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Studie: Fachkräftemangel bremst das Wachstum - und kostet so an die 30 Milliarden Eur
DPA

Wir haben Arbeit, aber keine Leute - so geht es zunehmend mehr Betrieben in Deutschland. Der Mangel an Fachkräften behindert inzwischen spürbar die Wirtschaftskraft.

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christian-h 18.04.2018, 10:09
130. Angabe

Zitat von cave68
1)natürlich liegt das am Gehalt...heisst aber noch lange nicht dass sie auch geringer qualifizierte Jobs für etwas weniger Lohn annehmen würden? 2)Was hindert sie oder sonst jemanden hier daran selbst Unternehmer zu werden?War im Handwerk noch nie so einfach wie heute...dann kann man in vielen Branchen selbst Lohn und Preis bestimmen.
1) Warum sollte man dieses tun. Wenn man eine bestimmte Qualifikation hat, dann sollte man auch damit arbeiten, ansonsten wäre diese Qualifikation sinnlos.
Es wird ja sonst immer gepredigt Bildung und Qualifikation ist der Schlüssel zu einem höheren Einkommen. Warum sollte man also eine Arbeitsstelle annehmen für die man "überqualifiziert" ist und diese auch noch schlechter vergütet wird.

2) Für meine Person lässt sich das ziemlich leicht beantwortet, das liegt in meiner Qualifikation. Da ich kein Handwerker bin würde dieses eben auch wenig Aussicht auf Erfolg haben.
Um selbst Unternehmer zu werden benötigt man eben auch bestimmte Vorrausstetzungen und entsprechende Ausbildung ansonsten wird das eher ein kurzer Ausflug in die Selbstständigkeit.
Bzw. wenn sich jeder selbstständig machen würde, wer arbeitet dann bei den Unternehmen?

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acitapple 18.04.2018, 10:41
131.

Zitat von christian-h
1) Warum sollte man dieses tun. Wenn man eine bestimmte Qualifikation hat, dann sollte man auch damit arbeiten, ansonsten wäre diese Qualifikation sinnlos. Es wird ja sonst immer gepredigt Bildung und Qualifikation ist der Schlüssel zu einem höheren Einkommen. Warum sollte man also eine Arbeitsstelle annehmen für die man "überqualifiziert" ist und diese auch noch schlechter vergütet wird.
Jede Arbeit, die Ihnen ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Tisch ermöglicht, ist es wert getan zu werden. Wenn es nunmal gerade keine für Sie passende Stelle gibt bleiben eben nur zwei Möglichkeiten: nicht arbeiten oder was anderes arbeiten. ABER (groß und fett geschrieben) leider ist das besonders in D nicht so einfach. Das beeinträchtigt nämlich die künftige Karriere. Man hat dann einen "Knick" im Lebenslauf, sowas wird einem negativ ausgelegt.

Ein Ingenieur, der nach dem Konkurs seines Unternehmens für 8 Monate als Fahrer arbeitet wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keine tolle Chance mehr bekommen in seinem Job. Hier ist es leider so, dass eine gewisse Zeit als Arbeitsloser einen besseren Eindruck macht als kurzzeitig in einem anderen Job tätig gewesen zu sein.

In anderen Ländern wird es einem dagegen hoch angerechnet, dass man sich durchgebissen hat um seine Familie zu ernähren. Hier ein Manko...verrückte Welt.

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robr 18.04.2018, 14:44
132. Der Porsche-Mangel

Es mangelt in Deutschland nicht nur an Fachkräfte. Es herrscht auch ein riesiger Mangel an Porsches.
Sowie die Unternehmen bestens ausgebildete Fachkräfte suchen, am besten noch keine 25 Jahre alt, mit abgeschlossenem Studium und mit Berufserfahrung. Das auch für kleines Geld, denn gute Bezahlung war gestern oder vorgestern.
Genauso suche ich seit längerem schon ein Porsche, am liebsten noch keine 5 Jahre alt, wenig gefahren, natürlich nur bei schönem Wetter und absolut Checkheftgepflegt. Das natürlich für kleines Geld.

Dieser Fachkraft und dieser Porsche haben etwas gemeinsam: Beides gibt es eben nicht...

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christian-h 18.04.2018, 15:46
133. Angabe

Zitat von acitapple
1) Jede Arbeit, die Ihnen ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Tisch ermöglicht, ist es wert getan zu werden. 2)Wenn es nunmal gerade keine für Sie passende Stelle gibt bleiben eben nur zwei Möglichkeiten: nicht arbeiten oder was anderes arbeiten. ABER (groß und fett geschrieben) leider ist das besonders in D nicht so einfach. Das beeinträchtigt nämlich die künftige Karriere. Man hat dann einen "Knick" im Lebenslauf, sowas wird einem negativ ausgelegt.
1) Das wäre prinzipiell richtig und da hätte ich auch kein Problem damit, wenn die Leistung eben auch entsprechend vergütet wird.
Für eine Bezahlung, die nicht ausreicht um in Deutschland vernünftig leben zu können und die eine soziale und kulturelle Teilhabe ermöglicht, sollte man in einem "reichen" Industrieland wie Deutschland nicht arbeiten müssen.

2) Das haben Sie völlig richtig beschrieben. Wenn Sie erstmal 1-2 Jahre aus Ihrem Beruf und Betätigungsfeld raus sind, haben Sie es sehr schwer wieder da hinein zu kommen, da nützen auch die ganzen Qualifikationen nichts.

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rkinfo 21.04.2018, 08:27
134. Das Ende der BWL - Republik ;-)

Zitat von Überfünfzig
…..und Industrie und Mittelstand immer noch auf die 30 jährige eierlegende Wollmilchsau für gefühlt 8,50 die Stunde warten. Mein Vater berichtete von Zeiten, wo sich auf dem Bau die Firmen die Arbeiter gegenseitig abgeworben haben und für 1 DM pro Stunde ganze Kolonen den AG gewechselt haben, egal ob alt oder kurz vor der Rente. Aber in den von den BWLer verseuchten HR-Abteilungen gelten immer noch die alten Regeln der letzten 20 Jahre (keiner über 40 mehr) und so wird nur gejammert und irgendwas von mit dem Betriebsrat vereinbarten Haustarif gefaselt, um ja nicht neu gewonnene Mitarbeiter ein Euro mehr bezahlen zu müssen. Aber auch die jungen Leute sind in ihrer Berufswahl Teil der Misere. Beispiel an einer Fachhochschule in SH: 20 Straßenbauingenieure zu 800 BWL-Studenten, wo jeder davon träumt Chef zu werden. Das wird dann aber wirklich eng wenn die Babyboomer in Rente gehen und es keine qualifizierten Firmen mehr gibt, die in Deutschland Straßen- und Brücken bauen können.
Jüngst waren die BWL - Gurus bei Opel geschockt, als überplanmässig Viele diese angeschlagene Firma per Abfindung verlassen wollen.
Allerdings klappte auch das Wirtschaftswunder der 50er nur, weil schlecht zahlende Arbeitgeber durcj Arbeitskräfteverlust ihre Kompetenz und dann ihren Markt verloren ... ab in dei Insolvenz.
'Fachkräftemangel' betrifft besonders jene Branchen, die mit niedrigen Löhnen sich über Wasser hielten und nun absterben werden ;-)
Die Politik sollte endlich offen das Ende der 'BWL-Republik' ausrufen und wieder mehr echte Fachkräfte und Berufe fördern.

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manicmecanic 12.08.2018, 10:08
135. lächerlich zum x.ten Mal

ist dieses Arbeitgebergejammer.Es gibt den Mangel trotz all dem Geheule immer noch nicht.Wenn es ihn gäbe,hätten wir auch nicht die Million ? arbeitsloser Altgesellen.Warum die nicht eingestellt werden kommen nun die Ahnungslosen?Weil die aus ihren Jobs gemobbt wurden wegen ihrer hohen deutlich über Tarif liegenden Löhnen.Ich kenne viele ehemaliger Kollegen die alle dieselbe Story wie ich erzählen können.Man wird mit Mitte bis Ende der 30er Lebensjahre entsorgt und wenn man sich danach in den Bewerbungsmarathon begibt kommen nur Angebote zu Tariflohn trotz Alters und Erfahrung.Und nein auch Weiterbildung hilft einem kein Stück,da ist man dann in einem neuen Job Anfänger aber bereits mit fast 40.Da gilt dann dasselbe wie oben,nur noch dazu der Anfängermalus.Ich habe den Unsinn mit Qualifizierung geglaubt und bin nun seit langen Jahren auch noch GasWasserInstallateur,ein ebenfalls angeblich sehr gesuchter Job.Haha,die einzigen Jobs die ich bekam waren alle nur welche zu miesesten Konditionen in Firmen die branchenintern sehr verrufen waren und das zu Recht wie ich nach ein paar Versuchen feststellen durfte.Dieser Einsatz hat mir übrigens auch finanziell sehr geschadet,denn das Arbeitslosengeld nach diesen Horrorfirmen wurde ja nach dem Minilohn berechnet den diese zahlten.

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