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Strukturwandel: Raus aus der Kohle - ohne Jobkahlschlag
DPA

Wie gelingt der Kohleausstieg, ohne dass Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen? Die Regierung will erst nach der Wahl ein Konzept erarbeiten. Firmen und Gemeinden packen das Problem bereits jetzt an.

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cvdheyden 09.05.2017, 13:34
100. Unterschied

Zitat von Flari
Es ist an sich weitgehend wurscht, ob man aus H2 mittels CO2 Alkohol/Ethanol (C2H6O) generiert oder SNG/Methan (CH4). Was spricht FÜR Alkohol ausser der Flüssiglagerung? Dass man sich daran besser berauschen kann? :-) Haben SIE sich einmal mit den ......
Sehen Sie, genau das ist der Unterschied. Ich betrachte einen etwas längeren Zeitraum, also den von der Tapete bis zur Wand. Alle Fossile Rohstoffe sind begrenzt und eine wichtige chemische Resource, die man nicht einfach so verfeuern sollte. Das gilt besonders für ÖL. Meine Meinung. Der Wirkungsgrad ist mir hier erst mal zweitrangig. Es geht darum, dass wir auf einem technologischen Stand sind, der dem des Mittelalter entspricht, oder wollen Sie mir etwa erklären dass der "Verbrennungsmotor" eine Innovation ist? Oder die Bleibatterie?
DAS meine ich Vordergründig. Ihrer kapitalistischen Argumentationsweise kann ich folgen, dann sollten wir aber die Mechaniken der USA einführen und alles andere vergessen. Eine valide Methode, die eben nur auf "Kosten" basiert. Technologisch wäre es ein leichtes den Strom, den wir dann kostenlos oder sogar unter Gebühren, die wir bezahlen, and die Länder liefern, damit unser Netz nicht leidet, in einen Energieträger zu verwandeln, der leicht zu lagern ist und später verwendet werden kann. Aber das ist leider nur Theorie, da die Menschheit lediglich nach "Kosten und Wirkungsgrad" fragt. Andere Parameter zählen leider noch nicht.

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litholas 09.05.2017, 13:36
101.

Zitat von Gerdd
Nur wenn es um die Grundversorgung geht ... (weil wir Wind und Sonnenlicht immer noch nicht gut speichern können - die Kunst ist damals mit der Stadt Schilda untergegangen;-)
Gaskraftwerke für den maximalen Bedarf Deutschlands in Reserve zu halten kostet etwa 1 Cent pro verbrauchter kWh. Der damit erzeugte Strom kostet dann etwa 6,7 Cent pro kWh, und Windkraft (5,5 Cent plus Kosten für Überschüsse) und Solarenergie (7 Cent mit schnell fallender Tendenz, plus Kosten für Überschüsse) werden um 1 Cent verteuert.

Kernkraft kostet bedarfsgerecht erzeugt weit über 10 Cent pro kWh, nur Kohlestrom könnte an die 6,7 Cent in etwa herankommen wenn man die Schäden an Gesundheit und Umwelt ausser Acht lässt. Und natürlich deren Endlichkeit: Gegenwärtig wächst der Weltenergiebedarf so schnell, dass er sich alle 30 Jahre verdoppeln würde. Und die am leichtesten auszubeutenden Kohlevorkommen wurden natürlich als erstes erschlossen, wobei die Steinkohle für die Herstellung einer kWh Strom jetzt schon über 2 Cent kostet.

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ackergold 09.05.2017, 13:37
102.

Zitat von diplommaurer
Ein tolles Gutachten kurz vor der NRW-Wahl. Wegen der Energiewende sind schon mehrere 10000 Arbeitsplätze weggefallen. Nicht nur bei RWE, eon, …, sondern insbesondere bei deren Unterlieferanten. Ich kann mich noch an .....
Da Frau Künast dieses Land nicht regiert, können sie von ihr auch keine Jobwunder erwarten. Tatsächlich wurde die Situation der Anbieter von Alternativen Energien verschlechtert - also bleiben Jobwunder noch aus. Solange man auf Uralt-Technologien wie Kohle und Atom setzt, dürften Jobwunder auch nicht zu erwarten sein. Neue Zukunftsjobs gibt es nämlich nur durch Innovation, nicht durch Verschleißproduktion in Uraltanlagen.

Übrigens: Alle Jobs unter Küfern, Bürstenbindern, Wagenradbauern, Kammmachern und Galgenbauern sind auch weggefallen - ersatzlos. Aber es gab trotzdem Jobwunder. Derzeit sind 1 Million freie Stellen in Deutschland nicht besetzt. Genug Möglichkeiten also.

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MiniDragon 09.05.2017, 13:38
103. Institut für ökologische Wirtschaftsforschung

Wer sind wohl diese Leute, die offenbar noch nie etwas von der Dunkelflaute gelesen haben, und wer finanziert sie ?
Aus Wicki :
Das IÖW erhält Aufträge von Unternehmen, Verbänden und privaten Stiftungen sowie von staatlichen Institutionen. Es bearbeitet u. a. Forschungsprojekte der Europäischen Union und des United Nations Environment Programme (UNEP).

An anderer Stelle las ich soeben:
"Die Franzosen geben zu viel Geld aus, und sie geben Geld an der falschen Stelle aus", sagte Juncker nach der Wahl Macrons in Berlin.
Da kam mir ganz unwillkürlich der irre Gedanke:
“Um Frankreich entgegen zu kommen, könnte man in Deutschland solchen nützlichen Instituten noch etwas mehr Geld zukommen lassen.“ :-)

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Byrne 09.05.2017, 13:43
104. Nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen

Zitat von Gerdd
Nur weil ein Kohle- oder Atomkraftwerk immer noch billiger ist als andere Verfahren, eine statische Grundversorgung bereitzustellen, kann man sich nicht einfach hinstellen und behaupten, daß es anders nicht geht. Wie lange läuft eigentlich das Kochelsee/Walchensee-Projekt schon? Gut, schöner wäre es, wenn man etwas erfinden könnte, das auch da funktioniert, wo es keine Berge gibt, sondern nur Windräder.
Sollte man nicht besser erst etwas funktionierendes erfinden und erst dann umstellen?

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CaptainSubtext 09.05.2017, 13:58
105.

Zitat von Teile1977
Daher ist der reine Nachtstrom (ohne Steuern/Gebühren) auch deutlich günstiger. Biogasanlagen, Wasserkraft und andere Kraftwerke arbeiten auch Nachts.
Nachtstrom ist deshalb billiger weil thermische Kraftwerke, aber im Speziellen die großen Grundlasterzeuger Atom- und Kernkraftwerke, schlecht regelbar sind. Es ist billiger und effizienter diese einfach durchlaufen zu lassen und den Strom dafür günstiger abzugeben. Wenn die beiden Erzeugungsarten entfallen, gibt es keinen Grund mehr warum Nachtstrom günstiger sein sollte.
Evtl. Ausnahme: Massiver Windstromüberschuss. Aber der ist nicht planbar.

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Teile1977 09.05.2017, 14:01
106. Berechnung

Zitat von märcheneeg
...und den gesamten Verkehr auf Elektroantriebe umstellen wird echt spannend: d.h.: Für 100%ige Elektromobilität müssten wir 27 Kernkraftwerke bauen oder die Kohleverstromung verdoppeln, wir hingegen schalten alles ab - wahrscheinlich bin ich zu dumm, aber irgendwie leuchtet mir das Konzept nicht ein...
1 Elektrofahrzeug mit 20 Kwh Verbrauch (Golfklasse) mal 13 000 Km/Jahr (Durchschnitt) verbraucht im Jahr 2600Kwh Strom.

1 Million E-Autos Verbrauchen also 2,6 Milliarden Kwh Strom.
Und bis wir bei 10 Mio Elektrofahrzeugen ankommen dauert es noch recht lange.
Im übrigen verbraucht die Herstellung, und der Transport von Benzin auch eine Menge Energie.

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MiniDragon 09.05.2017, 14:29
107. Mußten Sie noch nicht

Zitat von Byrne
Sollte man nicht besser erst etwas funktionierendes erfinden und erst dann umstellen?
dass Elon Musk bereits eine Giga- Factory in die Wüste gestellt hat, mit der er auch das Stromspeicherproblem zu lösen verspricht?
So`ne Fabrik bräuchten wir auch im norddeutschen Tiefland .

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Flari 09.05.2017, 14:44
108.

Zitat von Teile1977
Im übrigen verbraucht die Herstellung, und der Transport von Benzin auch eine Menge Energie.
Von "well to tank" für DE (einschl. der Auslandsverluste) lt. Europäischer Kommission um 8% des Heizwertes.
Prozentual gehen beim Strom schon 8% vom Kraftwerk bis zur Steckdose drauf.
Richtig ist allerdings auch, dass die absoluten energetischen Verluste bei Strom für "well to wheel" beim Stromer etwas geringer als beim Verbrenner-PKW sind.

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nunu-na 09.05.2017, 15:24
109. Je schneller desto besser

Braunkohle hat keine Zukunft. Der Tagebau zerstört die Landschaft - und zwar richtig, nicht im Sinne dieses Hoch-Niveau-Gejammers alla "Das Windrad am Horizont stört meinen Ausblick". Der CO2-Ausstoß hält uns von der Vorreiterroller in Sachen Klimazielen ab - und irgendwer muss diese Rolle einnehmen, sonst stellen wir eines Tages nur noch fest, dass es zu spät ist.
Also muss der Ausstieg eigentlich so schnell wie möglich geplant werden. Die Regierungen in Bund und Ländern schieben es momentan nur vor sich her, aber je eher man anfängt, Jobs sozialverträglich zu reduzieren und Qualifikationen für andere Bereiche zu entwickeln, desto weniger Arbeitsplätze werden am Ende verloren gehen. Von daher ist es nur zu befürworten, dass der Strukturwandel mancherorts auch ohne die Politik schon angepackt wird.

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