Forum: Wirtschaft
Studie: Mehrheit der Deutschen hält Reiche für egoistisch
Messe Duesseldorf / ctillmann

Machtbesessen, materialistisch, rücksichtslos: So schätzt rund die Hälfte der Deutschen laut einer Studie die Reichen ein.

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flintstone888 09.02.2019, 17:02
190. Hallo Mars55,

Zitat von mars55
da nochmal für mich genauer ausgedrückt haben. Die Diskussion ging doch, soweit ich mich erinnere um Chancengleichheit und jeder hat die gleichen Chancen seinem Schicksal zu entgehen, wenn er denn nur wollte....Nur so wie sie es darstellen, scheint es ja nun gerade nicht zu sein, weil in vielen Familien der Breitbildfernseher jedwede Kommunikation zerstört. Schon an diesem Beispiel zeigt sich doch, dass eben nicht alle Menschen, Kinder die gleichen Chancen haben. Und genau, weil diese Eltern nicht mehr sagen, unseren Kindern soll es mal besser werden, auch genau deswegen besteht eine Ungleichheit in unserer Gesellschaft und das hat nichts mit Fleiß oder Faulheit zutun. Diese Faktoren spielen natürlich auch eine Rolle. Aber die Herkunft ist entscheident und da muss Ausgleich geschaffen werden. Diese Strukturen sind wie auch immer aufzubrechen, keine Frage, ich habe da keine Lösung. Aber diese Kinder haben nur dann annähernd Chancen, wenn diese aus diesem Teufelskrei rausgeholt werden..... Kklar es gibt auch diese bemerkenswerte Fälle wie z.B. von Jeremias Thiel bei Maischberger, aber das sind doch wirklich Einzelfälle. Umso bemerkenswerter und bewunderungsvoll.
man muss nur drüber schwätze, wie meine Mutter sagte.
Ist doch schön, dass wir uns am Schluss einigen konnten, denn ich bin voll Ihrer Meinung!
So schlecht sind die Foren hier dann auch nicht.
gruß flintstone

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newdealsozialstaat 09.02.2019, 17:03
191.

Zitat von Wabalu
Ach ja zwei Schlagworte, aber null Ahnung, dass passt, sollten Sie nicht in der gelben Wand stehen und das Spiel des BVB gegen Hoffenheim sehen? Lesen Sie einmal wie sich die "unersättlich Reichen" so im Kunstsektor, im Medizinsektor usw. engagieren. Sie wissen ja noch nicht einmal, dass von Ihnen zitierten Geschäfte legal sind, noch!
Was die Reichen da ausführen ist eine Scharade wie Anand Giridharadas das nennt, um bloß nicht ernstlich Federn lassen zu müssen, etwa durch Besteuerung, womit wirklich etwas bewirkt werden könnte.
Rutger Bregman hat dafür deutliche Worte in Davos gefunden, und erklärt, man könne ja noch ewig über "stupid philanthropy schemes" reden, woraus es ankäme seien
"Taxes, Taxes, Taxes, the rest is bullshit"
Recht hat der Mann.
Diese PR-Stunts jetzt auch noch zu verehren, und diese Leute mit diesen Inszenierungen durchkommen zu lassen ist schon hart. Noch härter ist allerdings die düsteren Umtriebe der Reichen unerwähnt zu lassen.
Wenn wir dann dabei sind sollten wir auch nicht unerwähnt lassen, daß reiche Geschäftsleute den New Deal, der wirklich etwas bewirkt hat für die ärmeren Amerikaner, bekämpft, und die neoliberale Wirtschaftsphilosophie salonfähig gemacht haben, durch die Gründung von thinktanks, die Finanzierung von Universitätspositionen z.b. Für Hayek, durch Medienmacht.....und dann gucken wir bitte auch mal was die Koch Brothers so treiben und finanzieren mit ihrem Geld...... Philanthropie? Fehlanzeige. Interessenpolitik, Demokratieverzerrung, Korrumpierung der Wirtschaftswissenschaften......

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flintstone888 09.02.2019, 17:08
192. Deshalb

Zitat von newdealsozialstaat
Wie können Kinder selbst schuld sein, wenn sie weder für ihre genetische Ausstattung noch für ihre frühen Erfahrungen, die für die Gehirnentwicklung besonders prägend sind, verantwortlich sind? Darüber hinaus zeigen Untersuchungen, daß allein die Wahrnehmung sozialer Inferiorität schon einen dämpfenden Effekt auf kognitive Fähigkeiten haben kann. Anders gesagt: Kinder reicher Eltern werden anders, besser behandelt von ihrer Umgebung, während armen Kindern von ihrer Umgebung ihre niedrigere soziale Position gespiegelt wird. Die Weltbankökonomen Karla Hoff und Priyanka Pandey haben dazu faszinierende Experimente mit indischen Kindern verschiedener Kasten durchgeführt. In gewisser Weise dienen das Tragen von teuren Markenklamotten und der Besitz anderer teurer Angebergüter schon bei reichen Kindern dazu die eigene höhere soziale Stellung zu demonstrieren, und so ärmere Kinder an ihre niedrige Position zu erinnern und so kognitiv zu sabotieren. Klamotten und Gehabe sagen aus: Du stehst unter mir. Das wiederum hat nachweisbare kognitive Effekte. Sabotage der Ärmeren durch inviduous consumption schon im Kindesalter.
gibt es in den englischen public schools (=Privatschulen) für die interne Befindlichkeit die gleiche Kleidung. Natürlich zeigen die Kinder dann teilweise gerne draußen, dass sie Etonians sind. Jo mei, a bisserl Ungerecht isses überall, würde Monaco Franze jetzt sagen.
Aber gleiche Kleidung in Deutschland? Schwierig.

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newdealsozialstaat 09.02.2019, 17:13
193.

Zitat von Egonolsen
In unseren europ. Staaten gibt es recht gute Sozialsystem. In den USA nicht. Man ist dort den Reichen einfach dankbar für Ihr Engagement. Hier ist das nicht nötig. Es gibt für alles den Staat. So ist dieser auch Schuld, wenn er uns nicht reich macht. Und natürlich auch die Erberei ein Übel. Hier muss nur ein Ahne rücksichtslos gewesen sein und der Erbe sitzt ewig auf Weingütern und Land. Der Pöbel von damals ist auch der Pöbel von heute. Warren Buffet ist deshalb für 100% Erbschaftssteuer und er ist einer der reichsten Männer der Welt.
Warum ist das denn bitte so? Wie kam es denn zur neoliberalen Wende in den USA? Weil die angeblich so großzügigen Reichen den New Deal bekämpft haben, weil sie die Ausbreitung der neoliberalen Lehre finanziert haben. Es gab ja sozialstaatliche Ansätze in den USA -New Deal, Fair Deal, Great Society- nur waren die Reichen in den USA mächtiger als in Europa, auch durch das von Spenden geprägte Partei- und Wahlsystem, und haben dann seit Reagan eine Runde tax cuts for the rich nach der anderen durchgesetzt. Und natürlich Einsparungen im Sozialbereich. So wurde der Staat verkrüppelt.
Und jetzt den Reichen da ihre Inszenierung als große Wohltäter abzukaufen ist schon arg geschichtsvergessen.

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k70-ingo 09.02.2019, 17:20
194.

Zitat von Egonolsen
In unseren europ. Staaten gibt es recht gute Sozialsystem. In den USA nicht. Man ist dort den Reichen einfach dankbar für Ihr Engagement. Hier ist das nicht nötig. Es gibt für alles den Staat. So ist dieser auch Schuld, wenn er uns nicht reich macht. Und natürlich auch die Erberei ein Übel. Hier muss nur ein Ahne rücksichtslos gewesen sein und der Erbe sitzt ewig auf Weingütern und Land. Der Pöbel von damals ist auch der Pöbel von heute. Warren Buffet ist deshalb für 100% Erbschaftssteuer und er ist einer der reichsten Männer der Welt.
Leider gibt es rücksichtslose und zugleich dusselige Ahnen.
Einer meiner Vorfahren hat vor dem I.Weltkrieg und der Inflation durch geschickte Geschäftstätigkeit als Viehhändler (und ja, unter Umgehung steuerlicher Regularien schwarz verdiente) unvorstellbare Summe von 100.000 Mark nicht in Immobilien und nicht in Gold, sondern in Scheingeld angelegt.

In Form von 20 Mark-Goldmünzen wären das heute etwa 13 Mio Euro, in Form von Mietshäusern auch ein paar Millionen - für 1000 Mark-Banknoten von 1908-1910 werden um die 3 Euro pro Schein gezahlt, für die Reichsbank-Banderolen etwas mehr...

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newdealsozialstaat 09.02.2019, 17:27
195.

Zitat von k70-ingo
Ein prominentes Beispiel dieser armutsbedingt ausgegrenzten Kinder war einmal Bundeskanzler: Gerhard Schröder. Wegen seiner proletarischen Herkunft und seines ebensolchen Auftretens wurde er zu Studienzeiten von seinen meist aus dem Bürgertum stammenden Kommilitonen geschnitten, "der Proll", hieß er dort. Das erfuhr ich aus erster Hand - meine Eltern gehörten zu diesen Studienkollegen.
Mag ja alles sein, ist aber nichts weiter als anecdotal evidence. Es wird immer mal jemanden geben, der aus irgendwelchen Gründen den Aufstieg schafft, das sagt sehr wenig über soziale Mobilität im Allgemeinen aus, und noch weniger rechtfertigt es die Benachteiligung armer Kinder.

Und das ihre Eltern auch noch dessen Studienkollegen waren ---- nein, wirklich, wie überaus beeindruckend.... dann ist ja jede Entwicklungspsychologie, Milieu- und Eliteforschung überflüssig.....warum haben sie das denn nicht gleich gesagt.....daß ihre Eltern Studienkollegen von dem Schröder waren.....das ändert natürlich alles......

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regelaltersrentner 09.02.2019, 17:48
196.

Zitat von olli0816
Das Hilfskräfte weniger verdienen, ist schon immer so gewesen. Aber ehrlich gesagt erwarte ich es schon, wenn ich im Krankenhaus bin, dass die durchschnittliche Krankenschwester ausgebildet ist. Hier die Zahlen für den öffentlichen Dienst: Gehalt: So viel verdient eine Krankenschwester während der Ausbildung DieAusbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger/-in gehört zu den bestbezahlten Ausbildungen Deutschlands, wie das Online-Portal Ausbildung.de meldet. Krankenschwestern und Krankenpfleger verdienen als Azubis im Öffentlichen Dienst durchschnittlich: 1. Lehrjahr: 1.010 Euro brutto 2. Lehrjahr: 1.072 Euro brutto 3. Lehrjahr: 1.173 Euro brutto So viel verdienen Krankenschwestern im Öffentlichen Dienst Arbeiten Krankenschwestern und Krankenpfleger im öffentlichen Dienst, etwa in einem städtischen Krankenhaus, steht ihnen nach der Ausbildung ein Gehalt zu, das nach Tarif bezahlt wird. Das heißt, das Gehalt ist festgelegt und man steigt nach einer bestimmten Zeit in die nächsthöhere Gehaltsstufe auf. Nach der Ausbildung beginnen Krankenschwestern mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.000 bis 2.400 Euro brutto. Nach 13 Jahren verdienen Klinik-Mitarbeiter dann schon etwa 3.200 Euro brutto. Hinzu kommen Zuschläge für Nachtschicht, Sonn- und Feiertagsdienst. Wer als Krankenschwester oder - pfleger in eine Führungsposition - etwa als Stationsleitung - aufsteigt, verdient natürlich noch einmal mehr: Bis zu 3.600 Euro brutto sind dann beim Gehalt drin. Selbst die Ausbildung ist schon einigermassen bezahlt. Wenn Sie Student sind, haben Sie nicht so viel Geld im Monat. Prekär würde ich wirklich anders nennen.
Meine Frau arbeitet in einem Klinikum, da wurden die Kliniken und Pflegeheimen des Kreises als GmbH geführt, das heißt die neuangestellten Fachkräfte verdienen weit weniger, als die, welche noch nach dem TÖD bezahlt werden. Obwohl alle von einem Pflegenotstand sprechen, bekommen die nur eine 70% Stelle, damit spart man Geld bei notwendigen Überstunden.
Die Zuschläge für Nachtschicht stehen in keinem Verhältnis zu den gesundheitlichen Nachteilen.

Der Zuschlag für eine Stationsleitung, im Pflegeheim war bei 80 Euro, als dieser Posten meiner Frau angetragen wurde, auf mein Anraten hat sie darauf verzichtet.

Sie haben schon Recht, ein Student hat nicht so viel, sie Studieren doch, dass sie nach dem Studium mehr verdienen, weit mehr als der Krankenpfleger, oder?

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lupenrein 09.02.2019, 18:00
197. Es gibt

offenbar doch noch Wunder . Nicht dass wieder einmal jemand übers Wasser ginge. Aber wie in damals nach dem Untergang der Sowiet-Union manche schon kurz danach Milliardäre waren, das kann nur ein
Wunder gewesen sein. Dieses Rätsel ist wohl bis heute noch nicht
gelöst.

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bartnelke 09.02.2019, 20:00
198. ohne Reichtum

würde doch die ganze Wissenschaft heute noch in Kinderschuhen stecken.

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Lion 09.02.2019, 20:22
199. Ach SPON...was ist der Nachrichtenwert?

Natürlich sind Reiche genau das, was die Mehrheit der Befragten vermuten. Was bitte ist also der Nachrichtenwert? Halten Sie das in der Redaktion für ernsthaft erstaunlich oder wollen Sie mit der Meldung suggerieren, dass das eine absolut infame und erstaunliche Annahme der Mehrheit der Befragten ist? Es gibt so wichtige Dinge, die momentan analysiert und berichtet werden! Ich fühle mich von Ihnen als Leser nicht ernst genommen.

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