Forum: Wirtschaft
Studie: Mindestlohn in Deutschland nicht existenzsichernd
DPA

In den EU-Staaten mit einer gesetzlichen Lohnuntergrenze sind die Mindestlöhne kräftig gestiegen. Das Niveau in Deutschland liegt dabei einer Studie zufolge aber weiterhin spürbar unter den westlichen Ländern.

Seite 1 von 18
Nordstadtbewohner 14.02.2019, 12:00
1. Was ist eigentlich existenzsichernd?

"Insgesamt seien die gesetzlichen Mindestlöhne in jenen 22 EU-Staaten, die über dieses Instrumentarium verfügten, im Schnitt zuletzt "kräftig angehoben worden"

Dass die Mindestlöhne zuletzt in 22 EU-Staaten angehoben wurden, ist vor allem der Politik geschuldet. Oft werden in Wahlkämpfen höhere Mindestlöhne versprochen, damit die Politiker auch gewählt werden. Dadurch wird zunehmend das Leistungsprinzip infrage gestellt und somit die Bezahlung von Arbeitnehmern nicht mehr abhängig von der eigentlichen Produktivität gemacht. Dazu kommt: Wer legt eigentlich fest, was existenzsichernd ist? Politiker und andere Meinungs- und Deutungshaber? Fakt ist eins: Wer als Anlernkraft arbeitet, wird auch in Zukunft nur von dem leben können, was er auch selbst erwirtschaftet. Alles andere sind Illusionen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hisch88 14.02.2019, 12:04
2.

Ich bin zwar auch für eine Erhöhung des Mindestlohns (min. 10 Euro), aber die Tabelle zeigt auch wo Deutschland liegt (6-te Stelle), vor allem, wenn wichtige (relativ starke) Länder die nicht dem Mindestlohn-Vorgaben angeschlossen sind fehlen:

•Finnland
•Italien
•Schweden
•Zypern
•Dänemark
•Österreich

Irgendwie sinnfrei die Tabelle.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peccato 14.02.2019, 12:04
3. Zynisch

Was soll dabei heraus kommen, wenn sich staatlich sattgefütterte Politiker, Funktionäre aller Richtungen, ob Gewerkschaften, Kirchen, sogenannte Sozialverbände, darüber beraten, was man den hart Schuftenden Gutes tun kann? Eine Erhöhung um ein paar Cent wird als großer Entwurf gefeiert. Diejenigen, die es betrifft, werden doch gar nicht berücksichtigt, angehört. Es ist beschämend. Aber keiner der Täter schämt sich. Es gehört dazu, abgebrüht zu sein. Die Demokratie steht auf tönernen Füßen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eckawol 14.02.2019, 12:05
4. Hang zur Gleichmacherei :

Experten fordern europaweite Koordinierung, obwohl gemessen an der Kaufkraft Mindestlohnempfänger in Deutschland der Untersuchung zufolge wegen des niedrigeren Preisniveaus etwas besser da stehen.
Unterm Strich haben Mindestlohnempfänger in Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden immer noch mehr Geld in der Tasche, aber bei höheren Lebenshaltungskosten ist das "Mehr" unter dem Strich kein Vorteil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
th.m 14.02.2019, 12:06
5. Schöner Artikel...

bis auf den letzten Satz. Der Mindestlohn als Arbeitsplatzvernichter - ein altes Märchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
currywurst_hans 14.02.2019, 12:10
6.

"Auf die Gefahr, dass höhere Mindestlöhne den Verlust von Arbeitsplätzen nach sich ziehen, gehen die Studienautoren nicht ein." -- Das brauchen sie auch nicht. Dieses Lamento kommt wie üblich von den Arbeitgeberverbänden und den üblichen anderen neoliberalen Lobbyistengruppen. Übrigens genau von denen, die uns schon bei der Einführung des Mindestlohns den Untergang des Abendlandes vorhergesagt haben. Der Untergang wurde scheinbar kurzfristig abgesagt ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Raisti 14.02.2019, 12:12
7.

Politiker rühmen sich ja immer gerne mit ökonomischen Sachverstand, da finde ich es immer lustig das Sie selbst die einfachsten Wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht verstehen und sich so gegen eine Erhöhung des Mindestlohns sträuben.

Fakt ist wir Leben in einer Konsumgesellschaft und das Wirtschaftswachstum ist stark abhängig davon wie hoch der Konsum ist. Erwiesen ist auch das Reiche Leute Ihr Vermögen nur begrenzt auf den Kopf hauen, während arme fast Ihr ganzen geld notgedrungen verkonsumieren und damit die Wirtschaft am laufen halten.

Warum fällt es Politkern so schwer diesen einfach Fakt zu verstehen und entsprechend den armen mehr Geld in die Hand zu geben, dadurch den Kosnum zu fördern und somit auch das Wirtschaftswachstum. Stattdessen wird wieder geschaut wie man die Reichen beschenkt, weil man an den lange widerlegten Trickle Down glaubt. Mehr Konsum wird dadurch jeden Falls nicht geschaffen, sondern die Lage noch verschärft, da die Reichen Ihr Geld ja anlegen und dafür Zinsen haben wollen die erstmal erwirtschaftet werden müssen, in der Regel von den Armen.

Es ist einfach nur widersinnig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der Name 14.02.2019, 12:16
8. Ich lache mich kaputt..

Bei einem Mindestlohn von 9€ auf 160 Stunden Arbeit habe ich 1440€ brutto. Als Single lohnsteuerklasse 1 bleiben mir 1090€ netto übrig. Bei einer Miete von 450€ kalt in Köln plus NBK von 150€ bleiben mir sagenhafte 490€ übrig. Bei einem Hartz 4 Regelsatz von 424 € bleiben mir genau 66€ übrig die für die Monatskarte drauf gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Martuk 14.02.2019, 12:16
9. zu geringe Löhne sind Wahnsinn

denn das was fehlt muss der Steuerzahler über eine Hartz-4 Aufstockung ausgleichen.

D. h. der Arbeitgeber der anständige Löhne bezahlt subventioniert (indirekt über die Lohnsteuer) seine Billig-Konkurrenz gleich mit und das ist verrückt.

Und dieses Spiel hört beim Gehalt nicht auf, bei der Rente geht es dann weiter, auch dort muss die Rente die nicht zum Leben reicht aufgestockt werden, wieder mit Steuergeldern, also wieder das gleiche Spiel: Der Arbeitgeber der anständig bezahlt bezahlt die Aufstockung der Niedriglöhne und -renten verursacht durch die Konkurrenz mit.

Wie lange wollen wir uns dies noch leisten? Anständige Löhne entlasten im Endeffekt anständige Arbeitgeber und wirken gegen Marktverzerrungen (Kampfpreise durch Billig-Lohn).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 18