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Strukturwandel: Raus aus der Kohle - ohne Jobkahlschlag
DPA

Wie gelingt der Kohleausstieg, ohne dass Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen? Die Regierung will erst nach der Wahl ein Konzept erarbeiten. Firmen und Gemeinden packen das Problem bereits jetzt an.

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fred2013 09.05.2017, 09:52
10. Das ist kein Problem

Zitat von dirk1962
wie es gelingen soll, aus der Kohle auszusteigen und gleichzeitig den Individualverkehr auf Fahrzeuge mit E-Antrieb umzustellen? Der Großteil der Fahrzeuge wird doch vermutlich in der Nacht geladen, also ohne Solarenergie und bei abgeflachten Wind.
die erzeugte Energie kann in Wasserstoff umgewandelt werden, der dann jederzeit wieder verstromt werden kann. Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Er liefert Mobilität, Wärme und Energie gleichermassen, kann gespeichert werden und damit für eine gleichmäßige Versorgung sorgen.
Die Stadtgasnetze können Wasserstoff vermischt mit einem Trägergas einspeisen und beim Endkunden wieder trennen. Das geht schon heute, das einzige Problem ist die Verrechnung mit dem Kunden.

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götzvonberlichingen_2 09.05.2017, 09:54
11.

Zitat von tata-susi
Ein wichtiger (für Endkunden wohl der Wichtigste) Punkt fehlt in Artikel völlig. Was würde der ganze Spaß den kosten? Im internationalen Vergleich zahlen die deutschen Endverbraucher jetzt schon astronomische Preise. Wird Strom dann zum .....
Ja, ja. Die bösen Windräder. Aber neben einem Kohle-, oder Atomkraftwerk will auch niemand wohnen. Und Landschaft samt Dörfern die dem Braunkohleabbau weichen mussten und müssen sind offenbar akzeptabel für Sie - solange kein Windrad dafür aufgebaut werden muss.

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Deddie 09.05.2017, 09:55
12. Die Rechnungen für die Arbeiter und Angestellten kommen nach der Wahl

Braunkohlepfennig für Arbeitslose Tagebauer. Solidarzuschlag für die kränkelnden südeuropäischen Staaten. Strukturausgleichsbeitrag für EU-Länderausgleich wegen Brexit und fehlendem GB-Beiträgen. Umrüstung der Diesel zu Lasten der Halter und zu Gunsten der Hersteller- und Steuer-Einnahmen. Strafzinsen auf Bank-Guthaben. Merkel, Schäuble und Co. halten noch still bis nach der Wahl. Aber der Michel wählt wie immer die selben Versager und wundert sich das sich nichts ändert. 16 Jahre Merkel - Wollt ihr das wirklich.

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Schmitz3. 09.05.2017, 09:57
13. Der Weg ins Chaos

Die Kohle als Hauptenergiequelle wird obsolet, wenn es echte Alternativen gibt. Die Grundlastfähigkeit von Solar- und Windkraft ist nicht gegeben. Speichertechniken, die die Energiedichte von fossilen Energieträgern darstellen können, existieren nicht. So wünschenswert es auch erscheinen mag, die Kohle als Energiequelle abzuschaffen, so sinnlos ist der Ausstieg vor der Erfindung gleichwertiger oder besserer Alternativen. Die Situation gleicht einem Schiff, bei dem der Dieselmotor stillgelegt werden soll, obwohl man nicht genug Segel hat. Physikalisch und ökonomisch schlecht gebildete Aktivisten ("Krieger im Baumhaus") wollen uns ihre Sichtweise gleichsam paramilitärisch aufdrücken. Mich erinnert das ganze an die sozialistische Planwirtschaft, die auch den Bedarf und Produktion steuern wollte, aus vorgeblich edlen Motiven. Funktioniert hat es nicht. Manche denken, man müsse es nur besser machen als damals (Stichwort: gute Idee- schlechte Ausführung). Aber es funktioniert so nicht. Planwirtschaft hat nie funktioniert und wird es nie. Wir können nur äußerst begrenzt planen, da es uns an allumfassender Erkenntnis fehlt und wir mit der Komplexität der Wirklichkeit nicht umgehen können. Ich fürchte, dass der Opportunismus der Energiewirtschaft den Weg der Planwirtschaft mitgehen wird, da es einfacher ist, das Geschäftsmodell auf das politisch opportune umzustellen, als die linken und grünen Träumerein zu bekämpfen. Am Ende läuft es dann wie im real existierenden Sozialismus: Mangel, Chaos, Ineffizienz und Niedergang.
Es geht mir nicht darum, zu sagen, dass ein Ausstieg aus der Kohle prinzipiell nicht möglich wäre, aber er ist es jetzt (!) mangels technisch ausgereifter und ökonomisch sinnvoller Alternativen nicht und führt in das Chaos.

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Teile1977 09.05.2017, 10:00
14. E-Mobilität

Zitat von dirk1962
wie es gelingen soll, aus der Kohle auszusteigen und gleichzeitig den Individualverkehr auf Fahrzeuge mit E-Antrieb umzustellen? Der Großteil der Fahrzeuge wird doch vermutlich in der Nacht geladen, also ohne Solarenergie und bei abgeflachten Wind.
Elektroautos benötigen sehr wenig Energie, 1 Million würden den Stromverbrauch nur um ca 1% erhöhen. Nachts scheint zwar keine Sonne, aber fast die gesammte Industrie steht still und die meisten Privathaushalte verbrauchen auch keinen Strom. Daher ist der reine Nachtstrom (ohne Steuern/Gebühren) auch deutlich günstiger.
Biogasanlagen, Wasserkraft und andere Kraftwerke arbeiten auch Nachts.

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stollm 09.05.2017, 10:01
15. Wieder ein Grund

nicht die CDU zu wählen. Wer CDU wählt bekommt den Seehofer und seine Sklaven mit in die Regierung. Und dass die mehr verhindern als fördern haben wir zur genüge gesehen. Die CSU-Oberen versuchen alles um die Energiewende zu Fall zu bringen. Deshalb keine CDU und damit auch keine CSU wählen.

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DrWimmer 09.05.2017, 10:06
16. Das ganze Ausstiegs-Geschwafel an der Realität vorbei

Es muss einen schon stutzig machen: In solchen Artikeln ist auffallend oft von "Kohle-Meilern" die Rede. Das soll wohl bedrohlich klingen, hatte man "Meiler" doch eine Weile mit Atomreaktoren gleichgesetzt. Tatsächlich wird in einem Kohle-Meiler seit Ur-Zeiten Holzkohle hergestellt. Also reden wir über einen Ausstieg aus der Holzkohle? Aha! Also schon bald kein Angrillen mehr? Höchstens mit Elektro-Grill... Ja, bei grünen Themen sind offenbar stets Experten am Werk.

Es wird viel von politisch höchst motivierten und ideologisierten Überzeugungstätern geschwafelt, wenn es um die Energiewende geht. Die realen Notwendigkeiten interessieren diese Schwafler viel weniger. Ihre ideologischen Ziele lassen sie sich von realen Zwängen nicht kaputt machen. Auch in diesem Artikel geht es kaum um die wichtigste Voraussetzung für einen gleichzeitigen Kohle-Ausstieg zum Atomausstieg: Speicher, Speicher und noch mehr Speicher. Es braucht Speicher unvorstellbaren Ausmaßes mit Eingriffen in die Landschaften, die die "Verspargelung" durch Windkraftparks oder auch die paar Tagebaulöcher wie kleine Nebenbetriebe der Energiewirtschaft erscheinen lassen. Da kann man politisch diskutieren und angeblich bald entscheiden was man will: Solange das nicht umgesetzt wird, treibt man RWE & Co höchstens durch die EEG-Preiskapriolen in die Pleite, muss sie aber verstaatlichen um die Energiesicherheit noch auf Jahrzehnte zu gewährleisten. Den Atomausstieg UND den Kohleausstieg darf dann natürlich komplett der Steuerzahler bezahlen - zusätzlich zum hohen Strompreis durch eine verfehlte Energie"wende". Investigativer Journalismus, die "vierte Macht im Staat", hätte die Aufgabe die Bürger über die märchenhaften Kohleausstiegsvorstellungen und die fehlgeleitete, auf reinen Ausbau installierter EE-Leistung ausgelegte "Energiewende" aufzuklären. Stattdessen schwadroniert man über Greenpeace, die ja endlich was tun! Ja was tun sie denn? Noch mehr in bloße Zufalls-Energiegewinnung investieren, die nichts bringt, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Davon haben wir mittlerweile schon eine Menge. Nur nichts davon macht die Kohle überflüssig, weil kaum etwas gespeichert werden kann. Bei Dunkelflaute haben wir bald nur noch die Kohle und das bisschen unrentables, unsicheres Gas, das ebenfalls politisch motiviert in die Welt gesetzt wurde aber keine Energiesicherheit liefern kann. Davon liest man wenig. Wenn die Erneuerbaren mal einen Tag lang bei viel Wind und Sonne fast 100% des Strombedarfs liefern ist hingegen das Medienecho gewaltig. Nun ja.... Die Realität an den Dunkelflaute-Tagen und den 300+x Tagen mit normalem Energiemix ändert das nur nicht.

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tempus fugit 09.05.2017, 10:14
17. Der kleine Unterschied ist halt,...

Zitat von marcdv
Wie ernst es mit der Klimarettung gemeint ist, sieht man an der Braunkohle. Offenbar ist es auch nicht so schlimm mit dem CO2 Anstieg, denn sonst hätte man wohl die CO2-sehr arme Kernenergie behalten und eher die Kohlekraftwerke abgeschaltet. Kohle schafft garantiert Klimatote, Kernenergie kann wenn Opfer bringen...
....dass man um einen Kohlestinker nach dem Abschalten ein rot-weisses Absprerrband ziehen kann und fertig - fertig auch Schadstoffsuasstoss - u.a. CO2...

Fliegt ein Atommeiler mitten in Europa in die Luft (siehe Fukushima/Tschernobyl...) dann fängt der 'Spass' richbtig an - oder auch Europa ist gegen die Wand geprallt.

Nebenbei:
DE produziert soviel Strom, dass 10% davon heute gewinnbringend exportiert wird.
Könnten wir also selbst verbrauchen oder besser - weniger produzieren.

Denn auch diese 10% kommen durchweg aus Kohlestinkern...

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flexscan 09.05.2017, 10:14
18.

Zitat von Schmitz3.
So wünschenswert es auch erscheinen mag, die Kohle als Energiequelle abzuschaffen, so sinnlos ist der Ausstieg vor der Erfindung gleichwertiger oder besserer Alternativen.
Grundsätzlich richtig. Das Problem ist aber, dass deutsche bzw. in Deutschland aktive Konzerne mehr Geld, Zeit und "Energie" in Lobbyarbeit stecken als mit Nachdruck gleichwertige Alternativen zu schaffen. Ist günstiger und mit weniger Risiko behaftet. Ohne politischen und auch gesellschaftlichen Druck passiert da nicht viel.

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geraldwinkeler 09.05.2017, 10:17
19. Da zeigt sich, wer Macht hat

Wenn durch technologischen Wandel hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen, erntet man nur ein Schulterzucken.
Die Motorradindustrie, die Kameraindustrie,
die Büromaschinenhersteller (Wilhelmshaven hat sich bis heute noch nicht vom Untergang der Firma Olympia erholt) und und und....Auch mehr als eine halbe Millionen abgebaute Arbeitsplätze in der Bauindustrie 1995-2005 waren nicht wirklich ein Thema. Dass der mit Abstand größte und nach Millionen zählende Peronalabbau im öffentlichen Dienst stattgefunden hat, haben die meisten Bildzeitungsleser vermutlich bis heute noch gar nicht wahrgenommen. Aber wehe es geht um einige zehntausend Arbeitsplätze, die zu verschwinden drohen, weil die Drecksenergie Kohle nicht länger unsere Gesundheit gefährden und den Klimawandel beschleunigen soll. Dann bekommt man es mit der geballten NRW/Kohle/ Energielobby zu tun. Die hat auch in den beiden großen Parteien enormen Einfluss. Wenn wir aber Veränderungen nur zulassen, wo keine starke Lobby bremst, haben wir den Heizer auf der E- Lok und können nicht die im Interesse der jungen Menschen und der kommenden Generationen erforderliche Politik machen. Der zügige Kohleausstieg ist dringend nötig. Natürlich müssen die Veränderungen von der Politik durch geeignete Maßnahmen begleitet und abgefedert werden, aber sie dürfen nicht davon abhängig gemacht werden, dass jeder Kohlebeschäftigte am Ort einen gleichwertigen Arbeitsplatz erhält. Da müssten wir vorher die Planwirtschaft einführen und unsere Politiker sind doch so überzeugte Marktwirtschaftler....Wirklich ans Eingemachte geht es dann, wenn in der Autoindustrie der Arbeitsplatzabbau beginnt.
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