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Studie: Fast jeder zweite Hartz-IV-Empfänger ist psychisch krank
DPA

Es ist eine erschreckend hohe Quote: Mehr als ein Drittel der Hartz-IV-Empfänger leidet unter psychischen Erkrankungen. Laut einer Studie ist der Anteil Betroffener in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

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GoaSkin 31.10.2013, 15:10
130. Auslegungssache?

Vielleicht ist garkein höherer Anteil Langzeitarbeitsloser psychisch krank als früher, sondern lediglich zur Realität geworden, dass man mehr herum diagnostiziert als früher.

Die Jobcenter haben den Auftrag, ihre Kunden loszuwerden. In einigen Jobcentern bekommt das Personal für jeden losgewordenen Kunden einen Bonus. Klappt das nicht durch die Vermittlung in Arbeit, so gibt es immernoch die Möglichkeit, jemanden Erwerbsunfähig zu machen. Dann hat das Jobcenter ebenfalls nichts mehr zu tun - Leistung gibt es dann (SGB12) aus einem anderen Topf.

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megadown 31.10.2013, 15:11
131.

Zitat von quark@mailinator.com
Mit der Nummer haben Kapitalismus, SPD und Grüne ihr wahres Gesicht gezeigt. Das ganze ist menschenverachtend und aufgrund unserer tatsächlichen Arbeitsproduktivität total unnötig. Aber man mußte die alte Arbeitslosenhilfe erst zerkloppen, um dann die Löhne der normalen Arbeiter senken zu können. Hätte man Leute vorher so billig beschöftigen ......
Langsam aber sicher dringt diese Erkenntniss zum Glück in immer mehr Köpfe vor.

Nützt halt nix, die Zeiten von Leibeigenenaufständen sind wohl ein für alle mal vorbei. Jetzt kommt die Zeit der Wirtschaftsflüchlinge

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sinasina 31.10.2013, 15:11
132. Sehr viele interessante Kommentare

Zitat von xehris
Spott und Verachtung dienen dazu, die eigene Angst vor sozialem Abstieg zu bekämpfen, einer Gefahr die in Deutschland durchaus für den größten Teil der Arbeitnehmer reell ist. Solchen Spöttern kommt die Regierung entgegen, die ständig von einem Jobwunder schwadroniert und von angeblichem Fachkräftemangel, statt das Problem anzugehen, wie die vielen Millionen Hartz-IV-Bezieher wieder in Arbeit kommen. Würde die Regierung zugeben, dass Millionen von Arbeitsplätze fehlen, ginge es den Hartz-IV-Beziehern sicher besser. Dann würden sie nämlich die Schuld an ihrem persönlichen Desaster nicht immer nur bei sich selbst suchen.
Betonung auf "eigene Angst" vor dem Abstieg!

Zitat von Asturaetus
Interessant wären mal die Untersuchung der Zusammenhänge. Hartz-IV aufgrund der Krankheit vs. Krankheit aufgrund von Hartz-IV.
Ich bin davon überzeugt, es ist schon sehr lange bekannt, dass Menschen mit Einschränkungen (körperlichen und / oder seelischen) den Grossteil der Harz4 Bezieher ausmachen und nicht die, die keinen Bock auf Arbeit haben.

Zitat von Abbuzze
Die Frage ist doch auch vergrößern psychische Erkrankungen die gefahrt zum Hartz IV Empfänger zu werden? […] Und wer genügend Psychopharmaka nehmen muss, um seinen Alltag zu bewältigen, ist häufig nicht mehr dazu in der Lage einen Arbeitsalltag zu bestehen. Ist leider so...
Und alle, die glauben, sie müssen gegen betroffene Menschen hetzen, reiben sich dann verwundert die Augen, wenn sie selbst oder ein Familienangehöriger betroffen ist.

Zitat von Asturaetus
[…] Es hat auf Basis des Irrglaubens, das jeder der nur Suchen würde auch eine Arbeit findet von der er leben kann, schon weitverbreitet als "guter Ton" etabliert diese einem selbst "sozial unterlegenen Personen" mit Verachtung, Verleumdung und Spott zu strafen.
Und genau dies trägt zum Teufelskreis bei, aus dem Menschen mit Einschränkungen dann nicht mehr herauskommen.

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Spiegelkritikus 31.10.2013, 15:11
133. Eine unsägliche Schande für Deutschland

Zitat von sysop
Es ist eine erschreckend hohe Quote: Mehr als ein Drittel der Hartz-IV-Empfänger leidet unter psychischen Erkrankungen. Laut einer Studie ist der Anteil Betroffener in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
Tja, mit solchen verheerenden Konsequenzen haben Schröder und Co. natürlich nicht gerechnet, als sie das menschenunwürdige Zwangs- und Armutsprojekt Hartz4 eingeführt haben. Die Warnungen von kritische Psychologen und Sozialwissenschaftlern wurden und werden bis heute von den politischen Entscheidungsträgern ignoriert. Die Funktion von Hartz4 als Disziplinierungs- und Lohndumpingkeule für Arbeitnehmer steht absolut im Vordergrund. Da haben der "Genosse" der Bosse und seine Kollegen bzw. Nachfolger ganze Arbeit im Interesse des Kapitals geleistet.

Wer Arbeitslosen keine ausreichende materielle Unterstützung zubilligt (was zudem zum weitgehenden Ausschluss an normaler sozialer Teilhabe führt), sie entmüdigt und demütigt, ihnen verbietet, mit einem Partner zusammenzuleben, ohne dass dieser finanziell belangt wird usw., der braucht sich nicht zu wundern, dass diese armen Menschen psychisch auffälig und krank werden.

Wenn man zudem an die sozialen Folgekosten denkt, seien es die Behandlungskosten oder die vorprogrammierte Altersarmut (es werden keine Rentenbeiträge abgeführt), und gleichzeitig sieht, dass unsere Regierung aberhunderte Milliarden für "notleidende" Banken, Hedge-Fonds und Spekulanten anstandslos bereitstellt, dann kann man nur noch eins sagen: Diese Politik und die Leute, sie sie wählen, sind zynische Ignoranten!

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grauwolf1949 31.10.2013, 15:11
134. Kleine Retourkutsche

Zitat von janne2109
---------Viele Arbeitslose leiden der Studie zufolge unter affektiven und neurotischen Störungen, Depressionen und seelisch bedingten körperlichen Leiden. kann ich alles nachvollziehen, aber können wir mal eine Studie sehen die besagt was diese Arbeitslosen können??? Warum kenne ich nur Arbeitlose die ungebildet sind, keine Ausbildung oder keinen Bock auf Weiterbildung??? Das sind nach meiner Erfahrung 70%
Sie verkehren offensichtlich auch in Kreisen wo es die von Ihnen beschriebenen Personengruppen gibt.
Ich kann Ihnen versichern dass es nach der Wende eine ganze Anzahl von Akademikern, Ingenieuren und qualifizierten Arbeitern gab, die einfach nicht gebraucht wurden und dann ins Harz 4 abstürzten.
Menschen die dadurch ihren Lebensstandard verloren haben
- keine Urlaubsreisen
-keine Gaststättenbesuche mit dem gewohnten Freundeskreis
-billige Kleidung
-kein gewohnt großes Auto
-keine Theaterbesuche
-es reicht kaum für den Besuch eines Fußballspieles
- Weiterbildung durch "Lehrkräfte" denen man selbst noch etwas beibringen könnte, aber man bekommt solchen Job nicht.
Das alles kann einen Menschen durchaus destabilisieren, oder nach Ihrer Meinung nicht ?

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trader_07 31.10.2013, 15:12
135. Leider auch nicht die Wahrheit

Zitat von plutinowski
Allerdings sollte man nicht nur die Lohn- und Einkommensteuer, sondern die gesamte Steuerlast betrachten. Dann relativiert sich Ihre Ausage deutlich.
Dieser Artikel der Zeit stellt leider auch nicht annähernd die Wahrheit dar, auch wenn er das durch die Überschrift suggerieren möchte. Völlig unberücksichtigt bleibt hier, dass bei einem großen Teil der Reichen bereits 15,825 % Körperschaftsteuer und SoliZuschlag in Abzug gebracht wurde, bevor die überhaupt einen einzigen Euro ausgeben können ;-)

Und sollten diese Reichen ihr Unternehmen in einer Kommune mit hohem Hebesatz gemeldet haben (also fast alle Großstädte), dürfen Sie einen Anteil der Gewerbesteuer ebenfalls noch dazurechnen.

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sekt88 31.10.2013, 15:13
136. optional

mag sein, ABER die 90% alle Politiker sind psychisch krank

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Izmir..Übül 31.10.2013, 15:13
137.

Zitat von janne2109
Warum kenne ich nur Arbeitlose die ungebildet sind, keine Ausbildung oder keinen Bock auf Weiterbildung??? Das sind nach meiner Erfahrung 70%
Muss wohl an Ihrem persönlichen Umgang liegen. Im Übrigen sollte man zumindest den Unterschied zwischen 100% und 70% kennen, mal ganz abgesehen von der statistischen Insignifikanz solcher nicht repräsentativen Ministichproben.

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ks82 31.10.2013, 15:13
138. Stimmt nicht!

Zitat von magumpus
Die oberen 10 Prozent der Einkommensteuerpflichtigen zahlten im Jahr 2011 54,6 Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens. Wir sollten froh sein, Spitzenverdiener zu haben damit wir den Wohlfahrtsstaat am Leben halten können. Das ist SOZIALE Marktwirtschaft!
Diese Argumentation ist völliger Mumpitz. Das würden Sie selbst leicht verstehen können, wenn sie die zwei Extremfälle bei der möglichen Einkommensverteilung, zwischen denen sich jeder reale Fall bewegt, betrachten:
a) Alle haben das gleiche Einkommen
b) Einer hat das gesamte Einkommen, der Rest Null

Im Fall b) würde dieser Glückliche für das gesamte Einkommenssteueraufkommen verantwortlich sein, also 100%. Wenn dies gut wäre, müßten wir diesen Fall anstreben. Durch die Progression würde der Glückliche sicher auch mehr Einkommenssteuer abführen müssen, als insgesamt im Fall a) anfallen würde. Dennoch "fühlt" sich dieses Szenario schon schwachsinnig an. Und das ist es auch: Es bedenkt überhaupt nicht, die gesamtgesellschaftliche Wirkung und insb. die Ausgabenseite. Was passiert denn, wenn der Glückliche sein Geld komplett spart. Der Rest der Gesellschaft müßte komplett von der abgeführten Einkommenssteuer über Wasser gehalten werden. Dies ist aber rechnerisch immer wesentlich weniger als jemand im Fall a) zur Verfügung hätte. Eine solche Gesellschaft würde in kurzer Zeit zusammenbrechen. Und deswegen sind extreme Einkommenunterschiede auch so schädlich.

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megadown 31.10.2013, 15:14
139. Sie werden Lachen,

Zitat von klaus meucht
Sind denn alle Rentner psychisch krank?
aber der anteil derer, die in ein tiefes, schwarzes Loch fallen, ist recht groß.

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