Forum: Wirtschaft
Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Mindestlohn reicht nicht fürs Großstadt-Leben
DPA

Wer Köln, München oder in vielen anderen Großstädten für den Mindestlohn arbeitet, ist laut einer Untersuchung darauf angewiesen, seine Bezüge zusätzlich mit Hartz IV aufzustocken - selbst bei einem Vollzeit-Job.

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kevinschmied704 23.04.2018, 18:17
1. is das ein schlechter scherz?

die Arbeitnehmer beklagen diesen zustand schon seit Einführung des Mindestlohns mehrere humanistische Organisationen und soagr der OECD hat für Deutschland ein Mindestlohn für wenigstens 12€ empfohlen. herr schulz hat sich das doch nicht ausgedacht! sein Problem sind die Lobbyisten in seiner Partei gewesen. die haben ihn klein gemacht und sind ja der Meinung mit sozial Themen gewinnt man keine Wahl. jetzt kommt der Spiegel und schwupp sieht es anders aus. was ist mit ihren Artikeln, die beschworen haben, das der Mindestlohn doch ganz ok sei.... aber davon mal abgesehen reichen auch die 12€/ std nicht aus um später mal von einer rente gut leben zu können. das ist plan Armut!

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GoaSkin 23.04.2018, 18:29
2.

Die Kommunen sollten einfach mal anfangen, intensiv in den Sozialen Wohnungsbau zu investieren und die Wohnungen zu Mietpreisen anbieten, die sich Einkommensschwache leisten können, ohne dabei dann als Stadt einen "München-Bonus" zu kassieren. Zugleich sollte der ÖPNV so bezuschusst werden, dass die Fahrkartenpreise vor allem für jeden bezahlbar sind. Dann reicht auch der Mindestlohn in München genauso wie auf dem Land.

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zudummzumzum 23.04.2018, 18:37
3. Wozu muss der Mindestlohn ausreichen?

Im gleichen Bericht wird darauf hingewiesen, dass die (unverändert hohe) Zahl der Aufstocker größtenteils aus Erziehenden herrührt. Und damit sind wir (wieder mal) bei der Frage, wozu der Mindestlohn ausreichen soll: Sollen sich damit nur Singles ein auskömmliches Dasein finanzieren können, oder soll er so hoch sein, dass man damit auch noch weitere Personen mit durchbringen kann?

Ich persönlich bin dagegen, den Mindestlohn so weit anzuheben, dass er einem längst überkommenen Familienbild genügt. In einer Zeit, in der die Singles die meisten Haushalte bilden, wird es viel wichtiger, den Lastenausgleich an Erziehende zu verbessern. Oder auch: Wie würde denn das Bild aussehen, wenn man den Mindestlohn unverändert lässt, aber das Kindergeld auf den Sozialhilfe-Regelsatz plus einem "Wohnkosten-Anteil" von ~ 100 € erhöht. Damit hätte der Single genauso viel Netto wie heute, Erziehende aber tatsächlich monatlich 250 € mehr. Wenn das dann zur Auskömmlichkeit führt, wäre das der vorzuziehende Weg.

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kayakclc 23.04.2018, 18:39
4. Mindestlohn und Langzeitperspektive

Die Botschaft war schon immer: der Mindestlohn ist eine Mindestabsicherung für Leute, die wieder einsteigen, oder durch Qualifizierungsphasen laufen. Mindestlohnjobs sind per Definition immer die unterste Lohnskala und kann nur eine Durchgangsstation sein. Wer dauerhaft von Mindestlohnjobs leben will, der hat ganz andere Gründe. Für alle anderen gilt: Weiterbilden, Weiterbilden, Weiterbilden. Es gibt Angebote wie noch nie zuvor. Auch ist eines klar: Irgendwann wird es eine Migrationsbewegung weg aus den teueren Ballungszentren wie München oder Köln geben müssen, zu günstigeren Teile Deutschlands. Das kann auch eine Chance für solche Regionen sein, die genutzt werden muss. Das wird nicht auf Mindestlohnjobs beschränkt bleiben.

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Arthur Dent 23.04.2018, 18:42
5. Wie oft noch liebe Mitmenschen ??

Wenn eine Arbeit kein Einkommen erzielt, von dem man sich ernähren kann, repsektive seine Wohnung bezahlen kann, ist keine Arbeit, sondern Zeitverschwendung. Da helfen auch die wohlfeilen Argumente des Arbeitsamtes nicht. Viele der sogennanten Jobs sind quer subventionierte Arbeitsgelegenheiten. Selbst Fraport muss schon auf dem Balkan nach Dummen suchen, die Ihre fetten Gewinne für lau ran buckeln. In Deutschland findet sich wohl kein Dummer mehr. Arbeit ist und bleibt nun mal was es ist. Der Tausch von Lebenszeit gegen Geld. Mancherlei Leute ist ihr Leben also nicht mal 8,50 die Stunde wert. Da sollte man mal darüber nachdenken.

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thermo_pyle 23.04.2018, 18:44
6. Das zeigt doch...

...dass in unserer Gesellschaft vieles schiefläuft. Noch mehr Lohn, damit man nicht aufstocken muss ? Wie zum Henker haben es unsere Vöter und Großväter damals geschafft, ihre Familien OHNE staatliche Stütze durchzubringen ? Was hat sich seitdem geändert ? „Global Player“ und Aktienspekulationen, oder anders: Raubtierkapitalismus und Extremausbeutung. Machen wir das Leben für ALLE teurer, damit wenige noch mehr Geld verdienen können! Wieviel bekommen z.B. die Quandts an Dividende jährlich ausbezahlt ? Wie hoch sind die Steuern darauf ? Wie lange soll das noch gut gehen ?

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mirkor 23.04.2018, 18:50
7. "Überrasschung"

Eine Studie kommt zu einem Ergebnis, welches jeder kennt, der schon mal zu solchen Bedingungen gearbeitet hat. Wäre interessant zu wissen, was denn so eine überflüssige Studie gekostet hat.

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tomtom 23.04.2018, 18:54
8. Ja, er reicht nicht.

Aber gerne wird vergessen, dass ein Mindestlohn auch ein Mindestmaß an Qualifizierung bedeutet. Ich erlebe es täglich: Bewerber ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung...

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Nordstadtbewohner 23.04.2018, 18:58
9. Der Mindeslohn ist eine absolute Lohnuntergrenze

"In einem Single-Haushalt in Köln etwa bräuchte ein Arbeitnehmer mit 37,7-Arbeitsstunden pro Woche einen Mindestlohn von etwa 11,20 Euro pro Stunde."

Es ist nicht die Aufgabe des Mindestlohns, einen Singlehaushalt in Köln vollständig zu finanzieren. Der Mindestlohn ist eine absolute Lohnuntergrenze. Der Rest wird mittels der Leistungsfähigkeit und der Produktivität des Arbeitnehmers geregelt. Dazu kommt, dass die Stiftung willkürlich gewählte Arbeitszeiten annimmt. Ein Arbeitnehmer kann in Deutschland ganz legal bis zu 48 Stunden pro Woche arbeiten und nicht nur 37,7 Stunden.

Wer mehr als den Mindestlohn verdienen will, der sollte sich entsprechend qualifizieren und bei entsprechenden Unternehmen bewerben.

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