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Studie mit Arbeitslosen in Finnland: Grundeinkommen macht gesünder, aber bringt keine
DPA

Zwei Jahre lang hat Finnland das bedingungslose Grundeinkommen mit Arbeitslosen getestet. Die Bilanz ist gemischt.

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N.Kiourtsidis 12.02.2019, 04:06
140. Langzeitfolgen gleichen es wieder aus

Wenn dieses bedingungslose Grundeinkommen für alle Bürger gedacht ist dann kann es nur in die Hose gehen, Es wird sich ausgleichen und am Ende wieder in die Taschen der bereits gut betuchten zurückwandern, nur noch mehr als zuvor.

Nehmen wir einfach mal die Mietpreise. Geben wir jedem Studenten 2000€ bedingungsloses Grundeinkommen, glauben sie die Mietpreise würden sich nicht dementsprechen anpassen ? 10.000 Studenten einer Stadt mit plötzlich 2000€ mehr pro Monat, warum sollen die Vermieter dann weiter die selbe Miete verlangen ? Es stehen doch vor der Tür weiterhin 10.000 Studenten die händeringend eine Wohnung suchen und bestimmt auch bereit sind die 2000 € dafür abzudrücken und weiterhin in "studentischen" Verhältnissen zu leben. Dann noch die Warenpreise...Studiumskosten... die werden einfach alle angepasst. Das Erste halbe Jahr wird es sich vielleicht gut anfühlen doch wenn der Markt sich dem anpasst, kommen wir wieder bei + - 0 raus.

Und hier stören mich diese "Tests" einfach ungemein, man kann sowas nicht testen ohne den Markt mitzuinvolvieren. Geben sie nur 2.000 Menschen dieses BGE hat es kaum Einfluss auf den Markt , also können sie auch nicht die Konsequenzen analysieren. Humbuk.

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studibaas 12.02.2019, 07:46
141. Keine Ahnung welche Fälle sie gerechnet haben...

Zitat von DerDifferenzierteBlick
Die Frage ist doch nicht, ob es sich rechnet, sondern ob es finanzierbar ist. Wenn es finanzierbar wäre, dann würde es das schon längst überall geben. Und ich kann Ihnen versichern: Kein mir bekanntes Modell (und ich habe mir einige Dutzend angesehen), das unseren jetzigen Standard mindestens hält, ist auch nur ansatzweise finanzierbar. Die Finanzierungslücke bei einem echten BGE ist dabei bei vielen Hundert Milliarden - deutlich größer als unser Bundeshaushalt... (alle Einsparungen und dann wegfallenden Leistungen sind dabei schon sehr großzügig zur Finanzierung gegengerechnet!) Wenn Sie also auf ein finanzierbares Modell stoßen, dann sollten Sie immer eine Frage stellen: Sind insbesondere die Alten und Schwachen (Rentner, Kranke, Pflegefälle etc.) genauso gut abgesichert wie in unserem bisherigen System.
Die Fälle die ich gesehen und durchgerechnet habe sind finanzierbar. (Ernsthaft durchgerechnet).
Aber klar ist: Es bewegt sich knapp unterhalb von Hartz IV wenn man durchschnittliche Wohnkosten mit berücksichtigt. Für eine 2er WG / Päärchen bereits deutlich drüber. Ferner keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein ALG1, Rentenvorsorge wird Privatvergnügen.

Wer was anderes behauptet ist Träumer.

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studibaas 12.02.2019, 07:50
142. Ich habe aufgehört zu lesen...

Zitat von burlei
... und bestimmt muss das dringend auch bei uns eingeführt werden. Überschlagen wir doch mal kurz und unvollständig. 1.200 Euro pro Person und Monat müssten es schon sein, um von diesem Einkommen leben zu können. Nehmen wir mal der Einfachheit halber die wahlberechtigte Bevölkerung. 2017 waren das rund 60.000.000 Menschen. Das jetzt mal 1.200 Euro dann sind das 72 Mrd Euro pro Monat oder 864 Mrd Euro pro Jahr. Da der Bundeshaushalt für 2019 rd 350 Mrd an Ausgaben vor sieht, ist das BGE etwa das 2,45fache des Bundeshaushaltes. Und dann geht der letzte Cent noch für das BGE drauf, für die anderen Ausgaben ist nichts übrig. Was nun? Die Steuern um das dreifache erhöhen? Bleibt vom Einkommen, bedingungslos oder nicht, nicht mehr viel übrig. Das BGE auf 400 Euro reduzieren? Dann ist das kein Grundeinkommen, dann ist das Hartz-IV für jeden und trotzdem fehlt es für die anderen Ausgaben an allen Ecken und Enden.. Dann gibt es aber noch eine andere Möglichkeit. Hartz-IV abschaffen und durch eine menschenwürdige Bezahlung ersetzen. Die Lehren aus dem finnischen Experiment ziehen und die Menschen als Menschen behandeln. Fordern kann man trotzdem, sanktionieren ... Nun, wenn man sanktionieren will, da gibt es doch bestimmt solche Zeitgenossen, die zu egoistisch sind, um so etwas wie Menschlichkeit zu empfinden. Für solche gibt es doch bestimmt die Finanzämter und Steuerfahnder.
als sie 1200 EUR veranschlagt haben. Niemand, nicht mal die Optimisten und Schönrechner habe so eine Summe jemals ernstgaft genannt. So eine Summe findet man bestenfalls in Spiegel Foren.

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Hedonist 12.02.2019, 09:52
143. Bringt keine Jobs? Das ist auch gut so.

... denn die Idee dahinter ist ja mitunter unnötige ABM obsolet werden zu lassen und zur freien Gestaltung der eigenen Lebenswelt beizutragen. Die Effektivität des aktuellen Akkumulationsregimes ist zu hoch, als dass es noch genügend existenzsichernde Lohnarbeit bereitstellen könnte oder müsste. Viele Menschen, dies trifft vor allem die Benachteiligten, werden nicht mehr benötigt. Sie müssen nicht einmal mehr durch Lohnarbeit ausgebeutet werden, da die Reichen auch ohne deren Ausbeutung reicher werden.

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