Forum: Wirtschaft
Studie der Immobilienbranche: Deutschland baut zu wenig - und an den falschen Stellen
Daniel Reinhardt / DPA

In Deutschlands Ballungsräumen fehlen Tausende Wohnungen, andernorts wird über den Bedarf hinaus gebaut. Das geht aus einer neuen Analyse hervor. Die Folgen werden noch lange zu spüren sein.

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qoderrat 09.05.2019, 14:15
60.

Zitat von weroc
Ich lese aus den Angaben keine konkrete Forderung heraus, außer der Staat soll das alles richten, was die Immobilienbranche selbst nicht auf die Reihe bekommt. Gerade die Grundstückskosten sind durch Spekulation gestiegen. -> keine Schuld der Politik Zumal nicht unbegrenzt Bauland geschaffen werden kann. Nicht jeder braucht ein ein-/Zweifamilienhaus Die Bürokratie war schon immer da, vllt etwas gewachsen, aber jetzt kein Riesenhindernis. -> Versäumnis der Branche Die hohen Mieten sind ebenfalls eine Schuld der Branche bzw der Spekulanten. Fast alle Kosten können auf den Mieter umgelegt werden, gleichzeitig wird der Wohnraum benötigt weshalb versucht wird das Maximum an Ertrag zu erzielen. Die mietpreisbremse mag das etwas abgeschwächt haben, aber da gibt es zu viele Ausnahmen
Sehe ich komplett anders, die Ursache liegt hier auf allen Ebenen ursächlich beim Staat.

Spekulation bei Grundstücken ist nur in einer Mangelsituation überhaupt möglich, also muss gefälligst Bauland ausgewiesen werden, schon fehlt die Grundlage für Spekulanten, der Mangel.

Bürokratie an sich ist per se ein Problem, aber nicht das Hauptproblem. Dieses sind die aufgrund der Vorschriften zwangsläufigen Kostensteigerungen, die ein günstiges Bauen schlicht unmöglich machen. Schauen Sie sich doch die Zahlen im Artikel an, die die sich das Bauen eines eigenen Hauses leisten können, die tun das auch, da gibt es keine Unterversorgung. Die Probleme liegen im günstigen Wohnraum.

Die hohen Mieten resultieren aus den Problematiken oben, Mangel und Baukosten. Verschärfend kommt weiterer Zuzug dazu, der zumindest am Anfang auch noch auf den günstigen Wohnungsmarkt drängt, der sich sowieso in einer Mangelsituation befindet, auch weil der Staat die eigenen Sozialwohnungen in den letzten Jahrzehnten versilbert hat.

Eine Mietpreisbremse kann unter diesen Randbedingungen nicht funktionieren. Man kann die Situation drehen und wenden wie man will, der Staat muss jetzt massiv in sozialen Wohnungsbau investieren und die Mangelsituationen abstellen, sonst wird das auf lange Sicht gravierende politische Konsequenzen nach sich ziehen. Oder, wie es im Artikel so schön ausgedrückt wurde, die Situation ist sozialer Sprengstoff.

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misterknowitall2 09.05.2019, 14:17
61. Komische Ansicht...

Zitat von volker12
Jahre lang haben wechselnde Regierungen systematisch das Bauen verteuert: Immer schärfere Brandschutz Bestimmungen, strengere Energierichtlinien, Mindestlohn, Bekämpfung der Schwarzarbeit, Erschweren von Leiharbeit für Osteuropäer, Bekämpfung von nichtsozialversicherungspflichtigen Formen der Arbeit. Für alles gibt es gute Gründe. Aber natürlich ist so Bauen doppelt so teuer wie es ohne all das wäre. Und natürlich müssen dann auch Mieten für Neubau doppelt so hoch sein. Das musste jedem klar denkenden Menschen klar gewesen sein, der all diese Bestimmungen gewollt bzw. gesehen hat. Erst dafür sorgen dass Bauen doppelt so teuer wird und sich dann darüber aufregen, passt nicht. Besser offen sagen: ja wir machen Bauen sozialer, ökologischer, sicherer. Dafür sollten sich die Menschen aber einschränken, nur halb so viel Wohnraum leisten.
Weil der Erbauer solcher Wohnungen mit Pfusch und Ausbeutung kein Geld mehr verdienen kann, sollen dafür jetzt also die Mieter aufkommen? Na das ist mal eine Meinung.

Wie wäre es, wenn der Vermieter sein Objekt über die doppelte Zeit abschreibt? Wie wäre es, wenn man sich mit weniger Rendite zufrieden gibt?

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misterknowitall2 09.05.2019, 14:19
62. Ach so!

Zitat von vicy1404
...Statt in den Ballungszentren noch das letzte Grün mit Beton zu versiegeln wäre es sinnvoller die Infrastruktur in den ländlichen Räumen zu stärken... Nur zwei Stichworte: Breitbandausbau und Schließung der Funklöcher. Dann kann auch mehr vom Homeoffice im Grünen gearbeitet werden! Dort gibt es auch bezahlbaren Wohnraum! Kommt irgendwie auch billiger!
Wir müssen also draußen im Grünen das letzte Grün mit Beton versiegeln. Na, dass ist deutlich besser als in der Stadt. (Ironie out)

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schnubbeldu 09.05.2019, 14:24
63. Ich muss Ihnen leider widersprechen ...

Zitat von misterknowitall2
Wenn Sie aber die Bedingungen ändern, sieht das anders aus. Sie errichten ja nicht eine 50 qm Wohnung, sondern gleich 9 oder 10. Nehmen sie einen günstigen KFW-Kredit, kaufen Sie das Grundstück clever und schon sind aus ihren 2500 nur noch 2000 €/m², womit ihrer Rechnung deutlich günstiger ausfällt. Natürlich sind Spekulanten daran beteiligt, wenn die Preise steigen. Die verdienen damit ja Geld. Wo soll das sonst herkommen? PS: Die neuen Mitbewohner aus fernen Länder sind in keiner Weise an den Steigerung beteiligt, weil wir nicht zulassen, dass sie überhaupt auf den ersten Wohnungsmarkt kommen. Die kriegen mit Glück und Beziehungen Wohnungen, die Sie nicht mal betreten würden und bezahlen dem deutschen Vermieter dafür Unsummen. Ach, und was ist mit Wohnungen, die schon über hundert Jahre abbezahlt sind. Wie erklären Sie denn da, dass man über 20 €/m² zahlt? Ich finde nicht, dass man mit dem zur Verfügung stellen von Wohnraum groß Geld verdienen sollte. Und schon gar nicht ein Modell, mit dem man seinen eigenen Lebensunterhalt verdient. Ich finde so was moralisch zweifelhaft, aber damit muss ja jeder selber fertig werden.
... selbst 2012 wurde bereits unsere jetzige ETW mit ca. 2.100 Euro pro m² Wohnfläche "gepreist". Dies war damals schon ca. 400 bis 700 Euro als der Schnitt. Warum? Weil unsere nach EnEV 2009 geplant, genehmigt und errichtet wurde. Allerdings mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach eines 7-Parteien-Hauses. Alle "anderen" damals verfügbaren Neubauten waren teurer, da die nach neuerer EnEV auch noch eine Wärmedämmung benötigten um die Werte zu erreichen um einer KfW-Förderung zu diesem Zeitpunkt zu erfüllen.

Stand HEUTE: Selbst Grundstück, Errichtung eines weiteren MFH und noch neuerer EnEV ist nun ein m²-Preis von ca. 3.500 bis 4.000 Euro auf der Preisliste. Das Grundstück an sich hatte der Bauträger schon wesentlich früher erworben, aber die aktuellen Handwerkerpreise sind binnen 7 Jahre schon andere, die Anforderungen z.B. an die Elektrik auch schon wieder andere. Alles in allem ein "teures" Geschäft.

Warum wir mit unserer Wohnung zufrieden sind? Gerade letzte Woche wieder mal auf der Eigentümerversammlung das Jahr 2018 abgestimmt und an REINEN Energiekosten haben wir pro Monat gerade mal, Dank Solarthermie, 30 Euro für die Raumerwärmung und Warmwassererwärmung zu entrichten. Und wenn ich bedenke wieviel uns 2012 eine Wohnung nach "neuerem" EnEV gekostet hätte und wir anstatt den damals angesetzten 55kW/m² Energiebedarf gerade mal unter die 50kW/m²-Marke gefallen wären, war es die richtige Entscheidung. Warum? Weil wir keine Außendämmung benötigen und diesen Mist in 20 oder 30 Jahren nicht wieder "teuer" entsorgen müssen.

Also die Preisangabe mit 2.100 Euro/m² ist schon "realistisch", steigt allerdings enorm hoch in so Fällen wie das Ballungsgebiet Rhein-Main

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erespondek 09.05.2019, 14:25
64. Wenn ich mir unsere Region ansehe, im Speckgürtel einer Großstadt

dann ist die letzten vier Jahrzehnte folgendes passiert: im den 70gern hat man Industrie angesiedelt ohne die passende Infrastruktur zu besitzen, die Infrastruktur hat man dann in den 80ern auf Basis der Zahlen aus den 70ern gebaut und meinte das ist überdimensioniert und dann Bauten eingestellt, zurückgebaut,Baustufen nicht umgesetzt und grossflächig die Bahn stillgelegt oder abgebaut, der Zuzug in den 70ern hat sich in den 80ern nucht fortgesetzt

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misterknowitall2 09.05.2019, 14:29
65. Hä?

Zitat von Andreas-Schindler
Das mit mehr Geschossen ist eher Negativ. In meiner Wohngegend werden viele Einfamilienhäuser Abgerissen und durch 4 Geschossige Mehrfamilienhäuser Ersetzt. Diejenigen die an ihren alten Haus hängen sind die Dummen. Die wohnen jetzt im Schatten, Sonne gibt es nur noch paar Stunden am Tag im Sommer. Garten ist auch kaum noch Nutzbar da rundherum die Nachbarn Neidisch aus ihren Wohnungen schauen. Die kaum billiger ist als ein Einfamilienhaus. Auch Parken nun viele auf den Gehwegen, oder fahren auf diese und machen dadurch die Gehwege kaputt. Als Einfamilienhaus Besitzer parkt man auf sein Grundstück. Das können die Leute die in den neuen 4 Stöckigen Häusern wohnen anscheinend nicht. Modulares Bauen ist auch kaum Günstiger als normale Bauen. Es geht nur etwas schneller. Bei der Erbpacht müsste der Staat im Besitz der Grundstücke sein. Ist er aber schon lange nicht mehr. Die Kirchen haben das gemacht und machen das weiterhin.
Nachverdichtung Negativ? Ja, für Sie und die "dummen", sonst eher nicht. Die Wohnungsbesitzer hatten leider nicht das Glück so billig bauen zu können wie sie.

Modulares Bauen ist deutlich billiger. Fließbandarbeit, wissen Sie. Hat auch beim Auto funktioniert.

Und natürlich hat jede Stadt/Kommune noch sehr viele Grundstücke zur Verfügung, die sie verpachten könnte.

Den Kirchen könnte man ziemlich einfach die Grundstücke enteignen. Zumindest der katholischen Kirche, denen Jesus ja vorgelebt hat, wie asketisch deren Kirchenvertreter eigentlich leben sollten. Wenn man dann noch bedenkt, wie die Kirchen an das Land gekommen sind, wird das um so dringender.

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Andreas-Schindler 09.05.2019, 14:34
66.

Zitat von sibbi78
und hier v.a. die sog. "Metropolen" an, so fällt sofort auf, dass - vielleicht mit Ausnahme von Teilen Frankfurts/Main und Berlins - max. viergeschossige Wohngebäude vorherrschen. Dabei ist erst ab der sechsten Etage ein Aufzug Pflicht. Ich frage mich ohnehin, wer alles so Tag für Tag in den vierten oder fünften Stock klettert. Kleinkinder, Behinderte, Alte und Kranke sicherlich nicht. Wenn zumindest die Großstädte ihre bestehende Bebauung - sofern die Statik dies zulässt - auf bis zu acht Stockwerken erhöht, würden auf gleichem Raum tausende neuer Wohnungen entstehen. Die Immobilieneigentümer und Bauämter müssten allerdings mitspielen. Da müssen die Städte und Länder richtig Geld in die Hände nehmen. Genau daran wird's schon mal scheitern...
Schon mal Überlegt was das für die Infrastruktur Bedeuten würde? Mehr Leute die Transportiert werden wollen. Mehr Wasserverbrauch und mehr Abwasser. Dickere Stromleitungen und Telekommunikation. Mehr Parkplätze und Verkehr, breitere Fußwege/Radwege. Wer soll das Bezahlen? Meisten müssen das auch die Leute Bezahlen die davon nichts haben.

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Berliner42 09.05.2019, 14:35
67.

Zitat von weroc
Gerade die Grundstückskosten sind durch Spekulation gestiegen. -> keine Schuld der Politik Zumal nicht unbegrenzt Bauland geschaffen werden kann. Nicht jeder braucht ein ein-/Zweifamilienhaus Die Bürokratie war schon immer da, vllt etwas gewachsen, aber jetzt kein Riesenhindernis. -> Versäumnis der Branche Die hohen Mieten sind ebenfalls eine Schuld der Branche bzw der Spekulanten. Fast alle Kosten können auf den Mieter umgelegt werden, gleichzeitig wird der Wohnraum benötigt weshalb versucht wird das Maximum an Ertrag zu erzielen. Die mietpreisbremse mag das etwas abgeschwächt haben, aber da gibt es zu viele Ausnahmen
Die Kommunen als Grundstückseigentümer verdienen an der "Spekulation", wobei Spekulation das falsche Wort ist, denn die Grundstücke werden nach dem Kauf bebaut. Die Kommunen könnten durchaus anders als meistbietend vergeben. Tun sie aber nicht.

Die Bürokratie ist erheblich gewachsen. Ein Drittel der Baukosten geht heutzutage in die Planungsphase.

Was die Mieten angeht, liegen Sie ganz daneben, denn "Kosten, die umgelegt werden können", sind eben nicht in den Mieten drin, sondern separat ausgewiesene Nebenkosten. Für die sind schon mal gar nicht die Vermieter verantwortlich.

Die Mieten steigen mit den Baukosten. Wenn man für 6000 EUR / qm baut, kann man nicht für 10 EUR / qm vermieten. Simple Mathematik.

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Andreas-Schindler 09.05.2019, 14:41
68.

Zitat von musik72
Das Problem ist allein das Bauland, denn die Baukosten selbst wird niemand senken wollen - sonst werden die Handwerker und Bauarbeiter arm. Man sollte landwirtschaftliche Flächen am Rand der Städte enteignen gegen angemessene Entschädigung, und die Kommunen sollten dann die Grundstücke nach einem sozialen Schlüssel zu unterschiedlichen Preisen verkaufen. Außerdem muss Bauland sofort bebaut oder zwangsenteignet werden.
Du willst Bauern ihren Job Wegnehmen? Viele Leute ziehen in den Stadtrand wegen den freien grünen Flächen. Die wollen keine Nachbarn haben die ihnen in die Wohnung schauen. Die Distanz zwischen den Wohnhäusern müsste öfters viel weiter sein. Früher hat man mehr Platz gelassen zwischen den Wohnhäusern. Nun kommen einige Idioten auf die Idee die grünen Lücken zu Bebauen. Die Wohnqualität Leidet darunter Massiv. Ich habe keine Lust so zu Wohnen wie um 1900 in den Arbeitersiedlungen.

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frazis 09.05.2019, 14:49
69. Das Problem ist doch auch,

dass der Flächenverbrauch durch Betonversiegelung in Deutschland nicht immer so weiter gehen kann, wie von vielen gefordert. Wir sind ein dicht besiedeltes Land, die Fläche ist endlich. Die Bundesregierung wollte immerhin den Flächenverbrauch mal begrenzen und herunterfahren. Und was ist daraus geworden? Unsere Natur leidet schon jetzt unter dem dramatischen Flächenverlust. Eines muss doch auch jedem klar sein. Wenn die Bevölkerungszahl durch Zuzug weiter ansteigt, werden auch mehr Wohnungen und die notwendige Infrastruktur gebraucht. Da treibt natürlich Preise und Flächenverbrauch weiter nach oben.

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