Forum: Wirtschaft
Studie: Mindestlohn in Deutschland nicht existenzsichernd
DPA

In den EU-Staaten mit einer gesetzlichen Lohnuntergrenze sind die Mindestlöhne kräftig gestiegen. Das Niveau in Deutschland liegt dabei einer Studie zufolge aber weiterhin spürbar unter den westlichen Ländern.

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Schartin Mulz 14.02.2019, 12:37
20. Wenn unsere Wirtschaft

darunter leiden würde, wenn Angestellte anständig bezahlt werden, wäre unser System nicht in Ordnung.
Es kann für eine Leistungsgesellschaft nicht förderlich sein, wenn Menschen, die arbeiten, weniger Geld bekommen als Arbeitslose udn dann vom Staat zusätzlich unerstützt werden müssen.
Von daher kann ich diese bei offenbar noch vielen bestehende Abneigung gegen Mindestlöhne überhaupt nicht nachvollziehen.
Und dass es in einem Land, dem es angeblich wirtschaftlich so gut geht wie noch nie in der Geschichte, nicht möglich sein soll, Arbeitenden einen auskömmlichen Lohn zu zahlen, kann doch wirklich niemand ernsthaft behaupten wollen.
Dass Arbeitgeber gegen Mindestlohn sind, kann ich ja nachvollziehen. Aber das die Solidaritüät unter der arbeitenden Bevölkerung so gering ist, dass man den Niedriglöhnern nicht die paar Cent mehr gönnt, ist schon erschreckend.

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mephistofeles12 14.02.2019, 12:40
21. Wem nützt´s?

Ein sinnvoller Vergleich müsste auch die Zahlen der Mindestlohnempfänger beinhalten, d.h. die Frage beantworten, wie groß deren Bevölkerungsanteil ist. Der dürfte bei uns vergleichsweise groß sein.
Das deutsche Geschäftsmodell setzt auf die preiswerte Produktion von Produkten und deren Export. Damit steigen die Geschäftsgewinne und die Dividenden der Aktionäre. Denkbar wäre allerdings auch, bessere Löhne zu bezahlen und dadurch die interne Kaufkraft zu stärken. Die Schlüsselfrage ist immer: Wem nützt was?

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Wolly 14.02.2019, 12:41
22. Die Probleme

Die Probleme sind bekannt, seit Agenda2010!
Vor der Agenda 2010 haben wir diese Probeme nicht gehabt.
Zu geringe Renten, Renenniveau von 57% auf 45%, Krankenkassebeitrag muss bezahlt werden, Lebensversicherung u.ä. muss versteuert werden
Zu geringer Lohn, Flächentarifverträge aufgelöst, Minijobs (damit die Hausfrau versichert ist), Sklavenarbeit-Leiharbeit ist nun möclich.
Allgemeine Armut durch, Arbeitslosengeld gekürzt - von 24 Monaten auf 12 Monate, danach musste das komplette Eigenvermögen, z.b. Lebensversicherung fürs Alter, private Rente, eigenes Haus- Wohnung, aufgelöst werden.
Ein Teil von dem was die SPD jetzt wieder einführen möchte hat sie selber abgeschafft.
Ich frage mich wie es die Österreicher schaffen sich ein Rentensystem zu leisten, wie es die Deutschen hatten.

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derleibhaftige 14.02.2019, 12:41
23. Zum leben zu wenig zum sterben zuviel.

Man muss auch mal erwähnen, wieviel % der Gesellschaft ihr Existenzminimum mit solchen staatlichen Almosen aufbessern müssen. Deutschland ist beim Anteil derer nämlich schon ganz vorne gelandet unter allen Industrienationen. Selbst in den USA erhalten Anteilig weniger Menschen der Gesellschaft einen Mindestlohn, als das hier in D der Fall ist.

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magic88wand 14.02.2019, 12:51
24. Existenzsichernd ist ...

Zitat von Nordstadtbewohner
Wer legt eigentlich fest, was existenzsichernd ist? Politiker und andere Meinungs- und Deutungshaber?
Existenzsichernd ist eigentlich das, was das Wort selbst aussagt, nämlich was die Existenz sichert. Ergo kann man mit weniger Geld nicht Leben, d.h. man verhungert. In der Praxis wird der Begriff aber politisiert und viel großzügiger ausgelegt. Man meint damit, was für einen ordentlichen Lebensstandard benötigt wird. Politisierte Begriffe setzen sich immer mehr durch. Ein anderes Beispiel ist "unbezahlbare Mieten", die - sofern die Wohnungen vermietet werden können - nachweislich durchaus bezahlbar sind. In der Praxis ist mit "unbezahlbar" schlicht "nach meinem Dafürhalten zu teuer" gemeint.

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erijaeg 14.02.2019, 12:53
25. Hase und Igel Spiel

Mindestlohn wird erhöht - Empfänger freut sich, aber nur kurz, weil die entstandenen Personalmehrkosten wieder auf die Preise umgelegt werden. Dann beginnt das Ganze wieder von vorne. Macht unwahrscheinlich viel Sinn.....................

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darthmax 14.02.2019, 12:56
26. Vergleich

der Mindestlohn ist eben nicht der Mindestlohn, die Arbeitgeber Abgaben angefangen bei den Sozialabgaben ( deren Anteil des Arbeitgeber gerade erhöht wurde ) ist leider nunmal Teil des Gesamtlohnes, dazu noch die vielfältigen in den Ländern verschiedenen Urlaubstage , Krankheitsunterbrechungen, Schwangerschaftsurlaube, ev. anfallende Weihnachtsgelder bis zur Behindertenabgabe,, etc etc der Vergleich ist sehr schwer, schließlich sind es keine Tagelöhner deren Bargeld verglichen wird.
Wie schön aber, wenn wir uns alles simpel machen.

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segelsetzer1 14.02.2019, 12:58
27.

Wir bräuchten ueber den Mindeslohn gar nichr sprechen, wenn Tarife die ausgehandelt werden für Allgeinverbindlich erklärt werden würden . So wuerde das mit den angeblichen Jobvernichter Mindestlohn erübrigen. Es kann nicht sein das Arbeitgeber sich einfach nur drücken , und sich so Wettbewerbsvorteile sichern .

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sven2016 14.02.2019, 13:03
28. @josef2018

Völlig richtig.

Unternehmen, die nur mit dem Mindestlohn und/oder Scheinselbständigen ihre Gewinne erwirtschaften, sind schädlich.

Das könnte man allenfalls in der Start-Up-Phase (wo es üblich ist) eine zeitlang hinnehmen.

Seit Schröder gilt prekäre Beschäftigung aber als sehr kreativ und wirtschaftsfördernd.

Hoffentlich legt die SPD nach ihrem Schröxit neue Maßstäbe an eine soziale Marktwirtschaft an.

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heissSPOrN 14.02.2019, 13:04
29.

Da es sich um Bruttolöhne handelt, ist die Tabelle ohne Angaben zur Abgabenlast/tatsächlicher Nettolohn nicht besonders aussagekräftig.

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