Forum: Wirtschaft
Studie von SPIEGEL und Bayerischem Rundfunk: Ausländer werden bei der Wohnungssuche b
Jörn Kaspuhl / SPIEGEL ONLINE

Wohnungssuche mit ausländischem Namen ist schwer. Besonders stark diskriminiert werden Menschen arabischer und türkischer Herkunft. Das zeigt ein groß angelegtes Experiment in zehn deutschen Städten.

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janowitsch 22.06.2017, 07:16
30. Neue Erkenntnisse

Interessant ist, dass die Diskriminierung im Osten am geringsten ist. Widerspricht das nicht dem Bild, das in den Medien vom ausländerunfreundlichen Osten gemalt wird? Es entspricht allerdings meiner Lebenserfahrung.

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Tikotako 22.06.2017, 07:16
31. Dem kann ich nur zustimmen

Ich lebe hier seit 44 Jahren, davon 20 Jahre als Ausländer. Ich kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass die Ausländer und sogar ausländisch stämmige Menschen bei der Wohnungssuche benachteiligt werden. Im Übrigens, das ist auch in allen anderen Lebensbereichen so. Das scheint ehe ein deutschen Problem zu sein. Das schadet letztendlich Deutschland.
EIN MAL AUSLÄNDER IMMER AUSLÄNDER! Wer das gesagt hat, hat richtig gesagt.

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freeforever 22.06.2017, 07:16
32. Problem sind Regulierungen

Wenn wir einen freien Wohnungsmarkt hätten, gäbe es dieses Problem gar nicht. Dann würde sich der Vermieter für den Meistbietenden entscheiden. Da der Höchstpreis aber gedeckelt ist sucht der Vermieter nach anderen Auswahlkriterien und die sind zugegebenermaßen oft diskriminierend.

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tropfstein 22.06.2017, 07:17
33. Sind das "schwierige" Mieter?

Ich wette das liegt daran, dass die Vermieter befürchten, dass man "mit solchen Leuten" eher Schrereien hat. Es wäre gut, wenn es eine seriöse und ehrliche Studie gäbe, die das untersucht (und hoffentlich zum gegenteiligen Ergebnis kommt)

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Theya 22.06.2017, 07:18
34. Kann ich bestätigen

Ein Kollege von mir stammt aus Marokko, ist mit einer Deutschen verheiratet und hochqualifiziert (Promotion in Signalverarbeitung an einer deutschen Universität). Kürzlich suchten seine Frau und er eine neue Wohnung, nachdem sie ihr zweites Kind erwarteten und die aktuelle Wohnung für die vergrößerte Familie etwas zu klein sein würde. Die Wohnungssuche wurde für sie zum Spießrutenlauf: von beleidigenden Äußerungen bereits am Telefon über direkte Ablehnung bei der Besichtigung ("machen Sie sich keine Hoffnungen") bis zum offenen Rassismus war alles dabei. Mein Kollege ist übrigens nicht arbeitslos oder so, sondern Angestellter mit vermutlich leicht überdurchschnittlich hohem Einkommen. Letztendlich waren Sie gezwungen, in einen Plattenbau zu ziehen (Hochhaus mit sehr, sehr vielen Wohnungen), weil sie andernfalls womöglich *gar* nichts gefunden hätten, denn ihre Suche zog sich über einen recht langen Zeitraum hin. Soviel auch zum Thema "Willkommenskultur" und "Deutschland braucht Fachkräfte aus dem Ausland".

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observerlbg 22.06.2017, 07:18
35. Und das kommt nun überraschend?

Seit mal ehrlich: wir haben doch alle unsere Vorurteile und unser individuelles Risikoabschätzen im Kopf. Wenn mir solvente, konservative Mieter sagen, sie leben gerne in meinem Haus, weil sie hier netten Kontakt und wenig Ärger haben und andeuten, dass sie glücklich sind keine "Problemmitbewohner" als Nachbarn zu haben, werde ich doch zur Beibehaltung des Sozialfriedens eine gewisse Vorauswahl bei Neumietern vornehmen: möglichst wenig Kinder!, möglichst ohne Hund, am besten nur für Berufstätige (sind ja weniger im Haus), möglichst deutschsprachig (ich muss mich ja verständigen können), möglichst keine studentische WG. Besser keine Lehrer und Anwälte ("Berufsnörgler")... Vergleichbare "Listen" haben alle im Kopf. Als deutscher Handwerker mit konservativen Äußeren, als Beamter mit mitteleuropäischen Namen, als kinderloses Ehepaar ect pp, habe ich wenig Probleme, eine adäquate Wohnung zu finden. Wie will der Staat, die Allgemeinheit, verhindern, dass ein Vermieter Vorauswahl trifft? In Diskussionen zum Thema haben mir Wohnungsbesitzer gesagt, wenn der Staat da gewisse Vorgaben macht, die die freie Auswahl behindern, werden sie keine Wohnung mehr vermieten. Andere, in gemieteten Wohnungen sagten, sie würden sofort ausziehen, wenn "bestimmte" Gruppen, Personen, nebenan einziehen. Übrigens, meine persönlichen Erfahrungen geben den bekannten Vorurteilen in keinster Weise recht: ich hatte bisher nur extremen Ärger mit eher "unverdächtigen" Personen mit mitteleuropäischen Namen.

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schaeferreiner 22.06.2017, 07:19
36. Benachteiligung?

Seien Sie mal ALG II-Empfänger oder Kleinrentner - da hat jeder arbeitende Ausländer eindeutig mehr Chancen. Aktuell suche ich verstärkt für junge Menschen Wohnraum, die im ALG II-Bezug stehen, parallel auch für EU-Rentner mit einem EK von ca. 800 - 900 €. Die Wohnungen, die eigentlich möglich wären, weil sie vom Amt bezuschusst bzw. übernommen werden, werden nur an "solvente" Mieter vergeben, Kleinrentner und Sozialleistungsempfänger gehören nicht dazu, obwohl deren Miete gesichert monatlich vom Amt kommt. Sogar Wohnungen, für die ein WBR nötig ist, werden nur an Menschen in Arbeitsverhältnissen vergeben, nicht aber an die Bedürftigen. Aktueller Stand in Kassel - Suche: seit einigen Monaten ergebnislos.

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bausa 22.06.2017, 07:20
37. Normale Zustände

ehrlich,wer möchte schon Türken,Araber odet Afrikaner als Mieter.Solche Kulturen machen doch nur Stress und stören den Hausfrieden.Meine Eltern hatten mal an Türken vermietet.Das ganze Haus stank nach Hammel und hordenweise Besuch.Wer soll das aushalten.Nie wieder!

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Freidenker10 22.06.2017, 07:20
38.

Na dann willkommen im Klub, denn auch ein Müller, Maier, oder Huber finden keine bezahlbare Wohnung in München!

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zweistein1977 22.06.2017, 07:20
39. Diskriminierung bei der Wohnungssuche

Woran liegt es denn, dass besonders Männer mit arabischer oder türkischer Herkunft bei der Wohnungssuche benachteiligt werden.
Es liegt daran, weil sich Vorurteile, die man durchaus hat, sich immer und immer wieder bestätigen. Die meisten dieser Menschen wollen sich einfach nicht anpassen. Ich kann die Vermieter verstehen, wenn sie zur Vermeidung von unnötiger Arbeit, bestimmte Interessenten nicht berücksichtigen. Es handelt sich in den aller meisten Fällen bei Männern mit arabischer oder türkischer Herkunft eben nicht um Ingenieure, wissenschaftler oder sonstige Freiberufler. Das ist auch eine Wahrheit.

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