Forum: Wirtschaft
Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Mindestlohn reicht nicht fürs Großstadt-Leben
DPA

Wer Köln, München oder in vielen anderen Großstädten für den Mindestlohn arbeitet, ist laut einer Untersuchung darauf angewiesen, seine Bezüge zusätzlich mit Hartz IV aufzustocken - selbst bei einem Vollzeit-Job.

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die Stechmücke 23.04.2018, 19:05
10. Wer stoppt die wachsende Schere zwischen arm und reich

Vielen Dank für diesen Kommentar und für die Fakten, die nicht neu sind. Viele Politiker reden z. Zt. über Werte, Heimat usw. und mahnen die Menschenwürde gerne in anderen Nationen an. Die Menschenwürde im eigenen Land wird mit Füßen getreten wenn man sich vergegennwärtigt wie viele Menschen ihr Dasein in der Verarmung fristen müssen. Es gibt zur Zeit m.E. keine politische Kraft, die hier eine klare Kante aufbauen kann um die wachsende Schere zwischen arm und reich nachhaltig stoppt. Dort wo die Menschenwürde weggedrückt wird, winkt dann die AFD mit offenen Armen.

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Inspektor 23.04.2018, 19:10
11. Völker zur Alster zur Sonne....

Ein Skandal. Und das durchschnittliche Angestelltengehalt reicht heutzutage nicht einmal mehr für ein Penthouse in HH-Eppendorf, M-Bogenhausen, D-Oberkassel oder F-Westend. Und selbst als Multimillionär hat man schon Probleme bei der Suche nach einer angemessenen Immobilie auf Sylt. Ich fordere das Grundrecht eines jeden Menschen jedweder Qualifikation und Vermögensstatus, sich seine Stadt und seinen Stadtteil, in dem er leben möchte, frei auszusuchen. In der Vergangenheit gab es Wanderungsbewegungen, wenn einzelne Städte zu teuer wurden, mit der Folge, dass irgendwann die Firmen nachzogen (wegen Arbeitskräften und Löhnen) und arme Städte aufstiegen. Aber in unserem real existierenden Sozialismus ist das dank Mietpreisbremse, Mindestlohn etc. Geschichte. Wir zementieren den Status Quo. Also ihr Völker, vergesst Halle, Magdeburg, Duisburg oder Oberhausen - alle ab nach München, Köln, Düsseldorf und Hamburg, ist viel schöner. Und der Staat soll gefälligst für ausreichend Wohnraum mit Alsterblick für alle sorgen. Wegen "sozialer Gerechtigkeit" und so!!!

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piper.arrowii 23.04.2018, 19:11
12. Zu 4.

Das ist Quatsch. Den Mindestlohn bekommen nicht gut ausgebildeten Menschen die auf dem Weg nach oben sind, sondern die, die eben keine Chance auf besser bezahlte Jobs haben. Eine Frisörin oder Frisör wird eher nicht auf einen Abteilungsleiterposten hoffen dürfen. Und zum Thema Weiterbildung - es kann nicht jeder Dipl. Ing. , IT-Fachkraft oder was sonst noch so gefragt ist werden. Ich selbst bin Dipl. Biologe, aber eine Umschulung zum Mathematiker oder Astrophysiker würde mich völlig überfordern. Zu doof ?

Zu 3.
Ich kenne in meinem Umfeld nur Familien mit 1 bis 3 Kindern. In meiner Firma (100+ Beschäftigte) sind genau 13 Leute Singles.

Mir ist es völlig Wurscht was die Familie Quandt verdient, solange alle anderen Menschen in diesem Land genug Geld für ein selbstbestimmtes Leben bekommen (geschenkt oder erarbeitet) können.

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donatellab 23.04.2018, 19:13
13. Zeit gegen Geld

Zitat von Arthur Dent
Wenn eine Arbeit kein Einkommen erzielt, von dem man sich ernähren kann, repsektive seine Wohnung bezahlen kann, ist keine Arbeit, sondern Zeitverschwendung. Da helfen auch die wohlfeilen Argumente des Arbeitsamtes nicht. Viele der sogennanten Jobs sind quer subventionierte Arbeitsgelegenheiten. Selbst Fraport muss schon auf dem Balkan nach Dummen suchen, die Ihre fetten Gewinne für lau ran buckeln. In Deutschland findet sich wohl kein Dummer mehr. Arbeit ist und bleibt nun mal was es ist. Der Tausch von Lebenszeit gegen Geld. Mancherlei Leute ist ihr Leben also nicht mal 8,50 die Stunde wert. Da sollte man mal darüber nachdenken.
Der massenhafte Selbstwertverlust von Menschen, die sich derart ausbeuten lassen, ist mir auch ein Rätsel.
Diese Arbeit macht nicht frei. Sie macht arm und krank.
Die Mehrheit dieser Arbeitnehmer erwartet mit 66 eine mickrige Rente, die sie in einer kalten Bude verjubeln können. Oder das Dahinvegetieren in einem Alten- und Pflegeheim unter Gewährung eines Taschengeldes (wie damals von Mama und Papa).
Vielleicht verschwenden diese Menschen ihre Lebenszeit, weil ihnen keine Alternativen in den Sinn kommen. Zudem macht die Arbeitsagentur Druck und droht mit Kürzung der Leistungen bis zu 100%. Es droht der Hungertod und das in Deutschland! Sie haben Angst. Angst wie damals die Sklaven. Auch die durften sich nicht über die Unerträglichkeit ihrer Situation beschweren. Es herrschen mittlerweile Zustände wie einst im alten Rom.

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Kerze der Freiheit 23.04.2018, 19:14
14.

Auch diese Entwicklung zeigt, dass EU, Globalisierung und die Wirtschaftseinwanderung in heutiger Form bekämpft werden müssen. Mittlerweile haben ja sogar Akademiker Probleme, sich das Leben zu finanzieren.

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Kerze der Freiheit 23.04.2018, 19:16
15.

Zitat von zudummzumzum
Im gleichen Bericht wird darauf hingewiesen, dass die (unverändert hohe) Zahl der Aufstocker größtenteils aus Erziehenden herrührt. Und damit sind wir (wieder mal) bei der Frage, wozu der Mindestlohn ausreichen soll: Sollen sich damit nur Singles ein auskömmliches Dasein finanzieren können, oder soll er so hoch sein, dass man damit auch noch weitere Personen mit durchbringen kann? Ich persönlich bin dagegen, den Mindestlohn so weit anzuheben, dass er einem längst überkommenen Familienbild genügt. In einer Zeit, in der die Singles die meisten Haushalte bilden, wird es viel wichtiger, den Lastenausgleich an Erziehende zu verbessern. Oder auch: Wie würde denn das Bild aussehen, wenn man den Mindestlohn unverändert lässt, aber das Kindergeld auf den Sozialhilfe-Regelsatz plus einem "Wohnkosten-Anteil" von ~ 100 € erhöht. Damit hätte der Single genauso viel Netto wie heute, Erziehende aber tatsächlich monatlich 250 € mehr. Wenn das dann zur Auskömmlichkeit führt, wäre das der vorzuziehende Weg.
Auch ein Mindestlöhner muss in der Lage sein, ohne staatliche Zuwendungen als Alleinverdiener eine sechsköpfige Familie zu ernähren. Kann er dies nicht, ist das Gehalt zu gering.

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Babaji 23.04.2018, 19:21
16. no shit Sherlock

Gut dass dies nun noch eine Studie untermauert. Nun müssten natürlich politische Konsequenzen daraus gezogen werden. Werden sie aber nicht. Danke für Nichts!

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donatellab 23.04.2018, 19:23
17. Damals

Zitat von thermo_pyle
...dass in unserer Gesellschaft vieles schiefläuft. Noch mehr Lohn, damit man nicht aufstocken muss ? Wie zum Henker haben es unsere Vöter und Großväter damals geschafft, ihre Familien OHNE staatliche Stütze durchzubringen ? Was hat sich seitdem geändert ? „Global Player“ und Aktienspekulationen, oder anders: Raubtierkapitalismus und Extremausbeutung. Machen wir das Leben für ALLE teurer, damit wenige noch mehr Geld verdienen können! Wieviel bekommen z.B. die Quandts an Dividende jährlich ausbezahlt ? Wie hoch sind die Steuern darauf ? Wie lange soll das noch gut gehen ?
Mein Vater hat 1968 ein großes Haus gebaut, und zwar mit 4 kleinen Kindern. Meine Mutter hat sich sehr gut um uns gekümmert. Mein Vater hat als Handwerker gearbeitet. Alles war gut zu finanzieren und meine Geschwister und ich hatten eine schöne Jugend.

Heute wird gerade so viel verdient, dass es für die Miete, das Auto und die Lebensmittel reicht. Allerdings sind i. d. R. Vater und Mutter erwerbstätig und die Kinder sind bei Oma oder in der (kostenpflichtigen) Kita. Die wenige Reichen werden immer reicher und die "Normalos" müssen immer mehr strampeln. Auch eine Erklärung dafür, dass es an jungen Fachkräften mangelt.

Meine beiden Neffen leben inzwischen im Ausland, weil dort die Verdienstmöglichkeiten erheblich besser für sie sind. Außerdem scheint dort an über 300 Tagen die Sonne und die Leute sind besser drauf. Ich habe volles Verständnis für sie.

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iffi_zenker 23.04.2018, 19:25
18. "Weiterbilden, Weiterbilden, Weiterbilden"

Zitat von kayakclc
Die Botschaft war schon immer: der Mindestlohn ist eine Mindestabsicherung für Leute, die wieder einsteigen, oder durch Qualifizierungsphasen laufen. Mindestlohnjobs sind per Definition immer die unterste Lohnskala und kann nur eine Durchgangsstation sein. Wer dauerhaft von Mindestlohnjobs leben will, der hat ganz andere Gründe. Für alle anderen gilt: Weiterbilden, Weiterbilden, Weiterbilden. Es gibt Angebote wie noch nie zuvor. Auch ist eines klar: Irgendwann wird es eine Migrationsbewegung weg aus den teueren Ballungszentren wie München oder Köln geben müssen, zu günstigeren Teile Deutschlands. Das kann auch eine Chance für solche Regionen sein, die genutzt werden muss. Das wird nicht auf Mindestlohnjobs beschränkt bleiben.
ja genau, und während der Weiterbildung im Zelt oder Wohnwagen übernachten um Vollpfosten wie Ihnen abends ihre wohlverdiente Pizza zu liefern. Wohl bekommst!

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reichsvernunft 23.04.2018, 19:28
19. Ach, echt jetzt?

Na da sind wir ja alle Überrascht. Aber keine Sorge, wo Herr Buffet doch jetzt den Berliner Immobilienmarkt für sich entdeckt hat, wird auch in Berlin bald der "sozial Schwache" raus sein aus der Stadt. Und schön Super tanken, denn dieseln zum Arbeitsplatz ist nicht mehr. Hier noch eine Frage... "aufstocken"... bedeutet Arbeitgeber, die seit Jahren dick Plus machen bekommen die volle Arbeit und der Steuerzahler trägt einen Teil der Kosten (plus später die Rente), richtig? Und das nur um einen Mindeststandard zu erreichen. Bitte, her mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, und dicken Zöllen auf alles, was zu Dumpinglöhnen ohne Arbeits- oder Umweltschutz unter effektiver Versklavung der Bevölkerung im Ausland hergestellt wird. Dann funktioniert der Kapitalismus nämlich auch globalisiert wieder - Arbeit und Produkt werden ihrem Wert entsprechend angeboten. Nah? Jemand dabei unter den Regierenden, der sich traut das Offensichtliche auszusprechen? Der Demokratur-Vorwurf passt auch ohne xenophobische Hetze.

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