Forum: Wirtschaft
Strukturwandel: Raus aus der Kohle - ohne Jobkahlschlag
DPA

Wie gelingt der Kohleausstieg, ohne dass Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen? Die Regierung will erst nach der Wahl ein Konzept erarbeiten. Firmen und Gemeinden packen das Problem bereits jetzt an.

Seite 9 von 12
litholas 09.05.2017, 12:20
80.

Zitat von ir²
Wirrer Beitrag. Zuerst sparen Sie 10 Mrd € durch wegfallenden Kraftwerksbau ein, dann wollen(müssen) Sie 70 GW Gaskraftwerke zubauen um überhaupt durch den Winter zu kommen - die dann, irgendwie, nicht kosten sollen! Ihre Beiträge sind symtomatisch für die Deutsche "Energiewende": hochideologisiert und technisch wie wirtschaftlich eine Katastrophe!
Bis zum Beginn des EE-Ausbau hatten wir 50GW Kohlekraftwerke, die in Zukunft 10 Mrd Euro jährliche Fixkosten erzeugen würden, und 20GW Kernkraftwerke, die nochmal die gleiche Summe kosten würden.

Die halten nicht ewig, selbst wenn es keinen EE-Ausbau gäbe. Sie müssten also irgendwann durch Neubauten ersetzt werden. Wenn wir dann statt Kohle- und Kernkraftwerken Gaskraftwerke bauen, dann verursachen diese 70GW Gaskraftwerke statt der 20 Mrd Euro jährlichen Fixkosten nur 5 Mrd Euro.

Beitrag melden
Gerdd 09.05.2017, 12:25
81. Wollt Ihr das wirklich?

Zitat von Deddie
... der Michel wählt wie immer die selben Versager und wundert sich das sich nichts ändert. 16 Jahre Merkel - Wollt ihr das wirklich.
Ja, lieber als Gauland und seine neue Heulboje (Petry war auch nicht wirklich besser ...)

Oder Herr oder Frau Lafontaine, oder die FDP ...
Die "selben Versager" sind - wenigstens in Deutschland - immer noch die relativ fähigsten, die wir finden können. Außer vielen Foristen, aber auch die wissen nicht viel, sie wissen eben nur alles besser - so als wären sie alle um die 13 Jahre alt.

Nein, das nehme ich zurück. Das wäre unfair den 13jährigen gegenüber.

Beitrag melden
litholas 09.05.2017, 12:28
82.

Zitat von Flari
Bereits damals sorgte die PV dafür, dass Süd-DE zur Abendspitze auf Stromimporte ANGEWIESEN war, um einen Bläckout zu verhindern. Selbst als 2.2012 Frankreich quasi Stromnotstand hatte, MUSSTE DE denen zur Abendspitze noch Strom "klauen", damit es bei UNS nicht kollabiert, während mittags Strom bei hoher PV-Leistung exportiert werden MUSS. Ohne gewaltige Speicher nutzt ein Ausbau der PV nur dem Geldbeutel interessierter Klientel, verteuert den Endkundenpreis weiter und gefährdet das Netz.
Es gibt aber bis zum 5-fachen des jetzigen Solarkraftwerksparks gar nicht genug Strom um Speicher auch nur halbwegs sinnvoll zu machen.

Von dem Jahresertrag von 120GW Solarkraftwerken wären nur etwa 7% Überschuss, selbst bei 200GW wären nur 24% entsprechend 43,2TWh Überschuss. Bei einer mittleren realen Einspeisevergütung von 6 Cent pro kWh ergibt das resultierende Gesamtkosten von 7,9 Cent pro genutzter kWh, das entspricht den mittleren realen Kosten von Strom aus Steinkohle.

Beitrag melden
litholas 09.05.2017, 12:31
83.

Zitat von Gerdd
Nur weil ein Kohle- oder Atomkraftwerk immer noch billiger ist als andere Verfahren, eine statische Grundversorgung bereitzustellen, kann man sich nicht einfach hinstellen und behaupten, daß es anders nicht geht. Wie lange läuft eigentlich das .....
Kohle- und Kernkraftwerke sind eben NICHT billiger als onshore-Windkraft und Solarstrom.

Beitrag melden
sponcon 09.05.2017, 12:34
84. Rechnen Sie bitte nach, ...

Zitat von litholas
Da habe ich mich vertan - es muss heissen "Photovoltaikmodule werden seit 2000 monatlich um 1 bis 4% billiger". Der Photovoltaikstrom insgesamt ist nur etwa um 80% billiger geworden. Trotzdem wird er weiterhin billiger, in absoluten Zahlen, also zusätzlich zum Kaufkraftverlust durch Inflation.
... ab wann in den 17 Jahren Ihnen der Hersteller Geld gibt, sein Produkt zu nutzen.

Beitrag melden
Gerdd 09.05.2017, 12:35
85. Zukunft der Kohle ...

Zitat von urbanism
Seit Jahrzehnten weiß man, dass die Kohle in Deutschland keine Zukunft mehr hat und trotzdem spielt man jetzt den Überraschten ...
Stimmt. Und doch hat sich etwas verändert:

Der Abgesang auf die Kohle bezog sich immer auf die tief unter der Erde abgebaute Steinkohle im Ruhrgebiet. Das ist Geschichte. Aber im Rheinland und im Osten gibt es Braunkohle-Tagebau. Zwar ist die Kohle weniger energiehaltig und viel weniger umweltfreundlich, aber sie ist viel billiger im Abbau. Und - man hatte in der DDR überhaupt keinen Plan, jemals ohne die Braunkohle auszukommen. Deswegen findet da jetzt alles mit einer immensen Verzögerung statt - und im Rheinland haben sich die Konzerne auch darauf eingerichtet, daß man ja gut solange weitermachen kann, wie es im Osten noch eine Braunkohle-Infrastruktur gibt. Die kämen nie auf die Idee, für die Umwelt auf Profit zu verzichten. Man kann ihnen also nicht trauen.

Beitrag melden
christian-h 09.05.2017, 12:44
86. Angabe

Zitat von soulbrother
Die gesicherte Leistung ist eine Frage der Ausdehnung des Stromnetztes, was ja nicht, wie Sie suggereien möchten, an den Grenzen endet.
Diese Aussage ist so falsch.
Wenn Sie das Stromnetz räumlich ausdehnen, dann erhöhen Sie auch gleichzeitig den Strombedarf.
Dabei hat auch jedes Land seine eigene Stromversorgunsphilosophie und entsprechenden Kraftwerksbestand.
Die gesicherte Leistung ist dabei abhängig von der Art der Stromerzeuger und deren installierte Leistung.

Beitrag melden
cvdheyden 09.05.2017, 12:45
87. Typisches Lobby Argument

Zitat von Teile1977
Wasserstoff diffundiert auch durch Stahl und macht ihn spröde. Ist nur wenig, aber in einem Fahrzeugtank herschen 700bar, und ein bisschen von sehr viel ist immer noch einiges.
In der Tat! Wasserstoff diffundiert durch fast alles, das ist RICHTIG. Allerdings ist dieses Faktum mit das billigste Ablenkungsmanöver sämtlicher Autolobbyisten.
Es gibt schon ganz lange H2 Tanks auf sämtlichen Höfen der Chemieindustrie. Ja, man muss sich Gedanken über die Sicherheit machen. Aber die Probleme sind schon in den fuffziger Jahren gelöst worden. Also ab in den Mülleimer mit Ihrem Argument.
Im übrigen sollte man tatsächlich nicht mit reinem H2 fahren, sondern aus diesem mittles CO2 Alkohol generieren.
Das ist im übrigen auch schon in den fuffzigern "erfunden" worden. Kann man also als Anlage kaufen und ist nix neues. Mit Alkohol fahren die Nascar Autos Rennen.
Über den Stoff Alkohol ließe sich viel Kohle sparen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, also auch im übertragenen Sinne

Beitrag melden
Überzeugungstäter 09.05.2017, 12:47
88. Schauen Sie mal...

Zitat von Teile1977
2. Nachtstrom also zu 5% aus Windkraft (o.K. die schwankt recht stark) aber die Biomasse und die Wasserkraft sind auch recht stark vorhanden.
.. bitte wie "recht stark" Ihre vorhandene Wasserkraft und Biomasse den Gesamtbedarf abdecken können. Gehen Sie mal hypothetisch davon aus, dass alle konventionellen Kraftwerke abgeschaltet sind, und unsere Nachbarländer keine Lust mehr haben, uns mit ihrem schmutzigen Strom zu versorgen. Sie werden feststellen, dass selbst der Sparflammenverbrauch um ein Vielfaches höher liegt als das, was ihre stark vorhandene Biomasse und Wasserkraft imstande ist bereitzustellen. Einfach mal nach installierter Leistung (nehmen Sie mal wohlwollend an, dass alles davon betriebsbereit ist, das gestehe ich Ihnen zu, obwohl wenig realistisch) und ein typisches tägliches Lastprofil recherchieren, Sie werden überrascht sein, viele andere auch, weil der Strom dann für sehr viele hierzulande nicht mehr aus der Steckdose kommt. Auf Windkraft sollten Sie in diesem Szenario nicht zählen - Stichwort: Windstille! Ach ja, und wenn Sie jetzt mit dem Ausbau von Wasserkraft und Biomasse kommen möchten, dann sagen Sie mal, wo die benötigten Wasserkraftwerke (inkl. Speicherseen?) innerhalb unseres dichtbesiedelten Landes noch gebaut werden sollen oder wie viele tausend Quadratkilometer Sie mit Biomassepflanzungen zu zusätzlichen Monokulturen umwandeln möchten?

Beitrag melden
Flari 09.05.2017, 12:48
89.

Zitat von soulbrother
Die gesicherte Leistung ist eine Frage der Ausdehnung des Stromnetztes, was ja nicht, wie Sie suggereien möchten, an den Grenzen endet. Daher steigt die gesicherte Leistung an mit der zunehmenden Ausdehnung des Stromnetzes und dessen Übertragungskapazität.
Selbstverständlich endet die gesicherte Leistung spätenstens an den Grenzen, wenn keine Versorgungsgarantien aus dem Ausland bestehen.
Regional übrigens bedeutend früher.
Gerade bei Wasserkraft kommt es auch in Ländern mit hohem Wasserkraftanteil gerade im Januar/Februar immer wieder zu Versorgungsengpässen, also z.B. AT, CH, NO und SE.
Da nutzt UNS eine Ausdehnung des Stromnetzes über die Koppelstellen herzlich wenig.

Zitat von
Wichtig ist, dass der Staat nicht in die Preisfindung eingreift, dass heißt, in Knappheitssituationen werden wir entsprechend hohe Preise sehen, über die der Markt die besten Lösungen bereitstellen wird.
Wenn SIE nicht wollen, dass der Staat in die Preisfindung eingreift, müssten SIE für die sofortige Abschaffung des EEG sein.
Bisher habe ich Sie anders verstanden.

Beitrag melden
Seite 9 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!