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Studie der Immobilienbranche: Deutschland baut zu wenig - und an den falschen Stellen
Daniel Reinhardt / DPA

In Deutschlands Ballungsräumen fehlen Tausende Wohnungen, andernorts wird über den Bedarf hinaus gebaut. Das geht aus einer neuen Analyse hervor. Die Folgen werden noch lange zu spüren sein.

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Andreas-Schindler 09.05.2019, 15:17
80.

Zitat von misterknowitall2
Nachverdichtung Negativ? Ja, für Sie und die "dummen", sonst eher nicht. Die Wohnungsbesitzer hatten leider nicht das Glück so billig bauen zu können wie sie. Modulares Bauen ist deutlich billiger. Fließbandarbeit, wissen Sie. Hat auch beim Auto funktioniert. Und natürlich hat jede Stadt/Kommune noch sehr viele Grundstücke zur Verfügung, die sie verpachten könnte. Den Kirchen könnte man ziemlich einfach die Grundstücke enteignen. Zumindest der katholischen Kirche, denen Jesus ja vorgelebt hat, wie asketisch deren Kirchenvertreter eigentlich leben sollten. Wenn man dann noch bedenkt, wie die Kirchen an das Land gekommen sind, wird das um so dringender.
Ich wohne am Stadtrand von Hamburg, hier wird viel Gebaut und Hoch. Die Infrastruktur passt nur leider nicht dazu. Kaum Parkplätze aber immer mehr Wohnungen. Es kommt daher vor das Fahrgäste stehen bleiben müssen wen sie mit Bus oder Bahn fahren wollen. Die Busse und Bahnen sind manchmal zu voll. Freie Schulplätze und Kitas gibt es nicht mehr. Die Kinder müssen immer weiter fahren für Schule oder Kita.
Das Modulare Bauen bringt nur Zeitersparnis aber kaum Geldersparnis. Ob der Maurer das Haus draußen baut oder in einer Halle ändert kaum was an seiner Arbeit. Ein Fertighaus ist nur paar % billiger. Die Gewinne dazwischen streichen andere ein.
Hamburg hat selber kaum noch freie Grundstücke, von daher kann Hamburg als Staat kaum noch was selber bauen.
Die Kirchen und ihre Grundstücke liegen nun in den Zentren unserer Städte. Anders als der Staat haben diese aber ihre Grundstücke nicht verkauft. Nun zu sagen das man diese Enteignen soll, weil sie besser Gewirtschaftet haben ist Krank.

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schnubbeldu 09.05.2019, 15:24
81. na ein "Glück" ...

Zitat von Bob Hund
Das ist doch genau die typische ˋNot in my backyardˋ Denke, die immer wieder vorherrscht. Um die Probleme sollen sich andere kümmern und man versucht nur den Besitzstand zu sichern. Ihr Vater soll auch nicht mit 87 umziehen, denn ihre Eltern hätten schon vor 15-20 Jahren umziehen können. Nur gibt es für solch ein Handeln überhaupt keinen finanziellen Anreiz. Ist es sozial gerecht, wenn junge Familien als Doppelverdiener arbeiten müssen, weite Pendelstrecken haben, weniger Zeit für ihre Kinder haben und in 2,5-Zimmer Wohnungen hausen? Akademiker, die auf Arbeitsplätze in der Stadt angewiesen sind und eh schon spät Kinder bekommen, überlegen es sich dann zweimal, ob sie überhaupt Kinder bekommen wollen oder ein zweites Kind finanzieren könnten. Es gibt auch Eltern, die ihren Kindern hinterher ziehen, um mit den Enkeln zu helfen und selbst im Alter in der Nähe der Kinder zu wohnen. Solche Mobilität würde mit Indexmieten oder geringeren Kaufnebenkosten eben attraktiver werden. Wenn alle eine ähnliche Miete zahlen müssten, würde es auch einfacher im gleichen Stadtteil umzuziehen, da keiner auf seinem billigen Altmietvertrag hocken bleiben muss. Aber schrieb ja, der Vorschlag ist kontrovers, weil jede Alternative von jemandem als aus nachvollziehbaren Gründen unsozial abgestempelt wird. Ich verstehe ihre Bedenken genauso wie die Probleme einer jungen Familie. Wessen Bedürfnisse sind hier stärker zu berücksichtigen? Da wird jeder aus egoistischen Gründen eine andere Meinung haben. Das haben Sie gerade gezeigt und so eine Antwort habe ich auch erwartet.
... kennen Sie die Wohnsituation meines Vaters sehr gut! Er wohnt im "Hinterland", sprich die Familie müsste erstmal 25km mit dem Auto einfach zur Arbeitsstätte pendeln, der Bus fährt nur einmal in der Stunde.

Sorry, aber ich kann Ihre Vorstellung in KEINSTER WEISE teilen. Sie führen "egoistische" Argumente auf, die wirklich unrealistisch ist. Ich möchte Sie mal erleben, wenn Sie vor ca. 60 Jahren das eigene Haus Stein auf Stein mit den eigenen Händen aufgebaut haben. Wollen Sie genau dieser Generation sagen "du musst nun mit 70 Jahren raus in eine kleine Wohnung und dafür monatlich bezahlen"? Das Haus und Eigentum selber ist schon mehr als 40 Jahren bezahlt und es wurde immer wieder regelmäßig investiert, wenn es erforderlich war (schon die 3. Heizungsanlage nach Gebäudeerrichtung drin und Steig- bzw. Versorgungleitungen sind auch schon vor 20 Jahren erneuert worden).

Aber Sie haben Recht, mein Vater wird wohl mir "nachziehen", wenn es erforderlich ist in einem Altersheim untergebracht zu werden. Und wie schon mal geschrieben, ob es 5 Jahre früher oder später dieser Schritt erforderlich ist, entscheidet a) der Zustand und Situation meines Vaters und b) wird auch DANN noch Wohnraum für "neue Bewohner" gesucht.

"DDR 3.0" lässt grüßen, mehr fallen mir zu Ihren Worten nicht ein.

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misterknowitall2 09.05.2019, 15:28
82. Danke...

Zitat von schnubbeldu
... selbst 2012 wurde bereits unsere jetzige ETW mit ca. 2.100 Euro pro m² Wohnfläche "gepreist". Dies war damals schon ca. 400 bis 700 Euro als der Schnitt. Warum? Weil unsere nach EnEV 2009 geplant, genehmigt und errichtet wurde. Allerdings mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach eines 7-Parteien-Hauses. Alle "anderen" damals verfügbaren Neubauten waren teurer, da die nach neuerer EnEV auch noch eine Wärmedämmung benötigten um die Werte zu erreichen um einer KfW-Förderung zu diesem Zeitpunkt zu erfüllen. Stand HEUTE: Selbst Grundstück, Errichtung eines weiteren MFH und noch neuerer EnEV ist nun ein m²-Preis von ca. 3.500 bis 4.000 Euro auf der Preisliste. Das Grundstück an sich hatte der Bauträger schon wesentlich früher erworben, aber die aktuellen Handwerkerpreise sind binnen 7 Jahre schon andere, die Anforderungen z.B. an die Elektrik auch schon wieder andere. Alles in allem ein "teures" Geschäft. Warum wir mit unserer Wohnung zufrieden sind? Gerade letzte Woche wieder mal auf der Eigentümerversammlung das Jahr 2018 abgestimmt und an REINEN Energiekosten haben wir pro Monat gerade mal, Dank Solarthermie, 30 Euro für die Raumerwärmung und Warmwassererwärmung zu entrichten. Und wenn ich bedenke wieviel uns 2012 eine Wohnung nach "neuerem" EnEV gekostet hätte und wir anstatt den damals angesetzten 55kW/m² Energiebedarf gerade mal unter die 50kW/m²-Marke gefallen wären, war es die richtige Entscheidung. Warum? Weil wir keine Außendämmung benötigen und diesen Mist in 20 oder 30 Jahren nicht wieder "teuer" entsorgen müssen. Also die Preisangabe mit 2.100 Euro/m² ist schon "realistisch", steigt allerdings enorm hoch in so Fällen wie das Ballungsgebiet Rhein-Main
für die Aufklärung, aber ich arbeite in dem Gebiet energetische Sanierung und wende als Energieberater jeden Tag die Enev an und überprüfe die Ergebnisse der Berechnungen. Ich kenn mich also schon damit aus.

Eine Dämmung leistet ihren Teil, in einer ETW natürlich weniger für den Einzelnen Besitzer, als in einem EFH. Und die Dämmung muss auch nicht nach 20 Jahren ersetzt werden, geschweige denn teuer entsorgt werden? Die Mehrkosten für eine dickere Dämmung sind absolut überschaubar und amortisieren sich in der Regel in recht kurzen Zeiträumen. (Mal ganz ab von der CO2 Einsparung über die Lebenszeit des Hauses) Die Preise treibt der Markt nach oben. Die Handwerker sind sehr gut ausgelastet. Eine Stunde Lohn kostet heute erheblich mehr als noch vor 5 Jahren. Da haben Sie recht.

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schnubbeldu 09.05.2019, 15:41
83. bei uns ...

Zitat von misterknowitall2
für die Aufklärung, aber ich arbeite in dem Gebiet energetische Sanierung und wende als Energieberater jeden Tag die Enev an und überprüfe die Ergebnisse der Berechnungen. Ich kenn mich also schon damit aus. Eine Dämmung leistet ihren Teil, in einer ETW natürlich weniger für den Einzelnen Besitzer, als in einem EFH. Und die Dämmung muss auch nicht nach 20 Jahren ersetzt werden, geschweige denn teuer entsorgt werden? Die Mehrkosten für eine dickere Dämmung sind absolut überschaubar und amortisieren sich in der Regel in recht kurzen Zeiträumen. (Mal ganz ab von der CO2 Einsparung über die Lebenszeit des Hauses) Die Preise treibt der Markt nach oben. Die Handwerker sind sehr gut ausgelastet. Eine Stunde Lohn kostet heute erheblich mehr als noch vor 5 Jahren. Da haben Sie recht.
... ist KEINE Dämmung drauf, alle anderen Neubauten zu diesem Zeitpunkt wurden wegen KfW-Förderung MIT Dämmung errichtet.

Ja, EFH mag ein wenig "anders" sein, aber ich habe auch zwischen unserer ETW-Wohnung und anderen ETW-Wohnungen verglichen. Von daher ist es für mich persönlich im Vergleich "unrelevant". Und wo keine Dämmung ist, kann aus meiner Sicht auch in 40 Jahren keine Entsorgungskosten entstehen.

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misterknowitall2 09.05.2019, 15:49
84. Naja,...

Zitat von Andreas-Schindler
Ich wohne am Stadtrand von Hamburg, hier wird viel Gebaut und Hoch. Die Infrastruktur passt nur leider nicht dazu. Kaum Parkplätze aber immer mehr Wohnungen. Es kommt daher vor das Fahrgäste stehen bleiben müssen wen sie mit Bus oder Bahn fahren wollen. Die Busse und Bahnen sind manchmal zu voll. Freie Schulplätze und Kitas gibt es nicht mehr. Die Kinder müssen immer weiter fahren für Schule oder Kita. Das Modulare Bauen bringt nur Zeitersparnis aber kaum Geldersparnis. Ob der Maurer das Haus draußen baut oder in einer Halle ändert kaum was an seiner Arbeit. Ein Fertighaus ist nur paar % billiger. Die Gewinne dazwischen streichen andere ein. Hamburg hat selber kaum noch freie Grundstücke, von daher kann Hamburg als Staat kaum noch was selber bauen. Die Kirchen und ihre Grundstücke liegen nun in den Zentren unserer Städte. Anders als der Staat haben diese aber ihre Grundstücke nicht verkauft. Nun zu sagen das man diese Enteignen soll, weil sie besser Gewirtschaftet haben ist Krank.
so ist das nun mal in einer Stadt. Da kommt es vor, dass viele Menschen gleichzeitig im Bus sitzen. Egal.

Modulares Bauen ist billiger, da man eben nicht mehr Stein auf Stein setzt und man standardisiert arbeitet. Wie gesagt, Fließbandarbeit eben. Wenn man dann noch auf Stein verzichtet und in Holz vorarbeiten lässt, wird die Sache nochmal deutlich billiger.

Hamburg ist vielleicht nicht unbedingt ein gutes Beispiel.

Die Kirche sollte sich auf ihren ureigenen Auftrag beschränken und nicht selber zum Pharisäer werden. Man sollte das Land den Kirchen wegnehmen und nicht weil diese "besser" gewirtschaftet haben, sondern weil die Kirche sich dieses Land mit Lügen und falschen Versprechungen erschlichen hat. Die Kirche (oder weiter gedacht die Religion) an sich ist krank, nicht das enteignen.

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misterknowitall2 09.05.2019, 15:53
85. Blödsinn...

Zitat von k.Lauer
!,5 Mio Migranten - wie sollen die in den Ballungsräumen untergebracht werden. Das müssen schon große Städte sein, wo es ein Angebot für Sprachförderung und Berufsausbildungseinrichtungen, darüber hinaus auch den Bedarf für sog. "Merkelfachkräfte" (un-und angelernte Arbeiter) gibt.
diese Menschen landen gar nicht auf dem ersten Wohnungsmarkt. Da haben Sie keine Chance. Die bekommen Wohnungen, die in üblen Zustand sind. Kein Deutscher würde in so eine Wohnung einziehen. Und das zu wuchermieten. Die Vermieter sind in der Regel Deutsche.

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remedias.cortes 09.05.2019, 16:01
86.

Zitat von hugosanddorn
Ich höre immer nur zu wenig und zu teures Bauland! Wer in den großen Städten möchte denn dass noch mehr Grünland und Wald für Wohnraum verschwendet wird. Man sollte stattdessen es denjenigen, denen es sowieso egal ist wo sie leben, schmackhaft machen in bestehenden Wohnraum weniger attraktiver Regionen zu ziehen. 200,- EUR mehr Hartz IV, dafür geht´s dann ins Sauerland oder die Altmark.
...und damit entledigt man sich aller Chancen, aus Hartz IV wieder rauszukommen. Danke für die Verfestigung der sozialen Schichten.
Nicht Stadtteile, ganze Landstriche würden zum Ghetto.
Gerade arme Menschen brauchen funktionierende Strukturen: ÖNV, Ärzte, Kindertagesstätten, Förderung .
Schicken wir doch lieber die Wohlhabenden aufs platte Land. Die haben eh 2-3 SUV, und da sie finanzkräftig sind, bauen sie die Strukturen auf bzw bringen sie mit. Kein Doc ließe sich diese Ansammlung von Privatpatienten entgehen.

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badsachsa37441 09.05.2019, 16:18
87. in Hannover

wird der Klagesmarkt von einer Immobilienfirma zugebunkert. Die Mieten dort kann sich niemand leisten. Nun plant die Stadt Hannover östlich und westlich von Hannover neue Baugebiete. Vorhersage: die Mieten kann sich keiner leisten, Bauen aufgrund der hohen QM-Kosten schon garnicht.

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Sportzigarette 09.05.2019, 16:25
88. Mehr bauen!

Sorry, irgendwer schrieb hier, die Löhne wären in den letzten 30 Jahren nicht gestiegen. Das ist Quatsch, die Löhne sind gerade in den letzten 3 Jahren um mehr als 10 % gestiegen. Das Problem des hohen Preises liegt zum einem an den gestigenen Baukosten und den immer teurer und kanpper werdenen Bauflächen in den Innenstdten. Vor allem aber am Widerstand der Anwohner. Hier in Berlin ist seit Jahren klar, dass, mehr gebaut werren müsste, aber überall Proteste. Man ist gegen Nachverdichtung, weil das verschattet die eigene Wohnung, dafür gibts hier inmeiner Gegend unzählige Beispiele. Hochhäuser will man auch kaum, wir leisten uns in Berlin 6 und 7 Geschosse, obwohl z.B. in der Europacity auch 10 oder 12 gebaut werden könnte. Die Randbebauung des Mauerparks auf Grund von masisen Protesten gestopt und massiv verkleinert. Die Kleingartenanlagen die bebaut werrden sollten, auf Grund von Protesten hinten angestellt, Bestandsschutz bis 2025, Tempelhofer Feld, wird gar nicht bebaut. Die gleichen Leute rennen auf jede Mieterdemo gegen hohe Mieten, aber bekämpfen jedes Bauprojekt. Gestern schlug jemand vor, den Preis auf 10 € / qm zu begrenzen. Wieviel neue Wohnungen schafft das? Keine Einzige. Da freuen sich dann die, die bisher mehr bezahlen könnten, dass es nun billiger wäre, aber wer keine Wohnung hat, hat trotzdem keine. Die Schuld liegt nicht in der Immobilienbranche, das Problem liegt eindeutig beim Staat und bei den Bürgern! Aber es natürlich leichter, die Schuld bei den bösen Imobilienhaien zu suchen, als bei sich selbt.

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käthe 09.05.2019, 16:36
89. Was soll denn noch alles zugebaut werden?

Gerade vor ein paar Tagen hieß es bei SPON, dass das Artensterben in der Natur extrem zunehmen wird. Aber trotzdem soll noch immer mehr zugebaut werden. Mich würde mal interessieren, woher der plötzliche Mehrbedarf kommt. An den Flüchtlingen allein kann das ja nun nicht liegen. Ist das der Zuzug von EU-Bürgern? Bei uns im Vorort gibt es beispielsweise sehr viele Bulgaren oder Rumänen... Oder liegt es an den vielen Singles und Verwitweten, die 3-4 Zimmer bewohnen?
In den 90ern und 2000ern hieß es noch, die Bevölkerung schrumpft und das Bauministerium wurde dem Innenministerium eingegliedert, offenbar weil es nicht mehr als nötig erachtet wurde, ein eigenes Ministerium zu unterhalten. Der Markt kann das ja alles viel besser. Jetzt rächt sich natürlich auch, dass damals das "Tafelsilber" in Form von Immobilienbeständen einfach verramscht wurde. Aber anstatt immer mehr neu zu bauen, müsste man doch erst mal die vorhandenen Leerstände nutzen, auch in den Ballungsgebieten gibt es die.

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