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Strukturwandel: Raus aus der Kohle - ohne Jobkahlschlag
DPA

Wie gelingt der Kohleausstieg, ohne dass Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen? Die Regierung will erst nach der Wahl ein Konzept erarbeiten. Firmen und Gemeinden packen das Problem bereits jetzt an.

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KaWeGoe 09.05.2017, 10:44
30. Das Gejammer der Atom- und Fossilkraftwerksbetreiber ist unerträglich !

Mit einem Federstrich hat der damalige Obergenosse und Wirtschaftsminister knapp 100.000 Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen EE-Branche zerstört.
Abgeschriebene und längst zur Ausmusterung vorgesehene Braunkohle-Dreckschleudern bekommen als "Reservekraftwerke" unsinnigerweise Milliardenbeträge. Dabei weiß jeder, der sich auch nur ein wenig mit der Thematik beschäftigt, dass Braunkohlekraftwerke als Reserkraftwerke vollkommen ungeeignet sind, weil sie mehr als eine Woche zum Hochfahren benötigen.
Natürlich wird auch der Eigenstrom von EEG-Abgaben befreit. Wahrscheinlich befürchtet die Regierung, dass die Braunkohletagebauten sonst ins Ausland verlegt würden.

Die Schreinerei, Werkzeugmacherei und Schlosserei in der Nachbarschaft, die den Strom aus eigener PV-Produktion für die eigenen Maschinen nutzen möchte, muss natürlich EEG-Abgabe entrichten.
Vorschlag:
Jede exportierte kWh Strom wird mit 100 % EEG-Abgabe beaufschlagt. Diese muss von den Atom-, Kohle- und Braunkohlekraftwerken anteilig getragen werden, die zum Zeitpunkt des Exports überflüssigen Strom erzeugten.

Das würde die EEG-Umlage reduzieren, weil entweder
ein Großteil der Umlage von den konventionellen Kraftwerksbetreibern entrichtet würde
oder
diese Dreckschleudern keinen überflüssigen Strom mehr produzierten, damit den Börsenpreis nicht in den Keller drückten. Was wiederum zu einer Verringerung der EEG-Abgabe führen würde.

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cvdheyden 09.05.2017, 10:44
31. Eines fehlt im Artikel

Was ist der Plebs denn bereit dazu zu bezahlen. Plebs=alle
Der normalo Deutsche = nichts
Leute mit Kohle = erst recht nichts (da gehts immer um billich)
Leute mit Ökologischem Gewissen = Die zahlen freiwillig was für den Wechsel und sind so ca 0,0000000000001 % (ok etwas übertrieben).
Bis dahin, liebe Michel, steigt wieder in eure 3 Tonnen SUV und blast mal ordentlich über die Autobahn und regt euch dann über die Kohlemeiler und das ganz CO2 auf.
......

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cvdheyden 09.05.2017, 10:49
32. Ja sie haben Recht!

Zitat von hnoi
"Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) fordert indes rasche Strukturhilfen für die Braunkohleregionen." Warum sagt keiner, dass der Steuerzahler mal wieder eine aussterbende Industrie per Subventionen am Leben halten soll, es wäre wahrscheinlich billiger, die Differenz zwischen Arbeitslosengeld/-hilfe und dem letzten Arbeitseinkommen direkt an die betroffenen Arbeitnehmer zu zahlen.
Diese Rechnung gab es schon seit 20 Jahren. Aber es gibt eben auch genügend Lobbyisten, die gerne mal eine Kohleschleuder nach Griechenland verkloppen. DIE halten den Kram am laufen, nicht der normalo Michel in seinem Wohnzimmer.

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sponjo 09.05.2017, 10:51
33. Jahrzehnte.....

..... haben wir den Kohleabbau subventioniert und jetzt auch noch seine Beerdigung.

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Ossibär 09.05.2017, 10:54
34.

ohne dass Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen?" Wahrscheinlich genauso gut wie der Wegfall
der Stahlindustrie im Ruhrgebiet! Die üblichen Verdächtigen bekommen gut subventionierte
Jobs in Kunst und Kultur und der große Rest-Hatz IV.

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Quicksafe 09.05.2017, 10:56
35.

Zitat von urbanism
Seit Jahrzehnten weiß man, dass die Kohle in Deutschland keine Zukunft mehr hat und trotzdem spielt man jetzt den Überraschten. Man macht sich auf einmal über 10.000 Arbeitsplätze Gedanken, die im Rahmen der Schließung von diversen .....
Seit Jahrzehnten, wenn nicht seit einem Jahrhundert, gehört deutscher Stahl zum besten auf der Welt. Scheint so, dass die Welt und wir ihn weiter brauchen bzw. wollen. Wer keinen Stahl mehr produziert, verliert auch die Technologie. Wer keinen Bergbau mehr betreibt, verliert auch die Technologie. In beiden Fällen Schlüsseltechnologien an denen die Welt noch hängt. Darauf sollte man ein Auge haben. Flughäfen und Bahnhöfe und Philharmonien können wir ja schon kaum noch bauen. Falls wir dann bald keinen Hochofen mehr hinbekommen oder betreiben können, wird es endgültig komisch, in einem der vormals führenden Industriestaaten dieser Welt.

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msdelphin 09.05.2017, 11:00
36. Fairer Stromhandel!

Im Prinzip sollte kein Energieträger für die Stromgewinnung ausgeschlossen werden. Man weis nie, wann welche Technologie vielleicht doch noch benötigt wird. Ich bin zwar gegen Stromgewinnung aus Kernenergie, aber große autarke Systeme (U-Boote, Schiffe, Raumschiffe (Voyager Sonden)) benötigen Kernenergie als sinnvollen effektiven Energieträger. Ich bin auch gegen Stromgewinnung aus Kohle, aber falls es doch zu Engpässen kommen sollte, kann damit Strom zumindest konventionell erzeugt werden. Statt Energieträger zu verbieten, ist es besser, wenn der Strompreis entsprechend der Kosten seiner Erzeugung und den damit verbunden Folgekosten für Umweltschäden, Lagerung von Abfällen, ... berechnet wird. Wenn dann Engpässe auftreten, dann muss man eben einen Strompreis von mehreren Euros/kWh als Verbraucher zahlen, damit der Strom mittels Kohlekraft oder Kernenergie gewonnen wird. Oder der Verbraucher überlegt sich, ob er nicht die Geräte abschaltet, die er gerade nicht unbedingt benötigt. Klar, dass setzt ein intelligentes Stromverteilungs- und Regel-System voraus. Technisch ist dies längst möglich und da die Infrastruktur sowieso größtenteils in die Jahre gekommen ist, spricht nichts dagegen die Infrastruktur auf moderne Standards umzustellen. Dann kann jeder Verbraucher individuell selbst abstimmen, welchen Energieträger er selbst bevorzugt und auch für seine Kosten aufkommt. Das nennt man freie Marktwirtschaft. Natürlich müssen in den Zusammenhang alle Subventionen verschwinden. Betonung liegt auf allen: Kernenergie, Kohlekraft und erneuerbaren Energien.

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hugotheKing 09.05.2017, 11:05
37. Freundliche Antwort

Zitat von marcdv
Wie ernst es mit der Klimarettung gemeint ist, sieht man an der Braunkohle. Offenbar ist es auch nicht so schlimm mit dem CO2 Anstieg, denn sonst hätte man wohl die CO2-sehr arme Kernenergie behalten und eher die Kohlekraftwerke abgeschaltet. Kohle schafft garantiert Klimatote, Kernenergie kann wenn Opfer bringen...
Hallo Dirk,
in der Nacht geht der Strombedarf deutlich zurück. Die Autos werden meistens tagsüber genutzt. Ergo: Auch wenn eine große Flotte der konventionellen Autos durch E-Autos ersetzt werden würde, ist das kein Problem, weil die E-Autos über die Nacht geladen werden.

Zudem ist der zusätzliche Strombedarf, der für E-Mobilität erforderlich wäre, relativ gering im Verhältnis zum Gesamtstrombedarf (es gibt jede Menge Publikationen dazu).

Auch wenn man das heute noch nicht sieht/erkennt, in naher Zukunft werden sog. ESS (Energiespeichersysteme) eine große Rolle spielen. Damit ist nicht Pumpspeicherwerke gemeint, die man nicht überall errichten kann und sehr kostspielig sind, sondern riesiger Akkuspeicher im Containermaßstab. Sie gleichen heute schon an manchen Orten (auch in Deutschland) Stromschwankungen aus.
Noch ein Hinweis zum Schluss. Die Preisentwicklung der Solarmodule, Windkraftwerke und ESS sind in Vergangenheit stetig zurückgegangen. AKWs und Kohlemeiler nebst Brennstoffe nicht.

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litholas 09.05.2017, 11:05
38.

Zitat von tata-susi
Ein wichtiger (für Endkunden wohl der Wichtigste) Punkt fehlt in Artikel völlig. Was würde der ganze Spaß den kosten? Im internationalen Vergleich zahlen die deutschen Endverbraucher jetzt schon astronomische Preise. Wird Strom dann zum Luxusgut? ...
Der Strom kann dann sogar billiger werden, denn onshore-Windkraft ist inzwischen genauso günstig wie Braunkohlestrom, und Solarenergie ist in etwa so günstig wie Strom aus Steinkohle - und wird seit 15 Jahren konstant billiger, um 1 bis 4% pro Monat.

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litholas 09.05.2017, 11:11
39.

Zitat von fred2013
die erzeugte Energie kann in Wasserstoff umgewandelt werden, der dann jederzeit wieder verstromt werden kann. Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Er liefert Mobilität, Wärme und Energie gleichermassen, kann gespeichert werden und damit für ......
Viel sinnvoller wäre es (wie Forist Günter1934 vorschlug), den Wasserstoff in der chemischen Industrie zu verwenden. Die verbraucht enorme Mengen Wasserstoff, und benutzt bisher Erdgas dazu ihn herzustellen.

Deutschland verbraucht im Moment für alle Zwecke 15mal so viel Erdgas wie für die Stromerzeugung allein.

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