichwort Konnektor). Aber die Hauptschuld am Scheitern der eGK (anders kann man die aktuelle Qualität der Umsetzung nicht nennen) liegt bei den Leistungserbringern, die ihre Lobbykraft in die Waagschale geworfen haben, um ihre Pfründe zu sichern.
Genau diesen "gläsernen Patienten" galt und gilt es zu verhindern. Die Idee, Krankendaten zentral zu speichern, an zig Terminals (natürlich alle "hochgesichert") einlesen und bearbeiten zu lassen ist nachgerade naiv. Das abschrekende Beispiel Großbritannien (die mit dieser Omnipotenzphantasie der Datensammler 14 Milliarden versenkt haben) wurde gepflegt "übersehen".
Nach Snowden weiß man, was man von solch sensiblen Datensammlungen zu halten hat: nichts.

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GoBenn 06.01.2015, 19:41
21.

Auf meiner Karte ist ein Foto von George Clooney. Merkt kein Mensch.

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neuroserve 06.01.2015, 19:52
22. Lebenslange Identifikationsnummer

Bitte einmal hier lesen.
http://goo.gl/iZcj1J

Und dann eGK verweigern.

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_gimli_ 06.01.2015, 19:52
23.

Zitat von einwerfer
Die ganzen Vorteile der eGK - und ich war mal ein Befürworter - sind aber nur zu realisieren, wenn ich alle Patientendaten auch auf externen Servern speichere, denn auf die Karte paßt nicht alles bzw man braucht auch ein Back-up. Wo aber Daten vorhanden sind, ist auch die Begehrlichkeit nach diesen Daten sofort da, sei es durch die PKVs oder den Staat. Oder gar die NSA ?
Dieses Risiko wurde von Beginn der Arbeiten an den betreffenden Spezifikationen Rechnung getragen. Wenn die Daten auf den Servern mit entsprechender Stärke verschlüsselt abgelegt und die Schlüssel ausschließlich auf der eGK gespeichert sind (mit Kopie beim Arzt des Vertrauens für den Fall des Kartenverlustes), ist das Risiko technisch minimierbar.

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_gimli_ 06.01.2015, 19:56
24.

Zitat von asklepion
Ihr Kommentar offenbart eine ganze Menge über die Gründe dieses eGK Desasters. Hier wurde offensichtlich nicht im Interesse der Auftraggeber (Leistungserbringer) gearbeitet, sondern im Interesse der Industrie.
Auftraggeber war von Beginn an das Gesundheitsministerium und nicht die Leistungserbringer. Googeln Sie mal nach dem Projekt bIT4health.

http://www.telemedizinfuehrer.de/index.php?option=com_rd_glossary&task=view&id=5

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buck2010 06.01.2015, 19:56
25. Plünderung

Wer bitte bedient sich noch alles sn denn Kassen Beiträgen. Vor allen Dingen bestimmen Leute über die Beiträge der Einzahler die niemals was Eingezahlt haben. Die Kassen - Ärzte - Beamte und Politiker plündern die Beiträge.

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_gimli_ 06.01.2015, 19:58
26.

Zitat von GoBenn
Genau diesen "gläsernen Patienten" galt und gilt es zu verhindern. Die Idee, Krankendaten zentral zu speichern, an zig Terminals (natürlich alle "hochgesichert") einlesen und bearbeiten zu lassen ist nachgerade naiv.
Diese Meinung können Sie sicher auch mit Argumenten belegen. Oder doch nicht?

Wie kommunizieren Sie eigentlich mit Ihrer Bank??

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alfredjosef 06.01.2015, 20:00
27.

Danke an die vielen guten Kommentatoren. Hohe Kompetenz! und auch der Grund für Streit und verzögerungebn wird glasklar. Das ist für mich - ich bin ein niederer, gewöhnlicher Leser - mindestens so erhellend wie der Artikel.

Danke an alle, auch an den Moderator. Gute Arbeit! aj

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einwerfer 06.01.2015, 20:07
28. Seltsamerweise

Zitat von GoBenn
Genau diesen "gläsernen Patienten" galt und gilt es zu verhindern. Die Idee, Krankendaten zentral zu speichern, an zig Terminals (natürlich alle "hochgesichert") einlesen und bearbeiten zu lassen ist nachgerade naiv. Das abschrekende Beispiel Großbritannien (die mit dieser Omnipotenzphantasie der Datensammler 14 Milliarden versenkt haben) wurde gepflegt "übersehen". Nach Snowden weiß man, was man von solch sensiblen Datensammlungen zu halten hat: nichts.
wurde gerade das Beispiel GB in diesem Punkt von den 'Beratern' immer lobend hervorgehoben, obwohl man sonst am doch so sozialistischen National Health Service kein gutes Haar ließ. Und man traf ja anfangs auch immer wieder die gleichen 'Player' wie IBM und Siemens. Später diversifizierte sich das etwas, da hatten mehr Unternehmen mitbekommen, wie riesig groß der 'Kuchen' ist.

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WernerT 06.01.2015, 20:14
29. Wetten Sie haben nichts mit der Architektur zu tun gehabt?

Zitat von _gimli_
Ich habe die Architekturkonzepte zur Gesundheitskarte maßgeblich mit entworfen und kann Ihnen sagen, dass genau diese "Hauptakteure" das Problem waren und immer noch sind. Die Gesundheitskarte hätte viel Potential zur Reduzierung von Doppeluntersuchungen etc. gehabt, wäre es zur additiven Umsetzung der Elektronischen Patientenakte gekommen. Genau dagegen haben sich die Ärzte mit beispiellosen Kampagnen gesträubt. Die Apokalypse in Form des "Gläsernen Patienten" wurde an die Wand gemalt. Was ich da teilweise in Radio und Fernsehen präsentiert bekam, ließ mich an seriösem Journalismus zweifeln. In Wirklichkeit ging es darum, den gläsernen Arzt zu verhindern. Ich will nicht abstreiten, dass Teile der Industrie hier versucht haben, unsinnige Konzepte durchzusetzen (Stichwort Konnektor). Aber die Hauptschuld am Scheitern der eGK (anders kann man die aktuelle Qualität der Umsetzung nicht nennen) liegt bei den Leistungserbringern, die ihre Lobbykraft in die Waagschale geworfen haben, um ihre Pfründe zu sichern.
Da das gesamte Projekt eine 1:1 Kopie des gescheiterten österreichischen Projekts ist, für das die deutschen Auftragnehmer 2013 die Strafe zahlen mussten. Um eine Pleite zu verhindern wurde die eGK rechtswidrig forciert. Kann man alles nachlesen

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