Forum: Wirtschaft
Studie zu Arbeitskräftebedarf: Deutschland braucht 260.000 Zuwanderer pro Jahr
DPA

Auch bei der Rente mit 70 und einer höheren Geburtenrate kommt der deutsche Arbeitsmarkt nicht ohne Fachkräfte aus dem Ausland aus, ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Jährlich müssten deshalb 260.000 Menschen zuziehen.

Seite 18 von 26
Drschlaumeierxy 12.02.2019, 12:37
170. NEIN, brauchen wir eigentlich nicht....

wir brauchen Zuwanderung nur dann, wenn die Firmen weiterhin auf hohem Niveau exportieren sollen und wir weiter dem Wachstums-Idealismus folgen. Ansonsten würden wir einfach weniger produzieren und "bräuchten" weniger Arbeitskräfte. Wenn aber Firmen jedes Jahr 10% Wachstum erzielen sollen, weil sonst "die Märkte enttäuscht sind" ist es schon klar, dass man uns nun das Ammenmärchen vom Fachkräftemangel vorsingt. (Man stelle sich mal vor: bei 10 % Wachstum verdoppelt(!) sich ein Unternehmen innerhalb von 10 Jahren. Wie soll Aktiengesellschaften wie Siemens oder VW das schaffen? Und dabei ist die Umwelt und der soziale Druck z.B. auf die Arbeitnehmer mit noch keinem Wort erwähnt!)

Beitrag melden
willi_ac 12.02.2019, 12:38
171. Ja, dem stimme ich zu ....

Zitat von matbhmx
Wir müssen stattdessen Mal von unserem Exportwahn runter. Es ist doch grotesk, dass wir ständig wachsen und irrwitzige Exportüberschüsse einfahren, damit die Industrien anderweit platt machen, sodass dann deren entlassen Arbeiter nach Deutschland pilgern, um hier weiter die Produktion hochzuhalten, damit wir schön weiter exportieren können. Und es mag Mal die nächste Baisse kommen und die Produktion hier abstürzen, dann haben wir hier wieder Massenarbeitslosigkeit. Dabei: Die Zugewanderten. Außerdem bleibt völlig unklar: KI und Digital 4.0 sollen doch angeblich Millionen von Arbeitskräften freisetzen!?!
... wir haben einen Exportüberschuss von etwa 250 Mrd. Euro, d.h. etwa 4 Mio. Menschen produzieren Waren, die garnicht in Deutschland gebraucht werden - und als Gegenleistung bekommen wir Schuldscheine, von denen niemand weiß, ob sie auf Dauer einen Wert haben.
Nein, Zuwanderung aus wirtschaftspolitischen Gründen muss nicht sein, hingegen sollte Einwandung (nach klaren Spielregeln) möglich sein, um Deutschland als Mitglied einer offenen und liberalen Welt zu positionieren.

Beitrag melden
matteo51 12.02.2019, 12:40
172. Nebel und Sand

mmhh. Ich glaube nicht dran. Wenn ich den Gesundheitsmarkt nehme: Fachkräfte sind das oft nicht, die zuwandern.
Was gebraucht wird zur Zeit: tatsächlich billige Arbeitskräfte, die all die Jobs machen, die keiner machen möchte. Das gilt für niedrig-, mittel- und hochqualifzierte Kräfte (z.B. Ärzte).
Warum will keiner die Jobs bei uns machen? Weil die Bedingungen miserabel sind und schlechter werden.
Würde man bei Ausbildung, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeiten, Personaldecke und DER BEZAHLUNG Änderungen zugunsten der Arbeitnehmer vornehmen, dann wäre m.E. der "Fachkräfte"mangel schnell entspannt. Da wird Sand und Nebel in das marodierende Wirtschaftssystem geblasen. Es gilt, sich zu entscheiden: welche Art von Ökonomie soll gelebt werden? Und: wie sieht es dann mit der nichtökonomischen Wohlfahrt aus?

Beitrag melden
alfredo24 12.02.2019, 12:44
173. Im Ansatz schon völlig falsch.

Die Wirtschaft wird durch die zunehmende Automatisierung mit immer weniger Arbeitskräften auskommen. Klar, man braucht auch Fachkräfte, die aber ganz andere Fähigkeiten mitbringen, wie diese Arbeitskräfte, die dann später nicht mehr benötigt werden. Hier muss die Politik, die Sozialsysteme und die Firmen, die zunehmend von der Auswirkung der Automatisierung betroffen sind, ganz anders handeln, wie sie es bisher gewohnt sind zu handeln. Die Politik muss sich um die Menschen und ihre Familien, auch teilweise im mittleren Alter kümmern, sie in Brot und Arbeit zu bringen. Die Sozialsysteme müssen erkennen, dass die Einzahlenden für ihr System nicht allein durch die Arbeitskräfte finanziert werden kann. Hier müssen Gelder, die durch die Produktivitätssteigerung zusätzlich erwirtschaftet werden, auch mit einfließen. Den Firmen muss klar sein, dass der Gewinn, den sie heute aus dem Unternehmen herausziehen, nicht mehr so enorm hoch sein kann, wie heute. Deshalb: Der Ansatz dieser Studie ist schon vollkommen falsch.

Beitrag melden
PeterC 12.02.2019, 12:45
174. Welche Voraussetzungen?????

Wie so oft fehlen die Annahmen und Voraussetzungen, die den Berechnungen der Studie zu Grunde liegen.
Eine schrumpfende Bevölkerung in der BRD ist kein Problem. Abgesehen von einem vorübergehenden in der Alterstruktur. Selbst wenn die BRD ein Industriestandort auf heutigem Niveau bleiben sollte, werden für die Produktion in vierzig Jahren wahrscheinlich noch 10 - 15 % der heutigen Industriearbeiter erforderlich sein. Die Produktivitätsgewinne durch KI, Robotorik und fortschreitende Digitalisierung können wir uns z. Zt. nicht einmal vorstellen. Bei einer schrumpfenden Bevölkerung werden auch weniger Dienstleistungen nachgefragt. Eine deutlich geringere Einwohnerzahl würde der extrem dichtbesiedelten BRD auch ökologisch sehr gut tun.
Deshalb brauchen wir selbstverständlich endlich ein Einwanderungsgesetz, dass sich ausschließlich am volkswirtschaftlichen Bedarf orientiert, aber eben auch unsere sozialen und kulturellen Werte berücksichtigt.
Für einen überschaubaren Zeitraum läßt sich der Arbeitskräftebedarf ganz sicher noch aus süd- und osteuropäischen EU-Bürgern decken. Man gucke sich nur die Arbeitslosenzahlen dort an. Diese Arbeitskräfte werden hier zukünftig nur immer weniger so skrupellos ausgebeutet werden können, wie es jetzt noch viel zu häufig der Fall ist. Das ist aber auch nur gut so!

Beitrag melden
tom2017 12.02.2019, 12:50
175. Wann kommt endlich das

Zuwanderungsgesetz. Gerne auch mit der Verpflichtung der Industrie, die Bewerber schon in den Heimatländern zu qualifizieren. Zuwanderung durch unkontrollierte Migration ist keine Lösung.

Beitrag melden
nachdenklich1 12.02.2019, 12:51
176. So ein bestellter, bezahlter Unsinn

wenn man die heutige Technologie 20 Jahre fortschreibt (es kommt ja nichts Neues..) mag das stimmen, wir brauchen kurzfristig punktuell Spezialisten in dieser Wahlperiode!!
Aber vor uns steht 5G/ Industrie 4.0, die schrittweise zur automatischen menschenleeren Fabrik führen:
Roboter in den Werkhallen, autonome Fahrzeuge in der Logistik und KI in den Büros. Niemand braucht mehr den Menschen im Arbeitsprozess, auch in der Pflege , in den Verwaltungen, Versicherungen etc überall Roboter + KI.
Wo ist da noch Platz für den arbeitswilligen Menschen.
Hat früher auch geklappt hilft hier nicht weiter.
Wann endlich reagiert die Politik und überflutet nicht den heutigen Arbeitsmarkt mit billigen unqualifizierten Kräften, die zu 100 % heute und morgen in unser Sozialsystem wandern....

Beitrag melden
Haudegen 12.02.2019, 12:54
177. Immer nur Wachstum?

Das ist auf Dauer ein Irrweg und so kann es auch nicht immer weiter gehen - schließlich sind die Ressourcen auf diesem Planeten begrenzt. Wenn es in Deutschland stagniert, dann braucht Deutschland auch weniger Ware; das ist auch mit anderen Großabnehmern so und somit regelt sich alles wieder ein - Im Idealfall auf ein erträgliches Maß für alles Leben auf diesem Planeten. Davon sind wir (die Menschheit, von der wir ja ein Teil sind) weit entfernt und suchen unser Seelenheil in immer mehr Wachstum. In dieser Hinsicht haben wir mit unserem Hirn auch nicht mehr Weitblick als die Bakterien einer Nasenschleimhaut, die deshalb kaputtgehen weil sie ihre Grundlage zerstört haben. Immer schneller, höher und weiter. Weniger ist Mehr! Auch wenn man seinen Gürtel enger schnallen müsste - die Meisten Menschen in den Industrienationen sind sowieso zu dick! MfG

Beitrag melden
localpatriot 12.02.2019, 12:56
178. Keine europäische Perspektive - oder sehe ich die einfach nicht?

Zitat von Drschlaumeierxy
wir brauchen Zuwanderung nur dann, wenn die Firmen weiterhin auf hohem Niveau exportieren sollen und wir weiter dem Wachstums-Idealismus folgen. Ansonsten würden wir einfach weniger produzieren und "bräuchten" weniger Arbeitskräfte. Wenn aber Firmen jedes Jahr 10% Wachstum erzielen sollen, weil sonst "die Märkte enttäuscht sind" ist es schon klar, dass man uns nun das Ammenmärchen vom Fachkräftemangel vorsingt. (Man stelle sich mal vor: bei 10 % Wachstum verdoppelt(!) sich ein Unternehmen innerhalb von 10 Jahren. Wie soll Aktiengesellschaften wie Siemens oder VW das schaffen? Und dabei ist die Umwelt und der soziale Druck z.B. auf die Arbeitnehmer mit noch keinem Wort erwähnt!)
Wieder einmal denkt man an Europa vorbei. Wenn es in D Arbeitermangel gibt, und in grossen Teilen Europas Arbeitslosigkeit, dann kann man erwarten dass die deutsche Industrie endlich nach beinahe 70 Jahren der angestrebten Gemeinsamkeit, auch daran denkt Arbeitsplätze dort zu schaffen wo es Unterbeschäftigung gibt.

Diese Gebiete gibt es in D, z B in der Lausitz und über die gesamte EU Raum. In den USA, in Kanada, Australien und in andere Wirtschaften mit 'Gemeinsamkeitsgefühl' ist das schon lange so.

Zeit dass die Bundesregierung und die Industrieverbände hier aufwachen und die Sache an den Tag bringen.

Ausserdem, wenn man 250000 Arbeitsplätze mit Einwanderern füllen will, dann braucht man etwa eine halbe Million Menschen, den es gib ja auf Familien

Gut dass die Rechnung gemacht wird, aber die Lösung ist 100% daneben.

Beitrag melden
Ein_denkender_Querulant 12.02.2019, 12:57
179. Brauchen?

Verhindern billige quasi Sklaven nicht den technischen Fortschritt? Wären 260.000 menschenähnliche Roboter pro Jahr für einfache Arbeiten wie LKW fahren, Mauern, Kranke pflegen nicht merklich sinnvoller?

Alleine das autonome Auto wird hunderttausende Menschen für sinnvolle Arbeit frei machen. Nein, es geht meiner Meinung nur darumj, den Arbeitsmarkt weiterhin unter hohem Druck zu halten. Denn nur so lassen sich niedrige Gehälter realisieren.

Beitrag melden
Seite 18 von 26
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!