Forum: Wirtschaft
Studie zu Arbeitskräftebedarf: Deutschland braucht 260.000 Zuwanderer pro Jahr
DPA

Auch bei der Rente mit 70 und einer höheren Geburtenrate kommt der deutsche Arbeitsmarkt nicht ohne Fachkräfte aus dem Ausland aus, ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Jährlich müssten deshalb 260.000 Menschen zuziehen.

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Galgenstein 12.02.2019, 09:33
80. Höheres Gehalt beschäftigt keine Menschen, die nie geboren wurden

Zitat von servencounter
Gastarbeiter statt bessere Bezahlung, ja das Argument ist Uhralt. Gemeint ist wohl uns fehlen mehr billig Löhnkräfte. Besserer Bezahlung würde das Problem ebenso so lösen.
Mit einem höheren Gehalt können Sie keine Menschen locken, die nie geboren wurden.
Und, seien Sie mir nicht böse, aber wenn jemand in drei Sätzen, sechs Rechtschreibfehler macht, illustriert das eben auch das Problem der fehlenden Qualität vorhandenen Arbeitskräfte. Die werden nicht automatisch besser, wenn man ihnen höhere Löhne zahlt.

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wiesenflitzer 12.02.2019, 09:35
81. Zuwanderung?

Und warum nicht einfach auf deutschen Nachwuchs setzen?? Wenn wir das nicht hinbekommen, sondern statt selbst Kinder zu bekommen, immer mehr Zuwanderer holen, die dann die Kinder für uns bekommen, dann schaffen wir uns mittelfristig ab. Warum ist das bloß so schwer zu begreifen?
Zuwanderung nur ganz gezielt für Wirtschaft, Forschung, etc.

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P-Schrauber 12.02.2019, 09:36
82. Die Abwanderung von Fachkräften ist das Problem

Das Problem ist die Abwanderung deutscher Fachkräfte und Leistungsträger aus Deutschland, weil es für die sehr gut ausgebildeten und Spezialisten im Ausland erheblich mehr zu verdienen gibt.
281.000 Deutsche haben sich 2016 im Ausland nieder gelassen, kein Wunder das wir Fachkräfte brauchen, die Attraktivität Deutschlands nimmt seit 2015 den Zahlen nach rapide ab.

Zielländer:
USA, Australien, Schweiz, England, Norwegen, Dänemark,

Zum Nachlesen:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article174502114/Zu-und-Abwanderungen-Immer-mehr-Deutsche-verlassen-das-Land.html

WQri sollten also mehr tun unsere eihgenen Leute hier zu halten ... und nicht umgekehrt!

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jm1810 12.02.2019, 09:38
83.

Eine kluge Familienpolitik brauchen wir, die es jungen Paaren ermöglicht, ihren Kinderwunsch parallel zu Vollbeschäftigung zu realisieren.
Kinderkredit, kostenlose Kita, Hilfe bei Wohnungskauf etc..
Das wäre klug angelegtes Geld.
Eine Gesellschaft kann schnell aus dem Gleichgewicht kippen, wenn vergessen wird, wie wichtig gemeinsame Sozialisierung und Solidarität durch ein Gemeinsamkeitsgefühl sind.
Und wie egoistisch ist eine Gesellschaft, die gute Fachkräfte aus anderen Staaten abwirbt? Wer soll dort Wohlstand schaffen?

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draco2007 12.02.2019, 09:38
84.

Zitat von Dustmaster a.D.
von Fachkräftemangel zu schreiben ist völliger Unsinn. Solange hier Menschen in staatlich-subventionierten Arbeitsverhältnissen arbeiten und weitere Mio Menschen ohne Job sind brauchen wir sicherlich keine Zuwanderung.
Wollen sie mir sagen, dass eine Fachkraft in einem staatlich subventionierten Arbeitsverhältnis arbeitet?
Sorry, das sind keine Fachkräfte sondern Ungelernte. Exakt das gleiche gilt für viele Arbeitslose.

Schauen sie in die Informatik. Hier werden Fachkräfte händeringend gesucht. Als Softwareentwickler können sie sich den Job aussuchen. Da ist nichts mit schlechter Bezahlung oder gar Arbeitslosigkeit.

Wenn sie arbeitslos sind und/oder ungelernt, setzen sie sich auf den Hosenboden und tun was. Bilden sie sich weiter in einem Bereich, der auch wirklich benötigt wird. Und eben nicht "Ich will, dass der Staat was macht" (aber ich kann nichts)

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scratchpatch 12.02.2019, 09:41
85. Am ehesten Osteuropa

Vieles hängt an der Sprache. Wir kommen gegen Englisch so nicht an. Eher wandern Fachkräfte aus Indien etc. ins kleine Irland aus als nach Deutschland, weil sie da sprachlich besser zurecht kommen. Wir müssen offensiver für Deutsch als Fremdsprache werben, gerade in Ländern, die in Frage kommen für die Einwanderung von Fachkräften, in erster Linie in Osteuropa, z.B. in der Ukraine. Da ist das Interesse an Deutschland noch riesig und es gibt auch schon Netzwerke in Deutschland, auf die sich osteuropäische Einwanderer stützen können, wo sie Hilfe bekommen. Wenn die Ausbildung dort ungenügend ist, könnte man hier Weiterbildungen anbieten. Der Weg in die alte Heimat ist nicht so weit und familiäre Bindungen können aufrechterhalten werden, womit auch eine evtl. Rückkehr im Alter (ähnlich wie in der Türkei geschehen) leichter wird. Das kommt dann auch dem Herkunftsland zugute, wenn Auswanderer mit dem verdienten Geld dort z.B. Häuser bauen, Familienangehörige unterstützen etc..

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stefan7777 12.02.2019, 09:42
86. Etwas am steilen Abgrund des eigentlichen Themas entlang

Bis 2060 einen möglichen Bedarf berechnen, kann man nur mit Annahmen aus dem jetzt. Unbekannte wie Digitalisierung, Automatisierung, Effizienz- und Produktivitätssteigerung, Wachstumsglaube/Grenzen des Ressourcenbedarfs und die konkreten Folgen des Klimawandel sind mit vielen Unbekannten behaftet.

Absehbar ist aber, dass wir ein modernes Einwanderungsgesetz an sich schon seit Jahrzehnten brauchen aber von den Rechts-außen immer blockiert wird. Warum auch immer, denn es geht ja im wesentlichen um gebildete und hoch qualifizierte Einwanderer.

Der klassische industrielle Arbeiter wird absehbar immer weniger gebraucht werden, dafür bauen wir gerade Automaten. Umgekehrt wird wohl der Handwerker mit Erfahrung und handwerklichem Geschick eine Aufwertung erfahren, denn vieles wird man auch in Jahrzehnten nicht automatisieren können. Auch in der Pflege für die vielen Rentner werden wir in Deutschland viele Menschen mit sozialer Kompetenz und Einfühlungsvermögen brauchen.

Aberwitzig ist, dass die aktuellen politischen Kräfte das Thema Bildung und Forschung so eklatant unterschätzen, fast schon kriminell dem dahin siechenden Stillstand überlassen bis der Putz von der Wand bröckelt. Es wird einfach nicht Rechnung getragen, dass diese Investitionen immer, grundsätzlich ohne Ausnahme die Volkswirtschaft und das Gemeinwohl voran bringt.

Nun etwas am steilen Abgrund des eigentlichen Themas entlang: Die großen Gewinner der aktuellen Religion des Gewinns und der Macht gegen die Demokratie und das Gemeinwohl ist eine winzige Schicht von extrem gut betuchten. Die aber natürlich keine Probleme lösen sondern ein wesentlicher Teil davon sind. Bin gespannt wann wir hier, wie in USA beginnen, auf die Almosen und Wohltaten dieser oberen 10% angewiesen zu sein. Wann wir beginnen (müssen) sie täglich zu Lobpreisen und uns unterwürfig für Ihre milden Gaben bedanken. Wir werden uns dann fühlen wie das ausgezehrte, durch Eiweißmangel aufgedunsene Kind in der Sahelzone wenn es seine tägliche Schüssel Reis und ein Glas Wasser bekommt.

Die "Ressource" Geld braucht sich der der viel davon hat nicht zu erarbeiten. Wie das bekanntermaßen die meisten Menschen müssen. Im aktuell exzessiven "hat man viel Geld, wird ganz schnell, noch viel mehr daraus" System, braucht es (fast) nicht einmal mehr den klassischen Arbeiter, der zB mit Arbeitsniederlegung für seine Rechte streiten konnte - die modernen Automaten erledigen es heute, Halbzeuge und Ressourcen profitabel in Produkte zu verwandeln, die wir dann kaufen um den Reichtum weniger zu mehren.

Auch wenn es oberflächlich so aussehen mag, aber nein, Menschen wie Bill Gates geben sich zwar als Philanthrop, sind es aber (ursächlich ihrer Geldmacht) in Wahrheit nicht. Diese Menschen sind Herrscher eines modernen "Macht durch Geld" Feudalismus den wir gerade errichten. Mit Demokratie und Gemeinwohl hat das aber absolut gar nichts zu tun.

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greenwasher 12.02.2019, 09:46
87. Fachkräftemangel und die Glaskugel

Natürlich gibt es den Fachkräftemangel. In nahezu jeder Branche, mit der ich beruflich zu tun habe, werden gute (!) Arbeitskräfte gesucht. Natürlich darf man überlegen, ob eine schrumpfende Gesellschaft weiterhin wirtschaftlich Wachsen muss. 60 Mio Einwohner brauchen auch weniger als 80 Mio, ein absolutes Minus wäre hier also gar nicht so bedeutsam. Rente mit 70 ist ja schon eingepreist. Ich habe nichts gegen Einwanderung, sie war schon immer normal. Aber wir sollten lieber über alternative Wirtschaftskonzepte nachdenken. Am besten solche, die nicht auf der Ausplünderung der ungeborenen Generationen beruhen.

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mcmercy 12.02.2019, 09:47
88.

Fachkräftemangel gibt es genau an zwei Stellen.
1. Im Hightech Bereich. Da sind aber leider auch keien Zuwanderer zu erwarten, denn wer da was drauf hat geht in die USA. Und solche IT-Fachkräfte kommen auch kaum aus Syrien oder den Magreb-Staaten.
2. Dort wo wenig bezahlt wird. Pflege etc. weil für den geringen Lohn will das keiner machen. Hier gibt es aber genug Arbeitskräftepotential im Land, man muss nur besser bezahlen.

Alles andere wird ohnehin früher oder später automatisiert. Man kann davon ausgehen, dass 2060 z.b kaum noch LKW-Fahrer und Lokführer gebraucht werden. Auch die Fabriken werden weitgehend autonom arbeiten. Service wird telefonsich durch KI abgewickelt. Roboter helfen den Pflegekräften.

Was wir jetzt brauchen ist bessere Ausbildung in den IT Berufen, aber da warten wir ja noch ewig auf den Digitalpakt.

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Cpt. Haddock 12.02.2019, 09:49
89. Warum nicht weiterqualifizieren?

Wenn ein derartiger Mangel wirklich herrschen würde, dann müssten nach der reinen Lehre, die Preise für diese Arbeitskräfte steigen und auch die Bereitschaft von der Arbeitgeberseite Leute, die die nötigen intellektuellen Qualifikationsgrundlagen haben, entsprechend ihren Bedürfnissen weiter zu qualifizieren. Beides kann ich nicht erkennen. Eine Radioreportage über das Thema Fachkräftemangel kam auch zum Schluß, dass diese Phänomen nicht grundsätzlich besteht, sondern nur in einigen Nischen. Aber so lange Krankenhauskonzerne zweistellige Umsatzrenditen erzielen, Pfleger zwar ausbilden, aber nicht nach der Ausbildung einstellen (Asklepios Hamburg), sondern lieber das Pflegepersonal reduzieren, kann man leicht über einen sogenannten Fachkräftemangel klagen.

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