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Studie zu Arbeitskräftebedarf: Deutschland braucht 260.000 Zuwanderer pro Jahr
DPA

Auch bei der Rente mit 70 und einer höheren Geburtenrate kommt der deutsche Arbeitsmarkt nicht ohne Fachkräfte aus dem Ausland aus, ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Jährlich müssten deshalb 260.000 Menschen zuziehen.

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barrakuda64 12.02.2019, 11:50
150. Falsche Rechnung!

Man kann nicht einfach die 260.000 Zuwanderer/Jahr mit 40 multiplizieren, um auf die effektive Summe an Zuwanderern in 40 Jahren zu kommen. Immerhin decken 40 Jahre 2 Generationen ab, d.h. zu den ca. 10 Mio. Zuwanderern kommen dann auch noch deren Kinder und Kindeskinder. Geht man davon aus, dass die Zuwanderer zumeist männlich sind, also noch eine Frau mitbringen, sind wir hier bereits bei ca. 20 Mio. Zuwanderern. Rechnet man pro Familie (10 Mio. Familien) mit 2 Kindern/Familie, dann hat man nach einer Generation (20 Jahren) bereits 40 Mio. "Zuwanderer". Das geht weiter mit der 2. Generation und schon sind wir bei 80 Mio. "Zuwanderern". Die Anführungsstriche deshalb, weil diese Kinder zwar in Deutschland geboren sind, aber trotzdem eine Aufstockung darstellen, die es ohne Einwanderung nicht geben würde. Sicher, einige werden sich deutsche Frauen/Männer suchen, manche älteren Zuwanderer werden dann schon gestorben sein usw., d.h. die Anzahl durch die reine Rechnung wird verwässert, aber trotzdem führt es vor Augen, dass innerhalb von 40 Jahren (andere Effekte vernachlässigt) fast doppelt so viele Einwohner in Deutschland leben werden oder die deutsche Bevölkerung nur noch einen geringen Teil der Bevölkerung in Deutschland stellen wird. Eine Politik, die Rahmenbedingungen geschaffen hat, in denen Kinder ein Armutsrisiko darstellen ist die einzig Schuldige! Eine Politik, die bei Regelungen nur noch auf Freiwilligkeit setzt, wenn es um die Interessen der Mächtigen geht und nur noch strenge Vorschriften für den Normalbürger erläßt, bietet den richtigen Nährboden für solch eine Situation. Und zum Schluß - jeder mit 40+ und einer soliden Ausbildung sollte sich einmal zum Spaß irgendwo bewerben. Dann wird sehr schnell klar werden, wie ernst es tatsächlich mit dem Fachkräftemangel ist. Man wird 20 x mehr Absagen als Zusagen bekommen.

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michaelmilega 12.02.2019, 12:02
151. der bertelmanns-stiftung ist grundsätzlich zu misstrauen

diese studie ist weder finanziell noch politisch unabhängig und kann somit gerne als hochwertige propaganda verstanden werden, aber sicher nicht als "wissenschaftlich sauber". bertelsmann ist eine auf gewinn ausgelegte internationale machtstruktur und ganz sicher nicht ohne agenda. überdies ist wohl anzunehmen, dass bis zum jahre 2060 wohl niemand mehr ein taxi oder einen lkw lenken muss, auch amazon und post werden mehr oder minder vollautomatisch laufen. supermarktkassen auch. viele repetitive produktionsjob wohl auch zu 100%. nahezu alle gering qualifizierten werden auf dem arbeitsmarkt KOMPLETT überflüssig werden. es könnte daher durchaus sein, dass aufgrund der strukturellen veränderungen auf dem arbeitsmarkt die arbeitslosigkeit (zumindest im gering qualifizierten bereich) auch ohne zuwanderung hoch sein wird.

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GoaSkin 12.02.2019, 12:05
152.

Ich habe prinzipiell nichts gegen Zuwanderung, aber wir sollten uns auch einmal überlegen, wie wir die Renten und die Wirtschaftsleistung erhalten können, ohne dass die Einwohnerzahl gleich bleiben oder sogar wachsen muss - und dabei auch ein Vorbild für Andere sein. Es wird viel über Hunger- und Umweltprobleme diskutiert, dabei ist das eigentliche Problem doch recht banal: Es gibt zu viele Menschen auf der Welt und es müssen weniger werden - deutlich weniger.

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Nuhrmalso 12.02.2019, 12:05
153. Bertelsmann Stiftung ...

Ein Gutachten für interessierte Kreise. Wir kommen auch ohne Zuwanderung aus indem wir die Arbeit neu/anders organisieren. Die Zuwanderung soll nur das Überangebot an Arbeitskräften aufrecht erhalten, altes kapitalistisches Interesse.

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cobaea 12.02.2019, 12:07
154. Milchmädchenrechnung

Zitat von barrakuda64
Man kann nicht einfach die 260.000 Zuwanderer/Jahr mit 40 multiplizieren, um auf die effektive Summe an Zuwanderern in 40 Jahren zu kommen. Immerhin decken 40 Jahre 2 Generationen ab, d.h. zu den ca. 10 Mio. Zuwanderern kommen dann auch noch deren Kinder und Kindeskinder. Geht man davon aus, dass die Zuwanderer zumeist männlich sind, also noch eine Frau mitbringen, sind wir hier bereits bei ca. 20 Mio. Zuwanderern. Rechnet man pro Familie (10 Mio. Familien) mit 2 Kindern/Familie, dann hat man nach einer Generation (20 Jahren) bereits 40 Mio. "Zuwanderer". Das geht weiter mit der 2. Generation und schon sind wir bei 80 Mio. "Zuwanderern". Die Anführungsstriche deshalb, weil diese Kinder zwar in Deutschland geboren sind, aber trotzdem eine Aufstockung darstellen, die es ohne Einwanderung nicht geben würde. Sicher, einige werden sich deutsche Frauen/Männer suchen, manche älteren Zuwanderer werden dann schon gestorben sein usw., d.h. die Anzahl durch die reine Rechnung wird verwässert, aber trotzdem...
So etwas nennt man "Milchmädchenrechnung"! Wieso rechnen Sie nicht gleich noch die Grosseltern ein, die angeblich nachgeholt werden oder die höhere Geburtenzahl in Zuwandererfamilien? 1. Viele Zuwanderer kommen alleine und lernen ihre späteren PartnerInnen hier kennen - also PartnerInnen, die bereits hier sind und nicht noch einmal nachkommen. 2. Nicht alle, die kommen, bleiben auch. Von den 14 Mio. Gastarbeitern, die in den 50er- und 60er-Jahren kamen, gingen 12 Mio. später wieder zurück in ihre Heimatländer. Nach Ihrer Rechnungsweise, hätten die 14 Mio. aber noch einmal so viele PartnerInnen nachgeholt und dann jeweils zwei Kinder bekommen - da hätten wir bereits heute 56 Mio. - darin sind dann die Migranten der folgenden Jahrzehnte noch nicht eingerechnet, die inzwischen ja auch schon... Da würde Deutschland alleine locker die halbe EU-Bevölkerung stellen.

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misterknowitall2 12.02.2019, 12:09
155. Booah,

Zitat von mueller1
das übliche Gejammer - diesmal von den Bertelsmännern - über einen angeblichen Fachkräftemangel. Wer anständige Löhne zahlt, findet seine Arbeitskräfte. Und Arbeit, die zu schlecht bezahlt wird, sollte zukünftig schlicht liegen bleiben - offensichtlich ist die Arbeit ja kaum etwas wert. Wenn sich in diesem Land nach 10 Jahren Konjunktur nach wie vor 2,4Mio Arbeitslose bzw. fast 3,3Mio Unterbeschäftigte in der Statistik der Arbeitsagentur wiederfinden, ist das Problem nicht der Fachkräftemangel sondern die Massenarbeitslosigkeit.
2,4 Mio. Arbeitslose sind im Prinzip Vollbeschäftigung. Die Leute, die jetzt noch keinen Job ausüben, werden das auch in Zukunft nicht tun, da sie z.B. Gesundheitlich nicht in der Lage sind oder sie zu dem normalen Prozentsatz Schnorrer und Arbeitsscheuen gehören.

Und was soll das mit den Löhnen? Klar, viel Geld verdienen ist super, aber das muss ja auch wer bezahlen.

Und ob sie es glauben oder nicht....der Fachkräftemangel schlägt schon in vielen Branchen durch. Fragen Sie mal einen kleinen Handwerkbetrieb oder gehen sie mal in das nächste Altenheim, sprechen sie mal mit Anlagenbauern in BW.

Und so weiter. Tut mir leid, aber ihre Feststellung und Rückschlüsse sind zu schlicht oder falsch.

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gedankenblitz 12.02.2019, 12:13
156. Finanzminister Scholz meint dazu

Bei einem Treffen mit Vertretern der anderen Ressorts in der vergangenen Woche habe es laut Teilnehmern eine eindringliche Warnung vor Mehrausgaben gegeben – auch weil die Regierung zuletzt ihren Beamten-Apparat drastisch aufgebläht habe: So würden die Personalausgaben von 2016 bis 2020 von 31 auf mehr als 35 Milliarden Euro steigen. Sie sollten nun "eingefroren" werden, zudem solle es kein weiteres Geld mehr für den Digitalpakt Schule geben.

Da gibt es also noch genug Arbeitskräfte und wozu Geld für einen Digitalpakt Schule, wenn das Internet ohnehin lahmt. Töpferkurse Schönschreibwettbewerbe kann man auch ohne Milliarden machen.

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Hans-Dampf 12.02.2019, 12:13
157.

Zitat von barrakuda64
Man kann nicht einfach die 260.000 Zuwanderer/Jahr mit 40 multiplizieren, um auf die effektive Summe an Zuwanderern in 40 Jahren zu kommen. Immerhin decken 40 Jahre 2 Generationen ab, d.h. zu den ca. 10 Mio. Zuwanderern kommen dann auch noch deren Kinder und Kindeskinder. Geht man davon aus, dass die Zuwanderer zumeist männlich sind, also noch eine Frau mitbringen, sind wir hier bereits bei ca. 20 Mio. Zuwanderern. [...]
Das mag Ihrer Interpretation nach so sein, aber die Studie sagt etwas anderes aus.
In der Präambel der Studie steht:
[i]Szenarien des Zuwanderungsbedarfs bis 2060 unter Berücksichtigung der Entwicklung der inländischen Erwerbsbeteiligung, der Migration aus EU-Staaten sowie des Einflusses der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt zur Beantwortung der Frage: Wie viele Zuwanderer benötigt Deutschland pro Jahr, um den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials auf ein verkraftbares Maß zu begrenzen?[i]
Die Antwort liefert auch die Studie (s.Seite 70):
Damit das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 nicht unter die genannten 44,6 Millionen sinkt, müssten im Durchschnitt jedes Jahr 260.000 Personen mehr nach Deutschland zuziehen als fortziehen

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shotaro_kaneda 12.02.2019, 12:18
158.

Ich persönlich halte es für ziemlich unseriös, anhand einer Prognose bis 2060 mit diversen unterstellten Annahmen einen akuten Handlungsbedarf zu empfehlen. Und warum man nun unbedingt Zuwanderer aus Drittstaaten benötigt ist mir ebenfalls schleierhaft. Es gibt im Süden der EU eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Warum wollen diese Menschen nicht in Deutschland arbeiten? Auf Familienförderung, damit in D mehr Kinder geboren werden, geht die Studie scheinbar auch nicht ein.

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haarer.15 12.02.2019, 12:19
159. Schon lange bekannt ...

... und nichts unternommen. Es waren die Unionsparteien, die sich lange gegen ein Einwanderungsgesetz gesperrt hatten, hier musste die SPD erst einmal Druck machen, bis die bloß einmal in die Gänge kamen. Aufgrund der ungünstigen Demographie in Deutschland rächt sich das eben. Deutschland veraltert rapide. Achja, aber lieber bis 70 schuften und dann glaubt man Genüge getan zu haben. Das ist nicht nur blamabel, sondern in höchstem Maße einfalls- und hilflos.

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