Forum: Wirtschaft
Studie von SPIEGEL und Bayerischem Rundfunk: Ausländer werden bei der Wohnungssuche b
Jörn Kaspuhl / SPIEGEL ONLINE

Wohnungssuche mit ausländischem Namen ist schwer. Besonders stark diskriminiert werden Menschen arabischer und türkischer Herkunft. Das zeigt ein groß angelegtes Experiment in zehn deutschen Städten.

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freckles1975 22.06.2017, 06:56
20. Alle anderen Behauptungen sind weltfremd

Dass Ausländer, besonders türkischer oder arabischer Herkunft, bei der Wohnungssuche, bei der Arbeitssuche, sogar in Geschäften, auf der Straße etc. diskriminiert werden, ist doch klar. Man kennt doch die Vorurteile gegenüber Fremden. Nicht alle Deutsche sind vorurteilsbehaftet, aber viele - in der Zeit von Terroranschlägen umso mehr. Mir geht es ganz genauso. Ich wünschte mir deshalb die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Innerhalb der Schulen kann dann nach Leistung differenziert werden. Im Sportunterricht, Ethik, Kunst, Sozialkunde und ähnlichen Fächern würden dann Schüler viel mehr "durchmischt" werden. In Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen können unterschiedliche Leistungsklassen geschaffen werden. Die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ist meiner Meinung nach zu einer gelungenen Integration von Ausländern jahrelang versäumt worden.
Hinzukommt dass die meisten Deutschen sich wünschen, Ausländer sollen sich assimilieren. Sie möchten ins Ausland reisen, um fremde Länder kennenzulernen, aber akzeptieren im eigenen Heimatland keine fremdländischen Parallelgesellschaften.

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eisbonbon 22.06.2017, 06:59
21. Diskriminierung vs Erfahrung

Bitte recherchieren Sie das Thema doch noch etwas erweitert und zwar inwiefern die Angaben aus den Bewerbungen nach dem Einzug noch zutreffend waren bzw. in welchem Zustand sich die Wohnungen befanden nach einem Auszug von Mietern unterschiedlicher Nationalität.
Ein befreundeter Makler berichtet, dass nach seinen Erfahrungen oft lt Bewerbung alleinstehende Ausländer dann plötzlich zur 4- 6 köpfigen Familie anwachsen. Er als Makler möchte keine Probleme mit seinen Auftraggebern den Vermietern und selektiert nach seinen Erfahrungen. Und da hat ein spinnerter Langzeitstudent mit ihn finanzierenden Eltern im Hintergrund durchaus bessere Chancen. Diese Haltung ist entstanden aus negativen Erfahrungen. Der Mensch handelt entsprechend seiner Erfahrungen auch wenn sie das dann Diskriminierung nennen. Er vermittelt in entsprechenden Wohnlagen auch gern Migrantenfamilien, da das Amt im Regelfall ein solventer Mieter ist.

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mrrich 22.06.2017, 06:59
22. Diskriminierung?

Wenn ich als privater Vermieter mehr Vertrauen in einen deutsch klingenden Namen habe und ich mich für diesen Bewerber entscheide, hat dies herzlich wenig mit Diskriminierung zu tun. Ein Geschäftspartner darf ausgesucht werden.

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rahelrubin 22.06.2017, 07:01
23. Erkenntnisgewinn

Was soll uns das jetzt sagen?
Vor allem: was soll uns das jetzt sagen, was man nicht schon eh wusste?
Und: muss man sich darüber wundern und/oder schämen!
Böse Deutsche!!
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich in anderen Ländern exakt genauso verhält.
Warum?
Bestimmten Personen werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben.
Und diese sind oft nicht positiv oder zumindest so, dass man Mieter aus dieser Gruppe nicht haben möchte.
Ich kenne grob geschätzt vielleicht 10 Leute, die privat vermieten. Keiner vermietet an Türken/Araber.
Ein ganz wichtiger Punkt ist hierbei, dass Immobilien im Wert sinken, je mehr Ausländer der türkisch/arabischen Kulturkreises dort leben.
Das mag man bedauern und diskriminierend finden, bleibt aber eine Tatsache.

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pierre83 22.06.2017, 07:10
24. Keine Überraschung

Eine wertvolle Studie, aber überraschend ist das nicht. Fällt in die Kategorie struktureller Rassismus. Das mag für einige vielleicht überraschend klingen, aber in US-amerikanischen Groß-Städten erfahren diese Menschen weniger Diskriminierung bei der Wohnungssuche -- die Gesetze dagegen sind streng und werden angewandt.

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tachelesredner 22.06.2017, 07:11
25. Willkommen in der Realität

Neben vielen tollen positiven Erfahrungen hier als einer mit Migrationshintergrund, leider auch der Alltag für Migranten in Deutschland. Was der Schwarze in den USA ist, ist der Türke oder Araber in Deutschland. Habe ich selber Erlebt als ich eine Wohnung in Heidelberg gesucht habe. Gut die hälfte meiner Anfragen waren negativ, einer hat es mir sogar offen gesagt " nicht für Ausländer".
Ja, in diesem Land kann man viel Erreichen. Es gibt einem die Entfaltungsmöglichekeiten. Es soll sich bitte jeder in der Gesellschaft gut Integrieren. Das sollte eigentlich nicht mal zur Debatte stehen, das ist Voraussetzung sich in einem Fremden Land Niederzulassen.
Aber das Gefühl bleibt immer dasselbe. Man fühlt sich hier nie richtig angekommen. Ali ist ein guter Arbeiter und er grüsst auch immer freundlich aber er soll doch bitte woanders wohnen. Integrationswille und die Bereitschaft der Gesellschaft das anzunehmen, naja es hackt ein bisschen.....oder doch nicht nur ein bisschen???

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thenovice 22.06.2017, 07:11
26. Wen wunderts

Aus eigener Erfahrung ist zu berichten, dass die Erfahrungen mit den ausländischen Mitbürgern schlechter sind, als mit den deutschen. Auch innerhalb der Eigentümergemeinschaft deckt sich dies mit den Erfahrungen der anderen Eigentümern - auch von den Eigentümern mit ausländischen Wurzeln. Und es nervt mich, hier eine Differenzierung zwischen Deutsch und Ausländisch vornehmen zu können/müssen. Dabei sprechen wir nicht von Mietnomaden oder Messie-Wohnungen. Wir reden davon, dass die Wohnung nach dem Auszug einer deutschen Familie frisch geweißelt (ohne das die Mieter dazu verpflichtet gewesen wären) übergeben wurde - nach dem Auszug der - in diesem Fall libanesischen Familie - musste die Wohnung entkernt werden. Es waren alle Türen derart beschädigt, dass ein Austausch erforderlich wurde, die Wohnung war zugemüllt und im Küchenbereich befand sich auf einmal eine offene Feuerstelle. Wir vermuten, dass dort über offenem Feuer gekocht wurde. Der Herd der Einbauküche war weg und die Badezimmerarmaturen abgebaut und vermutlich verkauft. Der Schaden ging in den 6-stelligen Bereich. Nun ist der Mensch ein Gewohnheitstier und die finanziellen Möglichkeiten endlich - wir haben unsere eigenen Erfahrungen gemacht und damit ist das Thema für uns durch. Natürlich hätte man auch bei deutschen Mietern ähnlich schlechte Erfahrungen machen können... haben wir aber nicht. Ebenso erging es bislang 3 weiteren Eigentümern aus der Eigentümergemeinschaft von insgesamt 8 Eigentümern- dabei sind zugemüllte Hausflure, missachtete Hausordnungen etc. noch nicht aufgeführt. Mittlerweile ist die Wohnung wieder vermietet - an ein deutsches Rentnerpärchen und alles ist gut.

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mele.k 22.06.2017, 07:11
27.

Die Studie spiegelt leider die Realität in den Großstädten wieder. Auf dem Land ist es etwas anders, da sich die Leute eher untereinander kennen. Für einen Menschen mit muslimisch klingenden Namen ist es sehr schwer bei Onlineanzeigen überhaupt eine Chance zu bekommen, sich vorzustellen. Es geht fast nur über Makler oder Bekannte. Deshalb tendieren auch viele dazu sich eine Wohnung zu kaufen, da die Situation nur frustriert und traurig macht.

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medikundi 22.06.2017, 07:14
28. Asiatische Namen

Trotz meines aus Ostasien stammenden Namens gab es bei meinen zahlreichen Bewerbungen für Wohnungsbesichtigungen in Großstädten nie Probleme eingeladen zu werden. Bisher hatte ich das Glück auch nach jeder Besichtigung eine Zusage zu erhalten.
Mich würde daher interessieren wie Bewerbungen mit asiatischem Namen im Rahmen der vorgelegten Studie abgeschnitten hätten.

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Fumitu 22.06.2017, 07:14
29.

Beinhaltet die Studie auch mögliche Ursachenforschung zu diesem Misstand, z. B. Studien über Mietrückstande, Beschwerden, Beschädigungen am Mietobjekt etc. im Zusammenhang mit deutschen und ausländischen Namen? Oder ist das Motiv Rassismus sakrosankt?

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