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Studie des Umweltbundesamts: Immer mehr Geräte gehen nach fünf Jahren kaputt
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Die Lebensspanne vieler Haushaltsgeräte hat sich laut Umweltbundesamt verkürzt. Der Anteil von Produkten, die nicht einmal fünf Jahre durchhalten, ist stark gestiegen.

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claterio 04.03.2015, 10:37
560.

Zitat von rennflosse
Das Geld muss heute für mehr Dinge reichen. Kaufte man früher ein Radio, ein Telefon eine Waschmaschine und einen Kühlschrank, so sind es heute: Eine Stereoanlage, einen Flachbildfernseher, eine Waschmaschine, einen Kühlschrank, weitere Fernseher und Radios, ein oder mehrere Handys und Smartphones, mehrere Computer, Laptops, Tablet, Videokamera, etc. Bei der Vielfalt der benötigten Konsumartikel müssen diese eben billig sein.
Das ist doch aber Ihre persönliche Entscheidung, dass Sie lieber ganz viele Dinge von geringer Qualität kaufen, als ein paar wenige hochwertige.

Da kann ich der Industrie eigentlich keinen Vorwurf machen, wenn sie auf Ihre Nachfrage reagiert und den gewünschten Billig-Kram herstellt.

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claterio 04.03.2015, 10:44
561.

Zitat von bluebill
Es gibt hinlänglich Beweise für die geplante Obsoleszenz, das fing ja schon vor 50 Jahren mit den Glühbirnen an. Versierte Techniker finden immer ein winziges, leicht zu übersehendes, aber funktionswichtiges Teilchen, das aufgrund seiner Materialbeschaffenheit eine stark eingeschränkte Lebensdauer hat, oder gar absichtlich eingebaute Zähler, die den Gebrauch über eine geplante Zeitgrenze hinweg verbieten.
Zu den Glühlampen zitiere ich aus der Wikipedia:

"Bei Glühlampen existiert ein Zielkonflikt zwischen den Parametern Lebensdauer, Helligkeit und Stromverbrauch.

Jeder der drei Parameter muss vor allem zulasten der anderen Parameter optimiert werden."


Wenn Firmen gezielt die Lebensdauer ihrer Produkte mit wenig Aufwand heruntersetzen könnten, wäre es doch ein Leichtes, ihnen mit langlebigen Qualitätsprodukten zum gleichen Preis Konkurrenz zu machen und sie so vom Markt zu verdrängen. Die Kunden könnte man mit einer Lifetime-Garantie überzeugen.

Warum geschieht das nicht?

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bluebill 04.03.2015, 10:57
562. Langlebigkeit lohnt sich nicht.

Zitat von claterio
Zu den Glühlampen zitiere ich aus der Wikipedia: "Bei Glühlampen existiert ein Zielkonflikt zwischen den Parametern Lebensdauer, Helligkeit und Stromverbrauch. Jeder der drei Parameter muss vor allem zulasten der anderen Parameter optimiert werden." Wenn Firmen gezielt die Lebensdauer ihrer Produkte mit wenig Aufwand heruntersetzen könnten, wäre es doch ein Leichtes, ihnen mit langlebigen Qualitätsprodukten zum gleichen Preis Konkurrenz zu machen und sie so vom Markt zu verdrängen. Die Kunden könnte man mit einer Lifetime-Garantie überzeugen. Warum geschieht das nicht?
Langlebigkeit ist nicht im Sinne der Hersteller, weil der Kunde dann nicht alle 5 Jahre ein neues Gerät kauft. Und wahrscheinlich wäre die Optimierung der Lebensdauer auch ein bißchen kostenträchtiger als die eingeplante Schluderei. - Die breite Masse der Konsumenten ist inzwischen so auf Billig-und-sofort-Habenwollen dressiert, daß sie es völlig normal finden, wenn die Dinge nach kurzer Zeit kaputt sind, es gibt ja auch billigen Ersatz. Zumal das verfügbare Geld auch immer weniger wird. Sicher, hochwertige Qualitätsware, die lange hält, wäre unterm Strich billiger. Aber was hilft mir das, wenn ich heute eine Waschmaschine brauche, aber mir einfach nichts Teures leisten kann? Ein Teufelskreis. - Abgesehen davon kommt auch teure Markenware letztlich aus Billiglohnfabriken in Fernost. Schwachstellen gibt es immer, geplant oder ...naja...versehentlich.

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bluebill 04.03.2015, 11:11
563.

Zitat von spiegelleser987
Das Gerücht mit der geplanten Obsoleszenz haben sich die Fernsehjournalisten von Arte ausgedacht. Damit das schön geheimnisvoll wirkt, haben die damals nicht mal im Internet gesucht. Dann hätten Sie die Information mit dem Drucker-Reset sofort gefunden. Nein, man ist nach Russland gefahren und hat einen Hacker aufgesucht, der seine geheimnisvolle Werkstatt im Keller hatte. Aber wer hätte den Film "Jaufen für die Müllhalde" im Fernsehen sonst angesehen und immer weiter verbreitet?
Ich habe selbst schon Dinge auseinandergenommen, die kaputtgegangen waren. Rein aus Interesse. Fast immer war irgendetwas verschlissen, durchgeschmort oder abgebrochen, z.B. ein winziger Kondensator in einem Kopfhörer oder ein Stellhebelchen in einem Thermometer. Teile, die eigentlich keiner großen Belastung unterliegen, aber wenn sie fehlen, funktioniert das Ganze nicht. Nun werden Gebrauchsgeräte ja nicht in einer Garage zusammengebastelt, sondern von Designern und Ingenieuren sorgsam geplant. Die Details der Komponenten sind bekannt, auch thermische Belastbarkeit und Materialalterung. Da liegt der Verdacht doch auf der Hand, daß der Kondensator bewusst so gewählt wurde, daß er der Normalfunktion auf Dauer nicht gewachsen ist, oder daß für das Hebelchen ein Material gewählt wurde, das nach einiger Zeit ermüdet. Zumindest hat man bewusst in Kauf genommen, daß das Gesamtgerät nach relativ kurzer Zeit funktionsuntüchtig wird. -

Man muss sich einfach vor Augen halten, daß bei er Herstellung von Gebrauchsgütern das Prinzip gilt: So billig/schlecht wie möglich, so gut wie nötig. Der Endkunde kriegt nur das, was er notfalls vor Gericht ersteiten kann. Eine lange Lebensdauer über die Gewährleistung hinaus gehört nicht dazu.

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Rockaxe 04.03.2015, 11:27
564. Bla

Zitat von spiegelleser987
Die geplante Obsoleszenz ist die "Idee" eines französischen Schriftstellers. Wo haben Sie denn echte Beispiele? Meinen Sie die Nylonstrümpfe, bei denen man damals Chemikalien nicht mehr eingemischt hat? Dadurch sind sie nicht mehr UV-fest gewesen. Mit mehr Sonne gingen sie "schneller" kaputt. Allerdings hat das auch nicht funktioniert, weil es immer noch zu lange daiuert und inzwschen durch die Bewegung Löcher entstanden sind. Was meinen Sie mit dem "eingebauten Zähler"? Vielleicht den Drucker? Diese Zähler wurden in Drucker eingebaut, damit Sie immer hochwertige Farbbilder drucken können. Danach war der Drucker nicht kaputt. Sie sollten ihn nur zur Reinigung bringen. Und wenn Sie meinen das wäre zu teuer, können Sie darauf verzichten. Machen Sie einfach mal Reset, entweder über die Reset-Taste (eingebaut im Drucker) oder über die Software. Dann läuft er sofort wieder los. Das Gerücht mit der geplanten Obsoleszenz haben sich die Fernsehjournalisten von Arte ausgedacht. Damit das schön geheimnisvoll wirkt, haben die damals nicht mal im Internet gesucht. Dann hätten Sie die Information mit dem Drucker-Reset sofort gefunden. Nein, man ist nach Russland gefahren und hat einen Hacker aufgesucht, der seine geheimnisvolle Werkstatt im Keller hatte. Aber wer hätte den Film "Jaufen für die Müllhalde" im Fernsehen sonst angesehen und immer weiter verbreitet?
bla blubb,
die Story mit dem Reset (der nicht so ohne weiteres geht) ist schon älter und bekannter als die erwähnte Arte-Doku "Kaufen für die Müllhalde".
Nur die Personen die dies z. B. interessiert sind nicht die normalen "08/15" User, sondern die PC-User die sich ein wenig mehr um ihre Peripherie kümmern als nur "Knopf drücken und loslegen".
Diese Personen suchen dann z. B. in einschlägigen Drucker-Foren nach Lösungen und werden im allgemeinen dort auch fündig.
Die Ausrede der Druckerhersteller "damit das Druckbild erhalten bleibt" oder "damit keine Farbe ausläuft" sind an den Haaren herbeigezogen und nicht zu belegen.
Habe selbst bei 2 Druckern (Canon und Epson) solche Resets durchgeführt und die Drucker solange verwendet bis ich neue (qualitativ bessere) benötigte. Da lief nix aus und auch die Druckqualität verschlechtere sich nicht.

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claterio 04.03.2015, 13:34
565.

Zitat von bluebill
Zumal das verfügbare Geld auch immer weniger wird. Sicher, hochwertige Qualitätsware, die lange hält, wäre unterm Strich billiger. Aber was hilft mir das, wenn ich heute eine Waschmaschine brauche, aber mir einfach nichts Teures leisten kann?
Ich sehe da einen Zusammenhang zur "gefühlten" Verarmung: Wer billig kauft, kauft zweimal, gibt unterm Strich mehr aus und wundert sich dann, wo das Geld bleibt.

Heutzutage kann man sogar Waschmaschinen auf Ratenzahlung kaufen. Wenn die Maschine wirklich länger hält, wäre das durchaus sinnvoll, wenn das Geld sonst nich reicht. Zumal die Warenhäuser nicht mal mehr Kreditzinsen nehmen.

Das Argument, sich keine gute Maschine leisten zu können, ist also keines.

Seien wir ehrlich: Viele Kunden wollen gar keine Qualität, sondern lieber den billigsten Ramsch und davon möglichst viel. Nach zwei Jahren wird das Zeug dann weggeworfen und etwas Neues gekauft. Man sieht das überall, etwa bei Fernsehern, Kleidung und Handys.

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spiegelleser987 04.03.2015, 13:52
566.

Zitat von Rockaxe
bla blubb, die Story mit dem Reset (der nicht so ohne weiteres geht) ist schon älter und bekannter als die erwähnte Arte-Doku "Kaufen für die Müllhalde". Nur die Personen die dies z. B. interessiert sind nicht die normalen "08/15" User, sondern die PC-User die sich ein wenig mehr um ihre Peripherie kümmern als nur "Knopf drücken und loslegen". Diese Personen suchen dann z. B. in einschlägigen Drucker-Foren nach Lösungen und werden im allgemeinen dort auch fündig. Die Ausrede der Druckerhersteller "damit das Druckbild erhalten bleibt" oder "damit keine Farbe ausläuft" sind an den Haaren herbeigezogen und nicht zu belegen. Habe selbst bei 2 Druckern (Canon und Epson) solche Resets durchgeführt und die Drucker solange verwendet bis ich neue (qualitativ bessere) benötigte. Da lief nix aus und auch die Druckqualität verschlechtere sich nicht.
Ich habe auch 2 Drucker, einen von 2002 und den anderen von 2008 (wir haben jetzt 2015). Beide funktionieren noch ohne Probleme. Bei dem älteren musste ich allerdings mal den Druckkopf und den Schwamm reinigen. Der Schwamm war etwas verschmiert und damit lebte die Farbe auch am Druckkopf. Bei einem Normaldruck ist das auch noch kein Problem. Bei einem echten Farbbild bzw. Foto mit hoher Druckqualität wird das schon irgendwann zum Problem. Die Farben sind nicht mehr ganz korrekt. Also ist eine Reinigung erforderlich.

Neue Drucker brauche ich noch immer nicht, weil ich häufig drucke. Probleamtischer ist das bei denen, die sehr selten drucken. Man sollte sich deshalb an die Angaben und Aussagen der Hersteller halten. Auf den Druckerpatronen steht ein Verfalls- bzw. Herstellungsdatum. Man sollte keine kaufen, die älter als ein Jahr sind. Die Tinte trocknet dann etwas und wird etwas schmierig. Das wirkt sich auch auf den Druckkopf aus.

noch eine Anmerkung: es stimmt, dass die Reset-Information länger bekannt ist. Aber nicht alle wissen es. Deshalb verbreitet sich das Gerücht von Arte ziemlich schnell.

Mir hat auch mal jemand von einer Anwältin erzählt, die sich immer wieder neue Drucker kauft und nicht die Patronen auswechselt. Die Drucker sind billig, die Patronen vergleichsweise teuer. Dass aber die Kosten für den Drucker über die Patronen nachträglich mitfinanziert werden interessiert da nicht.

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outsider-realist 04.03.2015, 15:47
567.

Wenn die Firma X denkt, das ich ihr Produkt Y noch einmal kaufe, wenn dies nach kurzer Zeit die Mücke macht, dann haben sie sich aber getäuscht. So blöd kann doch kein Unternehmen oder doch?
Kundenbindung sieht anders aus.

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tkirchner 05.03.2015, 16:58
568. Kondensatoren

Zitat von bluebill
Ich habe selbst schon Dinge auseinandergenommen, die kaputtgegangen waren. Rein aus Interesse. Fast immer war irgendetwas verschlissen, durchgeschmort oder abgebrochen, z.B. ein winziger Kondensator in einem Kopfhörer oder ein Stellhebelchen in einem Thermometer. Teile, die eigentlich keiner großen Belastung unterliegen, aber wenn sie fehlen, funktioniert das Ganze nicht. Nun werden Gebrauchsgeräte ja nicht in einer Garage zusammengebastelt, sondern von Designern und Ingenieuren sorgsam geplant. Die Details der Komponenten sind bekannt, auch thermische Belastbarkeit und Materialalterung. Da liegt der Verdacht doch auf der Hand, daß der Kondensator bewusst so gewählt wurde, daß er der Normalfunktion auf Dauer nicht gewachsen ist, oder daß für das Hebelchen ein Material gewählt wurde, das nach einiger Zeit ermüdet. Zumindest hat man bewusst in Kauf genommen, daß das Gesamtgerät nach relativ kurzer Zeit funktionsuntüchtig wird. - Man muss sich einfach vor Augen halten, daß bei er Herstellung von Gebrauchsgütern das Prinzip gilt: So billig/schlecht wie möglich, so gut wie nötig. Der Endkunde kriegt nur das, was er notfalls vor Gericht ersteiten kann. Eine lange Lebensdauer über die Gewährleistung hinaus gehört nicht dazu.
Das Problem der Kondensatoren ist bekannt. Ist zwar ein kleines Teil, aber wenn irgendwann die Dichtungen hinüber sind läuft die Flüssigkeit aus und das war's dann mit dem Fernseher/Kopfhörer/Laptop. Je kleiner das Gerät, desto weniger kann die Hitze entweichen, und desto wahrscheinlicher ist es, dass die Dichtungen der Kondensatoren leiden. Der Verbraucher will immer kleinere Geräte, und so wird die Lebensdauer weiterhin abnehmen. Es sei denn, einer erfindet ein Wundermaterial für dauerhafte Dichtungen in den elektrolytischen Kondensatoren.

Wer mit einem Lötkolben umgehen kann hat kein Problem, so einen defekten Kondensator zu ersetzen.

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bill_dauterive 05.03.2015, 17:39
569.

Zitat von tkirchner
Der Verbraucher will immer kleinere Geräte, und so wird die Lebensdauer weiterhin abnehmen. Es sei denn, einer erfindet ein Wundermaterial für dauerhafte Dichtungen in den elektrolytischen Kondensatoren
Das stimmt nicht. Es gibt seit über 50Jahren Elkos mit festem Elektrolyten, die ewig halten. Auch MLCC sind schon länger bekannt. In "Consumer-Produkten" werden die aber nicht eingesetzt. Wozu auch. Viel zu teuer.
Kaufen Sie sich ein gutes Business-Laptop (ab 5.000Euro) und da sind dann diese Kondensatoren drin.
Ich finde dieses Aufbauschen der "geplanten Obsoleszenz" irgendwie daneben.
Es gibt keine geplante Obsoleszenz. Es gibt heutzutage eben viele Qualitâtsstufen. Und ich finde das sogar ausgesprochen positiv. Ich finde es gut, dass ich heute nicht mehr zwangsläufig einen Monatslohn für ein Radiogerät ausgeben muss.
Und wer Qualität will der bekommt sie auch heute noch.
Wenn Sie eine Waschmaschine wollen, die 50 Jahre hält dann bekommen Sie die auch noch. Sie müssen aber natürlich inflationsbereinigt so viel dafür ausgeben wie früher.
So ab 10.000Euro bekommen Sie eine Böwe oder Maytag.
Die können Sie dann Ihren Enkeln vererben.

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