Forum: Wirtschaft
Studie: Mehrheit der Deutschen hält Reiche für egoistisch
Messe Duesseldorf / ctillmann

Machtbesessen, materialistisch, rücksichtslos: So schätzt rund die Hälfte der Deutschen laut einer Studie die Reichen ein.

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newdealsozialstaat 09.02.2019, 14:59
150.

Daß Reiche egoistischer, rücksichtsloser und weniger einfühlsam sind, darauf deuten etliche Studien hin. Daß Reiche mehr leisten ist reine Propaganda, das alte Märchen vom Leistungsträger, das davon ablenken soll, daß Reichtum in aller Regel auf Ausbeutung beruht wie seit eh und je. Zudem bedarf der Leistungsbegriff der Überarbeitung, und das nicht erst seit gestern. Irgendwelche unsinnigen, umweltschädlichen Luxusgüter wie SUVs zu produzieren ist keine Leistung, sondern eine schädliche Aktivität. Simon Kuznets, der maßgeblich an der Erarbeitung des BIP-Konzepts mitgewirkt hat, betrachtete Werbung bsw. als einen disservice und wollte Werbung nicht als positiven BIP-Beitrag eingerechnet sehen. Vernünftiger Mann. Wir müssen uns endlich davon verabschieden jede Aktivität, die irgendwem irgendwie Geld einbringt, als Leistung zu bezeichnen, und wir müssen uns die Zerstörung vergegenwärtigen, die durch unsinnige wirtschaftliche Aktivitäten entstanden sind wie etwa Naturzerstörung. Ein anderer Aspekt des Reichtums ist nämlich allzuoft: Gewinne werden privatisiert, für Externalitäten muß der Rest der Gesellschaft aufkommen.
Niemand ist Milliarden wert. Niemand wird alleine und ohne Hilfe anderer reich. Allein die Tatsache, daß Angehörige der 1% in Amerika einen Co2-Ausstoß von 318 Tonnen pro Kopf haben zeigt den Egoismus überdeutlich.
Ebenso gravierend sind aber die Versuche der Reichen sich durch politische Einflußnahme und daraus resultierender tax cuts for the rich jeder Verantwortung für das Gemeinwesen zu entziehen, dessen Ausnutzung ihnen ihren Reichtum überhaupt erst ermöglicht.
Ich finde es sehr ermutigend, daß viele Menschen in Deutschland nicht so einfach bereit sind, die Lügengespinste und Propagandageschichten zu schlucken, und die Machtstellung der Reichen hinterfragen.
Das läßt auf eine bessere, sozial gerechtere Zukunft hoffen.
Jetzt werden wieder etliche selbsternannte Leistungsträger denken, wenn ich hier abhaue, dann läuft in Deutschland gar nichts mehr ..... das nennt man selbstwertdienliche Wahrnehmungsverzerrung oder self-serving bias ..... oder auch Größenwahn.....

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vox veritas 09.02.2019, 15:00
151.

Diese Stimmungsmache ist unfair, so lange "Reiche" ihr Geld nicht unter dem Kopfkissen aufbewahren. Immerhin geben die ihr Geld auch wieder aus und schaffen damit Arbeitsplätze. Davon abgesehen, ist nicht gerade wenig Geld in den Firmen gebunden und existiert nur auf dem Papier, wie man am Beispiel von Madeleine Schickedanz sehen kann.

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Emderfriese 09.02.2019, 15:04
152. Ausbildung

Zitat von olli0816
Pflegepersonal und Krankenschwestern verdienen gar nicht mal so wenig, wie Sie tun. Man wird dabei nicht reich, aber ich habe aus Interesse mal die Stellenanzeigen gecheckt. Ein Altenpfleger kommt auf ca. 30 - 35k EURO und eine Krankenschwester kommt auf 35k - 45k EURO. Gute Handwerker leben im Schlaraffenland, die haben so viel Nachfrage, dass sie Aufträge ablehnen können. Versuchen Sie z.B. mal für eine kleinere Reparatur jemanden zeitnah zu finden. Manche antworten ihnen gar nicht, andere dann Termin in 6 Wochen oder so. Viele Reinigungskräfte arbeiten - nun ja - auch gerne mal schwarz. Gilt auch für den einen oder anderen Handwerker. Von denen ist keiner Minderleister, aber die kämpfen auch nicht bis zum Lebensende, damit sie überleben können. Das ist nur Verdrehung der Tatsachen. Minderleister sind die, die nichts arbeiten und von Stütze leben. Leute, die dem System zur Last fallen und keine guten Gründe haben, dass sie nicht arbeiten können. Minderleister sind auch Leute, die in der Schule nichts machen und ohne Schulabschluß ins Leben entlassen werden. OK, es gibt auch dumme Leute, die können nichts dafür. Aber alle armen Leute sind nicht dumm, viele glauben nur, das der Staat oder die Gesellschaft für sie verantwortlich wären. Ich rede da aus Erfahrungen, alles selber früher mannigfaltig erlebt. Sozusagen in der ersten Reihe wie bei ARD und ZDF. Sonderbarerweise gibt es aber nicht so intelligente Leute, die trotzdem ganz hervorragend über die Runden kommen. So, und jetzt bekomme ich noch mehr Prügel, ist ja nur virtuell, ich kanns aushalten. Viele Leute, die dem Vorschlag von Herrn Heil mit 35 Arbeitsjahren fast genauso viel Rente bekommen sollen wie einer, der 45+x Jahre arbeitet und das vielleicht nur halbtags, sind Minderleister. Leute, die glauben, dass ihnen etwas zusteht, ohne selber etwas für die Gesellschaft tun, sind in meinen Augen Minderlleister, sogar unterstes Niveau davon. Ich nehme mal an, weil Sie sich so echauffieren, dass Sie selber Minderleister sind? Ich bins nicht, obwohl ich nicht reich oder Elite bin. Aber ich bekomm nichts vom Staat, zahle jährlich Tausende EURO an den Staat für sehr viel sinnlose Umverteilung. Wir haben nämlich noch sehr viel Minderleister in der Politik. Nur werden die besser bezahlt und bekommen auch keine Armutsrente. Kapito?
"...Pflegepersonal und Krankenschwestern verdienen gar nicht mal so wenig, wie Sie tun. Man wird dabei nicht reich, aber ich habe aus Interesse mal die Stellenanzeigen gecheckt. Ein Altenpfleger kommt auf ca. 30 - 35k EURO und eine Krankenschwester kommt auf 35k - 45k EURO. …"

Examinierte vielleicht. Das Gros des Pflegepersonals ist aber nicht-examiniert und erhält dementsprechend deutlich weniger... wenn schon schlau machen, dann aber richtig. Bei "Handwerkern" gibt es ein ähnliches Problem: viele Tätigkeiten sind nur noch Anlernberufe oder gleich ganz ohne wirkliche Ausbildung. Und diese Kräfte kann man prima ausbeuten...

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mars55 09.02.2019, 15:04
153. Das haben sie

Zitat von Emderfriese
Interessant in diesem Forum sind Beiträge der vielen "Mittelreichen", also einer Schicht, die sich sonst dem "Mittelstand" zurechnet, die beinahe gedankenlos jene Ideologie der Superreichen vertritt, die sie langfristig selbst arm macht. 100.000, 1 Million, ja beinahe 10 Millionen sind doch keine Beträge, die den Besitzer wirklich reich im Sinne der Diskussion hier macht! Das ist das Geld, an das kurz- und mittelfristig die echten Milliardäre ran wollen, um es sich ihren eigenen Vermögen einzuverleiben. Warum? Das System verlangt das Wachstum eines jeden Vermögens. Die untersten Schichten sind schon ausgeblutet, nun ist der Mittelstand an der Reihe. Sagt er übrigens selbst, der Mittelstand, dass die gegenwärtige Wirtschaftspolitik den Mittelstand zerstört. Warum also verteidigen die nächsten Opfer der Superreichen ihre Schlächter? Völlig unverständlich.
meiner Meinung gut zusammengefasst. Das ist vielleicht wie ein Ertrinkender, der immer nach unten strampelt. Das ist dann die Abgrenzung nach unten. Und es scheint mir dann eher der eigene Neid zu sein, den man dann anderen vorwirft. Diejenigen, die glauben dass Reichtum, oder was sie dafür halten macht,stellt, sie besser (höher) in der sozialen Struktur unserer Gesellschaft, der glaubt auch an das Prinzip Neid.

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m-hd 09.02.2019, 15:07
154.

Zitat von Emderfriese
... Warum also verteidigen die nächsten Opfer der Superreichen ihre Schlächter? Völlig unverständlich.
Das lässt sich sehr leicht erklären. Weil nämlich diese Diskussionen bei den Bill Gates dieser Welt anfängt und sich dann sehr schnell auf alle die konzentriert die mehr haben als man selbst.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Wahlkampf der Grünen 2013. Da begann der "Reiche" bei ca. 60k Jahreseinkommen. Alle darüber sollten ordentlich zahlen, weil sie ja angeblich mehr als genug haben und nun mal wirklich ein bisschen was für die Allgemeinheit tun könnten.

Man redet zwar über die Superreichen, wenn es an konkrete Massnahmen geht, werden aber genau die moderat gut verdienenden Einkommen in's Fadenkreuz genommen. Und bei diesen Einkommen wachsen die Bäume nicht in den Himmel, insbesondere wenn man eine Familie ernähren muss und in einer der teureren Städte wohnt.

Die Leute wissen sehr genau, dass man unter dem Vorwand die asozialen "Reichen" zu besteuern, bei ihnen abschöpfen möchte. Dass von dem Widerstand auch ein paar Superreiche mit profitieren fällt dabei nicht in's Gewicht.

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yvowald@freenet.de 09.02.2019, 15:07
155. Volk will keine weiteren Milliardäre

Das kann doch nur bedeuten: Reichtum egalisieren, um mehr Gerechtigkeit zu schaffen. Die ganz große Mehrheit will keine weiteren Milliardäre (1 Milliarde sind 1.000 Millionen EURO), sondern eine gerechtere Einkommens- unc Vermögensverteilung.

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newdealsozialstaat 09.02.2019, 15:09
156.

Zitat von vox veritas
Diese Stimmungsmache ist unfair, so lange "Reiche" ihr Geld nicht unter dem Kopfkissen aufbewahren. Immerhin geben die ihr Geld auch wieder aus und schaffen damit Arbeitsplätze. Davon abgesehen, ist nicht gerade wenig Geld in den Firmen gebunden und existiert nur auf dem Papier, wie man am Beispiel von Madeleine Schickedanz sehen kann.
Sie geben ihr Geld für umweltschädlichen Konsum aus, wie die Zahlen ja eindrucksvoll zeigen (siehe mein kommentar oben), oder treiben damit Spekulationsblasen an und die Preise für bsw. Immobilien in die Höhe.

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spmc-12355639674612 09.02.2019, 15:17
157. Als UHNWI

Zitat von kalim.karemi
Als superreich gilt man ab20 Mio USD Vermögen. Wobei man nach def in diesem Land als ‚Reicher‘ gilt, wenn man den max. Grenzsteuersatz zahlen darf, superreich ist man hier doch schon mit 250k Familieneinkommen.
wenn man "superreich" als Übersetzung davon gelten lässt, gilt man ab 30 Mio USD, aber egal (https://en.wikipedia.org/wiki/Ultra_high-net-worth_individual). Die schlampige deutsche Definition lassen wir jetzt einmal außer Acht. Die Kategorie ab 100 Mio USD habe ich aber durchaus bewusst gewählt. Wie viele solche UHNWIs kennen Sie persönlich?

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jo126 09.02.2019, 15:23
158. Mist?

Zitat von joke61
Glauben Sie den Mist eigentlich selber, den Sie hier loslassen? Menschen werden imer unterschiedliche Voraussetzungen haben und sei es die angeborene Intelligenz, oder auch die durch die Herkunft nicht ausgeprägte. Natürlich müssen die nicht auf Rosen gebettet werden. Stroh und Laub tuts auch!
Ich weiß ja nicht, aus welchem Teich Sie kommen. Ich rede jedenfalls von Lebenserfahrung (fast 60 Jahre) und habe da so Manches erlebt. Und ja, ich glaube meinen Erfahrungen, die übrigens auch viele Andere teilen. Die sind zugegeben aber nicht beoi den Linken oder Grünen, aber auch nicht bei der AfD.

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flintstone888 09.02.2019, 15:24
159. Ich möchte den Thread hier nicht ins Unendliche

Zitat von joke61
Sicher sind Sie kein Einzelfall. Nur hier alle Menschen die diesen Weg nicht schafften, oder wollten als Problemfamilien darzustellen, ist anmaßend. Es gab in den 60er, 70er auch genug Menschen die am Siegeszug der deutschen Wirtschaft aktiv mitgearbeitet haben. Breitbildfernseher gab es übrigens noch keine! Aber Eltern, die Gegenschicht gearbeitet haben, so das wir Kinder schon das ein oder andere Mal selbst Entscheidungen treffen mußten. Nun wirklich geschadet hat es mir nicht! Allerdings waren meine Eltern so in der Arbeiterklasse verankert, wie viele übrigens, dass Sie der Meinung waren, Handwerk hat goldenen Boden und häufig Ihre Kinder schon nach der 9 Klasse aus der Schule nahmen, egal welches Potential dahintersteckte. Nun, auch das hat mir nicht geschadet, wenn ich auf mein bisheriges Berufsleben zurückschaue! Aber damals konnte man von Handwerksgehältern noch einigermaßen sorgenfrei leben, wenn die Ansprüche nicht zu hoch waren. Sogar Eigentum erwerben. Sie müssen zugeben, dass unsere jüngere Generation da nicht mehr mithalten kann, selbst wenn si es schaffen in Festanstellung zu kommen! Natürlich gibt es auch die Fälle die Sie beschrieben haben, mit der Sommerjacke im Winter. Aber das zu verallgemeinern ist nicht nur ignorant, sondern einfach nur frech. Das Sie mit solchen Vorurteilen einen Lehrstuhl bekleiden, halte ich für Gesellschaftsschädlich! Übrigens gibt es auch viele Familien, die sich abstrampeln und wo das Geld trotzdem nicht reicht, z.B. für eine ordentliche Winterjacke bei mehreren Kindern! Na gut, die hätten sich in Ihrer Situation eben vorher überlegen sollen Kinder in die Welt zu setzten. Kinder sollten wohl ein Privileg für besserverdienende und Reiche sein!
ziehen, nur: Wenn Sie sich empören (gerne...), dann aber richtig zitieren: ich hatte nicht geschrieben "alle", sondern "viele". Meine persönliche Erfahrung umfasst nicht die Grundgesamtheit aller, sondern eben viele aus einer kleinen Stichprobe, die ich selbst kenne und darin sind es eben viele.
Haben es die Kinder trotz der leistungsfeindlichen Umgebung geschafft an die Uni zu kommen, trifft man leider manchmal auf deren Eltern, die einem unterstellen, gemein zu sein, weil man ihnen nicht gleich die besten Noten geben kann, natürlich "weil wir aus der Unterschicht kommen" und "die Profs faul sind, weil sie Beamte sind".
Zum Schluß:
Ich musste auch nach der Hauptschule alleine den Weg machen, das Elternhaus war nicht leistungsfern, aber Akademikerphob.
Leider befleißigen Sie sich auch des üblichen Net-Stiles: "frech", "gesellschaftsschädlich", etc. Muss das sein? Wenn Sie mit mir beim Glas Wein diskutieren würden, wäre Ihre Wortwahl sicher anders.

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