Forum: Wirtschaft
Streit zwischen Macron und Trump: 100 Prozent Steuern auf Champagner? Na Und?
Evan Vucci/ AP

Donald Trump droht Frankreich mit Strafzöllen von bis zu 100 Prozent, wenn das Land seine Digitalsteuer für Firmen wie Amazon oder Google nicht zurückzieht. Deutschland hält sich aus dem Streit bisher heraus - vor allem aus Angst.

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claus7447 03.12.2019, 19:27
1. Es freut mich...

... wenn ich höre, das die französische Wirtschaft wächst und damit auch der Hndelsüberschuss in die USA steigt. Zeigt, Europa kann und kann noch mehr, wenn es politisch an einem Strang ziehen würde. Und wegen der Schampussteuer, dann muss ich mich eben zwingen... statt Rose dann eben Champagner.

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chili&pepper 03.12.2019, 19:28
2. Politik ist wirklich ein schmutziges Geschäft...

und möchte unsere Regierung keinen zusätzlichen Streit. Aber wer in Europa Geschäfte macht, muss auch in Europa Steuern bezahlen. In Europa haben wir eine Kultur lebendiger Innenstädte. Wie soll es ein Ladenbesitzer der steuern zahlt und dazu noch miete usw. es mit einer Firma aufnehmen die Ihre Produkte per Post versendet und keine Steuern zahlt. Unmöglich, unfair und zerstörerisch. Wir sollten Frankreich hier unterstützen und die USA sollte, soweit ihnen der amerikanische Mittelstand (wenn es diesen noch gibt) wichtig ist, im eigenen Interesse Frankreich bei dieser Steuer folgen.

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MisterD 03.12.2019, 19:45
3. Ein Zoll auf Champagner...

das kann sich wirklich nur Trump ausdenken.
Ich glaube kaum, dass Paris Hilton sich daran stört, wenn die Pulle Moet statt 500 USD dann 1000 USD kostet. Und ich glaube auch nicht, dass die durchschnittliche amerikanische Mittelstandsfamilie sagt "Oh, also wenn der Champagner, den wir ohnehin nur einmal im Jahr für Silvester kaufen, statt 40 USD plötzlich 80 kostet, dann kaufen wir lieber Sekt..."

Kennen Sie persönlich jemanden, der nennenswerte Mengen Champagner kauft? Ich nicht...

Deutschland sollte hier allerdings gut aufpassen, wie lange man die Schnauze hält und wann man sie lieber aufmachen sollte.
Denn Frankreichs Champagner, Designerlabel, Weine oder auch Parfums sind nur ein Ziel von Trump. Das nächste Ziel sind deutsche Autos und zwar explizit deutsche Autos, keine französischen, keine Italienischen...

Wenn wir die Franzosen beim Schampus fallen lassen, werden die den Teufel tun und uns unterstützen, wenn es 100% Zoll auf Daimler und BMW hagelt...

Eigentlich ist es ziemlich erbärmlich, dass wir uns hinter den Franzosen verstecken. Wenn das Charles de Gaulle noch erleben dürfte...

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hnf0506 03.12.2019, 19:54
4. Die Digitalsteuer.....

...... auf getätigte Umsätze ist genau der richtige Weg! Und Umsätze können nicht, wie Gewinne, in Steueroasen (Luxemburg, Niederlande, Irland, Kanalinseln, etc) umgeleitet werden. Und Olaf Scholz ist ein "whimp", wie alle Finanzminister vor ihm.

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SlackNSlooth 03.12.2019, 19:54
5. Und Deutschland, wie immer mimimi...

Die Hasenfüssigkeit der deutschen Politik ist fast unerträglich. als ob ein Poltergeist wie Trump deshalb auf Massnahmen verzichten würde, wenn es ihm opportun erscheint.

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verspiegelt24 03.12.2019, 19:59
6. Was tun wenns weh tut?

Anscheinend gefällt dem Präsident die 5% Digitalsteuer nicht. Warum nicht kurz bevor er ins Flugzeug steigt eine kleie Ankündigung raushauen? "5% Digitalsteuer ist für den Anfang gut. Für unser Land wären 10% besser. Eine entsprechende Prüfung sollten wir auf die Tagesordnung setzen."

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Taunusbär 03.12.2019, 20:04
7. Es geht bei dieser Diskussion wieder um sehr grundsätzliche Fragen

Die Besteuerung von Gewinnen international verkaufender Unternehmen kann - so wie es heute häufig geschieht - nur einem Kleinstaat immense Einnahmen bescheren, der als Steuerparadies mehr Firmenadressen als Quadratmeter Land hat, oder sie könnte die Länder durch Einnahmen (und damit potentiell deren Bevölkerung) unterstützen, in denen die Ware tatsächlich an den Endkunden verkauft wurde. Der aktuelle Zustand zieht, insbesondere bei virtuellen Produkten wie Software, permanent Geld aus den Ländern ab, in denen das Produkt verkauft wurde.
Dies ist insbesondere in ärmeren Ländern natürlich kein wünschenswerter Zustand, da es sie immer noch ärmer macht. Umsatz muss - zumindest teilweise - auch geographisch dort besteuert werden, wo er getätigt wird. U. a. wird ja z. B. die Infrastruktur und (ggf. sogar billige) Arbeitskräfte des Landes genutzt, um das Produkt zur Verkaufsstelle zu transportieren, es ggf. final aufzubereiten (s. Autos) etc. Sprich, die Vorteile und Möglichkeiten, die ein Land bietet, werden genutzt, stehen der verkaufenden Firma aber derzeit zur Verfügung, ohne dass ihr dafür Kosten entstehen.
Was die Umsetzung solcher Steuern angeht, vermisse ich - wie so häufig - bei allen deutschen Beteiligten die "Ei... in der Hose". Allein schon aus Europa-strategischer Sicht ist es absolut unklug, Frankreich ohne Unterstützung allein dastehen zu lassen. Und wenn die CEOs sämtlicher deutscher Autobauer, die auch in USA produzieren, nur einen gemeinsamen Brief an "den, der unter dem Hamster lebt" im weissen Haus verfassen würden, in dem sie ankündigen, bei Steuern auf deutsche KFZ ihre Werke leider wegen mangelnder Rentabilität sofort zu schließen und nach Mexiko, China, o. ä. zu verlagern, wäre das Thema Steuern auf deutsche KFZ sofort vom Tisch und würde zukünftig mit keinem Wort mehr erwähnt.
Aber wie der Kahn-Titan es mal gesagt hat: "Eier ... wir brauchen Eier" ...

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glissando 03.12.2019, 20:05
8. Trump blufft

Die vielen "Erfolgsnachrichten" können doch über eines nicht hinwegtäuschen: Der laut Trump ach so gute und überaus leicht zu gewinnende Wirtschaftskrieg mit China zieht sich. Unmut bei den betroffenen Farmern wird laut. Wie lange kann sich Trump da wohl einen Wirtschaftskrieg gleich an zwei Fronten leisten?

Trump blufft nur, er kann sich eine Wirtschaftskrise gerade jetzt nicht leisten. Deutschland sollte fest an der Seite der Franzosen stehen und zusammen mit ihnen für eine starke Haltung Europas sorgen.

Ich kann das alberne Argument vom Handelsbilanzdefizit nicht mehr hören. Wer sich aus der industriellen Produktion zurückzieht und auf geistige Produkte setzt, wird weniger Güter verkaufen, dafür bei den Dienstleistungen zulegen. Was Wunder, wenn dann die Handelsbilanz genau das widerspiegelt. Und dieses Spielchens wegen sollen Konzerne ihre gigantischen Gewinne mit Lizenzen und Dienstleistungen in Europa nicht versteuern? Angst war noch nie ein guter Ratgeber. Macron liegt richtig, Merkel nicht.

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claudio_im_osten 03.12.2019, 20:07
9. Macron liegt richtig.

Vor einem Verrückten wie Trump ist es die falsche Taktik, den Schwanz einzuziehen und sich in seiner Hütte zu verkriechen. Es ist eindeutig, dass das Kartell der amerikanischen Digitalkonzerne unsere europäischen Volkswirtschaften ausnehmen ohne Ende und dabei keine Steuern zahlen. Und es ist beschämend, dass die Bundesregierung hierauf keine Antwort findet, stattdessen die Franzosen im Regen allein stehen lässt und die US-Konzerne schalten und walten können wie sie wollen.
Es wird Zeit, dass wir wieder eine handlungsfähige Regierung bekommen, die unsere Interessen gegenüber den Amerikanern vertritt - und vor allem eine, die eine Vision für Europa hat.

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