Forum: Wirtschaft
Studie der Immobilienbranche: Deutschland baut zu wenig - und an den falschen Stellen
Daniel Reinhardt / DPA

In Deutschlands Ballungsräumen fehlen Tausende Wohnungen, andernorts wird über den Bedarf hinaus gebaut. Das geht aus einer neuen Analyse hervor. Die Folgen werden noch lange zu spüren sein.

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Andreas-Schindler 09.05.2019, 14:53
70.

Zitat von liberaleroekonom
Ich sehe da durchaus eine sinnvolle Möglichkeit für die Witwe bzw. den Witwer sofern es sich um eine Eigentumswohnung handelt. Wie wäre es eines der Zimmer an einen Studenten zu vermieten und damit die Rente aufzubessern? Alternativ könnte man auch in eine kleinere Wohnung umziehen oder sogar in eine Wohnanlage, die vielleicht sogar betreutes Wohnen anbietet.
Die Leute wollen in ihren bisherigen Wohnumfeld Leben. Umzug geht daher nur paar Häuser weiter, aber nicht paar Stadtteile weiter. Untervermieten als WG wollen viele gar nicht. Bei ein Einfamilienhaus geht das auch nur Eingeschränkt. Umbauten zum Trennen der Wohnbereiche, Strom und Wasserzähler müssten extra Eingebaut werden. Nutzung der Einfahrt müsste Geregelt werden usw. Da kommen viele Extra kosten erstmal auf den Besitzer zu. Dann müsste das Mietrecht verändert werden um Mietnomaden schneller los zu werden.

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Sonnestrandundmeer 09.05.2019, 14:54
71. Irrsinn, in den Städten die letzten Felder und Grünflächen zu bebauen

Das Geschrei nach fehlendem Wohnraum in den Großstädten ist Irrsinn! Merkt denn keiner, dass den Menschen in den Städten das letzte Grün genommen wird? Herrlich, am Stadtrand über Felder oder durch Wälder Rad zu fahren, zu joggen, zu skaten etc. Auch Parks und andere Grünflächen sind entscheidend für die Wohnqualität in den Städten, auch allein schon für die Frischluftzufuhr. Statt die ohnehin schon sehr verdichteten Großstädte noch weiter zu verdichten, sollten der ländliche Raum und Kleinstädte ans schnelle Internet angeschlossen werden. Wenn der Staat es dann noch schafft, den ÖPNV und die Gesundheitsversorgung dort sicherzustellen, gibt es überhaupt keinen Grund, dass immer Menschen in die Großstädte ziehen. Das Argument der Wohnungsnot wird doch in erster Linie von Grundstücksentwicklern und Baufirmen vorgebracht, die das große Geschäft wittern.
Wenn überhaupt gebaut wird, sollte man lieber einmal auf kleinere Städte schauen. Zum Beispiel auf Husum in Schleswig-Holstein, einer Stadt mit 23.000 Einwohnern. Hier werden seit Jahren keine neuen Häuser gebaut, obwohl viel freie Fläche in Form von Feldern zur Verfügung steht UND der Bedarf besteht. Gesundheitsversorgung und ÖPNV stehen zur Verfügung. Hier wäre es - anders als in den Großstädten, nicht mit einem solchen Verlust an Lebensqualität verbunden, wenn neuer Wohnraum gebaut würde.

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Berliner42 09.05.2019, 14:58
72.

Zitat von frazis
dass der Flächenverbrauch durch Betonversiegelung in Deutschland nicht immer so weiter gehen kann, wie von vielen gefordert. Wir sind ein dicht besiedeltes Land, die Fläche ist endlich.
Sind wir nicht. Die Uckermark z.B. gilt nach UNO-Metrik als unbewohnt.

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Berliner42 09.05.2019, 15:00
73.

Zitat von Sonnestrandundmeer
Das Geschrei nach fehlendem Wohnraum in den Großstädten ist Irrsinn! Merkt denn keiner, dass den Menschen in den Städten das letzte Grün genommen wird?
Berlin war vor 1945 dichter besiedelt als heute. Viele der Bombenlücken sind nicht wieder bebaut worden.

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matbhmx 09.05.2019, 15:03
74. Es wird vor allem weiterhin ...

... zu niedrig gebaut. Hier in Berlin ist gerade wieder ein Baugebiet ausgewiesen worden mit irgendwelchen dreistöckigen Häusern. Das ist zu niedrig, das kann man sich nicht mehr leisten. Sechst Stockwerke und dafür größere Wohngrundrisse. Viele Ehen scheitern daran, dass sich die Ehepartner in der Wohnung nicht aus dem Weg gehen können.

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fischblase 09.05.2019, 15:06
75.

Zitat von Sonnestrandundmeer
Statt die ohnehin schon sehr verdichteten Großstädte noch weiter zu verdichten, sollten der ländliche Raum und Kleinstädte ans schnelle Internet angeschlossen werden. Wenn der Staat es dann noch schafft, den ÖPNV und die Gesundheitsversorgung dort sicherzustellen, gibt es überhaupt keinen Grund, dass immer Menschen in die Großstädte ziehen.
Sehe ich auch so, flächendeckend Glasfaser und 4/5G in ganz Deutschland, größere Anreize für Mediziner, sich auf dem Land nieder zu lassen, dann wären die Hauptgründe für viele, unbedingt in der Stadt wohnen zu müssen, schon mal egalisiert. Und nicht zuletzt könnte sich wieder das heraus bilden, was Deutschland einzigartig und stark macht: Der Weltmarktführer auf der grünen Wiese, der dann alles Weitere anzieht. Nur wenn man die Gegenden infrastrukturell verkommen lässt, braucht man sich auch über die Landflucht nicht zu wundern.

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Bob Hund 09.05.2019, 15:06
76.

Das ist doch genau die typische ˋNot in my backyardˋ Denke, die immer wieder vorherrscht. Um die Probleme sollen sich andere kümmern und man versucht nur den Besitzstand zu sichern.
Ihr Vater soll auch nicht mit 87 umziehen, denn ihre Eltern hätten schon vor 15-20 Jahren umziehen können. Nur gibt es für solch ein Handeln überhaupt keinen finanziellen Anreiz.
Ist es sozial gerecht, wenn junge Familien als Doppelverdiener arbeiten müssen, weite Pendelstrecken haben, weniger Zeit für ihre Kinder haben und in 2,5-Zimmer Wohnungen hausen? Akademiker, die auf Arbeitsplätze in der Stadt angewiesen sind und eh schon spät Kinder bekommen, überlegen es sich dann zweimal, ob sie überhaupt Kinder bekommen wollen oder ein zweites Kind finanzieren könnten.

Es gibt auch Eltern, die ihren Kindern hinterher ziehen, um mit den Enkeln zu helfen und selbst im Alter in der Nähe der Kinder zu wohnen. Solche Mobilität würde mit Indexmieten oder geringeren Kaufnebenkosten eben attraktiver werden.
Wenn alle eine ähnliche Miete zahlen müssten, würde es auch einfacher im gleichen Stadtteil umzuziehen, da keiner auf seinem billigen Altmietvertrag hocken bleiben muss.
Aber schrieb ja, der Vorschlag ist kontrovers, weil jede Alternative von jemandem als aus nachvollziehbaren Gründen unsozial abgestempelt wird. Ich verstehe ihre Bedenken genauso wie die Probleme einer jungen Familie. Wessen Bedürfnisse sind hier stärker zu berücksichtigen? Da wird jeder aus egoistischen Gründen eine andere Meinung haben. Das haben Sie gerade gezeigt und so eine Antwort habe ich auch erwartet.

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Bob Hund 09.05.2019, 15:07
77.

Das ist doch genau die typische ˋNot in my backyardˋ Denke, die immer wieder vorherrscht. Um die Probleme sollen sich andere kümmern und man versucht nur den Besitzstand zu sichern.
Ihr Vater soll auch nicht mit 87 umziehen, denn ihre Eltern hätten schon vor 15-20 Jahren umziehen können. Nur gibt es für solch ein Handeln überhaupt keinen finanziellen Anreiz.
Ist es sozial gerecht, wenn junge Familien als Doppelverdiener arbeiten müssen, weite Pendelstrecken haben, weniger Zeit für ihre Kinder haben und in 2,5-Zimmer Wohnungen hausen? Akademiker, die auf Arbeitsplätze in der Stadt angewiesen sind und eh schon spät Kinder bekommen, überlegen es sich dann zweimal, ob sie überhaupt Kinder bekommen wollen oder ein zweites Kind finanzieren könnten.

Es gibt auch Eltern, die ihren Kindern hinterher ziehen, um mit den Enkeln zu helfen und selbst im Alter in der Nähe der Kinder zu wohnen. Solche Mobilität würde mit Indexmieten oder geringeren Kaufnebenkosten eben attraktiver werden.
Wenn alle eine ähnliche Miete zahlen müssten, würde es auch einfacher im gleichen Stadtteil umzuziehen, da keiner auf seinem billigen Altmietvertrag hocken bleiben muss.
Aber schrieb ja, der Vorschlag ist kontrovers, weil jede Alternative von jemandem als aus nachvollziehbaren Gründen unsozial abgestempelt wird. Ich verstehe ihre Bedenken genauso wie die Probleme einer jungen Familie. Wessen Bedürfnisse sind hier stärker zu berücksichtigen? Da wird jeder aus egoistischen Gründen eine andere Meinung haben. Das haben Sie gerade gezeigt und so eine Antwort habe ich auch erwartet.

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Frust 09.05.2019, 15:08
78.

Die Verkehrsinfrastruktur muss massiv ausgebaut werden, um das Pendeln zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nicht noch mehr zu einer täglichen Qual werden zu lassen. und wer nicht arbeitet und es wohl auch eher nie tun wird - ich denke da an Millionen Migranten mit befristetem oder gar keinen Aufenthaltsrecht - muss da wohnen, wo es Wohnraum gibt.

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schnubbeldu 09.05.2019, 15:10
79. Sie schreiben mir von ...

Zitat von Andreas-Schindler
Die Leute wollen in ihren bisherigen Wohnumfeld Leben. Umzug geht daher nur paar Häuser weiter, aber nicht paar Stadtteile weiter. Untervermieten als WG wollen viele gar nicht. Bei ein Einfamilienhaus geht das auch nur Eingeschränkt. Umbauten zum Trennen der Wohnbereiche, Strom und Wasserzähler müssten extra Eingebaut werden. Nutzung der Einfahrt müsste Geregelt werden usw. Da kommen viele Extra kosten erstmal auf den Besitzer zu. Dann müsste das Mietrecht verändert werden um Mietnomaden schneller los zu werden.
... der Seele!

Ja, genau SO sieht es aus. Ein "Rentner", der mit 80 Jahren nochmals seine Hütte umbauen soll, damit er den heutigen Mietanforderungen gerecht wird, wird sich mit seiner kleinen Rente denken "für wen soll ich noch investieren und mir das Geld dafür vom Mund absparen?"

Sie haben mit Ihrem Beitrag den Nagel auf den Kopf getroffen! Einfach solange es geht, solch ältere Personen in ihrem Umfeld leben und wohnen lassen, solange es geht. Und sei es dass zur Not auch eine Haushaltshilfe zum Reinigen kommen muss. Was "später" mit dem "Objekt" wird, werden die zukünftigen Besitzer entscheiden. Bei einem Verkauf kann sich gerne ein jüngerer Familienvater mit Drang zum Arbeitswillen freien Lauf lassen und das "zukünftige" Familienheim für sich und seine Familienmitglieder herrichten.

Wann kapieren die Leute, dass sie über "die Köpfe" von Menschen entscheiden wollen, was ihnen gar nicht zusteht? Ob nun ein 1-Familienhaus fünf oder 10 Jahre früher oder später wieder mit vollem Leben bewohnt wird, ist egal. Es sterben immer Leute und es werden jeden Tag auch Neue geboren. Der "Zeitpunkt" über allem sollte jeder für sich entscheiden dürfen! Und so wie die Wohnungsmarktsituation ist, kann man ein von einem älteren Herrn bewohntes 1-Familienhaus auch noch ein paar Jahre später, nach dessen "gewollten" Auszug verkaufen oder für eine Unterteilung für Mietwohnungen "herrichten". Schrecklich wie hier mancher über die ältere Generation denkt und schreibt. Da kommt man sich gleich wie in der DDR 3.0 vor.

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