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Streit zwischen Kassen und Minister Gröhe: Elektronische Gesundheitskarte sorgt für E
DPA

Die gesetzlichen Kassen verweigern die Zahlung an die Betreibergesellschaft Gematik. Nun will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sie per Verordnung dazu verdonnern.

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laubfrosch69 06.01.2015, 21:31
40. Die Mär von den Einsparungen ...

Zitat von _gimli_
Ich habe die Architekturkonzepte zur Gesundheitskarte maßgeblich mit entworfen und kann Ihnen sagen, dass genau diese "Hauptakteure" das Problem waren und immer noch sind.
Ah, endlich mal einer der 'Architekten' dieses e-Unsinns.

Doppeluntersuchungen - werden weiterhin durchgeführt werden müssen, da es noch andere Gesetze gibt, die es im Interesse der Patientensicherheit mir als Arzt untersagen, fremde Befunde unkontrolliert zu übernehmen.

Bei den Laboruntersuchungen (der Deutschen liebste Untersuchungen) gibt es gar keine Vergleichbarkeit, da jedes Labor andere Verfahren und Referenzen benutzt. Die Deutschen haben es noch nicht einmal geschafft, ein einheitliches Maßeinheiten-System umzusetzen (SI).

Schnellere Infos bei Notfällen - klappt auch nur in den Ballungszentren und wenn das Unglücksopfer noch schnell seine PIN hauchen kann. Selbst dann kein wirklicher Effekt - siehe erste Anmerkung. - Nur 40 km von Mannheim entfernt im Pfälzer Wald: Keine Chance. Nicht mal die Deutsche Telekom reicht dorthin.

"Positiv" wäre nur, daß alle möglichen Institutionen Zugriff auf die medizinischen Daten von 70 Millionen GKV-'Kunden' bekommen könnten - allen voran Versicherungen, Banken usw. - Das ist medizinisch weder sinnvoll und notwendig.

Und vor allem sollten Sie endlich mal klarstellen, daß all diese tollen Daten eben NICHT auf dem Kartenchip gespeichert sind, sondern zentral in Servern der Krankenkassen. - Versuchen Sie doch mal nur ein diagnostisch verwertbares Röntgenbild auf dieser Chipkarte zu speichern :)

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dogstar01 06.01.2015, 21:34
41. Interessen-Lage

Zitat von _gimli_
Ich habe die Architekturkonzepte zur Gesundheitskarte maßgeblich mit entworfen und kann Ihnen sagen, dass genau diese "Hauptakteure" das Problem waren und immer noch sind.
Nach ihren Worten haben die technischen Organisatoren alles nötige und mögliche zur Umsetzung des ultimativen, zentralen Zugriffs auf die Patientendaten getan, und beschäftigen sich hier und heute damit, zu lamentieren, warum man denn nicht zugreift, die organisierten Betroffenen seien ein "Problem".
Aber Antworten (oder einen Link) auf die dem aktuellen Disput zugrundeliegende Frage haben auch Sie nicht gegeben:
1.) Warum gibt es keinen mit allen Mitwirkenden der Gematik abgestimmten zeitlichen und finanziellen Fahrplan?
Konkreter, als es in der Meldung stand: 2.) Wann werden die zugrundeliegenden Konzepte zur Datensicherheit und zum Datenschutz nach ISO/IEC 15408 qualifiziert sein, und die zentrale Datensammlung damit überhaupt legal möglich sein?
3.) Ist eine Qualifizierung überhaupt noch möglich, wenn die Krankenkassen bislang grundlegend versäumt haben, eine valide Identitätsprüfung (z.B. PostIdent o.ä.) der eGK-Inhaber bei der Kartenausgabe vorzunehmen, wie dies z.B. zur Wahrung der Interessen der Partner bei Bankgeschäften und bei Finanz-Auskunfteien üblich ist?

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Lagenorhynchus 06.01.2015, 21:34
42. bemerkenswerter Schwachsinn

So ein verkorkstes Projekt wie die eGK gibt es selbst in D selten.

Was der Datenschutz und die teils absurden Bedenken in diesem Zusammenhang nicht geschafft haben, haben die anderen "Akteure" an die Wand gefahren.
Kompetenzwirrwarr, wechselnde Leitungen ohne Mandat, wasch-mir-den-Pelz-aber-mach-mich-nicht-nass, durchgeknallte Technokraten, Kadavergesetzgebung (egal, es ist jetzt Gesetz, das wird nicht geändert, sondern gemacht) Geldverschwendung ohne Ende.

Der heutige Nutzen hätte mit einem Passbild bzw noch einfacher mit Ausweispflicht geregelt werden können.
Aber das ging wohl nicht - wegen Datenschutz...

Wir haben immer noch zu viel Geld.

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laubfrosch69 06.01.2015, 21:45
43. Einsparungen? - Eher Mehrkosten.

Zitat von al3x4nd3r
Wie hoch sind denn die voraussichtlichen eingesparten Kosten bei Kartenbetrug und gefälschten Rezepten?
Kartenbetrug ist auch mit eGK möglich, da Arzthelferinnen ja nicht die Befugnisse der Polizei haben und den Personalausweis verlangen können.
Was Rezepte anlangt - da sind ja nur Suchtmittel interessant. Dazu muß man wissen, daß die Bundesopiumstelle als Herrin über alle Betäubungsmittel sich so schnell nicht an diesem Unsinn beteiligt. - Wenn sie es denn doch dermaleinst tun wird, sind dem Betrug Tür und Tor geöffnet, da es der heutigen jungen Generation der Süchtigen leichter fällt, die 'elektronische Identität' eines Arztes zu klauen, als seine Unterschrift zu fälschen

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moev 06.01.2015, 21:55
44.

Zitat von asklepion
Hier wurde offensichtlich nicht im Interesse der Auftraggeber (Leistungserbringer) gearbeitet,
Und ich Naivling dachte ich als Leistungsnehmer sei der Auftraggeber sowohl der egk als auch der Leistungsnehmer

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_gimli_ 06.01.2015, 21:59
45.

Zitat von laubfrosch69
Ah, endlich mal einer der 'Architekten' dieses e-Unsinns. Doppeluntersuchungen - werden weiterhin durchgeführt werden müssen, da es noch andere Gesetze gibt, die es im Interesse der Patientensicherheit mir als Arzt untersagen, fremde Befunde unkontrolliert zu übernehmen. Bei den Laboruntersuchungen (der Deutschen liebste Untersuchungen) gibt es gar keine Vergleichbarkeit, da jedes Labor andere Verfahren und Referenzen benutzt. Die Deutschen haben es noch nicht einmal geschafft, ein einheitliches Maßeinheiten-System umzusetzen (SI). Schnellere Infos bei Notfällen - klappt auch nur in den Ballungszentren und wenn das Unglücksopfer noch schnell seine PIN hauchen kann. Selbst dann kein wirklicher Effekt - siehe erste Anmerkung. - Nur 40 km von Mannheim entfernt im Pfälzer Wald: Keine Chance. Nicht mal die Deutsche Telekom reicht dorthin. "Positiv" wäre nur, daß alle möglichen Institutionen Zugriff auf die medizinischen Daten von 70 Millionen GKV-'Kunden' bekommen könnten - allen voran Versicherungen, Banken usw. - Das ist medizinisch weder sinnvoll und notwendig. Und vor allem sollten Sie endlich mal klarstellen, daß all diese tollen Daten eben NICHT auf dem Kartenchip gespeichert sind, sondern zentral in Servern der Krankenkassen. - Versuchen Sie doch mal nur ein diagnostisch verwertbares Röntgenbild auf dieser Chipkarte zu speichern :)
Wenn man unter einer Doppeluntersuchung beispielsweise die Bestimmung der Blutgruppe versteht, haben Sie Recht. Das gilt aber nicht für Kostentreiber wie CT, MR etc.

Und bzgl. der Notfalldaten: Sie als Arzt sollten eigentlich wissen, dass diese für jeden Arzt ohne Eingabe der PIN durch den Patienten zugänglich auf der Gesundheitskarte gespeichert werden. Die Autorisierung erfolgt durch den Ausweis des Arztes.

Bzgl. des "möglichen Zugriffs" durch Versicherungen etc.: Das ist Unsinn. Habe ich weiter oben erklärt.

Und dass die meisten Daten auf Servern und nicht auf der Karte gespeichert werden, haben wir hier auch bereits diskutiert.

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laubfrosch69 06.01.2015, 22:00
46. technisch minimierbares Risiko? - das erzählen Sie mal dem Chaos-Computer-Club!

Zitat von _gimli_
Dieses Risiko wurde von Beginn der Arbeiten an den betreffenden Spezifikationen Rechnung getragen. Wenn die Daten auf den Servern mit entsprechender Stärke verschlüsselt abgelegt und die Schlüssel ausschließlich auf der eGK gespeichert sind (mit Kopie beim Arzt des Vertrauens für den Fall des Kartenverlustes), ist das Risiko technisch minimierbar.
Sobald nur ein 'Schlüssel' auf diesem Chip (äquivalent zur SIM-Card im Telefon) gespeichert ist, kann er von findigen Leuten beim Einlesen der Karte geknackt werden. - Was für eine Hybris!! Allein im letzten Jahr mußten wir lernen, daß selbst global operierende Kreditkartenunternehmen, Banken oder Internet-Konzerne nicht in der Lage sind, die 'Stammdaten' ihrer Kunden zu schützen! - Wie wollen Sie das mit unserer schwerfälligen 'öffentlich-rechtlichen Administratur' schaffen?

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_gimli_ 06.01.2015, 22:05
47.

Zitat von dogstar01
Aber Antworten (oder einen Link) auf die dem aktuellen Disput zugrundeliegende Frage haben auch Sie nicht gegeben: 1.) Warum gibt es keinen mit allen Mitwirkenden der Gematik abgestimmten zeitlichen und finanziellen Fahrplan? Konkreter, als es in der Meldung stand: 2.) Wann werden die zugrundeliegenden Konzepte zur Datensicherheit und zum Datenschutz nach ISO/IEC 15408 qualifiziert sein, und die zentrale Datensammlung damit überhaupt legal möglich sein? 3.) Ist eine Qualifizierung überhaupt noch möglich, wenn die Krankenkassen bislang grundlegend versäumt haben, eine valide Identitätsprüfung (z.B. PostIdent o.ä.) der eGK-Inhaber bei der Kartenausgabe vorzunehmen, wie dies z.B. zur Wahrung der Interessen der Partner bei Bankgeschäften und bei Finanz-Auskunfteien üblich ist?
Das Thema Gesundheitskarte in Deutschland habe ich vor einigen Jahren zu den Akten gelegt. Ich kann darum leider Ihre Fragen mangels Detailkenntnis nicht beantworten.

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sunglider 06.01.2015, 22:07
48. Wieder haben die Amateure zugeschlagen

Wieder mal ein Beispiel, wenn Amateure wie ein Gesundheitsminister und Krankenkassen ein IT Projekt in dieser Größenordnung anfassen.
Es ist wieder eine Firma beauftragt worden,die der Regierung nahe steht.
Es würde nach Loyalität zu Regierung und Parteibuch ausgesucht, nicht nach Qualifikation.
Genau wie bei der Maut.
Mit 1 Milliarde an Entwicklungskosten, bauen wir eine ganze Staatsverwaltung auf und nicht eine lächerliche E-Card.

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_gimli_ 06.01.2015, 22:12
49.

Zitat von laubfrosch69
Kartenbetrug ist auch mit eGK möglich, da Arzthelferinnen ja nicht die Befugnisse der Polizei haben und den Personalausweis verlangen können.
Aber sicher können die Leistungserbringer das.

http://www.diekmann-rechtsanwaelte.de/news/details/article/lsg-hessen-krankenkassenversicherte-sind-dazu-verpflichtet-im-rahmen-der-elektronischen-gesundheitskarte-auch-ein-lichtbild-anzugeben/

Zitat:
"So können die Krankenkassen von den Leistungserbringern verlangen, dass stichprobenweise neben der Vorlage der Krankenversichertenkarte die Vorlage anderer Ausweispapiere (Personalausweis, Reisepass, Führerschein) gefordert wird."

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