Forum: Wirtschaft
Studie: Jeder vierte deutsche Manager würde unethisch handeln
DPA

Das Ansehen deutscher Manager hat durch die VW-Affäre erheblichen Schaden erlitten. Eine neue Studie zeigt: Auch heute wären viele Unternehmenslenker bereit, Behörden oder gar das eigene Management zu täuschen.

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qwertreiber 05.04.2017, 12:36
30. Selbst geschaffenes Problem: Boni ja - Bestechung nein?

Unternehmen, die einen Teil des Gehalts variabel gestalten, sind selbst daran Schuld, wenn auch Bestechung funktioniert. Sie setzen auf Gier als Motivation - und das funktioniert bei sehr vielen bis ins untere Management. Doch sich dann wundern, wenn die gierigen Damen und Herren dem größeren Betrag folgen, ist durchaus lächerlich. Ich hatte einen DAX-Konzern dazu bewegt so viel zu zahlen, dass ich mit null Prozent Zielerreichung happy gewesen wäre. Kann ich nur empfehlen - es befreit ungeheuer.

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jochenErte1 05.04.2017, 12:42
31. Es gibt Statistiken, deren Wahrheitsgehalt absolut gegen Null tendieren.

Bei unterschiedlicher Auslegung der Kriterien kann mit dem gleichen Zahlenmaterial schwarz wie weiss bewiesen werden. Erinnern wir uns an die Ergebnisse über die Schädlichkeit des Rauchens, die "Massenerkrankung Hypertonie" durch Veränderung des Risikofaktors, die Schädlichkeit übermässigen Zuckerkonsums. Beispiele sind ohne Mühe unendlich vorhanden.
Und: was bitte soll uns das aussagen. Wie ist denn der Wahrheitsgehalt eines Bekenntnisses zu bewerten, das sagt: ja, ich bin ein Charakterschwein ? Es gibt das Sprichwort, "alle Kreter lügen", und wenn das nun ein Kreter über die Kreter sagt ?
Und noch eines wäre anzumerken. Die Betrügereien werden in der Regel nicht durch Einzelpersonen ausgeführt. Wird doch durch die Komplizenschaft von Staat und Katholizismus Unehrlichkeit zur Gewohnheit und vorgelebt, die Seilschaften in Politik und Parlament mit deren Lobbyverbänden aus den Sektoren Finanzwirtschaft (neuestes Maut und Privatisierung durch Infrastrukturabgabe) Banken und Versicherungen.
Sicher gibt es Staaten, in denen Korruption vor Wählerwillen regiert. Schon die Pharaonen hatten keine Demokratie.
Welchen Zweck soll also diese Untersuchung verfolgen? Genauigkeit kann es nicht sein, und als Aha-Effekt ist der Artikel ungeeignet. Jeder weiss, dass es getan wird, jeder weiss, dass versucht wird, die Offenlegung zu verhindern und jeder weiss, dass es keine Möglichkeit der Abschaffung gibt. Ausser irgendwann durch KI- Künstliche Intelligenz. Aber da schliesst sich wieder der Kreis: Wer garantier denn, dass der IT-Fuzzi, der den Algorismus entwickelt hat, selbst gegen Korruptionsversuch gefeit ist?

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SPONU 05.04.2017, 12:51
32. Mehr als genug

Zitat von benmartin70
Unethisch bleibt natürlich unethisch. Ich finde nur dass es bei Menschen die mehr als genug auf der Kante haben unverständlicher und verwerflicher ist. Kurzum die Gier ist im fall der Manager offensichtlicher.
Ich verstehe schon worauf Sie hinauswollen aber auch hier muss ich nachfragen: wer bestimmt denn was "mehr als genug" ist?
Nehmen wir mal an Sie haben ein ordentliches Einkommen mit einem Bürojob; aus Sicht einer Akkordarbeitskraft am Fliessband hätten Sie auch schon "mehr als genug".
Ich finde es ist zumindest fragwürdig ob Ihr persönlicher Massstab auch für andere gelten soll.
Mit dem statement "unethisch bleibt unethisch" haben Sie eigentlich schon alles gesagt.
Ich habe jetzt nicht die Gelegenheit nachzuforschen aber es wird sich sicher eine Studie auftreiben lassen wo Mitarbeiter ohne Managementverantwortung befragt wurden.
Und wieviele nutzen zuhause Büromaterial welches Ihr Arbeitgeber bezahlt hat? Büromaterial, der Bonus des kleinen Mannes :)

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dr.eldontyrell 05.04.2017, 13:14
33. Selstsam.

Zitat von seyffensteyn
wenn sie ihren Job verlieren.......... . Und ,wenn er dann weg ist,geht es los mit den Klagen über die Ausbeutung der Mitarbeiter und der Betriebsrat wird eingeschaltet.
Unternehmer liefern immer nur grade das, wofür sie bezahlt worden sind. Und am Ende des Tages muss der Aufwand in Relation zum Erreichten stehen.
Mitarbeiter dürfen das Ihrer Ansicht nach offensichtlich nicht, sie sollen sich gefälligst zum niedrigsten Preis verschachern. Bei untertariflichen und zum Teil frechen Löhnen und Gehältern muss man sich nicht wundern, wenn der MA Dienst nach Vorschrift betreibt.
Oder: Who pays Peanuts gets monkeys.

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black-mamba 05.04.2017, 13:15
34. Ethik und Moral

Das wundert jetzt bitte wen? Solange bei der Be- oder Verurteilung von Handlungen die Menschen ausführen nur(!) der Text eines Gesetzes - der ja so gut wie immer Raum für Interpretation lässt - als Maß der Dinge gilt, wird sich das Verhalten so mancher Zeitgenossen nie ändern. Erst dann, wenn endlich auch Ethik und Moral Anwendung finden, dann erst - so meine Meinung - werden 1. Leute gerecht bestraft und 2. werden die entsprechenden Zeitgenossen auch ethisch und moralisch handeln. Aber in unserer Gesellschaft steht ja der Profit und die "Efizeinz" vor der Menschlichkeit. Ist halt blöd, wenn der Mensch vergisst, dass was er tut dem Wohl des Menschen dienen soll und nicht der Profitgier einiger weniger. Ich prangere damit nicht den Kapitalismus an, sondern diejenigen, die nicht kapiert haben, was Kapitalismus sein könnte, wenn man Moral und Ethik anwenden würde.

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ede-wolff 05.04.2017, 13:17
35. Wirklich interessant ...

Zitat von SPONU
Ich verstehe schon worauf Sie hinauswollen aber auch hier muss ich nachfragen: wer bestimmt denn was "mehr als genug" ist? Nehmen wir mal an Sie haben ein ordentliches Einkommen mit einem Bürojob; aus Sicht einer Akkordarbeitskraft am Fliessband hätten Sie auch schon "mehr als genug". Ich finde es ist zumindest fragwürdig ob Ihr persönlicher Massstab auch für andere gelten soll. Mit dem statement "unethisch bleibt unethisch" haben Sie eigentlich schon alles gesagt. Ich habe jetzt nicht die Gelegenheit nachzuforschen aber es wird sich sicher eine Studie auftreiben lassen wo Mitarbeiter ohne Managementverantwortung befragt wurden. Und wieviele nutzen zuhause Büromaterial welches Ihr Arbeitgeber bezahlt hat? Büromaterial, der Bonus des kleinen Mannes :)
... das Herum-Geeiere in diesem Forum! Es betrügen immer nur die anderen, die Eliten, die Besserverdiener, ... Das Maß der Verwerflichkeit von Betrug hängt angeblich sogar vom Einkommen ab, und weitere Absonderlichkeiten.
Meiner Meinung nach gilt ohne jedes Wenn und Aber: Betrug ist immer Betrug und gleich verwerflich, Ausreden gibt es nicht. Wenn jemand anderer um große Beträge betrügt als ich, bin ich nicht besser als er, ich habe es nur nicht geschafft, in eine Position zu kommen, wo ich auch so viel betrügen könnte.
Und jetzt ganz konkret: Wer auch nur einmal in seinem Leben eine falsche Steuererklärung abgegeben hat - zum Beispiel weil er in der Pendlerpauschale einen Kilometer mehr angegeben hat - hat jedes Recht verwirkt, hier oder irgendwo anders mit dem Finger auf andere zu zeigen.

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mittelstandsfreund 05.04.2017, 13:22
36. Problem Kapitalgesellschaften

Angestellte Manager haben im Verhältnis zu Unternehmergesellschaften wenig zu verlieren. Sie sind nicht weisungsgebundene Angestellte, die eigentlich wenig zu verlieren haben. Gewinne werden mit dicken Boni, bzw. Gewinnbeteiligungen belohnt, auch wenn diese im Rahmen des "shareholder value" nur von kurzfristiger Natur sind. Ein typisches Beispiel sind Deutsche Bank und Ackermann, oder noch deutlicher Winterkorn und VW. Gesetzlich wäre es für mich unumgänglich, dass Gewinnbeteiligungen nur vertraglich zugesichert werden können, wenn sie für die nächsten 5 oder 10 Jahre durch Verlustbeteiligungen verrechnet werden können. Damit aber den findigen "Beratern" oder "vertraglichen Produktermittlern" von vorne herein der Wind aus den Segeln genommen wird, sollte als Gewinnbeteiligung alles definiert werden, was über das vertragliche Festgehalt hinausgeht. Also auch z.B. Begünstigungen wie Mietersparnisse gegenüber dem Marktmietwert, Dienstwagen nach der aktiven Zeit, Abfindungen und Pensionszusagen. Es kann nicht sein, dass Fehlverhalten (auch angebl. Nichtwissen) noch nachträglich belohnt wird, und schlimmstenfalls zu Lasten der Eigentümer (Aktionäre) geht. Das Gegenbeispiel zu Managern ist derzeit bei Schlecker zu verfolgen, dem von manchen Leuten fast vorgeworfen wird, dass er heute noch leben kann, ohne ALG II beantragen zu müssen.

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dr.eldontyrell 05.04.2017, 13:30
37.

Zitat von SPONU
Ich verstehe schon worauf Sie hinauswollen aber auch hier muss ich nachfragen: wer bestimmt denn was "mehr als genug" ist? Nehmen wir mal an Sie haben ein ordentliches Einkommen mit einem Bürojob; aus Sicht einer Akkordarbeitskraft am Fliessband hätten Sie auch schon "mehr als genug". Ich finde es ist zumindest fragwürdig ob Ihr persönlicher Massstab auch für andere gelten soll. Mit dem statement "unethisch bleibt unethisch" haben Sie eigentlich schon alles gesagt. Ich habe jetzt nicht die Gelegenheit nachzuforschen aber es wird sich sicher eine Studie auftreiben lassen wo Mitarbeiter ohne Managementverantwortung befragt wurden. Und wieviele nutzen zuhause Büromaterial welches Ihr Arbeitgeber bezahlt hat? Büromaterial, der Bonus des kleinen Mannes :)
Kennen Sie den Unterschied zwischen Raub und Mundraub? Oder das Wort "Existenzminimum"? Recht auf Leben in Würde und so.
Als Maßstab für "genug" könnte man einen Lohn nehmen, der für eine 40h-Woche, egal bei welcher Tätigkeit, soviel abwirft, dass ein Leben ohne Aufstockung (Quersubvention) mit gesellschaftlicher Teilhabe möglich ist. Und mit deutlichem Abstand zu Hartz4 und Mindestrente im Alter.

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zeisig 05.04.2017, 13:30
38. Nein, ich muß das nicht glauben.

Gott sei Dank muß ich nicht alles glauben, was geschrieben wird. Ich glaube inzwischen auch keiner Statistik mehr. Deutschland liegt, was die Defizite bezüglich ethischem Geschäftsgebaren betrifft ganz oben auf der schwarzen Liste. Aha. Unter welchen wahrheitsverzerrenden Kriterien wurde diese Statistik wohl erstellt?

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Ketterich 05.04.2017, 13:33
39. Immerhin ein Fortschritt

Im Augenblick handelt jeder Manager unethisch: sonst wäre er kein Manager.

Wer im reinen Profitinteresse handelt -und das tut in dem heute grassierenden Raubtierkapitalismus jeder Manager- verrät die Menschlichkeit und damit die Ethik, die den Menschen im Mittelpunkt des Wirtschaftsgeschehens sieht.

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