Forum: Wirtschaft
Studie: Jeder zehnte Beschäftigte trotz Arbeit von Armut bedroht
DPA

Die deutsche Wirtschaft wächst. Doch immer mehr Menschen droht die Armut - obwohl sie arbeiten. Laut einer Studie ist fast jeder zehnte Beschäftigte armutsgefährdet. Vor zehn Jahren waren es nur halb so viele.

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markus_wienken 22.11.2016, 12:48
70.

Zitat von sapereaude!
... Ich persönlich finde es furchtbar, dass ich immer mehr Menschen in Abfalleimern nach Pfandflaschen suchen sehe. Ich bin mir sicher, dass die meisten von ihnen das nicht aus Langeweile oder umweltpolitschen Überlegungen heraus machen.
Stimmt.
In Mainz kenne ich 5 Menschen (und mich zusätzlich) mit einem normalen Einkommen/Rente, die teils aus Hobby/Langeweile sammeln.
Ist hat ein nettes Zubrot und reicht um mit der Familie ab und an mal zusätzlich Essen zu gehen.
So komme ich in guten Monaten auf bis zu 100€ fast nur auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit.

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Baal 22.11.2016, 12:53
71. Armutsdebatte reloaded

"Global Wealth Report" Deutsche Vermögen wachsen rasant"
Reiche in Deutschland werden einer Studie zufolge immer reicher. Die Zahl der Millionäre ist rasant angestiegen.
Link:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-vermoegen-wachsen-rasant-a-1122531.html
Nun werden wieder so einige schreien, dass man diese Menschen nicht mit Steuererhöhungen o.Ä belästigen darf weil sonst die Armut noch mehr ansteigt.
Einfach ignorieren.

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Emderfriese 22.11.2016, 12:54
72.

Zitat von Franziskus
Wir hätten eine Demokratie, wenn die Menschen in freien und geheimen Wahlen über die Verteilung des Wohlstandes abstimmen dürften. So bestimmt der gewählte Parteiadel, wie der Wohlstand verteilt wird. Das Problem dabei ist, dass der Parteiadel zuerst an sich selbst denkt. Die steuerfinanzierte Rundumversorgung der Politiker, Wahlbeamten und all die Posten, die nach Pateienproporz vergeben werden, sind ein gesellschaftlicher Skandal. Wenn ein biederer hauptamtlicher Stadtrat nach 6 Jahren und einen Tag 75% seiner Bezüge als Pension erhält, dann ist das ein Millionengeschenk. Es gibt keine Versicherung, die eine private Altersversorgung auf diesem Niveau anbietet. Wir haben inzwischen Hunderttausende, die diese Altersversorgung erhalten oder einen Anspruch darauf haben. Solange die Parteien diese Solidarausbeutung nicht beenden, ist jeder Versuch zum Scheitern verurteilt, die Menschen zu überzeugen. Mit gutem Beispiel vorangehen ist Grundvoraussetzung für Glaubwürdigkeit und Erfolg. Früher hatten wir einen Erbadel der versorgt werden musste, heute wechseln sie alle paar Jahre und wollen bis ans Lebensende versorgt werden. Darum kommen sie auch nicht mit dem Zehnten aus, sondern brauchen 50% mit steigender Tendenz. Es wäre sicher interessant zu wissen, wie hoch die Lebenserwartung dieser Personengruppe ist. Die Bundespräsidenten werden schon mal steinalt.
Das ist ja nicht umsonst so. Die von Ihnen erwähnten und gepamperten Beamten und Politiker sollen doch auch die Vermögenszuwächse des Geldadels absichern. Ansonsten ist Ihr Beitrag nicht falsch.

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Emderfriese 22.11.2016, 12:58
73. Gig

Zitat von markus_wienken
Stimmt. In Mainz kenne ich 5 Menschen (und mich zusätzlich) mit einem normalen Einkommen/Rente, die teils aus Hobby/Langeweile sammeln. Ist hat ein nettes Zubrot und reicht um mit der Familie ab und an mal zusätzlich Essen zu gehen. So komme ich in guten Monaten auf bis zu 100€ fast nur auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit.
Ist schon merkwürdig, wenn manche nicht schlecht gestellten Typen den armen Schweinen auch noch die Pfandflaschen wegsammeln. Denn bei 100 Euro Pfand sind das schon täglich mehrere Stunden. Aber wie sagt der Volksmund: Geiz ist geil...

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sapereaude! 22.11.2016, 13:18
74.

Zitat von Franziskus
Wir hätten eine Demokratie, wenn die Menschen in freien und geheimen Wahlen über die Verteilung des Wohlstandes abstimmen dürften.
Das ist doch etwas zu einfach. Was sollte denn daran demokratisch sein, wenn die Mehrheit darüber entscheiden dürfte, was mit meinem von mir erarbeiteten Vermögen oder Wohlstand passiert?

Ich weiß, worauf Sie hinauswollen, aber so wie Sie es hier formulieren, wird das nichts. Freiheit als Grundvoraussetzung der Demokratie gibt es nur dann, wenn möglichst alle Menschen sich frei von materiellen Zwägen entfalten können. Aber es muss dennoch möglich sein, durch fleißigers oder besseres Arbeiten mehr Wohlstand zu erwirtschaften als Andere. Ihr vereinfachtes Modell würde im Extremfall bedeuten, dass ein Einziger arbeitet und alle Andren bestimmen, was mit dem von ihm erarbeiteten Wohlstand gemacht wird. Das funktioniert noch weniger als unser aktuelles System.

Der Satz "Arbeit muss sich lohnen." ist nocht soooo falsch. Der Mensche braucht einen gewissen Anreiz. Aber der Staat (als Vollstreckungsorgan der Menschen) sollte dafür sorgen, dass wenigstens die gröbsten Auswüchse eines Raubtierkapitalismus unterbunden werden. Aber ohne Kapitalismus wird die Welt eher schlechter als besser - zumindest so lange, bis wir Utopia fertig gebaut haben.

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Madame Meursault 22.11.2016, 13:21
75. Armutsgefährdet und nicht in dieser Statistik erfasst: Freiberufler

Nicht nur Teilzeitbeschäftigte auch die sogenannten ‚freien Mitarbeiter‘ oder Freelancer dümpeln an dieser Armutsgrenze (und sind in dieser Statistik nicht erfasst, da sie nicht "vollzeitbeschäftigt" sind). Viele von ihnen sind Akademiker, manche mit zusätzlicher Ausbildung. Fremdsprachenkenntnisse und digitales Know How sind selbstverständlich.

Ich kenne ein Start Up, das sich „faire Beschäftigung“ auf seine Fahnen schreibt. Nach außen hin wird behauptet, die Firma beschäftige zehn Mitarbeiter. In Wahrheit sind es ein fester Vollzeitmitarbeiter und einer in Teilzeit, für die das Unternehmen Sozialabgaben zahlt. Der Rest besteht aus Praktikanten, studentischen Aushilfen und (studierten und berufserfahrenen) Freelancern, die mit einem Stundensatz zwischen 10 bis 15 € brutto entlohnt werden. Freiberufler müssen davon Steuern und Sozialabgaben zahlen. Sie bekommen keinen bezahlten Urlaub und wenn sie krank sind, werden sie auch nicht bezahlt. Weihnachtsgeld oder ähnliches gibt es auch nicht. Wer glaubt, Freelancer wäre man aus freien Stücken, dem sei gesagt, dass es leider in vielen Fällen nicht so ist. Die meisten Freelancer, die ich kenne, haben sich selbständig gemacht, weil der Markt es erfordert – sprich: immer weniger Arbeitgeber sind bereit Sozialabgaben zu zahlen. Und leider ist die Nachfrage nach diesen Arbeitsplätzen grösser als das Angebot.

Diese Missstände liegen an der von der Politik geschaffenen Strukturen, die diese Art von Ausbeutung möglich gemacht haben. Was vielleicht dagegen helfen könnte, ist Transparenz - Firmen sollen in Stellenanzeigen angeben, welches Jahresgehalt sie zahlen werden (wie in Österreich) und ausserdem sollte jede Firma angeben, wieviele Praktikanten, studentische Aushilfen und Freelancer sie beschäftigt. Mit Angaben zu Stundensätzen und Entlohnung (Durchschnittswert). Diese Infos sollten selbstverständlich überprüft werden und frei zugänglich sein. Anhand dieser Informationen kann man sehen, ob ein Unternehmen so erfolgreich und ‚fair‘ ist, wie es sich darstellt. Und jeder Konsument hätte die Möglichkeit zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, ein Produkt oder eine Dienstleistung von dieser Firma zu erwerben. Denkbar wäre auch ein Rating-System mit diesen Parametern. Denn für mich ist ein Unternehmen nicht erfolgreich, wenn die Belegschaft grösstenteils aus Praktikanten/Studenten/Freiberuflern besteht, sondern wenn das Unternehmen Sozialabgaben zahlt und sich am Gemeinwohl beteiligt.
Ausserdem könnte man die Anzahl der Praktikantenplätze und studentischen Aushilfen in Relation zu den festangestellten und sozialabgabepflichtigen Mitarbeitern begrenzen.

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7-zwerge 22.11.2016, 13:21
76. Es gibt keine Armut in Deutschland!

Behaupten zumindest viele Politiker fast täglich in den gängigen Talkshows. Nun ja, wer 10k, 15k oder mehr EUR aus der Staatskasse bekommt, hat diese Sorgen nicht. Und wenn einer in einen Hundehaufen (hier Armut) getreten ist oder mit beiden Füssen drinnen steht, dann muss man ihm dies (die Politik) nur besser erklären. Es geht den Armen gut, sie verstehen es nur nicht. Und niemand sammelt Flaschen aus Armut! Nein, es ist sozusagen eine Erlebnistour! Wenn die derzeitige Politik mehr Verlierer als Gewinner hervorbringt, darf man sich nicht wundern, dass die Betroffenen eine Alternative wählen. Und etwa 50% derjenigen, die hier die Armut verleugnen, haben im Alter die Gelegenheit diese selber zu erfahren. Sie wollen es heute nur nicht wahr haben. Vielleicht können diese Personen dann aufs platte Land ziehen, fernab von der Familie, Freunde und Bekannte. Da ist ja alles billiger – aber auch lebenswerter?

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pittiken 22.11.2016, 13:27
77.

Zitat von maxuli
Wenn man in einer eigenen und bezahlten Wohnung lebt, können 1000 Euro durchaus ausreichend sein, falls man keine überhöhten Konsumansprüche hat.
Tja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre.

Das Ziel = eigene bezahlte Wohnung, mit Mindestlohn unerreichbar. Einfach mal bedenken, dass nicht jeder Arbeitnehmer Erbe von abbezahlten Wohnungen ist.

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shotaro_kaneda 22.11.2016, 13:29
78.

Ich möchte nur einen Kommentar eines anderen Lesers wiedergeben, den ich mal gelesen hatte und in die Diskussion einwerfen möchte: Nüchtern betrachtet zahlt der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer überhaupt keine Sozialabgaben, da der Arbeitnehmer ja auch die Sozialabgaben für den Arbeitgeber selbst erwirtschaften muss. Demzufolge tragen alle Angestellten 100% der Sozialabgaben. Und bei Minijobs muss der Arbeitgeber glaube ich gar keine Sozialabgaben zahlen.

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hotgorn 22.11.2016, 13:34
79.

Zitat von Baal
Nur von den falschen Leuten die seit Jahren das "Existenzminimum" definitiv zu niedrig ansetzen. Es fehlen ca. 300 Euro. Gekürzt werden darf dieses durch "Sanktionen" sogar auch noch. Skurril nicht wahr?, um ein Urteil dazu drückt sich das BVG seit langem. Übrigens: Erhöht man das Existenzminimum auf den korrekten Wert steigt der Mindestlohn automatisch.
Sicher da bin ich Ihrer Meinung aber wenn soll man wählen wenn die Parteien nicht einmal das Addieren beherrschen.

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