Forum: Wirtschaft
Studie der Immobilienbranche: Deutschland baut zu wenig - und an den falschen Stellen
Daniel Reinhardt / DPA

In Deutschlands Ballungsräumen fehlen Tausende Wohnungen, andernorts wird über den Bedarf hinaus gebaut. Das geht aus einer neuen Analyse hervor. Die Folgen werden noch lange zu spüren sein.

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vicy1404 09.05.2019, 13:37
50. Gebaut wird an den falschen Stellen

...Statt in den Ballungszentren noch das letzte Grün mit Beton zu versiegeln wäre es sinnvoller die Infrastruktur in den ländlichen Räumen zu stärken... Nur zwei Stichworte: Breitbandausbau und Schließung der Funklöcher. Dann kann auch mehr vom Homeoffice im Grünen gearbeitet werden! Dort gibt es auch bezahlbaren Wohnraum!
Kommt irgendwie auch billiger!

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Galgenstein 09.05.2019, 13:42
51. Die Bedarfsprognose kommt mir etwas niedrig vor

derzeit gibt es in Deutschland einen Bestand von knapp 40 Millionen Wohnungen und Häusern. Unterstellt man, dass eine Wohnung im Schnitt 100 Jahre hält, müssten jedes Jahr im Schnitt 400.000 Wohnungen neu gebaut werden. Diese Zahl wird schon lange nicht mehr erreicht.

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misterknowitall2 09.05.2019, 13:44
52. Ehmm....

Zitat von olafs.
Bürokratie vielleicht gewachsen, ist aber Versäumnis der Branche? Sie biegen es sich aber wirklich so hin, wie Sie es gerne hätten. Dabei steht hier eindeutig: Grundstückskosten, Baugesetze, Bürokratie. Grundstückskosten sind deshalb so hoch, weil keine Grundstücke ausgewiesen werden. Schauen Sie sich mal die Brachen und Lücken in den Städten an. Hier kann man erheblich verdichten. Die Berliner haben natürlich lieber ein Tempelhofer Feld zum Picknicken. Baugesetze: Ausschließlich Staatsverantwortung. Bürokratie: dito. Alle Kosten können umgelegt werden: ja was denn sonst? Am Ende muss sich die Wohnung rechnen, und zwar nach Abzug aller Kosten. Also bitte weniger steile Thesen, die nicht einmal mehr im Ansatz versuchen Wirkzusammenhänge zu erklären, und Lösungen vorzuschlagen, sondern nur noch Verschwörungen böser Mächte wittern. Also: Bürokratie runter (das hilft auch bei den Grundstücken), Bauvorschriften vereinfachen. Der Staat kann gerne auch Wohnungen bauen, anstatt das Geld den Wohnungsgesellschaften für die Enteignungen in die hand zu geben, ohne eine einzige zusätzliche Wohnung zu bauen
ich will nicht für alle Vorschriften reden, aber die meisten haben durchaus ihren Sinn. Da sagt man so einfach: Vorschriften abschaffen. Und wenn dann Menschen sterben, weil der Fluchtweg verbaut war, fragt man sich wie so was passieren kann.

Um eigenen Wohnungen zu bauen, braucht man entsprechendes Personal. Das wurde in den letzten Jahren konsequent weggespart. Pech.

Alle Kosten umzulegen ist für Sie logisch, für mich ist es Verarscherei. Natürlich muss auch der Vermieter für seinen Besitz einstehen und diverse Kosten selber tragen. Was interessiert es mich, ob sich die Wohnung für den Vermieter rechnet? Die Reparatur der Heizung hat er zu zahlen. Genauso Unterhaltungsmaßnahmen. Ich finde sogar, dass er Modernisierung und Energiesparmaßnahmen tragen sollte, schließlich steigert das den Wert seiner Immobilie und hebt den Standard.

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buescre 09.05.2019, 13:48
53. Deutschland baut nicht,

sondern es bauen Investoren und private Bauherren in Deutschland, und zwar dort, wo es sich für sie lohnt. Das muss nicht unbedingt dort sein, wo mehr Menschen wohnen wollen, auch wenn sie die ortsüblichen Mieten nicht bezahlen wollen oder können. Dann passt sich das Angebot nicht an die steigende Nachfrage an. Wenn es stimmt, dass man künftig verstärkt auch von zuhause aus arbeiten kann, warum wollen dann immer mehr ausgerechnet da wohnen, wo der Wohnraum ohnehin schon knapp und teuer ist? Man sollte nicht jedes Problem immer gleich der Politik anlasten.

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Haarfoen 09.05.2019, 13:49
54. Mangelhafte volkswirtschaftliche Steuerung ...

Trotz der verschiedenen politischen Haltungen dürfte es dahingehend einen Konsens geben, dass es einer volkswirtschaftlichen Steuerung durch den Staat bedarf. Dies betrifft nicht nur die Zins-, sondern auch die Wohnraumpolitik.
Nachdem die neoliberalen Claqueure hier immer wieder die Horrorszenarien der alten DDR bemühen: Wie sieht eigentlich die Manöverkritik an unseren Regierenden aus? Ich meine, unsere politischen Eliten versagen in ähnlicher Weise wie das ehemalige Politbüro. Die Menschen werden mit den Problemen alleine gelassen. Die Lebensqualität sinkt rapide. Die Amen stehen jetzt wegen Brot nicht mehr vor dem HO- Laden, sondern an der Tafel an.
Und unsere Eliten wollen großartige Flugzeugträger bauen. Kommt einem irgendwie bekannt vor?

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liberaleroekonom 09.05.2019, 13:51
55. Dazu hat sich doch Herr Kühnert (SPD) bereits geäußert

Zitat von Bob Hund
Mal ganz kontrovers gefragt: Mit welchem Recht belegen alte Witwen und Witwer 4-Zimmerwohnungen, die sie schon gar nicht mehr bewirtschaften können und nehmen jungen Familien, die ihnen auch noch die Rente finanzieren, den Wohnraum weg? Auch sowas ist sozial gesehen eine krasse Fehlbelegung. Nur macht es für die ältere Person keinen Sinn, eine kleinere Wohnung für mehr Geld zu mieten. Da wäre eine Indexmiete sinnvoll, die für alle gleich steigt. Das würde auch Anreize schaffen, die Wohnungsgröße der veränderten Lebenssituation anzupassen. Das gilt für Eigentumswohnungen übrigens genauso, bei denen die Nebenerwerbskosten so hoch sind, daß sich ein Umzug nicht mehr lohnt. Hier könnte man mal ansetzen, so daß mehr Dynamik im Wohnungsmarkt entsteht.
Ich sehe da durchaus eine sinnvolle Möglichkeit für die Witwe bzw. den Witwer sofern es sich um eine Eigentumswohnung handelt.

Wie wäre es eines der Zimmer an einen Studenten zu vermieten und damit die Rente aufzubessern?
Alternativ könnte man auch in eine kleinere Wohnung umziehen oder sogar in eine Wohnanlage, die vielleicht sogar betreutes Wohnen anbietet. Die (evtl. Mehr-)Kosten könnten dann dadurch aufgebracht werden, dass die bisherige 4-Zimmer-Wohnung an eine junge Familie vermietet wird.

Was allerdings dagegen spricht, wäre die Auffassung eines Herrn Kühnert von der SPD; Zitat: „Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten“.

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jim_rewop 09.05.2019, 13:55
56.

Zitat von mghi
In den "Cities" wird der ÖPNV massiv gefördert, die Infrastruktur ist super, was wollt ihr denn noch haben? Auf dem Lande sind die Wohnungen erheblich preiswerter, es gibt einen miserablen ÖPNV, also zwei Autos sind notwenndig, von denen mindestens einer ein Diesel ist, Infrastruktur schlechter. Ich finde es ist ungefähr ausgeglichen und die Städte benötigen keinerlei weiterer Förderung durch Land/Bund. Wenn den Städtern das nicht gefällt, sollen sie eben das Bauen/Mieten selber subventionieren und dafür die eine oder andere unabkömmliche zentrale Einrichtung schließen.
Ich stimme Ihnen weitgehend zu.
Man hätte auch den zusätzlichen Effekt, dass wenn man nicht urbane Gebiete fördert, diese auch interessanter für Unternehmensansiedlung werden.
Wenn ich mir vorstelle Hamburg würde dadurch 1-3% weniger Berufspendler haben, wäre das ein enormer Gewinn.

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misterknowitall2 09.05.2019, 14:03
57. Ja.

Zitat von joomee
Sie machen es sich zu einfach, alles der Immobilienbranche und zuzuschreiben. Aus Ihnen spricht die typische linke anti-wirtschaftliche Ideologie. Es gibt viele Ursachen. Die Preise treiben nicht die bösen Spekulanten sondern der Hauptgrund sind Angebot und Nachfrage. Wenn nach schlechter Ernte der Kopfsalat teurer wird liegt das auch nicht an den Bauern die "spekulieren". Und dass das Angebot höher ist als die Nachfrage hat mannigfaltige Gründe: Zuzug von 2 ca. zwei Millionen Menschen in den letzten Jahren; niedrige Zinsen; Angst vorm auseinander brechen des Euro immer mehr Bürger wollen in die Städte; hohe Scheidungsraten und Singelhaushalte, frühes Ausziehen von zuhause, über die Jahre größere Wohnraum pro Person usw. .....
Wenn Sie aber die Bedingungen ändern, sieht das anders aus. Sie errichten ja nicht eine 50 qm Wohnung, sondern gleich 9 oder 10. Nehmen sie einen günstigen KFW-Kredit, kaufen Sie das Grundstück clever und schon sind aus ihren 2500 nur noch 2000 €/m², womit ihrer Rechnung deutlich günstiger ausfällt.

Natürlich sind Spekulanten daran beteiligt, wenn die Preise steigen. Die verdienen damit ja Geld. Wo soll das sonst herkommen?

PS: Die neuen Mitbewohner aus fernen Länder sind in keiner Weise an den Steigerung beteiligt, weil wir nicht zulassen, dass sie überhaupt auf den ersten Wohnungsmarkt kommen. Die kriegen mit Glück und Beziehungen Wohnungen, die Sie nicht mal betreten würden und bezahlen dem deutschen Vermieter dafür Unsummen.

Ach, und was ist mit Wohnungen, die schon über hundert Jahre abbezahlt sind. Wie erklären Sie denn da, dass man über 20 €/m² zahlt?

Ich finde nicht, dass man mit dem zur Verfügung stellen von Wohnraum groß Geld verdienen sollte. Und schon gar nicht ein Modell, mit dem man seinen eigenen Lebensunterhalt verdient. Ich finde so was moralisch zweifelhaft, aber damit muss ja jeder selber fertig werden.

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Andreas-Schindler 09.05.2019, 14:05
58.

Zitat von unpolit
1. Staat gibt Flächen per Erbpacht frei. 2. Vorgefertigte Pläne für Modulare Gebäude verringern Planungskosten und ermöglichen kostengünstige Serien-Fertigung. Es muss ja nicht gleich "Platte" sein, aber da ist noch viel Luft. 3. Geschosszahlen weit nach oben. Mehr Wohnraum pro Fläche ermöglichen.
Das mit mehr Geschossen ist eher Negativ. In meiner Wohngegend werden viele Einfamilienhäuser Abgerissen und durch 4 Geschossige Mehrfamilienhäuser Ersetzt. Diejenigen die an ihren alten Haus hängen sind die Dummen. Die wohnen jetzt im Schatten, Sonne gibt es nur noch paar Stunden am Tag im Sommer. Garten ist auch kaum noch Nutzbar da rundherum die Nachbarn Neidisch aus ihren Wohnungen schauen. Die kaum billiger ist als ein Einfamilienhaus.
Auch Parken nun viele auf den Gehwegen, oder fahren auf diese und machen dadurch die Gehwege kaputt. Als Einfamilienhaus Besitzer parkt man auf sein Grundstück. Das können die Leute die in den neuen 4 Stöckigen Häusern wohnen anscheinend nicht.
Modulares Bauen ist auch kaum Günstiger als normale Bauen. Es geht nur etwas schneller. Bei der Erbpacht müsste der Staat im Besitz der Grundstücke sein. Ist er aber schon lange nicht mehr. Die Kirchen haben das gemacht und machen das weiterhin.

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misterknowitall2 09.05.2019, 14:12
59. Tja, Schade...

Zitat von view3000
Man könnte sich auch einmal fragen, ob es für große Unternehmen, die als Zuzugsmagnete der Ballunggebiete fungieren, nicht sinnvoller wäre, ihre Produktionsstätten in den strukturschwachen Norden und Osten zu verlagern. Wenn BMW und andere große Arbeitgeber beispielsweise nach Mecklenburg-Vorpommern gehen würden, wäre der Wohnungsmarkt in München sofort entlastet, der Osten hätte Arbeit und Perspektive und die Unternehmen könnten schneller an Ökostrom gelangen, d.h. müssten nicht noch 20 Jahre auf die hart umkämpften Stromtrassen warten. Hier könnte der Staat mit Auflagen und Subventionen dafür sorgen, dass das Produktions- und Dienstleistungsgewerbe gerechter über Deutschland hinweg verteilt werden würde und nebenbei noch das eine oder andere Wohnungsproblem lösen.
nur, dass in diese Regionen zu wenige Facharbeiter ziehen, weil sie relativ unattraktiv sind. Außerdem ist gerade BMW einer der wenigen, die in den Osten investiert haben. Bei Leipzig, glaube ich. Generell fehlt es oft an Infrastruktur, Anbindung, Bildung etc.

Die wirklich großen Unternehmen sitzen in der Regel schon in Randgebieten oder mittelgroßen Städten. In den Metropolen selber finden sie vielleicht noch Banken und Versicherer, doch selbst die rüsten ab.

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